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Einzig Jahwe - Die religions- und sozialgeschichtliche Entwicklung Israels im pluralistischen Kontext des Babylonischen Exils

Titel: Einzig Jahwe - Die religions- und sozialgeschichtliche Entwicklung Israels im pluralistischen Kontext des Babylonischen Exils

Studienarbeit , 2003 , 21 Seiten , Note: noch keine

Autor:in: Patrick Grasser (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Heute stellt das Judentum eine der großen Weltreligionen dar und gilt als Ausgangspunkt für die beiden weiteren monotheistischen Religionen, das Christentum und den Islam. Als wichtigstes Merkmal ist allen dreien der monotheistische Grundgedanke gemein. Jedoch ist diese Auffassung das Endprodukt einer langen Entwicklung. Sowohl während der Jahrhunderte von den Erzeltern über die Landnahme, als auch während der Königszeit ist es für Israel selbstverständlich, dass in ihrer Umwelt weitere Götter neben Jahwe existieren und von anderen Völkern verehrt werden. Doch genauso selbstverständlich sollte es für Israel sein, allein Jahwe zu verehren. Den Gott der Väter, der sich Mose am Sinai offenbart (Ex 20- 32) und Israel in der Geschichte seine Solidarität bezeugt hatte. Allerdings weisen die biblischen Quellen auf, dass dies nicht immer (uneingeschränkt) der Fall war. Es wird immer wieder deutlich, dass das auserwählte Volk, eigentlich dazu bestimmt ein alternatives Religions- und Gesellschaftskonzept umzusetzen dazu neigt, so zu sein wie alle Völker. Diese Entfernung von Jahwe und seiner Weisung wird von den Propheten aufs Strengste angemahnt und die Umsetzung die Herrschaft und das Recht Jahwes eingeklagt. Auf die Gerichtsprophetie soll im weiteren Verlauf der Arbeit noch eingegangen werden. 587 v. Chr. sieht sich das auserwählte Volk mit einer unvorstellbaren politischen und damit auch religiösen Katastrophe konfrontiert. Die als uneinnehmbar geltende Stadt Jerusalem wird vom babylonischen Großkönig Nebukadnezar besiegt. Der Tempel zerstört, die davidische Dynastie gestürzt. Es beginnt das Exil Israels. Die Zerstreuung Israels über die Grenzen des bisherigen Staates beginnt und hält bis in die heutige Zeit an.

Beachtlich ist jedoch, dass hier im Exil das Judentum erstmals als religiöse Größe erkennbar ist. Im Volk finden soziologische und religiöse Neuorientierungen statt, die für das Judentum und die daraus entstehenden Tochterreligionen grundlegenden Charakter haben. Finden wir in der Zeit vor dem Exil für Israel die religiöse Form der Monolatrie1, zeichnet sich nun im Exil ein neues Bild. Hier entwickelt sich der Monotheismus.

Diese Arbeit will sich den vielfältigen Einflüssen auf die Entwicklung Israels während des Exils und den entstehenden religiösen, sozialen und politischen Veränderungen Israels in dieser Zeit widmen. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die politische Katastrophe

3. Die theologische Interpretation des politischen Unglücks

3.1 Die Klage und der exilische Gottesdienst

3.2 Literatur der Exilszeit

3.2.1 Die exilische Prophetie

3.2.2 Das Deuteronomische Geschichtswerk

4. Konfrontation mit einer gewaltigen Kultur

5. Religions- und sozialgeschichtliche Konsequenzen des Exils

5.1 Gesellschaftliche Umstrukturierung

5.2 Die Geburt des Monotheismus

6. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden religions- und sozialgeschichtlichen Transformationsprozesse innerhalb Israels infolge der politischen Katastrophe des Babylonischen Exils, mit dem Ziel, die Entstehung des biblischen Monotheismus als Antwort auf diese existenzielle Krise aufzuzeigen.

  • Politische Zäsur durch den Fall Jerusalems und das Ende der staatlichen Souveränität.
  • Theologische Neuorientierung und Bewältigung des Exils durch Klage und Prophetie.
  • Konfrontation mit der babylonischen Kultur als Katalysator für religiöse Identitätsbildung.
  • Sozialgeschichtliche Umstrukturierung und der Wandel zur Familienfrömmigkeit.
  • Die Entwicklung des Monotheismus als seelsorgerliche Coping-Strategie und neue Glaubensdimension.

Auszug aus dem Buch

Die Geburt des Monotheismus

Zu vorexilischer Zeit bezieht Israel seine Identität aus verschiedenen Quellen, die im Verlauf der Arbeit bereits genannt wurden (verheißene Land, Königsthron, Tempel, Uneinnehmbarkeit des Zion und dem Glauben an Jahwe). Hier fällt auf, dass Jahwe nur eines dieser identitätsstiftenden Merkmale darstellt. Während des Exils jedoch ändert sich dies. Nachdem nun alle dieser charakteristischen Eigenheiten bis auf den Glauben an Jahwe wegfielen, gewinnt dieser Glaube deutlich an Gewicht. Hier im Exil, wo rituell-religiöse Bekenntniszeichen wie die Beschneidung, der Sabbat und die Speiseregeln an Bedeutung gewinnen entsteht das Judentum als religiöse Gruppe. Als erste monotheistische Religion.

