Diese Arbeit untersucht die Absicherungseigenschaft der Vermögenswerte Aktien, Real Estate, Gold, Bonds und ILNs gegen die Inflation und geht des Weiteren auf die Performance der Vermögenswerte ein, um mögliche unterschiedliche Ergebnisse zwischen den verschiedenen Methoden darzustellen. Darüber hinaus wird analysiert, ob es, wie in vielen Studien beschrieben, Unterschiede zwischen kurz- und langfristigen Beziehungen gibt. Die Theorie in der Inflationsabsicherung geht von einer natürlichen Absicherung von grundsätzlich jenen Vermögenswerten aus, die einen realen Vermögensgegenstand darstellen oder zumindest ein Recht an diesem verbriefen.
In dieser Arbeit werden die gängigen Vermögenswerte analysiert, die einem Anleger zur Verfügung stehen. Darunter befinden sich Aktienwerte, REITs, Rohstoffe (Gold), Anleihen (Bonds), aber auch Inflationsgeschützte Finanzprodukte (ILNs). Als Länder werden die USA, die Schweiz sowie Deutschland analysiert. Deutschland wird repräsentativ für die EU gewählt, da es die größte Volkswirtschaft in der EU abbildet und für die EU nur deutlich kürzere Datensätze vorhanden sind. Durch die Wahl der Länder kann gezeigt werden, ob mögliche Absicherungseigenschaften nur auf bestimmte Länder begrenzt sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Kontext
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Literaturübersicht
2.1 Aktien
2.2 Immobilien
2.3 Gold
2.4 Bonds und ILNs
3. Theorie zum Inflationshedging
3.1 Definition Inflation
3.2 Definition Inflationsabsicherung
4. Empirischer Rahmen
4.1 Vorgehensweise
4.2 Methodologie
4.2.1 Performanceanalyse
4.2.2 Regressionsanalyse
4.2.3 Kointegrationsanalyse
4.2.4 Fehlerkorrekturmodell
4.3 Diagnostische Tests
4.3.1 Test auf Autokorrelation:
4.3.2 Test auf Heteroskedastizität:
4.3.3 Test auf Normalität:
4.4 Datengrundlage
4.4.1 Preisindex und Inflationsrate
4.4.2 Preisdaten und Renditen der Vermögenswerte
5. Empirische Ergebnisse
5.1 Performanceanalyse
5.2 Regressionsanalyse
5.3 Kointegrationsanalyse
5.3.1 Unit Root Test der Daten
5.3.2 Kointegrationsergebnisse
5.4 Übersicht Ergebnisse
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Inflationsabsicherungseigenschaften verschiedener Vermögenswerte wie Aktien, Immobilien (REITs), Gold, Anleihen und inflationsgeschützte Wertpapiere (ILNs) für die USA, die Schweiz und Deutschland, um zu bestimmen, welcher Vermögenswert das Inflationsrisiko bestmöglich absichert und welche Anlageempfehlungen (Long/Short) daraus abgeleitet werden können.
- Analyse der kurz- und langfristigen Absicherungseigenschaften gegen Inflation.
- Untersuchung der Differenzierung in erwartete und unerwartete Inflation.
- Vergleich der Performance und risikoadjustierten Renditen der Vermögenswerte.
- Anwendung ökonometrischer Verfahren wie OLS-Regression, Kointegrationsanalyse und Fehlerkorrekturmodelle (ECM).
- Überprüfung der Ergebnisse auf statistische Signifikanz und Stabilität.
Auszug aus dem Buch
2.1 Aktien
Die Literatur kommt bei der Untersuchung von Aktien als Inflationsabsicherung zu unterschiedlichen Ergebnissen, welche teils deutlich variieren. Aus der rein theoretischen Perspektive müssten Aktien eine gute Inflationsabsicherung bieten. Einerseits stellen sie ein Recht an einem realen Vermögensgegenstand des zugrundeliegenden Unternehmens dar, welcher bekannterweise durch die Inflation ebenfalls im Wert zunehmen sollte, und andererseits könnten Unternehmen von dem aufgenommenen Fremdkapital und einer unerwarteten Inflation profitieren, da die Schuld real abnimmt (Lintner, 1995 zit. in Arnold & Auer, 2015, S. 194 f.). Auf der anderen Seite beschreibt (Fama, 1965) in der Proxy Hypothese, dass ein negativer Zusammenhang von Aktienrenditen und Inflation mit der negativen Auswirkung der Inflation auf die Wirtschaft zusammenhängen könnte (Fama, 1965 zit. in Bahram et al., 2004).
