Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema des nachhaltigen Konsums im Sinne der sozialökologischen
Transformation am Beispiel der Bekleidungsindustrie. Dazu wird zu Beginn die Problematik der Bekleidungsindustrie aufgezeigt und daraufhin die Bekleidungsmarke "Erdbär" hinsichtlich sozial-ökologisch nachhaltiger Merkmale analysiert. Am Ende soll ein Fazit Aufschluss darüber geben, ob es sich bei „Erdbär“ um ein gelungenes Beispiel sozial ökologischer Transformation handelt und ob dieses Modell in einem globalen Maßstab die Bekleidungsindustrie nachhaltig verändern kann.
Bei der Bekleidungsindustrie handelt es sich wie auch bei vielen anderen Industrien um ein gutes Beispiel dafür, wo die Ausmaße des Kapitalismus und der globalen Ungleichheit sichtbar wird. Gerade unter dem Begriff "Fast Fashion" wird das Phänomen der Kurzlebigkeit von Kleidung sichtbar, wie der Nature Climate Change Report 2018 zeigt: ständig wechselnde Trends sowie ein unstillbarer Drang nach neuen Kleidungsstücken bei gleichzeitig immer kürzeren Produktionszeiten erhöhen den menschlichen Konsum und damit auch die globale Menge an Müll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fast Fashion und Die Probleme in der Bekleidungsindustrie
2.1. CO2 Ausstoß
2.2. Verschmutzung und Wasserverbrauch
2.3. Ethische Aspekte
3. Positives Beispiel der sozial-ökologischen Transformation: ERDBÄR
3.1. 5 Sustainable Goals
3.2. Verwendete Materialien
4. Kritische Analyse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Modemarke Erdbär als ein gelungenes Beispiel für eine sozial-ökologische Transformation in der globalen Bekleidungsindustrie betrachtet werden kann, wobei die Problematik der Fast-Fashion-Industrie den Ausgangspunkt der Analyse bildet.
- Analyse der negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen der konventionellen Fast-Fashion-Industrie.
- Untersuchung der Nachhaltigkeitsstrategien und Ziele der Marke Erdbär.
- Bewertung der eingesetzten Materialien hinsichtlich ökologischer Verträglichkeit.
- Kritische Reflexion der Unternehmenspraktiken unter Einbeziehung externer Mitarbeiterbewertungen und Standortfaktoren.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Jeder weiß darüber Bescheid, doch es scheint, als würde sich selbst niemand als aktiven Teil davon sehen: die Rede ist von der „sozial-ökologischen Transformation“. Damit meint man einerseits die notwendige Veränderung des eigenen Lebensstils zu einem „der dem Leitbild einer nachhaltigen globalen Entwicklung entspricht.“ sowie die „ebenfalls an den Kriterien globaler Nachhaltigkeit ausgerichtete nachholende Entwicklung der ärmeren Länder einschließlich der bislang abgekoppelten ‚bottom billion‘“ (WBGU 2011, S. 66, in Bohn, Fuchs, Kerhhoff, & Müller, 2019). Die Notwendigkeit dieser Veränderung für eine nachhaltige Zukunft wird der Bevölkerung regelmäßig durch den „Earth Overshoot Day“ vor Augen geführt. Dieser zeigt an, zu welchem Zeitpunkt des Jahres alle annual regenerativen Ressourcen des Planeten durch den Menschen aufgebraucht wurden. Die Berechnung erfolgt durch den ökologischen Fußabdruck sowie der Biokapazität der Erde (Global Footprints Network, 2019, in Bohn et al., 2019). Die grundsätzliche Notwendigkeit einer sozial-ökologischen Transformation ist unumstritten, gestaltet sich jedoch unter anderem aufgrund der folgenden Probleme schwierig.