Unter Monotheismus verstehen wir den Glauben an die Existenz eines einzigen Gottes, der nicht nur die Verehrung anderer Gottheiten ablehnt, sondern ihnen sogar jede Existenz abspricht. Darin unterscheidet sich diese Glaubensform deutlich von der Monolatrie und dem Henotheismus. Formen, welche eine Existenz anderer Gottheiten zulassen.

Erst in der Zeit des Babylonischen Exils entwickelt sich also dieser Monotheismus. Unter den gewaltigen und vielfältigen Eindrücken der Diaspora entwickelt Israel seinen Jahweglauben noch einen Schritt weiter als zur Zeit vor der politischen Katastrophe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Übergang des Judentums von einer monolatrischen Form zur monotheistischen Weltreligion unter dem Druck der exilischen Katastrophe.

2. Die politische Katastrophe: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Zerfall der israelitischen Staaten und die schmerzhafte Erfahrung der babylonischen Deportation als existenziellen Nullpunkt.

3. Die theologische Interpretation des politischen Unglücks: Hier wird analysiert, wie das Exil theologisch als göttliches Gericht gedeutet und im Gottesdienst sowie in prophetischen Schriften verarbeitet wurde.

4. Konfrontation mit einer gewaltigen Kultur: Der Abschnitt verdeutlicht den psychologischen Effekt der babylonischen Prachtarchitektur auf die exilierte israelitische Bevölkerung und deren bewusste Abgrenzung.

5. Religions- und sozialgeschichtliche Konsequenzen des Exils: Es wird die gesellschaftliche Neuorganisation der Familie und die daraus resultierende Etablierung des Monotheismus als neue religiöse Identität dargestellt.

6. Abschließende Betrachtung: Das Fazit fasst die Transformation Israels zusammen, bei der Gott und seine Weisung statt staatlicher Institutionen zum zentralen Ankerpunkt des Lebens wurden.

Schlüsselwörter

Babylonisches Exil, Jahwe, Monotheismus, Religionsgeschichte, Israel, Judäa, Gerichtsprophetie, Deuterojesaja, Identität, Sozialgeschichte, Exilszeit, Gottesdienst, Diaspora, Judentum, Kult.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die fundamentale Transformation Israels während des Babylonischen Exils im 6. Jahrhundert v. Chr. und zeigt auf, wie diese Krise zur Geburtsstunde des biblischen Monotheismus führte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der politischen Katastrophe der Eroberung Jerusalems, der daraus folgenden theologischen Neuorientierung des Jahweglaubens sowie den sozialen Anpassungsprozessen in der babylonischen Diaspora.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie Israel durch die Interpretation der exilischen Erfahrung als göttliches Gericht und durch die bewusste Abgrenzung von der babylonischen Kultur ein neues, monotheistisches Glaubensverständnis entwickelte.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Analyse biblischer Texte unter Einbeziehung religions- und sozialgeschichtlicher Erkenntnisse, um die Entwicklung der jüdischen Identität zu rekonstruieren.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?

Im Hauptteil werden die literarische Aufarbeitung durch die exilische Prophetie und das Deuteronomistische Geschichtswerk, die Konfrontation mit der babylonischen Macht sowie die soziologische Umstrukturierung des Volkes detailliert untersucht.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Babylonisches Exil, Jahwe, Monotheismus, Diaspora, Religionsgeschichte, Identitätsbildung sowie die Rolle der Prophetie.

Warum spielt die Verehrung der Göttin Ištar in der Arbeit eine Rolle?

Sie dient als Beispiel für die "gewaltige Kultur" Babylons, deren Pracht (wie die Prozessionsstraße) für die Israeliten eine herausfordernde Konfrontation darstellte, die den Glauben an Jahwe jedoch eher stärkte als schwächte.

Wie interpretieren die Autoren das Deuteronomistische Geschichtswerk im Exil?

Die Arbeit diskutiert verschiedene Thesen, kommt jedoch zu dem Schluss, dass das Werk als eine Hoffnungszusage an das Volk zu verstehen ist, die den Weg für eine neue Epoche nach der Umkehr zu Jahwe ebnet.

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Details

Titel
Einzig Jahwe - Die religions- und sozialgeschichtliche Entwicklung Israels im pluralistischen Kontext des Babylonischen Exils
Hochschule
Evangelische Hochschule Nürnberg; ehem. Evangelische Fachhochschule Nürnberg  (Fachbereich Religionspädagogik)
Note
noch keine
Autor
Patrick Grasser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
21
Katalognummer
V12493
ISBN (eBook)
9783638183642
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Babylonisches Exil Monotheismus Monolatrie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Grasser (Autor:in), 2003, Einzig Jahwe - Die religions- und sozialgeschichtliche Entwicklung Israels im pluralistischen Kontext des Babylonischen Exils, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12493
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Leseprobe aus  21  Seiten
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