Das Spanische Amerikas hat sich in den 500 Jahren, die seit der Eroberung des Kontinents durch die Spanier vergangen sind, in einigen wesentlichen Aspekten von der Muttersprache different entwickelt. Einige der vielen entstandenen Unterschiede in Morphologie, Syntax und Phonetik, sowie der Phonologie sollen in dieser Arbeit herausgearbeitet werden. Es darf natürlich nicht vergessen werden, dass das Spanische in Amerika in seiner Entwicklung unteranderem auch beeinflusst worden ist durch die Vielzahl an indigenen Sprachen. Die Arbeit soll sich ebenso damit auseinandersetzten, welchen Einfluss die indigenen Sprachen auf das Spanische Südamerikas haben, wie auch gleichzeitig die inverse Wirkungsweise zu berücksichtigen. Das Quechua als ausgewähltes Beispiel für eine indigene Sprache soll hierbei auch im Wechselspiel der gegenseitigen Beeinflussung genauer betrachtet werden, während in der Arbeit der Fokus auf die Ausdifferenzierung der einzelnen Sprachen selbst gesetzt werden soll.
Die Arbeit verschafft sich dafür im ersten Kapitel einen allgemeinen Eindruck über das ausgewählte Sprachgebiet Peru. Es werden im zweiten Kapitel diachrone Aspekte genauer betrachtet, die die wesentlichen historischen Ereignisse auf ihren sprachentwicklungstechnischen Wert hin untersuchen.
Im dritten Kapitel beschäftigt sich die Arbeit mit linguistischen Problematiken, indem sie das Spanische Perus syntaktisch, morphologisch, phonetisch/phonologisch sowie lexikalisch betrachtet und dem Spanischen der iberischen Halbinsel gegenüberstellt.
Im vierten Kapitel stellt die Arbeit das Quechua als indigene Sprache vor. Auch hier wird kurz der historische Hintergrund gesichtet, bevor es zu einer kurzen linguistischen Analyse kommen soll. Auch werden die soziokulturellen Aspekte respektive der Umgang mit dem Quechua in der Gesellschaft genauer betrachtet, wobei auf die Begriffe Monolingualität und Bilinguilität eingegangen wird.
Im Abschluss soll sich kurz mit der Frage der wechselseitigen Beeinflussung der beiden Sprachen auf linguistischem Gebiet beschäftigt werden.
Resümierend wird am Ende der Arbeit ein Fazit gezogen, in dem das vorher Gesagte eine exponierte Auswertung erfährt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Sprachgebiet Peru
3 Historischer Hintergrund und Sprachpolitik
3.1 Von der Prä-Inkazeit bis zur Kolonialzeit
3.2 Sprachpolitik in der Kolonialzeit bis in die heutige Zeit
4 Das Spanische Perus
4.1 Phonologie /Phonetik
4.2 Morphosyntax
4.3 Lexik
5 Quechua
5.1 Phonologie, Morphosyntax und Lexik des Quechua
5.2 Soziokulturelle Strukturen und Probleme des Quechuas
5.3 Quechua, Quechuasprecher und Bildungssystem
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Entwicklung des Spanischen in Peru unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses indigener Sprachen, allen voran des Quechua. Dabei wird analysiert, wie sich das Spanische seit der Eroberung durch die Spanier in phonetischer, morphosyntaktischer und lexikalischer Hinsicht ausdifferenziert hat, welche Rolle die Sprachpolitik dabei spielte und wie die soziokulturellen Rahmenbedingungen, insbesondere das Bildungssystem, den heutigen Umgang mit Quechua und die Tendenz zum Monolinguismus beeinflussen.
- Diachrone Entwicklung und historischer Hintergrund der Sprachpolitik in Peru.
- Linguistische Analyse des peruanischen Spanisch (Phonologie, Morphosyntax, Lexik).
- Das Quechua als bedeutendste indigene Sprache: Sprachstruktur und aktuelle Problematiken.
- Die soziokulturellen Auswirkungen von Landflucht und Urbanisierung auf die Sprachverwendung.
- Bildungspolitische Reformen und der Konflikt zwischen Zweisprachigkeit und Hispanisierung.
Auszug aus dem Buch
4.1 Phonologie /Phonetik
Phonologisch für die Andengebiete also die tierras altas ist ein stabiler Konsonantismus charakteristisch, „während unbetonte Vokale regional zur Reduktion, zur Alternanz oder zum Ausfall neigen“ (Noll; S.24). Der These aus Punkt drei entsprechend verhält sich das Tiefland gegenteilig. Dort kontrastiert „ein stabiler Vokalismus mit der Schwächung oder dem Schwund von Konsonanten“ (Noll; S.24). Mit dem Kastilischen Spaniens vergleichend bleibt zu sagen, dass im amerikanischen Spanisch wie im iberischen Spanisch fünf Vokalphoneme existieren, diesbezüglich also kein Unterschied zu entdecken ist (vgl.: Noll; S.24). In den Hochlandgebieten Perus kommt es zu einer Abschwächung unbetonter Vokale, die im Süden Perus sogar den Status einer Elision annehmen kann, die sich hauptsächlich auf die Vokale /e/ und /o/ auswirkt und in Kombination mit den Plosiven /p/, /t/ und /k/ und dem Frikativ /s/ verstärkt auftritt.
