Im Rahmen der Kinofilmvermarktung von Produktions- und Verleihunternehmen ist es gängige Praxis, für bestimmte Tätigkeitsschwerpunkte und Aufgabenbereiche des Kinofilmmarketing professionelle und qualifizierte Filmmarketing- und/oder Filmpresseagenturen zu beauftragen. Mitunter wird sogar die gesamte Vermarktungsarbeit von den Verleih- und Produktionsfirmen an Agenturen delegiert. Das heißt, die filmwirtschaftlichen Unternehmensformen Filmmarketingagentur und Filmpresseagentur spielen im Bereich der Vermarktung von Kinofilmen eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang hat sich dieser Forschungsaufsatz zum Ziel gesetzt auf Basis vorliegender Interview-Daten von Marketingexperten namhafter Filmmarketing- und Filmpresseagenturen einen Einblick in die allgemeinen Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche, sowie in die Arbeitspraxis und das berufliche Selbstverständnis der Filmmarketing- und Filmpresseagenturen zu gewähren. Insbesondere ist dabei von Interesse, wie sich die Arbeit der Agenturen (Filmmarketing/Filmpresse) als Dienstleister für die Kinofilmproduktions- und Verleihunternehmen gestaltet. Dabei wird unter anderem auch der Fokus auf vorhandene Konfliktfelder und mögliche Optimierungsansätze der Zusammenarbeit zwischen Dienstleister (Agentur) und Kunde (Produktion/Verleih) gerichtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Filmmarketing- und Filmpresseagenturen als Dienstleister für Kinofilmproduktions- und Verleihunternehmen: Berufsverständnis und Berufspraxis
2. Berufsverständnis und allgemeine Darstellung der Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche (als Dienstleister für Kinofilmproduktions- und Verleihunternehmen)
2.1 Filmmarketingagentur
2.2 Filmpresseagentur
3. Praxis der Zusammenarbeit von Agentur (Filmmarketing/Filmpresse) und Kunde (Produktion/Verleih): Problemfelder und Optimierungsansätze
3.1 Problemfelder
3.2 Optimierungsansätze
4. Zusammenfassung: Berufsverständnis und Berufspraxis
5. Gesamtaussagen-Übersicht
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf Experteninterviews einen detaillierten Einblick in das Berufsverständnis und die Arbeitspraxis von Filmmarketing- und Filmpresseagenturen zu geben, wobei insbesondere die Dienstleistungsbeziehung zwischen Agenturen und Kinofilmproduktions- bzw. Verleihunternehmen sowie auftretende Konfliktfelder und Optimierungspotenziale beleuchtet werden.
- Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche von Filmmarketing- und Filmpresseagenturen
- Berufliches Selbstverständnis der Agenturmitarbeiter
- Herausforderungen in der Zusammenarbeit zwischen Agenturen und Kunden
- Optimierungsansätze für Marketing- und Pressearbeit
- Bedeutung der strategischen Frühphasenberatung bei Filmprojekten
Auszug aus dem Buch
Filmmarketingagentur
Die filmwirtschaftliche Unternehmensform Filmmarketingagentur ist in der Regel als Dienstleister sowohl für Produktionsunternehmen als auch für Verleihunternehmen tätig. Allerdings wird sich in diesem Zusammenhang von den Marketingakteuren eine gewisse „Sonderstellung“ zugesprochen – indem herausgestellt wird, dass es sich bei den entsprechenden Agenturen nicht ausschließlich um „reine Marketingagenturen“ handelt, sondern deren Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche mitunter darüber hinausgehen. Zum einen – so wird es zum Beispiel anhand der nachstehend aufgeführten Fall-Aussage deutlich – umfasst das Dienstleistungsrepertorie neben der klassischen Marketingbetreuung von Filmproduktions- und Verleihfirmen zuweilen zusätzlich die Betreuung weiterer Kunden aus dem Medienbereich, die Vertretung von Verbänden und die Verrichtung von Unternehmens-PR.