(Bodie, 1976) hat die Wirkung eines diversifizierten Portfolios aus normalen Aktientiteln als Inflationsabsicherung getestet. Hierzu werden Monats-, Quartals- und Jahresdaten der USA New York Stock Exchange (NYSE) Aktien in der Periode 1953 bis 1972 mittels einer OLS-Regression analysiert. Als Ergebnis kann gezeigt werden, dass die realen Renditen von Aktien sowohl mit der erwarteten als auch der unerwarteten Inflation zumindest kurzfristig negativ korrelieren. Das lässt den Schluss zu, dass Aktien laut (Bodie, 1976) nur im Leerverkauf als Inflationsabsicherung eingesetzt werden können, aber keine natürliche Absicherung vorhanden ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Thematik (hohe Inflation) ein, definiert die Forschungsfragen zur Absicherungseffektivität von Vermögenswerten und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
2. Literaturübersicht: Dieses Kapitel gibt einen strukturierten Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Eignung von Aktien, Immobilien, Gold, Bonds und ILNs als Inflationsschutz.
3. Theorie zum Inflationshedging: Hier werden zentrale Begriffe definiert, insbesondere Inflation als Kaufkraftverlust sowie verschiedene wissenschaftliche Definitionen von Inflationsabsicherung.
4. Empirischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise, inklusive Performanceanalyse, Regressionsanalyse, Kointegrationsanalyse, Fehlerkorrekturmodelle sowie die diagnostischen Tests und Datengrundlagen.
5. Empirische Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der durchgeführten Analysen, unterteilt in Performance-, Regressions- und Kointegrationsergebnisse, und bietet eine Zusammenfassung der Befunde.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Implikationen für Anleger und identifiziert Potenziale für zukünftige Forschungsarbeiten.
Schlüsselwörter
Inflation, Inflationsabsicherung, Aktien, Real Estate, REITs, Gold, Bonds, ILNs, OLS-Regression, Kointegrationsanalyse, Performanceanalyse, Sharpe-Ratio, Fehlerkorrekturmodell, USA, Deutschland, Schweiz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Masterthesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob verschiedene gängige Anlageklassen (Aktien, Immobilien, Gold, Anleihen) einen effektiven Schutz gegen Inflation bieten und wie sich diese zur Inflationsabsicherung in Portfolios nutzen lassen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Untersuchung kurz- und langfristiger Korrelationen zwischen Vermögenspreisen und Inflation sowie die Bewertung der Performance der Assets.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, die Absicherungseigenschaften der untersuchten Anlageklassen empirisch zu bewerten und basierend auf dieser Analyse Anlageempfehlungen für den Anleger zu formulieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es kommen Performanceanalysen, OLS-Regressionen (nach Fischer sowie Fama & Schwert) sowie Kointegrationsanalysen (Johansen-Methode und ARDL-Modelle) in Kombination mit Fehlerkorrekturmodellen zum Einsatz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung (Kapitel 2 & 3) als auch den umfangreichen empirischen Teil (Kapitel 4 & 5), der Rohdaten, Methodik und Testergebnisse präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Inflationshedging, reale Rendite, Kointegration, Vermögenswerte, Diversifikation und Anlageempfehlung.
Warum wurde Deutschland als repräsentativ für die EU gewählt?
Deutschland wurde aufgrund seiner Größe als größte Volkswirtschaft innerhalb der EU gewählt, kombiniert mit der Verfügbarkeit ausreichend langer Zeitreihen für die Analyse.
Welche Rolle spielt Gold bei der Absicherung gegen Inflation?
Gold wird oft als "Sicherheit" und reales Gut betrachtet, jedoch zeigen die Ergebnisse dieser Arbeit gemischte Signifikanzen, was Gold zu einem eher unvollkommenen, aber nützlichen Diversifikationsinstrument macht.
- Quote paper
- Julian Muschal (Author), 2022, Die Absicherungseffektivität verschiedener Vermögenswerte gegen die Inflation. Eine empirische Analyse anhand von Performance-, Regressions- und Kointegrationsanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1247761