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"Systemsprenger" von Nora Fingscheidt. Welche Umstände und Ereignisse haben zum Verhalten von Benni geführt und wie hätte der Hilfeprozess optimaler gestaltet werden können?

Title: "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt. Welche Umstände und Ereignisse haben zum Verhalten von Benni geführt und wie hätte der Hilfeprozess optimaler gestaltet werden können?

Term Paper , 2020 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sarah Holweg (Author)

Social Studies (General)
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Mit Hilfe dieser Hausarbeit möchte ich der Frage nachgehen, welche Umstände und Ereignisse zu Benni's Verhalten geführt haben und wie der Hilfeprozess hätte optimaler gestaltet werden können.

Der Film „Systemsprenger“ von Nora Fingescheidt, welcher im September 2019 von der Port au Prince Picture GmbH herausgebracht wurde, thematisiert und kritisiert das aktuelle gesellschaftliche System und dessen Strukturen in Bezug auf verhaltensauffällige Kinder im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe.

Im Mittelpunkt steht die 9-jährige Bernadette, die jedoch nur Benni genannt werden möchte. Ihr Auftreten ist eher burschikos. Pflegefamilien, Wohngruppen und Schulen musste sie aufgrund ihres aggressiven, extrovertierten und unvorhersehbaren Verhaltens verlassen. Auch mehrere Psychiatriebesuche hat sie bereits hinter sich gebracht. Bei ihrer Mutter, Bianca, kann Benni nicht wohnen, da diese sichtlich mit ihr überfordert ist und Angst vor ihrem Kind hat. Immer wieder wird Benni von ihr versetzt und vertröstet. Jedoch ist der „Rückzug“ zur Mutter Benni's größter Wunsch. Benni hat kein Zuhause und das System scheint mit ihr überfordert. Anhand mehrerer Situationen wird deutlich, dass Benni unter einem traumatischen Erlebnis aus der frühen Kindheit leidet, aufgrund dessen niemand ihr Gesicht berühren darf. Auch die zuständige Frau vom Jugendamt scheint an ihre Grenzen zu stoßen, da nach zahlreichen gescheiterten Versuchen niemand mehr Benni aufnehmen möchte. Als letzte Idee beantragt sie einen Anti-Gewalt-Trainer namens Micha. Dieser arbeitet normalerweise mit Jugendlichen und nicht mit Kindern in Benni's Alter. Zu Beginn gibt Benni Micha keine Chance. Doch mit der Zeit gewinnt er ihr Vertrauen. Micha hat die Idee, gemeinsam mit Benni in die Natur in eine abgelegene Waldhütte zu fahren und dort ein paar Wochen ohne Strom und fließendes Wasser, abgelegen vom Alltag und der Zivilisation, zu leben und mit Benni intensiv pädagogisch in Eins-zu-Eins-Betreuung zu arbeiten. Benni baut eine Bindung zu Micha auf und möchte nach ihrer Rückkehr bei ihm bleiben, sodass sie plötzlich vor Michas Tür steht und in sein Privatleben eindringt. Dieser macht Benni jedoch schlussendlich deutlich, dass er sie nicht aufnehmen und nicht in sein Privatleben lassen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Begründung der Themenauswahl

2 Inhaltszusammenfassung des Films „Systemsprenger“

3 Definitionen

3.1 Begriffserklärung Systemsprenger*in

3.2 Kurzerklärung des Arbeitsfeldes der Kinder‐ und Jugendhilfe

4 Problematiken und Themen des Films

5 Konzepte und Theorien

5.1 Das Konzept der Ressourcenorientierung

5.1.1 Ressourcen von Benni

5.1.2 Ressourcen der Mutter

5.2 Grundlagen der Bindungstheorie

5.2.1 Folgen von Bindungsstörungen

5.2.2 Risikofaktoren für die Entwicklung der Eigenschaften und Verhaltensweisen eines/r Systemsprenger*in nach Seiser

5.3 Systembegriff

5.3.1 Systemtheorie nach Hillmann

5.3.2 Schwächen des Kinder‐ und Jugendhilfesytems

5.4 Das Modell der „institutionellen Eskalation“ von Mathias Schwabe

5.5 Partizipation in der Kinder‐ und Jugendhilfe

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe des herausfordernden Verhaltens der Filmfigur Benni aus „Systemsprenger“ und analysiert kritisch, warum das bestehende Hilfesystem in diesem Fall scheiterte und wie Unterstützungsprozesse für Kinder in vergleichbaren Hochrisikolebenslagen optimiert werden könnten.

  • Analyse von Bindungsstörungen und deren Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern.
  • Evaluation des Ressourcenorientierungs-Ansatzes in der professionellen Sozialen Arbeit.
  • Kritische Reflexion der strukturellen Schwächen des Kinder- und Jugendhilfesystems.
  • Untersuchung von Partizipationsmöglichkeiten für Kinder im Hilfeprozess.
  • Anwendung theoretischer Eskalationsmodelle auf die Fallbeispiele innerhalb des Films.

Auszug aus dem Buch

5.2 Grundlagen der Bindungstheorie

Ein Großteil an Verhaltensauffälligkeiten lässt sich mit Hilfe der Bindungserfahrungen der frühen Kindheit begründen, da Bindungsstörungen einen Risikofaktor hierfür darstellen. Systemsprenger*innen haben oftmals eine Vergangenheit, die von diskontinuierlichen Bindungen und Hilfeabbrüchen gekennzeichnet ist (vgl. Seiser 2019, S. 29).