Die Grundproblematik stellt das globale Wohlstandsgefälle dar. Lessenich (2016) beschreibt treffend, dass es „den einen gut bzw. besser, weil es den anderen schlecht oder jedenfalls weniger gut geht“ (S. 23). Aufgrund der begrenzten Ressourcen unseres Planeten würde eine Verringerung des Wohlstandgefälles unausweichlich eine Senkung des westlichen Wohlstandes bedeuten. Gerade die wohlhabendere Bevölkerungsschicht scheint wenig Interesse daran zu haben (Basu, 2019).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Konzept der sozial-ökologischen Transformation ein, erläutert die globale Problematik des westlichen Wohlstandsmodells und definiert das Ziel der Arbeit, die Marke Erdbär vor diesem Hintergrund zu analysieren.
2. Fast Fashion und Die Probleme in der Bekleidungsindustrie: Dieses Kapitel thematisiert die ökologischen und sozialen Schattenseiten der modernen Bekleidungsindustrie, insbesondere durch CO2-Emissionen, Wasserverbrauch, Umweltverschmutzung und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen.
3. Positives Beispiel der sozial-ökologischen Transformation: ERDBÄR: Hier wird die Marke Erdbär als innovativer Akteur vorgestellt, deren Nachhaltigkeitsstrategie auf fünf definierten Zielen sowie dem Einsatz ökologischer Materialien basiert.
4. Kritische Analyse: In diesem Teil erfolgt eine unabhängige Überprüfung der Unternehmensversprechen durch die Analyse von Mitarbeiterfeedback, Unternehmenskultur und den Rahmenbedingungen an den Produktionsstandorten im Ausland.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Erdbär als ein gelungenes, wenn auch in Details schwer vollumfänglich prüfbares, österreichisches Beispiel für sozial-ökologische Transformation.
Schlüsselwörter
Sozial-ökologische Transformation, Fast Fashion, Nachhaltigkeit, Erdbär, Baumwolle, CO2-Neutralität, GOTS-Zertifizierung, Arbeitsbedingungen, Umweltbelastung, Ökologischer Fußabdruck, Bekleidungsindustrie, Mikroplastik, Nachhaltiger Konsum, Greenwashing, Produktionsstandorte.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Hausarbeit?
Die Arbeit untersucht das Konzept der sozial-ökologischen Transformation im Kontext der globalen Bekleidungsindustrie am konkreten Beispiel der Modemarke Erdbär.
Womit befasst sich die Arbeit schwerpunktmäßig?
Die zentralen Themenfelder sind die Problematiken von Fast Fashion, ökologische Produktionskriterien, soziale Standards und die kritische Analyse eines nachhaltig agierenden Unternehmens.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist zu klären, ob die Marke Erdbär ein glaubwürdiges und gelungenes Beispiel für sozial-ökologische Transformation darstellt und ob ihr Modell die Bekleidungsindustrie nachhaltig beeinflussen kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine deskriptive sowie kritisch-analytische Methode angewandt, bei der Unternehmensdaten durch Sekundärliteratur, externe Bewertungsportale und wissenschaftliche Reports ergänzt und hinterfragt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Branchenprobleme (Kapitel 2), die Vorstellung der Strategien von Erdbär (Kapitel 3) und eine anschließende kritische Analyse der Unternehmenspraxis (Kapitel 4).
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie sozial-ökologische Transformation, Fast Fashion, unternehmerische Nachhaltigkeit, ökologische Standards und kritische Konsumreflexion aus.
Wie bewerten Mitarbeiter das Unternehmen Erdbär laut der kritischen Analyse?
Mitarbeiter bewerten das Unternehmen auf Portalen überwiegend positiv, insbesondere hinsichtlich der Flexibilität und Unternehmenskultur, während die interne Kommunikation gelegentlich als verbesserungswürdig kritisiert wird.
Welche Rolle spielen die gewählten Produktionsstandorte für die Bewertung der Marke?
Die Standortwahl in Europa (Portugal, Griechenland) und der Türkei ist relevant, da sie zwar eine Nähe zum Markt bietet, aber rechtlich sehr heterogene soziale Standards in der Produktion vorfindet, was eine kritische Betrachtung der Lieferketten erforderlich macht.
- Arbeit zitieren
- Axel Kolbeinsson (Autor:in), 2022, Ist die Modemarke "Erdbär" ein Vorzeigebeispiel für Nachhaltigkeit in der österreichischen Bekleidungsindustrie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1247680