Alkoholsucht ist in der Gesellschaft ein weit verbreitetes Problem, bei dem nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Angehörigen leiden. In der folgenden Arbeit werde ich als erstes die Alkoholabhängigkeit und die Formen definieren. Anschließend werde ich erläutern welche Auswirkungen permanenter beziehungsweise starker Alkoholkonsum auf eine bestehende Schwangerschaft und auf die Stillzeit hat. Ich werde auf die verschiedenen Einflussfaktoren eingehen, wie mit der Krankheit umgegangen wird und welche Faktoren Einfluss darauf nehmen, wie stark die Alkoholabhängigkeit sich auf das Kind beziehungsweise die Kinder in der Familie auswirkt.
Im Anschluss daran erläutere ich die Auswirkungen der Krankheit auf den familiären und schulischen Alltag der Kinder oder des Kindes. Ich werde auf verschiedene Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche alkoholkranker Eltern eingehen und zu Schluss darstellen, welche Folgeschädigungen die Krankheit der Eltern auf das spätere Leben der Kinder haben könnte. Im Fazit möchte ich meine Arbeit noch einmal Revue passieren lassen und die anfangs gestellten Fragen ausreichend beantworten
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Was bedeutet „Abhängig sein“?
3. Definition und Formen von Alkoholismus
4. Definition Alkoholmissbrauch
5. Differenzierung von Missbrauch und Abhängigkeit
6. Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung
6.1. Alkohol in der Schwangerschaft und Stillzeit
6.2. Einflussfaktoren
6.3. Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung und den Alltag in der Familie
6.4. Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche von alkoholkranken Eltern oder Elternteilen
6.5. Auswirkungen auf ältere Jugendliche und junge Erwachsene im späteren Leben
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Auswirkungen und Entwicklungsbeeinträchtigungen bei Kindern, die mit mindestens einem alkoholkranken Elternteil aufwachsen. Dabei wird analysiert, wie elterlicher Suchtmittelkonsum die familiäre Dynamik, die kindliche psychische Gesundheit und die langfristige Lebensgestaltung der Betroffenen manipuliert und welche präventiven sowie therapeutischen Hilfsangebote existieren.
- Definition und Differenzierung von Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit.
- Pränatale und neonatale Folgen von Alkoholkonsum in Schwangerschaft und Stillzeit.
- Einflussfaktoren auf die kindliche Entwicklung in suchtbelasteten Familien.
- Psychosoziale Dynamiken wie Parentifizierung, Rollenbilder und Isolation.
- Bedeutung von Hilfsangeboten und Ansätzen zur therapeutischen Unterstützung für Kinder suchtkranker Eltern.
Auszug aus dem Buch
6.3. Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung und den Alltag in der Familie
In Deutschland leben ca. 1,8 Millionen alkoholabhängige Menschen. Das entspricht also etwa zwei bis drei Prozent aller in Deutschland lebenden Personen. Da alkoholabhängige meisten nicht alleine Leben, sondern Familie haben, leiden ungefähr vier bis fünf Millionen Angehörige unter dem Alkoholismus. In den meisten Fällen tritt Alkoholabhängigkeit im mittleren Lebensalter auf, zu einer Zeit in der Kinder aufwachsen und erzogen werden sollen. Da die Eltern in dieser Zeit mit dem Alkoholkonsum und nicht mit der Erziehung ihrer Kinder beschäftigt sind, kann das ein hohes Ausmaß an Problemen mit sich bringen. Liptow schätzte bereits vor einigen Jahren die Anzahl der Kinder von alkoholkranken Eltern beziehungsweise einen alkoholkranken Elternteils auf etwa zwei bis drei Millionen (vgl. Köppl, Reiners, 1987).
