Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der globalen Wasserpolitik und ihren Herausforderungen in Afrika, wobei der Untersuchungszeitraum auf die Jahre 2003 bis 2008 beschränkt ist. Nachdem die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen, G8, im Jahre 2002 bei ihrem Gipfel in Kananaskis (Kanada) den Afrika-Aktionsplan beschlossen hatten und damit die Afrika-Politik wieder in den globalen Fokus rückte, wurde diese Vereinbarung während des G8-Weltwirtschaftsgipfel 2003 in Evian/Frankreich durch den so genannten "Evian Wasser-Aktionsplan" ergänzt.
Diese Hausarbeit dient dazu, den Aktionsplan umfassend darzustellen und zu analysieren, in welchem Kontext der Aktionsplan zur globalen Wasserpolitik als auch zu den afrikanischen Bemühungen steht. Um diese Frage zu beantworten werden die Aktivitäten Deutschlands und Großbritanniens hinsichtlich der nationalen Leistungen zur Erfüllung des "Wasser-Aktionsplans" genauer untersucht und anschließend die Bemühungen aller G8 Partner zu diesem Themenbereich erforscht. Basierend auf diesen Grundlagen wird eine kritische Sichtweise der G8-Wasserpolitik aus dem Bereich der Nicht-Regierungsorganisationen dargestellt und folgend der Stellenwert des "Evian
Wasser – G8-Aktionsplans" diskutiert. Auf diese Weise kann zum Abschluss die Bedeutung dieses Aktionsplans für die afrikanische Wasserpolitik eingeschätzt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung / Relevanz des Themas
2. Wissensstandsanalysen zu zentralen Begriffen der Analyse
3. Darstellung der Wasserpolitik afrikanischer Staaten im Vorfeld des Evian-Gipfel
3.1 Herausforderungen der Wasserpolitik in Afrika
3.2 Afrikanische Aktivitäten im Bereich der Wasserpolitik
3.3 Vorbereitung des Evian-Gipfels durch die französische G8-Präsidentschaft
4. Analyse des Evian Wasser – G8 Aktionsplans
5. Aktivitäten zentraler staatlicher Akteure auf Grundlage des Evian Wasser – G8 Aktionsplans
5.1 Aktivitäten der Bundesrepublik Deutschland
5.2 Aktivitäten von Großbritannien
5.3 Konzertierte Aktionen aller G8-Länder
6. Kritik an den G8 und ihrem Wasser-Aktionsplan
7. Diskussion der Bedeutung des Wasser – G8 Aktionsplans
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den „Evian Wasser-Aktionsplan“ der G8 im Zeitraum von 2003 bis 2008 und bewertet dessen tatsächliche Auswirkungen auf die afrikanische Wasserpolitik. Dabei wird analysiert, inwieweit die G8-Staaten ihre selbst gesteckten Verpflichtungen zur Verbesserung der Wasserversorgung in Afrika umsetzen und wie sich dies in den nationalen Strategien widerspiegelt.
- Analyse der globalen Wasserproblematik und ihrer spezifischen Herausforderungen für Afrika.
- Untersuchung der institutionellen Einbettung der Wasserpolitik durch VN, AU und NEPAD.
- Vergleichende Analyse der Umsetzung des Aktionsplans durch die Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien.
- Kritische Reflexion der G8-Politik aus Perspektive der Zivilgesellschaft und der NGO-Kritik.
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung des Evian Wasser – G8 Aktionsplans für die Wasserpolitik in Afrika
Der G8 Wasser-Aktionsplan wurde während des G8 Weltwirtschaftsgipfel 2003 durch die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen USA, Kanada, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Japan, Italien und Russlands beschlossen und sollte den G8 Afrika-Aktionsplan aus dem Jahre 2002 ergänzen. Der Aktionsplan besteht dabei aus einer Präambel, welche die Ziele des Plans hervorhebt sowie den fünf Zielsetzungen (1) Förderung verantwortungsvollen staatlichen Handelns; (2) Nutzung aller finanziellen Ressourcen; (3) Aufbau einer Infrastruktur durch bessere Einbindung der lokalen Verwaltung und der Gemeinden; (4) Stärkung von Monitoring, Bewertung und Forschung und (5) Stärkung des Engagements internationaler Organisationen, die jeweilige gemeinsame Zwischenziele der G8 darstellen und in Unterpunkten weitergehend mit konkreten Aktivitäten unterfüttert werden.
