Ich möchte in meiner folgenden Arbeit die Frage "Wieso ist Knete für Kinder verschiedener Entwicklungsstände interessant? Was können Auslöser dafür sein, dass sich Kinder länger als ihr eigentliches Aufmerksamkeitsspektrum mit dieser beschäftigen können?" erheben und die Ergebnisse meiner Forschung aufzeigen und erklären.
Bei der aktuellen Wetterlage findet der Kindergartenalltag leider sehr viel in den Räumlichkeiten der Kindertagesstätte statt und wir stehen als Erzieherteam immer wieder vor dem Problem, wie wir die Woche für die zu betreuenden Kinder pädagogisch wertvoll und abwechslungsreich gestalten können. Gerade die kleineren Kinder (ca. 2,5- 4) fragten immer wieder, ob sie kneten dürften. Für das Erschaffen ihrer Kunstwerke, wurden den Kindern verschiedene Knetwerkzeuge von den Erziehern bereitgestellt, die die Kinder auch gerne benutzten. Ich habe schon des Öfteren beobachten können, dass Kinder sich weitaus länger mit Knete beschäftigen, als ihre eigentliche Konzentrationsspanne es hergibt. Des
Weiteren interessiert mich, wieso beim Kneten Kinder mit so einem unterschiedlichen Entwicklungsstand trotz, dass keiner Abwandlung des Materials Knete statt fanden, gleichermaßen so eine enorme Motivation erleben können. Ich habe mir also die Frage ausgesucht, um zu erfahren, was Knete für die Kinder solch unterschiedlicher Entwicklungsstände interessant macht und mögliche Auslöser dafür zu finden, wieso sie sich weitaus länger mit der Knete beschäftigen, als ihre Konzentrationsspanne es eigentlich her gibt.
Die folgende Forschungsarbeit lässt sich in vier Abschnitt unterteilen. Im ersten Abschnitt werde ich den theoretischen Rahmen, den Forschungsstand und die Entwicklung der Fragestellung meiner Forschungsarbeitet erläutern. Im folgenden Abschnitt werde ich auf mein Forschungsinstrument eingehen. In diesem Teil wird außerdem auch die getätigte Beobachtung zu lesen sein. Im dritten Abschnitt werde ich die Ergebnisse meiner Beobachtung aufzeigen. Im letzten Abschnitt werde ich meine Ergebnisse in den Forschungsstand einordnen, meine Fragestellung abschließend beantworten und die Stärke und Schwächen meiner Studie aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen und Forschungsstand
2.1. Motivation
2.2. Konzentration und Konzentrationsspanne
2.3. Knetmasse/ Knete
2.4. Aktueller Forschungsstand
3. Methoden
3.1. Forschungsinstrument und Auswertungsverfahren
3.2. Beobachtung
4. Ergebnisse
5. Diskussion
Zielsetzung und Themen
Die Forschungsarbeit untersucht, warum Knete für Kinder unterschiedlicher Entwicklungsstände von hohem Interesse ist und welche Faktoren dazu beitragen, dass Kinder sich über ihre reguläre Konzentrationsspanne hinaus intensiv damit beschäftigen können.
- Bedeutung von intrinsischer Motivation und Interesse beim Spielen
- Einfluss von Knete auf die Konzentrationsfähigkeit im Kindesalter
- Die Rolle der pädagogischen Begleitung und des sozialen Lernens
- Selbstbestimmtes, kreatives Handeln als Motivationsquelle
- Analyse von Interaktionsprozessen zwischen Kindern unterschiedlichen Alters
Auszug aus dem Buch
3.2. Beobachtung
Das Kind Tim (6,2 Jahre) sitzt bereits am Spieltisch und knetet. Fynn (2,4 Jahre) kommt zu ihm und schaut ihm einen Moment zu. Tim: „Willst du auch kneten?“ Fynn: „Ja.“ Ich gehe zu Fynn hin und frage ihn, ob ich ihm helfen soll, eine Unterlage und Knete zu holen, er sagt ja und nimmt mich an die Hand und führt mich zu dem Schrank, in dem Knete und Unterlagen sind. Ich hole ihm eine rote Unterlage raus. „Nein, die“, er zeigt auf eine mit Waldtieren. Ich lege die rote Unterlage zurück und halte ihm die Andere hin. Er nimmt sie und legt sie auf den Spieltisch. Dann kommt Fynn zurück, um die Knete aus dem Schrank zu holen. Fynn setzt sich hin, macht die Dose mit der Knete auf und legt ein kleines Stück auf die Unterlage. Er fängt an die Knete in seinen Händen zu zerdrücken.
