Die Sabbatkonflikte Jesu und seiner Jünger nehmen in allen vier Evangelien einen auffallend breiten Raum ein.
Die Perikope in Mk 2,23 – 28 ist traditionsgeschichtlich wohl die älteste Texteinheit im Vergleich zu den beiden synoptischen Parallelen in Lk 6,1 – 5 und Mt 12,1 – 8 sowie zu Joh 5,10, die in einem Streitgespräch zwischen den Pharisäern und Jesu mit seinen Jüngern die Nahrungsaufnahme am Sabbat thematisieren. Diese Thematik bewog mich, die Perikope in Mk 2,23 – 28 als die Analyseeinheit für meine neutestamentliche Exegese zu wählen: Es ist außerordentlich spannend zu verfolgen, wie Jesus und seine Jünger den heiligsten jüdischen Feiertag „entweihen“, indem sie die Vorschrift zur Sabbatheiligung Ährenraufen verboten missachten, und diese sogleich mit den Worten kritisieren, der Sabbat sei um des Menschen willen gemacht, nicht umgekehrt. Das „Warum“ und „Zu welchem Zweck“ will ich mit der Exegese dieses Streitgesprächs herausfinden.
Als grundlegende Bibelübersetzung für die Exegese werde ich die revidierte Fassung der Lutherübersetzung aus dem Jahre 1984 heranziehen, weil ich von der Schule an mit dieser Bibel gearbeitet habe und mich mit dem Schreibstil der Lutherübersetzung angefreundet habe.
Ich werde in meiner Exegesearbeit nun so vorgehen, dass ich mit der synchronen Textanalyse anfange und zu der diachronen Textanalyse übergehe, mit den Methodenschritten der Form- und Gattungskritik, der Literatur- bzw. Quellenkritik, der Redaktions- bzw. Kompositionskritik, der Traditionskritik im Sinne von Begriffs- und Motivkritik und des Religionsgeschichtlichen Vergleichs. Im Schlussteil werde ich versuchen den Ertrag meiner exegetischen Arbeit im Blick auf die kommunikative Funktion und die theologische Relevanz herauszustellen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Hauptteil
- Synchrone Textanalyse
- Abgrenzung des Textes
- Kontextanalyse
- Sprachlich – syntaktische Analyse
- Semantische Analyse
- Pragmatische Analyse
- Spannungsbogen
- Gliederung der Texteinheit
- Diachrone Textanalyse
- Form- und Gattungskritik
- Literar- bzw. Quellenkritik
- Redaktions- bzw. Kompositionskritik
- Traditionskritik im Sinne von Begriffs- und Motivkritik
- Religionsgeschichtlicher Vergleich
- Synchrone Textanalyse
- Schlussteil
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Perikope in Markus 2,23-28, die den Sabbatkonflikt zwischen Jesus und den Pharisäern beschreibt. Ziel ist es, die kommunikative Funktion und die theologische Relevanz dieses Streitgesprächs zu untersuchen. Die Analyse erfolgt mittels synchroner und diachroner Methoden der neutestamentlichen Exegese.
- Der Sabbatkonflikt als zentrales Thema
- Die Interpretation der Sabbatgesetze durch Jesus
- Der Vergleich zwischen Jesus und David
- Die sprachliche und stilistische Analyse des Textes
- Der Kontext der galiläischen Streitgespräche
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Sabbatkonflikte im Neuen Testament ein und begründet die Wahl der Perikope in Markus 2,23-28 als Analyseeinheit. Der Hauptteil beginnt mit der synchronen Textanalyse, die die Abgrenzung des Textes, seine Kontextualisierung innerhalb der galiläischen Streitgespräche und eine sprachlich-syntaktische sowie semantische Analyse umfasst. Die diachrone Textanalyse betrachtet den Text unter Aspekten der Form- und Gattungskritik, Literatur- und Quellenkritik, Redaktions- und Kompositionskritik sowie traditionskritisch und religionsgeschichtlich vergleichend.
Schlüsselwörter
Sabbat, Jesus, Pharisäer, Markus Evangelium, galiläische Streitgespräche, Menschensohn, Gesetz, Exegese, synchron, diachron, Textanalyse, Traditionsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Perikope Markus 2,23-28?
Es handelt sich um das Streitgespräch zwischen Jesus und den Pharisäern über das Ährenpflücken der Jünger am Sabbat, was nach jüdischem Gesetz als verboten galt.
Welches zentrale Argument bringt Jesus zur Sabbatheiligung vor?
Jesus kritisiert die starre Auslegung mit den Worten: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, nicht der Mensch um des Sabbats willen.“
Was ist das Ziel einer historisch-kritischen Exegese?
Ziel ist es, durch synchrone und diachrone Analysen die ursprüngliche Bedeutung, die Entstehungsgeschichte und die theologische Relevanz des Textes zu ermitteln.
Welche Rolle spielt der Vergleich mit König David in diesem Text?
Jesus rechtfertigt das Handeln seiner Jünger durch den Hinweis auf David, der in einer Notlage ebenfalls heilige Brote aß, um die Priorität menschlicher Bedürfnisse vor rituellen Gesetzen zu betonen.
Was bedeutet der Begriff „Menschensohn“ in diesem Kontext?
Der Text endet mit der Aussage, dass der Menschensohn Herr auch über den Sabbat ist, was Jesu Autorität gegenüber den traditionellen Gesetzen unterstreicht.
- Quote paper
- Alina Heberlein (Author), 2009, Die historisch-kritische Exegese der Perikope Mk 2,23-28 "Ähreneraufe am Sabbat", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124754