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Die Parallelität von "Flamenca" und "El Mal Querer". Ein intermedialer Vergleich von Roman und Popalbum

Title: Die Parallelität von "Flamenca" und "El Mal Querer". Ein intermedialer Vergleich von Roman und Popalbum

Bachelor Thesis , 2022 , 47 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Pauline Stölzel (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Was hat Popmusik mit einer mittelalterlichen Liebesgeschichte zu tun? In diesem Fall erstreckt sich der Zusammenhang auf ein ganzes Musikalbum. Am 2. November 2018 veröffentlichte die spanische Künstlerin Rosalía ihr zweites Album "El Mal Querer". Ein Konzeptalbum, welches anfänglich ein Abschlussprojekt ihrer Studienzeit darstellte, entwickelt sich zu einem der erfolgreichsten Alben Spaniens, wurde mit 2 Grammy-Auszeichnungen sowie weiteren Preisen belohnt und bringt experimentellen Flamenco-Gesang in Verbindung mit Popmusik. "El Mal Querer" ist nicht nur ein Popalbum, sondern verbirgt ein hohes Maß an literarischen Einflüssen, die hierbei von einem mittelalterlichen Liebesroman stammen. "Flamenca", ein okzitanischer Versepos des 13. Jahrhunderts, beinhaltet eine Liebesgeschichte mit einer Dreieckskonstellation aus der Figur Flamenca, ihrem Ehemann Archambaut und dem Liebhaber Guillermo de Nevers. Anton M. Espadaler übersetzte ihn 2015 zuerst ins Katalanische, später in eine spanischsprachige Version und wandelte den ursprünglichen Versepos in einen Roman um. Der subversive Inhalt über Liebe, Eifersucht, geschlechterspezifische Gewalt, christlicher Glaube und Eigenermächtigung des weiblichen Geschlechts, blieb von der mittelalterlichen Inquisition nicht verschont und tauchte erst im 19. Jahrhundert mit fehlendem Deckblatt und Ende wieder auf, was dazu führte, dass kein Autor identifiziert werden konnte. Es ist eine Geschichte, die ihrem Zeitalter hinsichtlich der Themen Liebe und Ehe, Sex und Sünde sowie Freiheit und Emanzipation der Frau weit voraus zu sein scheint und eine Aktualität besitzt, die in neuen Ideen, wie dem Album "El Mal Querer" von Rosalía, aufleben kann. Aus diesem Grund bezieht sich diese Arbeit auf die Parallelität zwischen "Flamenca" und "El Mal Querer", die anhand eines intermedialen Vergleichs aufgezeigt werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorüberlegungen zum intermedialen Vergleich von Flamenca und El Mal Querer

2.1 Deutung des Begriffs Intermedialität nach Werner Wolf

2.1.1 Plurimedialität und explizite Referenz

2.2 Die kontextbezogene Popmusik

2.2.1 Kulturhistorische Einordnung der spanischen Popmusik und der Künstlerin Rosalía

2.2.2 Der genreübergreifende Musikstil in El Mal Querer

2.3 Der christliche Glaube des Mittelalters im Kontext der Frau

2.3.1 Das christliche Frauenbild im Mittelalter

2.3.2 Die Ehe im Mittelalter

2.3.3 Die ewige Jungfrau Maria

2.4 Darstellung christlicher Ikonen in der Popmusik

2.5 Feminismus im kulturhistorischen Kontext des Mittelalters und dem 21. Jahrhundert

2.5.1 Feministische Ansätze im Mittelalter

2.5.2 Der aktuelle Feminismus in Spanien

2.5.3 Rosalía im Kontext des feministischen Handelns

3. Intermedialer Vergleicher von Flamenca und El Mal Querer

3.1 Narrativität im Roman und Popalbum

3.1.1 Textstruktur

3.1.2 Handlung und Thema

3.1.3 Erzählperspektive und Figuren

3.2 Patriarchale und feministische Strukturen in den Narrativen

3.2.1 Die Figur Archambaut im Vergleich zu El Mal Querer

3.2.2 Die Figur Flamenca im Vergleich zu El Mal Querer

3.3 Visualisierung von Emanzipation und Glauben anhand der Liedcover

4. Ergebnisse des durchgeführten intermedialen Vergleichs

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Parallelen zwischen dem mittelalterlichen Versroman Flamenca und dem Popalbum El Mal Querer der Künstlerin Rosalía. Ziel ist es, durch einen intermedialen Vergleich aufzuzeigen, wie das Popalbum literarische Motive des Mittelalters transformiert, ohne dabei die Eigenständigkeit des Mediums zu verlieren, und wie dabei insbesondere gesellschaftskritische sowie feministische Aspekte verarbeitet werden.