Er fängt an zu weinen. „Komm her“, sage ich, während ich meine Knete und das Modellierwerkzeug zur Seite lege. Fynn kommt zu mir. Ich nehme ihn hoch auf meinen Schoß und tröste ihn. Er springt von meinem Schoß auf und geht zurück an seinen Platz. Er schiebt den Plastikkorb ein Stück zur Seite. „A Pizza“. Er nimmt ein Tannenbaum- Backförmchen aus dem Korb und drückt es auf die Knete. „A Baum! A Baum! A Baum!“, schreit er laut. „Ja ein Baum. Machst du noch mehr Bäume?“ Fynn reißt ein Stück Knete ab und versucht es fest zu drücken. Er nimmt wieder das Tannenbaum- Förmchen und drückt es auf die Knete. „Oh wiha Baum.“ Er nimmt sich noch ein Stück Knete aus der Dose und drückt es auf die Knete die vor ihm liegt drauf. „ Das a viel.“- „Ist dir das zu viel?“ – „ Äh, jaaa.“ – „ Dann leg doch etwas zurück in die Dose.“ Er schüttelt den ganzen Körper. „Nein!“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des Interesses von Kindern an Knete und deren Einfluss auf die Konzentrationsspanne sowie das methodische Vorgehen.
2. Theoretischer Rahmen und Forschungsstand: Erläuterung der psychologischen Grundlagen zu Motivation und Konzentration sowie eine historische und materielle Einordnung von Knetmassen.
3. Methoden: Beschreibung der gewählten qualitativen Sozialforschungsmethode der teilnehmenden Beobachtung und des induktiven Kodierens als Auswertungsinstrument.
4. Ergebnisse: Darstellung und Analyse der gewonnenen Beobachtungsdaten in Bezug auf die Interaktionen zwischen Kindern und Pädagogin.
5. Diskussion: Einordnung der Ergebnisse in den Forschungsstand, Reflexion der Stärken sowie Schwächen der Studie.
Schlüsselwörter
Knete, Kindheitspädagogik, Konzentration, Forschungsbericht, Teilnehmende Beobachtung, Motivation, Qualitative Sozialforschung, Sozialverhalten, Kreativität, kindliche Entwicklung, Kneten, Spielpädagogik, Interaktion, Altersgruppen, Lernprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit fokussiert sich auf das kindliche Interesse an Knete und untersucht Ursachen, warum Kinder dabei ihre gewöhnliche Konzentrationsspanne überschreiten können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Motivationspsychologie bei Kindern, die Rolle von Knete als pädagogisches Material und die Bedeutung von sozialer Interaktion unter verschiedenen Altersstufen.
Wie lautet die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wieso ist Knete für Kinder verschiedener Entwicklungsstände interessant? Was können Auslöser dafür sein, dass sich Kinder länger als ihre eigentliche Konzentrationsspanne mit dieser beschäftigen können?“
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine qualitative Sozialforschung, konkret eine teilnehmende Beobachtung, deren Ergebnisse durch induktives Codieren ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Kontext, die Darstellung der Beobachtungssituation zwischen den Kindern und der Pädagogin sowie die anschließende Analyse und Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kindheitspädagogik, Konzentration, Kneten, soziale Interaktion und intrinsische Motivation definiert.
Warum spielt die Altersdifferenz zwischen den beobachteten Kindern eine Rolle?
Die Altersdifferenz zwischen Tim und Fynn zeigt auf, wie ältere Kinder eine Vorbildfunktion einnehmen und jüngere Kinder durch Hilfe und Anleitung motivieren können, am Spiel dranzubleiben.
Welche Rolle spielt die Pädagogin in der Beobachtung?
Die Pädagogin nimmt eine begleitende, zurückhaltende Rolle ein, greift jedoch punktuell steuernd ein, um eine entspannte Atmosphäre zu gewährleisten und den Spielprozess zu unterstützen.
Was hat laut der Studie Einfluss auf die Konzentrationsspanne beim Kneten?
Neben der Materialvielfalt sind die Eigeninitiative der Kinder, die Entscheidungsfreiheit bei der Wahl des Werkzeugs und die Möglichkeit zum selbstbestimmten, zweckfreien Handeln entscheidende Faktoren.
- Arbeit zitieren
- Tabea Götz (Autor:in), 2019, Kinder und Knete. Wieso ist Knete für Kinder verschiedener Entwicklungsstände interessant?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1247993