Im Rahmen meines Grundpraktikums in der stationären Psychiatrie besuchte ich zweimal wöchentlich ein Alkoholikergruppe, an der sowohl trockene, wie auch in stationärer Behandlung befindliche, Alkoholiker teilnahmen. Schon damals berührten mich Fälle, in denen Jugendliche kaum älter als 18 Jahren sich bereits zum wiederholten Mal einer Alkoholentziehung unterzogen. In unserer Gesellschaft hält sich das Bild des männlichen Erwachsenen, der aus der sozialen Unterschicht stammt und alkoholabhängig ist, hartnäckig 1 . Doch diese Krankheit kommt nicht erst im Erwachsenenstatus in der sozialen Unterschicht zum Vorschein. Sie kann bereits junge Menschen aller Sozialschichten betreffen. Diesen Fakt möchte ich in meiner Arbeit stärkre verdeutlichen.
Ich gehe im ersten Teil meiner Arbeit zunächst auf die Droge Alkohol genauer ein, da diese in unserer Gesellschaft einen besonderen Stellenwert inne hat. Auch für die Tätigkeit des Sozialpädagogen halte ich es für wichtig grundlegende Kenntnisse über die Krankheit Alkoholabhängigkeit zu besitzen. Ich beginne mit der Geschichte des Alkoholkonsum, gehe näher auf den Stellenwert des Alkohols ein und erkläre die Folgen und den Verlauf der Alkoholabhängigkeit.
Im zweiten Teil möchte ich versuchen die besondere Bedeutung der Jugendphase im Lebensverlauf eines Menschen heraus zu arbeiten. Ich erläutere zunächst die Kennzeichen dieser Lebensphase, und gehe danach auf die Entwicklungsaufgaben und die damit verbundenen Bewältigungsprobleme ein. Auch den Einfluss der peer- groups und der Medien auf die Sozialisation des Jugendlichen möchte ich in diesem Kapitel beleuchten.
Im dritten Teil möchte ich danach die Aspekte der Droge Alkohol mit der Entwicklung von Jugendlichen in Zusammenhang bringen. Ich gehe dort auf die Begriffe des ,Missbrauchs’ und des, Jugendalkoholismus’ ein, nenne Trinkmotive von Jugendlichen und möchte hier den Einflüsse der Außenwelt auf die ,Alkoholsozialisation’ von Jugendlichen betrachten.
Auf die Nennung von sozialpädagogischen Interventionsmöglichkeiten in Form von Präventions- oder Therapiemöglichkeiten habe ich in meiner Arbeit verzichtet. Diese Felder der Suchtarbeit sind so weitläufig, dass sie eigenständig das Thema einer solchen Arbeit sein könnten. Eine umfassende Betrachtung dieser Aufgaben an Sozialpädagogen würde den Rahmen dieser Arbeit bei weitem überschreiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Alkohol
2.1 Geschichte des Alkoholkonsums
2.2 Stellenwert des Alkohols
2.3 Wirkungsweise des Alkohols
2.4 Psychische Abhängigkeit
2.5 Körperliche Abhängigkeit
2.6 Alkoholikertypen
a.)Alpha-Alkoholiker
b.)Beta-Alkoholiker
c.)Gamma-Alkoholiker
d.)Delta-Alkoholiker
e.)Epsilon-Alkoholiker
2.7 Verlauf des Alkoholismus
2.8 Folgen des Alkoholismus
2.8.1 Körperliche Folgen
2.8.2 Delirium Tremens
2.8.3 Veränderungen im Verhalten
2.8.4 Soziale und familiäre Folgen
3. Die Jugend
3.1 Kennzeichen der Jugendphase
a.)Die Pubertät
b.) Die Adoleszenz
c.)Die Postadoleszenz
3.2 Aufgaben an den Jugendlichen
3.3 Bewältigung und Probleme der Jugendphase
3.4 Einflüsse von außerhalb
3.4.1 Bedeutung von Gleichaltrigengruppen
3.4.2 Bedeutung von Medien
4. Jugendliche und Alkohol
4.1 Was ist Alkoholmissbrauch?
4.2 Jugendalkoholismus
4.3 Gesetzliche Regelungen zum jugendlichen Alkoholkonsum
4.4 Typologie des Jugendalkoholkonsums
4.5 Trinkmotive von Jugendlichen
4.6 Einflüsse von Außerhalb
4.6.1 Einfluss der Eltern
4.6.2 Einfluss von Gleichaltrigen
4.6.3 Einfluss der Schule/Ausbildung
4.6.4 Einfluss der Werbung
5. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Phänomen des Jugendalkoholismus zu analysieren, indem sie die Auswirkungen der Droge Alkohol mit den entwicklungspsychologischen Besonderheiten der Jugendphase in Beziehung setzt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie soziale Einflüsse und die spezifischen Herausforderungen des Jugendalters zur Entstehung von Alkoholmissbrauch beitragen.
- Historische und medizinische Einordnung der Droge Alkohol und ihrer Wirkungsweisen.
