Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet „Welche Grundlagen muss E-Learning-Unterricht erfüllen, um Kompetenzen im Unterricht zu vermitteln?“ Diese Hausarbeit stellt dar, wie kompetenzorientierter Unterricht gestaltet werden sollte und inwieweit diese Gestaltungsmöglichkeiten auf ein E-Learning-Konzept übertragbar sind. Es werden in dieser Arbeit weniger einzelne Tools oder Medien vorgestellt die im Unterricht Anwendung finden, aufgrund der ausreichend vorhandenen Datenbanken und Sammelwerke.
Der mit der Reform einhergehende Paradigmenwechsel, hin zur Kompetenzorientierung, stellte die Pflegeschulen bereits vor große Herausforderungen und Erfordert ein Umdenken innerhalb der Ausbildung. Zusätzlich dazu wurde das Thema E-Learning und Digitalisierung, nicht zuletzt durch die vorherrschende Pandemie, immer präsenter und relevanter für Unterricht in der Pflegeausbildung. Nach Angaben des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen besteht ein Nachholbedarf in Bezug auf die Digitalisierung an Schulen und gerade die im Jahr 2020 vorherrschende Corona-Pandemie hat dem Bildungswesen in Deutschland diesen Mangel an digitaler Lernstruktur vor Augen geführt. Sind Pflegeschulen überhaupt in der Lage mit der Form des E-Learning die geforderten Kompetenzen zu vermitteln? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es?
Inhaltsverzeichnis
1. Mediendidaktik & E-Learning
1.1 Definition Mediendidaktik
1.1.1 Einsatz von digitalen Medien in Lehr- & Lernkontexten
1.2 Definition E-Learning
1.2.1 Das virtuelle Seminar
2. Kompetenzen
2.1 Definition Kompetenz
2.1.1 Fertigkeiten & Wissen
2.1.2 Qualifizierung
2.1.3 Werte
2.2 Kompetenzentwicklung
2.2.1 Phase1: Wissensaufbau
2.2.2 Phase 2: Qualifikation
2.2.3 Phase3: Wissenstransfer in die Praxis
2.2.4 Phase 4: Kompetenzentwicklung
2.3 Kompetenz in der generalistischen Pflegeausbildung
3. Kompetenzorientierte Gestaltung von Unterricht
3.1 Kompetenzorientierter Unterricht
3.1.1 3 Phasen der Kompetenzorientierten Unterrichtsgestaltung
3.2 Kompetenzorientierter Unterrichts nach dem GovI-Verfahren
4. Kompetenzorientierter E-Learning-Unterricht
4.1 Lernaufgaben
4.2 Konstruktion von E-Learning Angeboten
Zielsetzung & Themenfelder
Die Arbeit untersucht, unter welchen Voraussetzungen E-Learning-Unterricht in der Lage ist, die für die generalistische Pflegeausbildung geforderten Kompetenzen zu vermitteln. Dabei werden mediendidaktische Grundlagen mit dem kompetenzorientierten Unterrichtsdesign nach dem Gov-I-Verfahren verknüpft, um Gestaltungsmöglichkeiten für virtuelle Lernumgebungen aufzuzeigen.