- Gesamtaussage-Nr.1096 – Teil-Aussage-Nr.1: Also wir haben so ein bisschen eine Sonderstellung, denn wir sind in dem Sinne nicht nur eine reine Marketingagentur für Filmverleiher und Produzenten, sondern haben darüber hinaus Kunden aus dem Medienbereich, machen Unternehmens-PR, vertreten Verbände, vertreten Schauspieler und machen klassisches Marketing für Film- und Fernsehproduktionen. (...) (23 Filmpresseagentur)
Zum anderen ergibt sich eine gewisse „Sonderstellung“ der befragten Filmmarketingagenturen auch daraus, dass ihre Mitarbeiter zuvor bisweilen in anderen Bereichen der Filmbranche tätig waren und somit diesbezügliches Erfahrungswissen mit in ihre Agenturtätigkeit einbringen können. So waren die Mitarbeiter zuvor insbesondere in Filmverleihunternehmen, aber auch im Presseagenturbereich oder im Kinobetrieb tätig. Speziell das Erfahrungswissen, das aus der vormaligen Filmverleihtätigkeit der Agenturmitarbeiter resultiert („Verleihbackground“) – oder auch die vormalige Tätigkeit im Kinobetrieb – , erlaubt es den Agenturmitarbeitern im Rahmen ihrer Vermarktungstätigkeit die jeweils andere Perspektive – nämlich die der Verleihunternehmen oder die der Kinobetriebe – einzunehmen und führt nach Ansicht der befragten Marketingakteure zu einer Art „Schlüsselfunktion“ im Kinofilmvermarkungsbetrieb.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Filmmarketing- und Filmpresseagenturen als Dienstleister für Kinofilmproduktions- und Verleihunternehmen: Berufsverständnis und Berufspraxis: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Bedeutung von Agenturen für die Vermarktung von Kinofilmen.
2. Berufsverständnis und allgemeine Darstellung der Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche (als Dienstleister für Kinofilmproduktions- und Verleihunternehmen): Hier werden die Rollen und Tätigkeiten von Filmmarketing- sowie Filmpresseagenturen detailliert beschrieben und deren spezifische Arbeitsansätze beleuchtet.
3. Praxis der Zusammenarbeit von Agentur (Filmmarketing/Filmpresse) und Kunde (Produktion/Verleih): Problemfelder und Optimierungsansätze: Dieses Kapitel analysiert Konfliktpotenziale in der Zusammenarbeit, wie etwa bei der Zielgruppen-Definition, und schlägt Lösungsstrategien für eine effizientere Dienstleistung vor.
4. Zusammenfassung: Berufsverständnis und Berufspraxis: Es werden die Kernergebnisse hinsichtlich des Berufsverständnisses und der Praxisoptimierung zusammenfassend dargestellt.
5. Gesamtaussagen-Übersicht: Dieser Abschnitt dient als Anhang, in dem die ursprünglichen Interview-Aussagen der befragten Agenturexperten strukturiert dokumentiert sind.
Schlüsselwörter
Filmmarketing, Filmpresse, Kinofilm, Dienstleister, Agentur, Verleihunternehmen, Produktionsunternehmen, Pressearbeit, Vermarktungsstrategie, Zielgruppendefinition, Kommunikation, Stoffentwicklung, Startpresse, Filmbranche, Projektberatung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Berufsverständnis sowie die Arbeitspraxis von spezialisierten Filmmarketing- und Filmpresseagenturen als Dienstleister für die Filmwirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Aufgabenbereiche der Agenturen, ihre Dienstleistungsbeziehung zu Produktions- und Verleihfirmen, die Herausforderungen bei der Abstimmung von Marketingstrategien sowie Lösungsansätze zur Verbesserung der Zusammenarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, auf Basis von Experteninterviews ein tieferes Verständnis dafür zu gewinnen, wie sich die Arbeit dieser Agenturen gestaltet und welche Faktoren für eine erfolgreiche Dienstleistung entscheidend sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer qualitativen Auswertung von Interview-Daten mit Marketingexperten namhafter Filmmarketing- und Filmpresseagenturen in Deutschland.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Aufgaben und Tätigkeiten, die Analyse von Konfliktfeldern in der Zusammenarbeit sowie die Aufarbeitung von Optimierungsansätzen aus Agentursicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Filmmarketing, Pressearbeit, Dienstleistungsbeziehung, strategische Beratung und Vermarktungskonzeption.
Warum ist die frühzeitige Einbindung von Agenturen wichtig?
Die Experten betonen, dass eine Einbindung bereits in der Phase der Stoff- oder Drehbuchentwicklung wichtig ist, um marketingstrategische Weichenstellungen frühzeitig vornehmen zu können.
Was verstehen die Experten unter einer „Schlüsselfunktion“?
Diese beschreibt die besondere Position von Agenturmitarbeitern, die durch eigenen „Verleihbackground“ beide Seiten – Verleih und Produktion – verstehen und so erfolgreich vermitteln können.
Welche Rolle spielt der Faktor „Zeit“?
Der Faktor „Zeit“ bezieht sich auf die Vorlauffristen in Presse- und Sendemedien, die häufig mit kurzfristigen Kundenwünschen oder Startterminverschiebungen kollidieren.
- Quote paper
- Inga Backen (Author), 2009, Filmmarketing- und Filmpresseagenturen als Dienstleister für Kinofilmproduktions- und Verleihunternehmen - Berufsverständnis und Berufspraxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124861