- Analyse der Jugendphase als kritische Lebensspanne mit spezifischen Entwicklungsaufgaben.
- Untersuchung von Risikofaktoren im sozialen Umfeld, wie Familie, Gleichaltrigengruppen und Medien.
- Kritische Betrachtung von Trinkmotiven und Typologien bei Jugendlichen im Gegensatz zu Erwachsenen.
Auszug aus dem Buch
2.4 Psychische Abhängigkeit
Die psychische Abhängigkeit beschreibt „das unwiderstehliche Verlangen nach einer weiteren oder dauernden Einnahme der Subtanz, um Lust zu erzeugen oder Missbehagen zu vermeiden“. (zit. nach WHO IN: Feuerlein 1980 S.7)
Wie ich bereits in den vorangegangenen Punkten erläuterte, wird Alkohol oftmals eingesetzt um Probleme zu bewältigen oder sie zumindest von sich fern zu halten, um ein positiveres Empfinden hervorzurufen. Mit der häufigen Nutzung dieser Art der ,Problembewältigung’ kann der Konsument irgendwann davon überzeugt sein, der Verzehr von Alkohol sei der einzige Weg um Konflikte zu lösen und Wohlbefinden herzustellen. Diese Form der Abhängigkeit entwickelt sich schleichend im Bewusstsein des Konsumenten, ob dieser sie bewusst wahrnimmt spielt dabei keine Rolle. (Vgl. Schneider 1994)
Oft unterstellt man den Abhängigen, er habe einen zu schwachen Willen und könnte deshalb das Trinken nicht beenden. Doch der Abhängige ist selbst Opfer seiner Sucht, da er diese nicht mehr steuern kann. Nahezu jeder Versuch seinen Alkoholkonsum zu kontrollieren ist zum Scheitern verurteilt. Diese Kontrollverluste stoßen ihn dann noch tiefer in die Abhängigkeit, weil er wiederum versucht die Niederlage mit Alkohol zu kompensieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert das Thema durch persönliche Erfahrungen in der psychiatrischen Praxis und skizziert die Struktur der Arbeit zur Verknüpfung von Alkoholsucht und Jugendphase.
2. Alkohol: Dieses Kapitel erläutert die Geschichte, Wirkung sowie die verschiedenen Formen der Alkoholabhängigkeit und deren körperliche wie soziale Folgen.
3. Die Jugend: Hier werden die Kennzeichen, Entwicklungsaufgaben und Bewältigungskrisen der Jugendphase sowie der Einfluss externer Faktoren auf die Sozialisation dargestellt.
4. Jugendliche und Alkohol: Dieses Kapitel verknüpft die Drogenproblematik mit dem Jugendalter, analysiert Trinkmotive, rechtliche Aspekte und den Einfluss von Umfeldfaktoren auf das Konsumverhalten.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einem Appell, Jugendliche zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu erziehen, anstatt Prävention als rein schulisches Instrument zu betrachten.
Schlüsselwörter
Jugendalkoholismus, Alkoholabhängigkeit, Jugendphase, Sozialisation, Suchtprävention, Problembewältigung, Gleichaltrigengruppen, Peer-Groups, Alkoholmissbrauch, Identitätsentwicklung, Erziehungsstile, Jugendmedienschutz, Trinkmotive, Entwicklungsaufgaben, Adoleszenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das komplexe Phänomen des Jugendalkoholismus durch eine Verknüpfung von medizinischen Grundlagen zur Sucht und entwicklungspsychologischen Erkenntnissen zur Lebensphase der Jugend.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Wirkung von Alkohol, den Identitätskrisen Jugendlicher, dem sozialen Einfluss von Familie und Peer-Groups sowie den Motiven hinter dem jugendlichen Alkoholkonsum.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Jugendliche durch den Konsum von Alkohol versuchen, soziale und psychische Herausforderungen zu bewältigen und warum dies oft in einer Suchtgefahr endet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer, soziologischer und medizinischer Fachliteratur, um die theoretischen Zusammenhänge des Jugendalkoholismus zu erarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die Definitionen von Alkoholmissbrauch, die Besonderheiten der Jugendphase, spezifische Trinktypen bei Jugendlichen und die prägende Rolle von Eltern, Gleichaltrigen und Medien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Jugendalkoholismus, Sozialisation, Identitätsentwicklung, Suchtprävention und Problembewältigung.
Welchen Einfluss haben Peer-Groups konkret auf den Alkoholkonsum?
Peer-Groups bieten Jugendlichen einen Freiraum zur Identitätsbildung außerhalb des Elternhauses, üben jedoch gleichzeitig erheblichen sozialen Druck aus, sich im Konsumverhalten an die Clique anzupassen.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Genuss und Missbrauch bei Jugendlichen schwierig?
Die Grenzen sind fließend, da schon ein Konsum, der als Ventil für seelische Belastungen oder zur Rebellion gegen die Erwachsenenwelt dient, eine Fehlentwicklung einleiten kann, noch bevor klinische Suchtkriterien erfüllt sind.
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- Kristin Zöllner (Author), 2002, Jugendalkoholismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12479