Die Präambel knüpft dabei an die Ziele des G8 Afrika-Aktionsplans an, wenn sie aussagt, dass „Wasser lebensnotwenig ist“ und „die Sicherheit untergraben kann“. Diese zwei Kernaussagen waren schon im G8 Afrika-Aktionsplans enthalten – nunmehr werden aber noch die Ziele der „Millenium Development Goals“ und die Ziele des WSSD aus Johannesburg einbezogen mit der Aussage „Die internationale Gemeinschaft sollte nun ihre Bemühungen auf diesem Gebiet verdoppeln“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung / Relevanz des Themas: Das Kapitel führt in die globale Wasserproblematik ein, skizziert den Untersuchungszeitraum und beschreibt die Zielsetzung der Arbeit, den G8-Aktionsplan kritisch zu hinterfragen.
2. Wissensstandsanalysen zu zentralen Begriffen der Analyse: Hier werden die maßgeblichen Institutionen wie die Vereinten Nationen, die Afrikanische Union sowie deren Initiativen (MDGs, NEPAD) definiert und eingeordnet.
3. Darstellung der Wasserpolitik afrikanischer Staaten im Vorfeld des Evian-Gipfel: Dieses Kapitel beleuchtet die konkreten Herausforderungen für den afrikanischen Kontinent und die afrikanischen Eigenbemühungen vor dem G8-Gipfel 2003.
4. Analyse des Evian Wasser – G8 Aktionsplans: Es folgt eine detaillierte Untersuchung des Inhalts und der fünf Kernzielsetzungen des Aktionsplans sowie deren Einbettung in internationale Abkommen.
5. Aktivitäten zentraler staatlicher Akteure auf Grundlage des Evian Wasser – G8 Aktionsplans: Ein Vergleich der nationalen Umsetzungsstrategien von Deutschland und Großbritannien unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Schwerpunkte.
6. Kritik an den G8 und ihrem Wasser-Aktionsplan: Das Kapitel widmet sich der zivilgesellschaftlichen und wissenschaftlichen Kritik an der G8-Struktur und den Risiken einer Privatisierung der Wasserversorgung.
7. Diskussion der Bedeutung des Wasser – G8 Aktionsplans: Abschließende Einschätzung des Stellenwerts des Aktionsplans für die afrikanische Wasserpolitik und die Rolle der G8 im Vergleich zu anderen Akteuren.
Schlüsselwörter
G8, Wasserpolitik, Afrika, Wasser-Aktionsplan, NEPAD, Millennium Development Goals, Wasserknappheit, Entwicklungszusammenarbeit, Wassermanagement, Privatisierung, Zivilgesellschaft, Sanitärversorgung, AMCOW, Globalisierung, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die globale Wasserpolitik der G8-Staaten mit Fokus auf den afrikanischen Kontinent, speziell basierend auf dem „Evian Wasser-Aktionsplan“ von 2003.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Wasserversorgung, Sanitärfragen, der grenzüberschreitende Wasserschutz sowie die Entwicklungszusammenarbeit und die damit verbundene Rolle der G8.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu ermitteln, ob der Aktionsplan reale Verbesserungen in Afrika bewirkt hat und wie stark die Diskrepanz zwischen den vollmundigen G8-Versprechungen und der tatsächlichen nationalen Umsetzung ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt den Ansatz der Politikfeldanalyse, um staatliche Problemverarbeitungsprozesse unter Berücksichtigung verschiedener nationaler und internationaler Akteure zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die G8-Beschlüsse, vergleicht spezifisch die Aktivitäten Deutschlands und Großbritanniens und präsentiert die zivilgesellschaftliche Kritik an der Konzernorientierung des Aktionsplans.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind G8, Wasserpolitik, NEPAD, MDGs, Wasserknappheit, Nachhaltigkeit und Entwicklungszusammenarbeit.
Inwiefern unterscheiden sich Deutschland und Großbritannien in ihrer Umsetzung?
Während Deutschland einen massiven Fokus auf grenzüberschreitendes Wassermanagement legt und eine führende Rolle einnimmt, kommt Großbritannien seinen Verpflichtungen aus dem Aktionsplan laut Analyse kaum nach.
Warum steht der G8-Aktionsplan bei Globalisierungskritikern in der Kritik?
Kritiker befürchten, dass der Aktionsplan primär die Interessen großer privater Wasserkonzerne (wie Suez oder Vivendi) stützt, statt eine soziale und demokratische Wasserversorgung der armen Bevölkerung zu priorisieren.
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- Dipl.-Pol. Björn Richter (Author), 2008, Die Bedeutung des Evian Wasser–G8 Aktionsplans für die Wasserpolitik in Afrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124942