Die Böden der Erde

Überblick über die wichtigsten Bodentypen, ihre Eigenschaften und ihre räumliche Verbreitung


Hausarbeit, 2007

13 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Gliederung

1. Bodenbildung (Pedogenese)

2. Bodenhorizonte
2.1. Organische Horizonte
2.2. Mineralhorizonte
2.2.1. Der A-Horizont
2.2.2. Der B-Horizont
2.2.3. Der C-Horizont
2.2.4. Teilhorizonte

3. Die wichtigsten Böden der Erde (Zusammensetzung, Verbreitung, Qualität) Schwerpunkt: Die Böden der feuchten Mittelbreiten
3.1. Die Böden der feuchten Mittelbreiten
3.1.1. Braunerde (Cambisols) und Parabraunerden (Luvisols)
3.1.2. Podsol (Podzols)
3.1.3. Pseudogley (Stagnosols)
3.1.4. Gley ( Gleysols)
3.1.5. Schwarzerden (Chernozems)
3.2. Die Böden der feuchten Tropen/Subtropen und der Trockengebiete der Erde

4. Bodentypensequenzen
4.1. Reliefsequenz (Catena)
4.2. Alterssequenz
4.3. Klimasequenz

5. Literatur

1. Bodenbildung (Pedogenese)

Bodenbildung ist die physikalisch, chemisch und eventuell auch biologisch bedingte Veränderung des Ausgangsmaterials durch die Einwirkung und Wechselwirkung von sieben Faktoren: Klima, Gestein, Landform, Vegetation, Bodentierwelt, Einwirkung des Menschen und die Zeitdauer.

Es besteht also ein enger Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Böden und den geomorphologischen Prozessresponssystemen. Insbesondere bewirken die genannten Faktoren die Differenzierung des Ausgangsmaterials in sogenannte Bodenhorizonte (AHNERT, 1996: 112).

2. Bodenhorizonte

Bodenhorizonte sind das Ergebnis pedogenetischer Prozesse, die das Ausgangsmaterial verändern. Gekennzeichnet werden Bodenhorizonte durch ihre charakteristischen Merkmale wie Gefüge, Bodenart, Farbe oder Fleckung. Sie verlaufen in der Regel oberflächenparallel und zeigen über ihre vertikale Abfolge im Bodenprofil die Pedogenese auf. Außerdem bestimmen sie die typologische Zuordnung der Böden (GEBHARDT, 2007: 380).

Die Dicke von Bodenhorizonten ist sehr unterschiedlich, ebenso wie die Deutlichkeit ihrer Ausprägung. Man unterscheidet zwei Hauptklassen von Bodenhorizonten, die organischen Horizonte und die Mineralhorizonte (STRAHLER&STRAHLER, 2005: 510).

In der deutschen Klassifikation werden die Haupthorizonte mit einem Großbuchstaben und deren Teilhorizonte mit einem Kleinbuchstaben gekennzeichnet.

2.1. Organische Horizonte

Organische Horizonte liegen über den Mineralhorizonten und bestehen aus Akkumulationen von organischem, pflanzlichem und tierischem Material. In typischer Ausbildung besteht der oberste organische Horizont (L-Horizont) zum größten Teil aus Pflanzenmaterial (Blätter, usw.).

Unter dem L-Horizont liegt der Oh-Horizont, der aus veränderten Pflanzen- und Tierresten besteht. Das Material des Oh Horizont wird als Humus bezeichnet (h= humos). Es handelt sich dabei größtenteils um pflanzliche Gewebe, die zum Teil durch Mikroorganismen oxidiert worden sind. Der Prozess, durch den der Oh-Horizont gebildet wird, heißt Humifizierung (STRAHLER&STRAHLER, 2005: 510).

2.2. Mineralhorizonte

Mineralhorizonte bestehen vorwiegend aus anorganischer Mineralsubstanz und liegen unterhalb der organischen Horizonte. Die wichtigsten Mineralhorizonte sind der A-Horizont, der B-Horizont und der C-Horizont.

2.2.1. Der A-Horizont

Der A-Horizont ist der oberste Mineralhorizont. Der obere Teil des A-Horizont ist gewöhnlich reich an organischer Feinsubstanz und wird deshalb als Ah-Horizont (h= Humus) bezeichnet. In seinem tieferen Teil kann der A-Horizont ausgewaschen (eluviert) sein und wird dann als Al- (l= lessiviert, tonverarmt) bzw. Ae- (e= eluvial, ausgewaschen, sauergebleicht) Horizont bezeichnet (AHNERT, 1996: 111; STRAHLER&STRAHLRE, 2005: 511).

2.2.2. Der B-Horizont

Der B-Horizont folgt unter dem A-Horizont und wird als Anreicherungshorizont bezeichnet, in dem das vom A-Horizont ausgewaschene Material (Humus, Eisenoxid, Tonminerale) wieder abgesetzt worden ist. Durch die meist hohe Konzentration von Tonmineralen, Eisenoxiden und organischen Substanzen, ist der B-Horizont normalerweise weniger krümelig als der A-Horizont und kann dicht und zäh sein (AHNERT, 1996: 111; STRAHLER&STRAHLRE, 2005: 511).