Treten Auffälligkeiten, wie Verhaltensauffälligkeiten oder emotionale Störungen bei Kindern alkoholkranker Eltern auf, kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden, ob diese ein Resultat der elterlicher Krankheitssymptome oder Folge von sekundären psychosozialen Belastungsfaktoren sind (vgl. Koch-Stoecker 2001: 48). Nach D. Sollberger muss darüber hinaus im Blick bleiben, „(...) dass möglicherweise viele Schwierigkeiten und Probleme, die Kinder Psychokranker haben, ganz ‚normale’ Entwicklungsprobleme sind, die sich auch anderen Kindern in biographischen Übergangssituationen (....) stellen“ (Sollberger 2000: 14 f.). Ob Kinder und Jugendliche durch den Alkoholismus ihrer Eltern beziehungsweise ihres Elternteils beeinträchtigt sind, ist völlig unterschiedlich. Das Bedeutet, dass ein Teil der betroffenen Kinder und Jugendliche ein auffälliges Verhalten zeigt, während die Anderen wenig beeinträchtigt sind (vgl. Zobel, 2017). Jungen reagieren in stärkerem Maße mit Auffälligkeiten auf die Erkrankung des Elternteils als Mädchen. Störungen entwickeln die Kinder eher, wenn es sich bei dem erkrankten Elternteil um die Mutter handelt. Es gibt einige Faktoren, die eine Entwicklungsstörung der Kinder begünstigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Akzeptanz von Alkohol in Deutschland und umreißt die Fragestellung bezüglich der Auswirkungen einer elterlichen Alkoholsucht auf die kindliche Entwicklung.
2. Was bedeutet „Abhängig sein“?: Dieses Kapitel definiert den Begriff "abhängig" aus psychologischer und medizinischer Sicht und beschreibt die Entstehung eines Zwangsgedankens zum Konsum.
3. Definition und Formen von Alkoholismus: Es wird die historische Entstehung des Begriffs Alkoholismus erläutert und die Typisierung des Alkoholkonsumverhaltens in verschiedene Trinkertypen vorgenommen.
4. Definition Alkoholmissbrauch: Dieses Kapitel grenzt den Alkoholmissbrauch, der vornehmlich der Stimmungsregulation dient, von der klinischen Suchterkrankung ab.
5. Differenzierung von Missbrauch und Abhängigkeit: Hier werden die diagnostischen Kriterien (DSM-IV/ICD-10) zur Unterscheidung von missbräuchlichem Gebrauch und tatsächlicher Abhängigkeit wissenschaftlich gegenübergestellt.
6. Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung: Das umfangreichste Kapitel analysiert detailliert die pränatalen Schäden, familiären Einflussfaktoren und psychischen Belastungen wie Parentifizierung für betroffene Kinder.
7. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Abhängigkeitsformen und die weitreichenden, generationenübergreifenden Folgen für Kinder in Suchtfamilien zusammen.
Schlüsselwörter
Alkoholsucht, Alkoholabhängigkeit, Kindheitspädagogik, Kindliche Entwicklung, Fetales Alkoholsyndrom, Parentifizierung, Co-Abhängigkeit, Psychische Belastung, Suchtfamilien, Hilfsangebote, Resilienz, Entwicklungsstörungen, Sozialisation, Familiendynamik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den psychosozialen und physischen Folgen für Kinder, die in Familien mit mindestens einem alkoholabhängigen Elternteil aufwachsen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Hausarbeit?
Die Themen umfassen die Definitionen von Sucht, die medizinischen Folgen pränataler Alkoholexposition, psychologische Auswirkungen auf die familiäre Struktur sowie bestehende Unterstützungsangebote.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Auswirkungen der elterlichen Krankheit auf die kindliche Entwicklung zu beleuchten und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie betroffene Kinder trotz der familiären Belastung Unterstützung erhalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Fachpublikationen, Studien und psychologischen Konzepten basiert, um den aktuellen Wissensstand zum Thema Suchtfamilien zusammenzutragen.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Definition von Alkoholismus und eine detaillierte Analyse der entwicklungspsychologischen Beeinträchtigungen von Kindern suchtkranker Eltern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Alkoholismus, Parentifizierung, Fetales Alkoholsyndrom (FASD), Co-Abhängigkeit und kindliche Resilienz.
Was versteht man in diesem Kontext unter dem Begriff "Parentifizierung"?
Parentifizierung beschreibt den Rollentausch, bei dem Kinder die Verantwortung und Aufgaben übernehmen, die eigentlich den Eltern obliegen würden, was die kindliche Entwicklung massiv beeinträchtigen kann.
Warum leidet das Selbstbewusstsein der betroffenen Kinder oft unter der Familiensituation?
Weil sie häufiger unter fehlender Zuwendung und Anerkennung leiden und oft fälschlicherweise die Schuld für die Sucht der Eltern bei sich selbst suchen, was zu einer negativen Selbsteinschätzung führt.
- Arbeit zitieren
- Tabea Götz (Autor:in), 2019, Beeinträchtigungen in der Entwicklung bei Kindern mit alkoholkranken Eltern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1247992