In dieser Hausarbeit zu dem Seminar "Historische Aspekte/wissenschaftliches Arbeiten in der Sonderpädagogik" wird auf die Ereignisse im Zusammenhang mit der Krankheit Epilepsie im 19. Jahrhundert und dem 20. Jahrhundert eingegangen. Daraus ergibt sich die folgende Fragestellung: Welche Ereignisse haben sich im 19. und 20. Jahrhundert im Bezug auf die Krankheit Epilepsie zugetragen?
Um das Thema genauer betrachten zu können und einzuleiten, werden zunächst einige Grundlagen zur Epilepsie erklärt. Hierzu zählt die Erklärung, was genau eigentlich unter dem Begriff Epilepsie zu verstehen ist, welche Ursachen es für die Erkrankung an einer Epilepsie geben kann und was genau man sich unter einigen verschiedenen Anfallsformen vorstellen kann. Anschließend wird auf die historischen Aspekte und die verschiedenen Ereignisse im 19. und 20. Jahrhundert in Bezug auf die Krankheit der Epilepsie eingegangen und einige dieser Ereignisse genauer erläutert. Dieser Teil stellt den Hauptteil dieser Hausarbeit dar. Abschließend wird das Fazit einige der gesammelten Erkenntnisse noch einmal zusammenfassen und zu der Beantwortung meiner Fragestellung führen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Über die Krankheit Epilepsie
2.1 Begriffserklärung Epilepsie
2.2 Ursachen
2.3 Verschiedene Anfallsformen
3. Die Krankheit im 19. Und 20. Jahrhundert
3.1 Das 19. Jahrhundert
3.2 Institutionen
3.2 Forscher
3.3 Das 20. Jahrhundert
3.4 Internationale Liga gegen Epilepsie
3.5 Das Medikament Luminal
3.6 Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten
3.7 Das Elektroenzephalogramm (EEG)
3.8 Der Glaube an Geister und Dämonen im 20. Jahrhundert
3.9 Epilepsie im zweiten Weltkrieg
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Entwicklungen im Umgang mit der Krankheit Epilepsie im 19. und 20. Jahrhundert, um zentrale Meilensteine in Forschung, Therapie und gesellschaftlicher Wahrnehmung zu identifizieren.
- Grundlagen zur Definition und Pathophysiologie der Epilepsie
- Medizinische Fortschritte und die Entdeckung neuer Therapiemöglichkeiten
- Die Institutionalisierung der Betreuung von Epilepsiepatienten
- Der Wandel in der wissenschaftlichen Diagnostik, insbesondere durch das EEG
- Die schicksalhafte Diskriminierung und Verfolgung Kranker während der NS-Zeit
Auszug aus dem Buch
3.9 Epilepsie im zweiten Weltkrieg
Obwohl es so schien als würde sich in dieser Zeit langsam alles zum Guten entwickeln und Menschen mit Epilepsien könnte endlich geholfen werden, wurde mit dem zweiten Weltkrieg alles nur noch schlimmer. Schon vor dem Jahr 1933 wurde über die »aktive Sterbehilfe« oder »Euthanasie« bei unheilbar kranken und pflegebedürftigen Menschen und Neugeborenen mit Behinderung diskutiert. Nachdem die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernommen haben, wurde das Kernstück ihrer Gesundheitspolitik das »Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses«.
Die Nationalsozialisten zählten »Rassenhygiene« zu ihrer Weltanschauung. Dies bedeutete, dass sie zum Ziel hatten gesunde Erbanlagen zu entwickeln und die “eigene Rasse” genetisch zu verbessern. Die Geburtenrate der “Erbgesunden” sollte gefördert werden und diejenigen die krank waren oder Behinderungen aufwiesen sollten sich nicht mehr fortpflanzen, um diesen Anteil der Bevölkerung zu reduzieren. Das »Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses« besagt, dass Personen, die mit einer erblichen Krankheit belastet sind, durch einen chirurgischen Eingriff unfruchtbar gemacht werden können, wenn eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Nachkommen der betroffenen Person an geistigen und körperlichen Erbschäden leiden wird. Als »Erbkrank« gelten laut diesem Gesetz unter anderem auch Personen mit „erblicher Fallsucht“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die historische Relevanz der Epilepsie und Definition der Forschungsfrage hinsichtlich der Ereignisse im 19. und 20. Jahrhundert.
2. Über die Krankheit Epilepsie: Darstellung der medizinischen Grundlagen, Ursachenklassifikationen und der verschiedenen Anfallsformen.
3. Die Krankheit im 19. Und 20. Jahrhundert: Detaillierte Analyse des medizinischen Fortschritts, der Gründung von Institutionen sowie der dramatischen Auswirkungen der NS-Ideologie.
4. Fazit: Zusammenführung der Erkenntnisse über die Höhen und Tiefen der epilepsiebezogenen Geschichte und ein Ausblick auf heutige Behandlungsoptionen.
Schlüsselwörter
Epilepsie, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Epileptologie, Anfallsformen, Elektroenzephalogramm, EEG, Euthanasie, Nationalsozialismus, Medizingeschichte, Therapie, Brom, Geschichte, Forschung, Behinderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung der Epilepsie und ihrer Behandlung im 19. und 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf dem medizinischen Fortschritt, der Gründung spezialisierter Institutionen sowie der gesellschaftlichen und politischen Einordnung der Krankheit, insbesondere während des Nationalsozialismus.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welche bedeutenden Ereignisse die Epileptologie im 19. und 20. Jahrhundert geprägt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Hausarbeit, die historische Quellen und medizinische Fachliteratur analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technologische Erfolge wie das EEG, die Entdeckung von Medikamenten wie Luminal und die dunklen Kapitel der Zwangssterilisierung und Euthanasie.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Epilepsie, Medizingeschichte, Fortschritt, EEG, Euthanasie und historische Institutionen.
Warum wird das 19. Jahrhundert als „Goldenes Zeitalter“ bezeichnet?
Diese Bezeichnung bezieht sich auf die großen Fortschritte in der Anatomie des Gehirns und die Entdeckung der ersten anfallshemmenden Substanzen wie Brom.
Was passierte mit Epilepsiepatienten in der „Aktion T4“?
Im Rahmen der systematischen Ermordung von Menschen mit Behinderungen wurden in der NS-Zeit tausende Epilepsiepatienten in Gasmordanstalten getötet.
- Arbeit zitieren
- Maike Sch (Autor:in), Historische Aspekte bei der Krankheit Epilepsie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1247494