George W. Bush – ein Anhänger von Machiavelli?!


Hausarbeit, 2008

18 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Gliederung der Hausarbeit

1. Inhaltliche Einführung und Gliederung
1.1 Inhaltliche Einführung zur Hausarbeit
1.2 Gliederung der Hausarbeit

2. Niccolò Machiavelli – Begründer der Staatsräson
2.1 Hintergründe zum Leben Niccolò Machiavelli
2.2 Machiavelli und seine Hauptwerke „Der Fürst“ und „Discorsi“
2.3 Auszüge aus der politischen Ideenlehre in „Der Fürst“

3. Politik von George W. Bush
3.1 Hintergründe zum Leben George W. Bush
3.2 Intervention und Umsetzung des Irak-Krieges
3.3 Begründungen und Hintergründe zum Irak-Krieg

4. Diskussion der Ausgangsthese

5. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Inhaltliche Einführung und Gliederung

1.1 Inhaltliche Einführung zur Hausarbeit

Nach den Terroranschlägen auf das „World Trade Center“ am 11. September 2001 erfuhr die Außenpolitik des damaligen und heutigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika (USA), George W. Bush, eine grundlegende Wendung. Bush erklärte in kurzer Abfolge nach den Terroranschlägen den Krieg gegen das Taliban-Regime in Afghanistan und intervenierte wenig später mit einer internationalen Allianz. Nach diesem militärisch-erfolgreichen Feldzug stellte die Bush-Administration im Jahre 2002 die Verbindung zwischen Terroristen und dem Irak her und behauptete, unter anderem vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, dass der Irak unter dem Diktator Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besitzt und produziert. Aufgrund der weltweiten Proteste gegen eine militärische Intervention und mangelhaften Beweise erhielt die USA kein UN-Mandat und intervenierte 2003 mit der so genannten „Coalition of the Willing“ aus 49 Staaten unter ihrer Führung im Irak. Dort übernahm sie schnell die Kontrolle über den Staat und setzte den Diktator Hussein ab.

In der internationalen Auseinandersetzung wurde der Regierung von George W. Bush in der anschließenden Auseinandersetzung um diesen Irak-Krieg und seine Nicht-Beachtung von multilateralen Entscheidungsstrukturen der Vereinten Nationen sowie der machtpolitische Umsetzung des Feldzuges gegen den Irak immer wieder Parallelen zum „Machiavellismus“ vorgeworfen. Diese Ideenlehre wurde von Florentiner Niccoló Machiavelli (1469 – 1527) begründet in seinen beiden Hauptwerken „Der Fürst“ (1513) und „Discorsi“ (1513 – 1517). Gerade das „Buch vom Fürsten“ versucht als Ratgeber für Herrscher praktische Handlungsanweisungen zu erteilen, die oftmals als rücksichtlose Machtpolitik unter Ausnutzung aller Mittel interpretiert wird: „Da es vom Belieben der Menschen abhängt, ob sie Zuneigung empfinden, und vom Willen des Herrschers, ob sie Furcht empfinden, darf ein kluger Herrscher sich nur auf das verlassen, worüber er zu bestimmen hat, und nicht auf das, worüber andere bestimmen. Nur soll er bemüht sein, dem Hass zu entgehen, wie ich bereits erwähnte.“[1]

Ich möchte versuchen die Außenpolitik des Präsidenten Bush vor diesem Hintergrund zu beleuchten und werde mich dazu auf den Irak-Krieg und die militärische Intervention 2003 konzentrieren. Dazu möchte ich meine These untersuchen, dass George W. Bush durchaus den machiavellistischen Ratschlägen gefolgt ist – diese aber an die Herausforderungen der heutigen Zeit angepasst hat.

1.2 Gliederung der Hausarbeit

Zu Beginn meiner Ausführungen möchte ich mich dem Leben von Niccoló Machiavelli widmen und beleuchten unter welchem historischen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen er seine zwei Hauptwerke „Der Fürst“ und „Discorsi“ geschrieben hat und mit welchem Ziel. Anschließend möchte ich die zwei Werke voneinander abgrenzen und besonders die Ideenlehre des „Der Fürst“ aus den Kapitel 16, 17, 18 und 19 vorstellen.

Anschließend werde ich George W. Bush und seinen Weg ins Präsidentenamt darstellen und die Hintergründe und Entwicklungen zum Krieg gegen den Irak untersuchen. Dabei möchte ich besonders auf die Begründungen des Krieges und die Art und Weise, wie die Bush-Administration ihren Weg verfolgt hat, eingehen und in der abschließenden Diskussion mit der Ideenlehre von Machiavelli vergleichen und meine Ausgangsthese diskutieren.