Nach John Bowlby entwickelt ein Säugling im Laufe der ersten Lebensjahre eine intensive emotionale Bindung zu einer Hauptbindungsperson, die im weiteren Verlauf einen „sicheren Hafen“ für das Kind darstellt (vgl. Brisch 2011, S. 13). Diese „Bindung ist für das Leben so grundlegend wie Luft zum Atmen [und] […] sichert das Überleben und die Entwicklung“ (Brisch 2011, S. 12). Bindung dient daher als Fundament, auf dem die Entwicklung aufgebaut wird.

Kinder besitzen zum einen ein Bindungsbedürfnis und zum anderen ein Erkundungsbedürfnis (Explorationsbedürfnis). Das Bedürfnis nach Bindung muss zunächst befriedigt sein, da Kinder ohne diese Bedürfnisbefriedigung nicht explorieren können (vgl. Brisch 2011, S. 15). „In der Welt der Bindungstheorie versteht man unter Exploration die Deaktivierung des Bindungssystems - es wird keine Nähe zur Bindungsperson gesucht - und Hinwendung zur äußeren Welt.“ (Keller 2019, S. 41). Es muss somit eine sogenannte Bindungs-Explorations-Balance bestehen, damit Kinder sich gesund entwickeln können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Begründung der Themenauswahl: Die Autorin begründet die Wahl des Themas durch persönliches Interesse und die berufliche Relevanz, gestützt durch Parallelen aus ihrem familiären Umfeld.

2 Inhaltszusammenfassung des Films „Systemsprenger“: Es erfolgt eine Zusammenfassung der Handlung des Films mit dem Fokus auf die 9-jährige Protagonistin Benni und ihrem Scheitern im Hilfesystem.

3 Definitionen: Klärung der zentralen Fachbegriffe „Systemsprenger*in“ sowie eine Erläuterung der Handlungsfelder der modernen Kinder- und Jugendhilfe.

4 Problematiken und Themen des Films: Identifikation zentraler gesellschaftlicher und systemischer Spannungsfelder, insbesondere die Nähe-Distanz-Problematik.

5 Konzepte und Theorien: Eine fundierte Auseinandersetzung mit ressourcenorientierten Ansätzen, Bindungstheorien, Systemtheorie nach Hillmann und Modellen zur institutionellen Eskalation.

6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, die das Scheitern des Hilfesystems sowie die Notwendigkeit einer verbesserten Kooperation und Partizipationskultur hervorhebt.

Schlüsselwörter

Systemsprenger, Bindungstheorie, Ressourcenorientierung, Kinder- und Jugendhilfe, institutionelle Eskalation, Partizipation, Trauma, Fremdunterbringung, Hilfesystem, Sozialpädagogik, Bindungsstörung, Krisenintervention, Inklusion, pädagogische Herausforderung, Hochrisikoklientel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Lebenssituation von Kindern, die als sogenannte „Systemsprenger“ bezeichnet werden, anhand der Protagonistin Benni aus dem Film „Systemsprenger“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf Bindungstheorie, Ressourcenorientierung in der Sozialen Arbeit, systemkritischer Analyse der Jugendhilfe und dem Modell der institutionellen Eskalation.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, welche traumatischen Umstände Bennis Verhalten prägten und wie der Hilfeprozess hätte gestaltet werden müssen, um ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Welche wissenschaftliche Methode nutzt die Autorin?

Die Autorin kombiniert eine diskursive Literaturanalyse mit einer fallorientierten Reflexion sozialpädagogischer Fachkonzepte.

Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hintergründe von Bindungsstörungen, analysiert Bennis Ressourcen sowie die der Mutter und beleuchtet die institutionelle Überforderung der beteiligten Helfer.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Systemsprenger, Bindung, Ressourcenorientierung, Partizipation und institutionelle Eskalation.

Warum wird die Bindung zur Mutter als so kritisch für Benni gesehen?

Die unsichere Bindung und das fehlende Gefühl eines „sicheren Hafens“ verhindern eine stabile Persönlichkeitsentwicklung und führen bei der Protagonistin zu schwerwiegenden emotionalen Verhaltensauffälligkeiten.

Welche Rolle spielt die institutionelle Eskalation im Hilfeprozess?

Das Modell von Schwabe wird genutzt, um aufzuzeigen, wie Kinder durch feste Konfliktmuster innerhalb von Institutionen schließlich „aussortiert“ werden, statt Unterstützung zu erfahren.

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Details

Title
"Systemsprenger" von Nora Fingscheidt. Welche Umstände und Ereignisse haben zum Verhalten von Benni geführt und wie hätte der Hilfeprozess optimaler gestaltet werden können?
College
University of Applied Sciences Hanover
Grade
1,3
Author
Sarah Holweg (Author)
Publication Year
2020
Pages
23
Catalog Number
V1248106
ISBN (eBook)
9783346754141
ISBN (Book)
9783346754158
Language
German
Tags
systemsprenger nora fingscheidt welche umstände ereignisse verhalten benni hilfeprozess
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Holweg (Author), 2020, "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt. Welche Umstände und Ereignisse haben zum Verhalten von Benni geführt und wie hätte der Hilfeprozess optimaler gestaltet werden können?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1248106
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