- Grundlagen der Mediendidaktik im Kontext von E-Learning
- Definition und Bestandteile von Kompetenzen
- Stufenmodell der Kompetenzentwicklung
- Kompetenzanforderungen in der generalistischen Pflegeausbildung
- Konstruktionsprinzipien für kompetenzorientierten E-Learning-Unterricht
Auszug aus dem Buch
Die drei Phasen der kompetenzorientierten Unterrichtsgestaltung
Laut Schott & Ghanbari, ist ein Gütekriterium kompetenzorientierten Unterrichts die Maßnahmengüte (2012). Diese bewertet eine Maßnahme, bezüglich ihrer Güte, hinsichtlich zwei Aspekten. Zum einen hinsichtlich der „Relevanz des Ziels der Maßnahme“, also ob das angestrebte Ziel erstrebenswert und zu rechtfertigen ist (Schott & Ghanbari, 2012), zum anderen bezüglich der „Effizienz der Maßnahme“. Die Effizienz ist laut Schott & Ghanbari abhängig von der Effektivität und den Ressourcen. Ist ein Ziel (Output) einer Maßnahme gut zu erreichen, so ist die Maßnahme effektiv. Bezüglich der Ressourcen weist eine Maßnahme dann Maßnahmengüte auf, wenn das Ziel mit einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis und ohne schädliche Nebenwirkungen realisiert wird (Schott & Ghanbari, 2012). Um dieses Gütekriterium von kompetenzorientiertem Unterricht zu erreichen, weisen die Autoren auf die „Drei Phasen der kompetenzorientierten Unterrichtsgestaltung“ (Schott & Ghanbari, 2012, S.123) hin. Die Phasen werden unterschieden in:
1. Phase: Zielbestimmung
2. Phase: Analyse der Gestaltungsmöglichkeiten
3. Phase: Konstruktion einer Gestaltungslösung
Zusammenfassung der Kapitel
1. Mediendidaktik & E-Learning: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der Mediendidaktik und des E-Learnings, wobei der Fokus auf digitalen Lernformen im virtuellen Klassenraum liegt.
2. Kompetenzen: Hier werden Definitionen sowie Komponenten von Kompetenzen – wie Wissen, Fertigkeiten und Werte – erläutert und deren Entwicklung im Rahmen der generalistischen Pflegeausbildung betrachtet.
3. Kompetenzorientierte Gestaltung von Unterricht: Dieses Kapitel stellt das Gov-I-Verfahren vor, welches einen theoretischen Rahmen für die zielorientierte und kompetenzorientierte Unterrichtsplanung bietet.
4. Kompetenzorientierter E-Learning-Unterricht: Das letzte inhaltliche Kapitel überträgt die zuvor beschriebenen Prinzipien auf die konkrete Konstruktion von E-Learning-Angeboten, insbesondere durch den Einsatz gezielter Lernaufgaben.
Schlüsselwörter
E-Learning, Kompetenzorientierung, Pflegeausbildung, Mediendidaktik, Gov-I-Verfahren, Handlungskompetenz, Lernaufgaben, Blended Learning, Zielvalidität, Unterrichtsgestaltung, Digitale Medien, Kompetenzentwicklung, Qualifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, inwieweit E-Learning in der generalistischen Pflegeausbildung dazu genutzt werden kann, die erforderlichen Handlungskompetenzen bei Auszubildenden zu entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind mediendidaktische Grundlagen, Definitionen von Kompetenzen, deren Entwicklungsprozesse sowie die methodische Gestaltung von kompetenzorientierten Unterrichtseinheiten im digitalen Raum.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Grundlagen und Gestaltungsmöglichkeiten zu identifizieren, die ein E-Learning-Konzept erfüllen muss, um neben reinem Fachwissen auch echte berufliche Kompetenzen zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf umfassende Literaturanalysen und orientiert sich methodisch an dem sogenannten Gov-I-Verfahren (Goal-valid Instruction), um die Unterrichtsplanung kompetenzorientiert zu strukturieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zu E-Learning und Kompetenzen geklärt, bevor das Gov-I-Verfahren erläutert und schließlich auf die Erstellung von Lernaufgaben sowie die Konstruktion von E-Learning-Angeboten angewendet wird.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Kompetenzorientierung, E-Learning, generalistische Pflegeausbildung, Zielvalidität und Lernaufgaben.
Was ist das Ergebnis der Analyse hinsichtlich der Eignung von E-Learning?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass E-Learning insbesondere den Wissensaufbau und die Qualifizierung sehr effektiv abbilden kann. Komplexe Kompetenzentwicklung benötigt jedoch reale, praxisnahe Herausforderungen, die durch reine virtuelle Seminarformate schwerer zu erreichen sind.
Welche Rolle spielen "Lernaufgaben" in dem gewählten Modell?
Lernaufgaben sind laut dem Gov-I-Verfahren für den Kompetenzerwerb fundamental, da sie die Lernenden dazu aktivieren müssen, Probleme in variablen Situationen zu lösen, anstatt lediglich Faktenwissen abzurufen.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Kwasek (Autor:in), 2021, E-Learning in der Pflegeausbildung. Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1248087