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Ontisches Beharren und existentielle Nichtidentität

Reflexionen zu Sartres phänomenologischer Ontologie

Title: Ontisches Beharren und existentielle Nichtidentität

Scientific Essay , 2009 , 29 Pages

Autor:in: Dr. Christian H. Sötemann (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Der Text leitet von der Selbstverständlichkeit der Alltagswelt und ihrer Hinterfragung ausgehend über zu Jean-Paul Sartres v. a. in „Das Sein und das Nichts” ausgearbeiteten phänomenologischen Ontologie. Diese wird in ihren Grundzügen erörtert, wobei unterschieden wird zwischen einer ontologischen Ebene, die in diesem Fall die Seinskategorien des An-sich-seins und des Für-sich-seins beschreibt, und weiterhin einer ontischen Ebene, die sich auf das bloße Vorhandensein, auf die Faktizität des wie auch immer gearteten Seins beschränkt. Es wird anhand der Untersuchung von Phänomenen wie Zerstörung und Nichtidentität illustriert, wie bei aller Differenz der beiden ontologischen Kategorien Sartres auf der ontischen Ebene sowohl An-sich als auch Für-sich gleichermaßen vorhanden sind, etwas sind. Insbesondere wird gezeigt, daß der Terminus des „Nichts” bei Sartre sich nicht auf ein absolutes, meontisches, sondern ein weltbezogenes, im Sein befindliches ontologisches „Nichts” bezieht. Anschließend wird die „Ontik” in ihren Hauptpunkten skizziert, die die Allgegenwart und Unvergänglichkeit des schlichten Vorhandenseins in jedweder Variation des „Welt”-Verständnisses ausdrücken, bei allen Vagheiten, Widersprüchlichkeiten und Unklarheiten. Zudem wird versucht, einige psychologische Implikationen der Ontik anzudeuten, mit Verweisen auf einen tiefenpsychologischen oder existentiell-psychotherapeutischen Kontext, sowie Überlegungen zur psychologischen Bedeutung (ontischer) philosophischer Gewißheiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Von der Selbstverständlichkeit der Alltagswelt zur phänomenologischen Ontik und Ontologie

2. Grundzüge von Sartres phänomenologischer Ontologie

3. Die Monotonie des Vorhandenseins – Skizze der Ontik

4. Psychologische Implikationen der ontischen Betrachtungsweise

5. Schluß – Der Widerspruch ist das Sein des Widerspruchs

6. Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von ontischem Vorhandensein und existentieller Nichtidentität innerhalb der phänomenologischen Ontologie von Jean-Paul Sartre. Das primäre Ziel ist es, eine begriffliche Trennung zwischen der ontischen Ebene – der Faktizität des Seins – und der existentiellen Ebene des menschlichen Bewusstseins zu begründen, um die philosophische Debatte um Sein, Nichts und Identität zu präzisieren.

  • Phänomenologische Analyse von Sartres "Das Sein und das Nichts"
  • Konzeptualisierung der "ontischen Ebene" als durchgängiges Vorhandensein
  • Untersuchung der menschlichen Nichtidentität und Negativität
  • Psychologische Implikationen der ontischen Betrachtungsweise
  • Kritik an metaphysischen Überhöhungen und dem Konzept des "absoluten Nichts"

Auszug aus dem Buch

2. Grundzüge von Sartres phänomenologischer Ontologie

Sartres phänomenologische Ontologie also leitet sich entscheidend her von seinem Verständnis des Bewußtseinsbegriffes. Dieser differiert merklich von der traditionellen Auffassung, das Bewußtsein sei eine Art „psychischer Behälter”, „in” welchem die Gedanken, Vorstellungen und Wahrnehmungen „enthalten” seien. Nein, sagt Sartre:

„Ein Tisch ist nicht im Bewußtsein, nicht einmal als Vorstellung. Ein Tisch ist im Raum, neben dem Fenster usw. (....) Der erste Schritt einer Philosophie muß (...) darin bestehen, die Dinge aus dem Bewußtsein zu verbannen und dessen wahres Verhältnis zur Welt wieder herzustellen, daß nämlich das Bewußtsein setzendes Bewußtsein von der Welt ist.” (Sartre 1994d, S. 19)