2.2.3. Der C-Horizont

Der C-Horizont ist der tiefste Bodenhorizont. Er ist das Ausgangsmaterial der Bodenbildung und besteht aus Regolith, Sediment oder festem Gestein (AHNERT, 1996: 111).

In der nachfolgenden Tabelle sind weitere Horizonte dargestellt.

Tab. 1 Hauptsymbole der Horizontbezeichnungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: STRAHLER&STRAHLER, (2005): 541

2.2.4. Teilhorizonte

Je nach ihrer Zusammensetzung und ihrer Entstehungsweise werden Horizonte in viele Unterarten und Teilhorizonte gegliedert. In der deutschen Terminologie werden beispielsweise über 30 verschiedene Typen von Horizonten identifiziert (AHNERT, 1996: 111).

Hier eine Auswahl der wichtigsten Teilhorizonte:

Tab. 2 Teilhorizonte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: STRAHLER&STRAHLER, (2005): 543

3. Die wichtigsten Böden der Erde (Zusammensetzung, Verbreitung, Qualität) Schwerpunkt: Die Böden der feuchten Mittelbreiten

3.1. Die Böden der feuchten Mittelbreiten

Nach der internationalen bodenkundlichen Union (IUSS) gehören die Schwarzerden (Chernozems), die Braunerden (Cambisols) und Parabraunerden (Luvisols), sowie die Podsols (Podzols) und Gleye (Gleysols) und Pseudogleye (Stagnosols) zu den meist verbreitetsten Böden der feuchten Mittelbreiten (GEBHARDT, 2007: 386-389).

3.1.1. Braunerde (Cambisols) und Parabraunerden (Luvisols)

Eine typische Braunerde hat das Profil Ah/Bv/C. Der geringmächtige dunkelbraune, humose A-Horizont geht nach unten über in einen Bv-Horizont. Der Bv-Horizont hat eine recht einheitliche Färbung, abhängig vom Ausgangsgestein, von hellocker bis rotbraun. Die Färbung ist auf die Verwitterung der in ihm vorhandenen Eisenoxidhydrate zurückzuführen. Dieser vorwiegend von Verwitterung statt von Anreicherung durch vertikalen Stofftransport geprägte B-Horizont ist ein Kennzeichen der Braunerde (STRAHLER&STRAHLER, 2005: 545).

Die Parabraunerde ist meistens aus der Weiterentwicklung einer Braunerde entstanden. Gekennzeichnet ist die Parabraunerde durch die Tonverlagerung (Lessivierung) aus dem A-Horizont in den B-Horizont. Die Verlagerung erfolgt durch die Abwärtsbewegung des Sickerwassers. Dementsprechend ist der A-Horizont tonarm, der B-Horizont hingegen mit Ton angereichert. Die Bodenpartikel im B-Horizont sind daher mit Tonhäutchen überzogen. Das typische Profil der Parabraunerde ist Ah/Al/Bt/C (STRAHLER&STRAHLER, 2005: 545).

Zusammen sind die Braunerde und die Parabraunerde die am weitesten verbreiteten Böden des gemäßigt- humiden Klimas in Mitteleuropa. Beide Bodentypen sind überwiegend Waldböden und sind an Lockersedimente bzw. Verwitterungsdecken gebunden. Braunerden treten vorzugsweise an Hängen und besonders in gröberen silikatreichen Solifluktionsdecken der Mittelgebirge und in Teilen der Deckgebirgslandschaften in den Vordergrund.

Parabraunerden hingegen treten vor allem in den süd- und westdeutschen Lösslandschaften und auf Sand-Kies-Gemischen der Beckenlandschaften auf. Desweiteren gibt es größere Braunerde- und Parabraunerdevorkommen in Nordamerika und Ostasien (STRAHLER&STRAHLER, 2005: 545; GEBHARDT, 2007: 389-391).

Die basenreichen Braunerden werden wegen ihrer Flachgründigkeit oder ihres hohen Steingehalts forstlich genutzt. Auch die weniger fruchtbaren basenarmen Braunerden dienen häufig als Waldstandort, doch lassen sie sich, bei ausreichender Düngung und Zufuhr von Wasser, auch sehr gut ackerbaulich nutzen. Parabraunerden, insbesondere die Lehm-Parabraunerden, gelten hingegen als günstige Ackerböden (SCHEFFER&SCHACHTSCHABEL, 2002: 497-500).

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Details

Titel
Die Böden der Erde
Untertitel
Überblick über die wichtigsten Bodentypen, ihre Eigenschaften und ihre räumliche Verbreitung
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Fachbereich 19, Geographie)
Veranstaltung
US Geomorphologie
Note
1,5
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V124783
ISBN (eBook)
9783640298822
ISBN (Buch)
9783640303892
Dateigröße
853 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Böden, Erde, Geomorphologie, Bodenbildung
Arbeit zitieren
Norman Riedel (Autor), 2007, Die Böden der Erde , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124783

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