2. Niccolò Machiavelli – Begründer der Staatsräson

2.1 Hintergründe zum Leben Niccolò Machiavelli

Niccolò Machiavelli wurde am 3. Mai 1469 in San Casciano in Val di Pesa geboren und wuchs in Florenz (Italien) als Kind einer angesehenen aber verarmten Familie auf. Nach seiner Ausbildung stieg er schnell im Staatsdienst der Republik Florenz auf. Seine Erfahrungen in Florenz und gerade seine politischen Erlebnisse prägten anschließend vor allem seine Bücher: „Die Vielschichtigkeit des schriftstellerischen Werks von Machiavelli ist der Niederschlag der Vielfalt seiner Erlebnisse und seiner beruflichen Erfahrungen. Auch wo Machiavelli Dichter ist, ist er Politiker. Wie ein roter Faden ziehen sich seine politischen Auffassungen, die Schlussfolgerungen daraus und seine Zeitkritik durch sein ganzes Werk.“[2]

Machiavelli wurde 1498 zum Sekretär der Zweiten Kanzlei und anschließend des „Rats der Zehn“ in Florenz gewählt, wodurch ihm Leitung der Außen- und Verteidigungspolitik der Republik oblag. Er nutzte diese Möglichkeit, um als diplomatischer Gesandter nicht nur Frankreich und Deutschland sondern auch etliche italienische Fürstenhöfe zu besuchen und die Führungsqualitäten und Charaktere bedeutender Persönlichkeiten seiner Zeit kennen zu lernen.[3] Das ist auch wichtig, da Florenz und die anderen oberitalienischen Städte sich in diese Zeit in einer Krise befinden und nur dem Namen nach als Republiken handelten, die sich aber in massiven internen und externen Machtkämpfen befanden: „Florenz war damals der Brennpunkt Italiens, Herz und Hirn der großen Wiedergeburt. Hier wurde der Kampf zwischen der alten und neuen Ordnung ausgefochten... hier sammelte sich alles, was im damaligen Italien Bedeutung hatte... In Florenz entwickelte sich das erste moderne Staatswesen.“[4]

Machiavelli sah sich während seiner Tätigkeiten für die Republik Florenz mit zwei wichtigen Aufgaben konfrontiert. Zum einen ging es um die Wiedereroberung Pisas, das nach dem Einmarsch der Franzosen die florentinische Oberherrschaft verweigert hatte und zum anderen um die Erhaltung der politischen Selbstständigkeit der Republik Florenz. Er zeichnete sich dabei als militärischer Reformer und Visionär aus, indem er sich ab 1504 für die Errichtung einer Miliz aus Bürgern und gegen Söldnerheere einsetzte, mit denen 1509 die Stadt Pisa zurückerobert[5] wurde und indem er den jeweiligen Herrschern Ratschläge zum inneren Zusammenhalt der Republik gab.

Nach Rückkehr der Medici verlor er 1512 alle seine Ämter und nachdem er anschließend sogar in den Verdacht geriet an einer Verschwörung beteiligt zu sein, wurde er verhaftet und gefoltert. Da allerdings keine Beweise gegen ihn gefunden wurden, ließ man ihn frei – er musste aber in die Verbannung gehen. Dort widmete er sich dann seiner schriftstellerischen Tätigkeit, insbesondere seine Hauptwerken, und wurde ab erst 1624 wieder mit einigen politischen Aufgaben betraut. Bald darauf starb er desillusioniert am 22. Juni 1527: „Er hat das 58. Lebensjahr erreicht. Aber er hat nur wenig vom dem erreicht, was er wirklich wollte.“[6]

[...]


[1] Niccoló Machiavelli (Hrsg. von Dr. May Oberbrener): „Buch vom Fürsten“, Verlag von Philipp Reclam jun., Leipzig, Seite 90

[2] Niccoló Machiavelli (Hrsg. von Dr. Rudolf Zorn), 1966: „Discorsi“, Alfred-Kröner Verlag, Stuttgart, Seite 17

[3] Herfried Münkler, 2004: „Machiavelli – Die Begründung des politischen Denkens der Neuzeit aus der Krise der Republik Florenz, Fischer Taschenbuch, Frankfurt/M., Seite 10

[4] Niccoló Machiavelli (Hrsg. von Dr. Rudolf Zorn), 1966: „Discorsi“, Seite 20

[5] Humbert Fink, 1988: „Machiavelli – Eine Biographie“, List-Verlag, München, Seite 178 - 180

[6] Humbert Fink, 1988: „Machiavelli – Eine Biographie“, List-Verlag, München, S. 271

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
George W. Bush – ein Anhänger von Machiavelli?!
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Veranstaltung
Proseminar: "Machiavelli. Ein politischer Denker der Renaissance"
Note
3,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V124946
ISBN (eBook)
9783640299645
ISBN (Buch)
9783640304547
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Machiavelli, Außenpolitik Bush
Arbeit zitieren
Dipl.-Pol. Björn Richter (Autor), 2008, George W. Bush – ein Anhänger von Machiavelli?!, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124946

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