Das Bewußtsein stellt für ihn eine sich nach außen werfende Struktur ohne Innerlichkeit dar, die nur als Bewußtsein von der Welt existieren kann. Sartre rekurriert ganz typisch phänomenologisch auf Husserls Beschreibung des Bewußtseins als Intentionalität: „Bewußtsein ist Bewußtsein von etwas: das bedeutet, daß die Transzendenz konstitutive Struktur des Bewußtseins ist; das heißt, das Bewußtsein entsteht als auf ein Sein gerichtet, das nicht es selbst ist” (ebd., S. 38). Durch dieses Postulat der Intentionalität wird zwingend notwendig, daß das Bewußtsein als nach außen gerichtete, ja zerberstende Struktur mindestens zwei Seinsbereiche aufwirft: denjenigen, den es selbst darstellt sowie denjenigen des Seins, auf das sich das Bewußtsein richtet, das aber nicht mit dem Sein des Bewußtseins identisch ist – und auch etwa die „Vorstellung” ist für Sartre „eine bestimmte Weise, sich ein Objekt zu geben, die das Bewußtsein hat.” (Sartre 1994c, S. 20). Die Abkehr vom traditionellen Bewußtseinsbegriff, welcher die Phänomene als „im” Bewußtsein existierend versteht, erlaubt Sartre diesen „ontologischen Beweis” (Sartre 1994d, S. 35), den Aufweis der zwei genannten verschiedenen Seinsregionen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Von der Selbstverständlichkeit der Alltagswelt zur phänomenologischen Ontik und Ontologie: Einführung in das Spannungsfeld zwischen alltäglicher Selbstverständlichkeit und dem philosophischen Hinterfragen von Seinsgewissheiten.

2. Grundzüge von Sartres phänomenologischer Ontologie: Darstellung von Sartres Intentionalitätskonzept und der Differenzierung zwischen An-sich-sein und Für-sich-sein.

3. Die Monotonie des Vorhandenseins – Skizze der Ontik: Entwicklung der vier Grundthesen der Ontik, die das universelle Vorhandensein und die Beständigkeit des Seins betonen.

4. Psychologische Implikationen der ontischen Betrachtungsweise: Analyse der Bedeutung der Ontik für psychologische Ansätze und die Wahrnehmung psychischer Realitäten.

5. Schluß – Der Widerspruch ist das Sein des Widerspruchs: Zusammenfassende Betrachtung der Unausweichlichkeit des Seins und der ontologischen Verortung der Negation.

6. Literaturangaben: Verzeichnis der im Text zitierten philosophischen und psychologischen Quellen.

Schlüsselwörter

Sartre, Phänomenologie, Ontik, Ontologie, An-sich-sein, Für-sich-sein, Intentionalität, Vorhandensein, Nichtidentität, Negation, menschliche Realität, Existenzphilosophie, Seinsgewissheit, Faktizität, Bewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Sein und menschlicher Existenz, indem sie eine eigenständige "ontische" Ebene des bloßen Vorhandenseins von einer "existentiellen" Ebene der menschlichen Nichtidentität abgrenzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind Sartres phänomenologische Ontologie, die Struktur des Bewusstseins, das Konzept des "Nichts" sowie die Bedeutung dieser philosophischen Einordnungen für die Psychologie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch die Differenzierung zwischen der ontischen Ebene des Vorhandenseins und der existentiellen Ebene des menschlichen Bewusstseins ein präziseres Verständnis für die menschliche Stellung in der Welt zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die phänomenologische Methode, insbesondere basierend auf der Analyse von Jean-Paul Sartres Hauptwerk "Das Sein und das Nichts", ergänzt durch psychologische und existenzphilosophische Perspektiven.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Sartres Bewusstseinsbegriff, die Beschreibung des An-sich- und Für-sich-Seins, die Grundzüge einer allgemeinen Ontik sowie deren Anwendung auf psychologische Fragestellungen wie Phantasien und Neurosen diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Sartre, Phänomenologie, Ontik, Ontologie, An-sich, Für-sich, Intentionalität, Vorhandensein und Nichtidentität.

Wie unterscheidet der Autor zwischen der ontischen und der existentiellen Ebene?

Die ontische Ebene betrifft die allgemeine, monotone Faktizität des Vorhandenseins ("Alles ist"), während die existentielle Ebene das subjektive, dramatische Erleben des Menschen umfasst, der sich durch Nichtidentität auszeichnet.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "Todes" im Kontext der Sartreschen Philosophie?

Der Autor argumentiert gegen die Gleichsetzung von Tod und "Nichts". Vielmehr bedeutet der Tod das Ende der zeitlichen Projektionen des Individuums und die Überführung in ein mit sich identisches, "an-sich-haftes" Sein.

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Details

Title
Ontisches Beharren und existentielle Nichtidentität
Subtitle
Reflexionen zu Sartres phänomenologischer Ontologie
Author
Dr. Christian H. Sötemann (Author)
Publication Year
2009
Pages
29
Catalog Number
V124765
ISBN (eBook)
9783640312177
ISBN (Book)
9783640316175
Language
German
Tags
Ontik Sein Seinsbegriff Existentialismus Sartre Phänomenologie Ontologie Vorhandensein Metaphysik französische Philosophie Existenzialismus Existenzphilosophie continental philosophy
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Christian H. Sötemann (Author), 2009, Ontisches Beharren und existentielle Nichtidentität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124765
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