In den Hochlandgebieten kommt es in volkssprachlicher Hinsicht laut Noll weiterhin zu einer „Alternanz von unbetontem [e] und [o] mit [i] und [u]“ (Noll; S.25), die als eine sozial markierte allophonische Alternanz zwischen [e - i] und [o - u] betrachtet wird (Noll 2001; S.25). Als Beispiele hierfür führt Noll an: ´pedir´ [piˈᵭir], ´suspiro´[sosˈpiro] (Noll 2001; S.25).
Im Gebiet der Anden ist eine leicht Öffnung der Vokale /i/ und /u/ zu beobachten, während in der Küstenregion /a/ velarisiert wird (Kubarth 1987; S.147). Kubarth nimmt eine genauere Unterteilung als zum Beispiel Noll vor, indem er die Andenregion noch von der Hochlandregion abgrenzt. Er unterstützt diese Einteilung durch das Faktum, dass es im Hochland Perus zum häufigen Verstummen der unbetonten und nebentonigen Vokale kommt, welche vor /n/ zudem auch nasaliert werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die sprachliche Entwicklung des Spanischen in Amerika sowie den Einfluss indigener Sprachen und legt die Struktur der Untersuchung fest.
2 Das Sprachgebiet Peru: Dieses Kapitel bietet einen allgemeinen Überblick über das geografische und ethnische Sprachgebiet Peru unter Berücksichtigung demografischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
3 Historischer Hintergrund und Sprachpolitik: Hier werden die historischen Epochen und die damit verbundenen sprachpolitischen Maßnahmen von der Prä-Inkazeit bis zur heutigen Zeit detailliert beleuchtet.
4 Das Spanische Perus: Das Kapitel widmet sich einer detaillierten linguistischen Analyse des peruanischen Spanisch auf den Ebenen der Phonetik/Phonologie, Morphosyntax und Lexik.
5 Quechua: Dieser Abschnitt stellt das Quechua als indigene Sprache vor, analysiert deren phonologische und strukturelle Merkmale, die soziokulturelle Lage sowie deren Rolle im Bildungssystem.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zur sprachlichen Divergenz des peruanischen Spanisch zusammen und reflektiert über das Spannungsfeld zwischen sprachlicher Vielfalt und dem Prozess hin zum Monolinguismus.
Schlüsselwörter
Spanisch in Peru, Quechua, Sprachpolitik, Indigene Sprachen, Sprachkontakt, Hispanisierung, Bilingualismus, Phonologie, Morphosyntax, Lexik, Andenspanisch, Sprachwandel, Soziolinguistik, Bildungssystem, Kulturkontakt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die sprachlichen Besonderheiten des Spanischen in Peru, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss und der aktuellen Situation des Quechua als bedeutender indigener Sprache liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die diachrone Sprachgeschichte, die sprachpolitische Entwicklung in der Kolonialzeit und Moderne, die linguistische Analyse peruanischer Varietäten sowie die soziokulturellen Bedingungen des Sprachgebrauchs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Sprachwandel des Spanischen in Peru aufzuzeigen, den Einfluss indigener Sprachen wie Quechua zu analysieren und zu untersuchen, warum die angestrebte gesellschaftliche Integration und Bilinguilität in der Praxis oft scheitern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die verschiedene linguistische Studien, historische Aufzeichnungen und statistische Daten zum Sprachgebrauch und dem Bildungssystem in Peru auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der historischen Hintergründe, die linguistische Untersuchung der phonologischen, morphosyntaktischen und lexikalischen Besonderheiten des Spanischen sowie die detaillierte Vorstellung der Struktur und gesellschaftlichen Situation des Quechua.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Spanisch in Peru, Quechua, Sprachkontakt, Hispanisierung, Bilinguilität und soziokulturelle Sprachprobleme charakterisiert.
Welchen Einfluss hatte die koloniale Sprachpolitik auf die heutige Situation?
Die koloniale Sprachpolitik, die oft auf eine instrumentelle Nutzung der indigenen Sprachen zur Hispanisierung abzielte, führte laut Arbeit zu einem Prestigeverlust des Quechua, der bis heute in einer Tendenz zum Monolinguismus zugunsten des Spanischen nachwirkt.
Wie verhält sich das Quechua in Bezug auf die Standardisierung?
Das Quechua leidet laut den Ergebnissen unter einer starken dialektalen Zergliedertheit, was die Etablierung einer überregionalen Referenzform erschwert und dazu führt, dass Sprecher im öffentlichen Raum die indigene Sprache oft zugunsten des Spanischen aufgeben.
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- Martin Fröhlich (Author), 2007, Das Spanische und das Quechua in Peru, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124951