Die Entstehung der deutsch-nationalen Bewegung


Seminararbeit, 2008
22 Seiten, Note: Sehr Gut

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INHALTSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

2 DIE ANFÄNGE

3 VON DEN LANDSMANNSCHAFTEN ZU DEN BURSCHENSCHAFTEN – DIE STUDENTISCHE KOMPONENTE DER DEUTSCHNATIONALEN BEWEGUNG
3.1 IDEOLOGIE UND ORGANISATION DER BURSCHENSCHAFTEN

4 DIE POLITISCHE ENTWICKLUNG DER DEUTSCHNATIONALEN IN ÖSTERREICH BIS 1914

5 ANALYSE DER ENTWICKLUNG DER DEUTSCHNATIONALEN BEWEGUNG IN DER HABSBURGER-MONARCHIE

6 DEUTSCHNATIONALISMUS UND ÖSTERREICHPATRIOTISMUS – EIN WIDERSPRUCH ?

7 EXKURS ZUM BEGRIFF LIBERAL

8 LITERATURLISTE

1 EINLEITUNG

Das Ringen um die Entstehung der ersten österreichischen Verfassung bzw. um die Einführung der allgemeinen, freien und geheimen Wahlen sowie der Grundrechte ist eng mit der deutschnationalen Bewegung verbunden. Insbesondere die deutschnational gesinnten Studenten waren es, die am lautesten die zuvor genannten Reformen und Rechte, insbesondere auf dem Boden der Habsburger-Monarchie, einmahnten. Gleichzeitig ist diese deutschnationale Bewegung durch eine ständig präsente Ambivalenz geprägt gewesen.

Einerseits forderte man tief greifende Veränderungen auf österreichischem Boden. Gleichzeitig lehnte man Österreich in seiner bestehenden Form ab. Die deutschnationale Bewegung war ideologisch und politisch weitestgehend auf Preußen und das Preußentum ausgerichtet. Nur ein Teil der in Österreich vorhandenen Burschenschaften und anderen deutschnational Gesinnten forcierte einen deutschsprachigen Gesamtstaat unter Führung der Habsburger.

Ein weiteres Charakteristikum, das die deutschnationale Bewegung von Anfang an prägen sollte, war der Antisemitismus, der sich wie ein roter Faden durch ihr politisches Wirken zog. In diesem Fall haben wir es jedoch nicht mit einem religiös motivierten, sondern neuerdings mit einem „rassischen“ Antisemitismus zu tun, der zwischen „höherwertigen“ und „minderwertigen“ Menschen unterscheidet. In diesem Zusammenhang prägen Begriffe, wie „Deutsch“ und „Undeutsch“ das deutschnationale Denken. Das „Deutsche“ wird dabei hochstilisiert, als perfektes Ideal dargestellt. Der deutsche Mann (nicht die Frau!) ist dabei eine Art Übermensch, der dazu bestimmt ist, die „minderwertigen Menschen“ zu dominieren und ihnen seine Wertvorstellungen zu diktieren.

In diesem Zusammenhang mutiert auch Frankreich zu einem wichtigen Feindbild der deutschnationalen Bewegung, da sowohl die Napoleonischen Kriege als auch der deutsch-französische Krieg wichtige identitätsstiftende Merkmale, insbesondere für die Burschenschaften darstellen.

Einher mit Antisemitismus und übersteigertem Deutschnationalismus geht auch eine starke Ablehnung des Einflusses der katholischen Kirche innerhalb des österreichischen politischen Geschehens. Jedoch wird auch in diesem Zusammenhang eine Ambivalenz deutlich, da die Deutschnationalen zwar die katholische, jedoch nicht die lutheranische Kirche ablehnen. Im Gegenteil: Martin Luther wird durch seine Bibelübersetzung ins Deutsche als „Einigendes Band der Deutschen“ von den Deutschnationalen verstanden.

Eine Beschäftigung mit der deutschnationalen Bewegung stellt also eine Herausforderung dar, da man sich mit einem Konglomerat von Widersprüchen beschäftigen muss. Diese Bewegung war einerseits liberal und progressiv und andererseits antisemitisch. Sie war zum einen antiklerikal und richtete sich gegen den Einfluss der Kirche in den Staat, zum anderen begrüßte sie das Wirken des evangelischen Kirchengründers Luther. Sie verstand sich in der Tat als patriotisch und lehnte gleichzeitig Österreich als unabhängigen Staat oder zumindest in seiner damals vorhandenen Form entschieden ab. Diese Widersprüche herauszuarbeiten und sie dabei in einen Kontext mit der Entstehung des deutschnationalen Gedankenguts und seinen tragenden Elementen zu stellen, ist dabei das vorrangige Ziel dieser Arbeit.

Folgende Fragen gibt es dabei zu beantworten:

Wo liegen die eigentlichen Wurzeln der deutschnationalen Bewegung?