  • Intermedialitätstheoretische Grundlagen nach Werner Wolf
  • Kulturhistorische Einordnung spanischer Popkultur („Movida“)
  • Analyse des christlich-patriarchalen Frauenbildes im Mittelalter
  • Intermedialer Vergleich von Narrativität, Figuren und Themen
  • Visualisierung von Emanzipation und Glauben anhand der Liedcover

Auszug aus dem Buch

2.1 Deutung des Begriffs Intermedialität nach Werner Wolf

Bei einem Vergleich zwischen einer literarischen Liebesgeschichte aus dem Mittelalter und einem popmusikalischen Album des 21. Jahrhunderts, könnte sich ein Vergleich in Bezug auf die Intertextualität erahnen lassen. Jedoch soll in dieser Arbeit ein Vergleich zwischen den Medien der Literatur, Musik und des Bildes stattfinden, ein intermedialer Vergleich, der Mithilfe der Definitionen und Ausarbeitungen Werner Wolfs begründet werden. Beginnend mit seiner Unterscheidung von Intertextualität und Intermedialität, ergibt sich ein entscheidender Kontrast. Während die Intertextualität sich lediglich auf den Kontakt zwischen einem oder mehreren (Prä-)Texten bezieht und dabei keine Beachtung auf dem Medium liegt (vgl. Wolf 2018: 4), weitet die Intermedialität, wie schon im Namen bemerkbar, ihre Reichweite auf das gesamte Medium aus. Es liegt nun also eine Untersuchung des Kontakts „zwischen verschiedenen Medien“ (ebd.: 4) vor. Eine Wichtigkeit liegt diesbezüglich auch in der Definition von einem „Medium“, welches nach Wolf (2018: 65) nicht nur „ein technisch-materiell definierter Übertragungskanal von Informationen [...], sondern ein konventionell im Sinne eines kognitiven frame of reference als distinkt angesehenes Kommunikationsdispositiv“ ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des intermedialen Vergleichs zwischen dem mittelalterlichen Roman Flamenca und dem Album El Mal Querer von Rosalía ein und legt die Forschungsabsicht dar.

2. Vorüberlegungen zum intermedialen Vergleich von Flamenca und El Mal Querer: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen zur Intermedialität nach Werner Wolf erarbeitet und der kulturelle Kontext der spanischen Popmusik beleuchtet.

3. Intermedialer Vergleicher von Flamenca und El Mal Querer: Dieses Hauptkapitel führt den eigentlichen Vergleich der Werke durch, indem Narrativität, patriarchale Strukturen und die visuelle Gestaltung der Liedcover analysiert werden.

4. Ergebnisse des durchgeführten intermedialen Vergleichs: Das Fazit fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und bestätigt die erfolgreiche Transformation mittelalterlicher Motive in die moderne Popwelt durch Rosalía.

Schlüsselwörter

Intermedialität, Werner Wolf, Rosalía, El Mal Querer, Flamenca, Popmusik, Feminismus, Mittelalter, Patriarchat, Intertextualität, Popkultur, Bildanalyse, Emanzipation, christliche Ikonografie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit?

Die Arbeit untersucht Verbindungen zwischen einem mittelalterlichen Versroman und einem modernen Popalbum durch einen intermedialen Vergleich.

Welche Werke stehen im Zentrum der Analyse?

Die Studie analysiert den okzitanischen Versroman Flamenca aus dem 13. Jahrhundert und das Popalbum El Mal Querer der spanischen Künstlerin Rosalía aus dem Jahr 2018.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Es soll aufgezeigt werden, wie Rosalía literarische Einflüsse und Themen des Mittelalters in ihr Konzeptalbum integriert und dadurch neue feministische Diskurse innerhalb der Popkultur eröffnet.

Welche theoretische Methode wird angewandt?

Die Analyse basiert primär auf den medientheoretischen Definitionen und dem Begriff der Intermedialität des Literaturwissenschaftlers Werner Wolf.

Welche thematischen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Schwerpunkte sind die christlich-patriarchale Gesellschaftsordnung des Mittelalters (Frauenbild, Ehe, Maria), die Darstellung christlicher Ikonen in der Popmusik sowie ein Vergleich der Narrativität und feministischer Strukturen in beiden Medien.

Welche Rolle spielt der Begriff "Intermedialität" in der Arbeit?

Intermedialität dient als theoretisches Werkzeug, um den Austausch zwischen den Medien Literatur, Musik und Bild bei der Transformation der Geschichte von Flamenca in El Mal Querer wissenschaftlich zu erfassen.

Warum wird die Figur der Jungfrau Maria in der Analyse einbezogen?

Die Analyse der Maria-Figur ist entscheidend, um zu verstehen, wie religiöse Symbole und das christliche Verständnis von Reinheit im kontrastierendem Kontext zu Rosalías feministisch motivierter Album-Inszenierung stehen.

Inwiefern ist das Liedcover für die Argumentation relevant?

Die Cover-Artworks des Albums fungieren als visuelles Medium, das die Transformation von Unterdrückung hin zur weiblichen Selbstermächtigung in Bezug auf die Geschichte der Flamenca verdichtet und somit die intermediale Analyse abrundet.

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Details

Title
Die Parallelität von "Flamenca" und "El Mal Querer". Ein intermedialer Vergleich von Roman und Popalbum
College
University of Potsdam  (Institut für Romanistik)
Grade
1,7
Author
Pauline Stölzel (Author)
Publication Year
2022
Pages
47
Catalog Number
V1248839
ISBN (PDF)
9783346686046
ISBN (Book)
9783346686053
Language
German
Tags
Intermedialer Vergleich Rosalia Literaturwissenschaft Roman Popmusik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pauline Stölzel (Author), 2022, Die Parallelität von "Flamenca" und "El Mal Querer". Ein intermedialer Vergleich von Roman und Popalbum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1248839
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