Was genau sind die Burschenschaften? Welche Ziele verfolgten bzw. verfolgen sie und welche Rolle spielten sie insgesamt in dieser Bewegung?

Und die Konklusion, die daraus zu ziehen ist: Kann ein österreichischer Patriot deutschnational sein?

2 DIE ANFÄNGE

Europa war Ende des 18. Jahrhunderts durch die Konflikte zwischen dem Napoleonischen Frankreich und Koalitionen der europäischen Großmächte geprägt. Die französische Besetzung weiter Teile Europas wurde von den intellektuellen Kräften, insbesondere auf dem Gebiet des damals noch existierenden Heiligen Römischen Reiches sowohl positiv als auch negativ gesehen. Einerseits wurden zwar die Grundwerte der französischen Revolution und die Errungenschaften des napoleonischen Frankreichs begrüßt, andererseits jedoch die Unterwerfung unter französische Oberhoheit abgelehnt.[1]

Napoleons Ziel, nämlich Europa vollständig unter französische Hegemonie zu bringen, war de facto verwirklicht. Lediglich England führte einen erbitterten Kampf auf See gegen die französische Marine.

In Preußen formulierten verschiedene patriotische gesinnte Philosophen und Dichter den Wunsch nach einem Ende der französischen Besatzung und dem Entstehen eines neuen geeinten „Deutschen Vaterlandes“[2] [3]

Friedrich Ludwig Jahn, ebenfalls ein Preuße, versuchte hingegen durch sportliche Aktivitäten, insbesondere bei jungen Menschen, Anfang des 19. Jahrhunderts ein Bewusstsein für deutschnationale Anliegen zu erwecken. Jahn gehört auch zu den ersten, der einen Deutschtumsbegriff über Volk und Rasse definiert. Wenn er unter anderem meint:

„So ahnte ich in und durch Preußen eine zeitgemäße Verjüngung des alten ehrwürdigen deutschen Reiches und in dem Reich ein Großvolk, das zu Unsterblichkeit in der Weltgeschichte, […] wie hehre Bahn wandeln würde. […].

Deutschland, wenn es einig mit sich […] seine ungeheuren Kräfte entwickelt, kann einst der Begründer des ewigen Friedens in Europa und der Schutzengel der Menschheit sein. Österreich [dagegen] ist ein zu großer Völkermang, wo, mit Ramler zu reden, die Wohlfahrt des Herrschers in sieben Sprachen erfleht wird. […]. Alle Zeit wird es den Österreichern misslingen, ihre Staatsbürger zu verdeutschen, […][4]

Nicht nur, dass Jahn zwischen den hoch stehenden Deutschen und dem „Völkermang“ in Österreich unterscheidet. Diese Aussage kann mit Sicherheit als eine der Grundlagen für einen starken Minderwertigkeitskomplex des österreichischen Zweiges der deutschnationalen Bewegung angesehen werden. Ein Minderwertigkeitskomplex des „rassisch, durchmischten Österreichers“ gegenüber dem „reinrassigen, verherrlichten Preußen“. Anders ausgedrückt: Die in dieser Aussage Jahns gezeigte Überheblichkeit gegenüber Österreich wird von seinen österreichischen, man könnte fast sagen, Jüngern, nicht nur hingenommen, sondern sogar verinnerlicht werden.

Wie bereits erwähnt, wird der Preuße von vielen Deutschnationalen idealisiert und der Österreicher als „schwach“, „ungenau“ und „undiszipliniert“ verstanden, der sich nach dem perfekten preußischen Ideal zu orientieren hätte.

Die Napoleonischen Kriege führen jedoch nicht nur zu Widerstandshandlungen auf philosophischer Ebene, sondern auch zu einer Veränderung des Studententums.

3 VON DEN LANDSMANNSCHAFTEN ZU DEN BURSCHENSCHAFTEN – DIE STUDENTISCHE KOMPONENTE DER DEUTSCHNATIONALEN BEWEGUNG

Bereits in den 1790-ern hatten sich unpolitische Zusammenschlüsse von Studenten gebildet, die sich entweder „Landsmannschaft“ oder „Korps“ nannten. Studieren war zu dieser Zeit wesentlich komplizierter und auch gefährlicher, als in der Gegenwart. Es machte nämlich oftmalige Ortswechsel notwendig und zudem war der Student nicht davor gefeit, im Zuge seiner Anreisewege zu den Universitäten Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden. Aus diesem Grund hatten die Studenten neben Adel und Militär das Recht erworben, Waffen zu tragen. Um sich gegenseitig besser schützen zu können, organisierten sich Studenten, die zumeist aus einem gemeinsamen geografischen Gebiet stammten, in studentischen Organisationen, unter anderem, um gemeinsam den Waffengebrauch zu trainieren. Die Napoleonischen Kriege führten jedoch dazu, dass diese im Waffengebrauch geübten Studenten anfingen, sich in so genannten „Freikorps“ zu organisieren und innerhalb dieser Freikorps den Kampf gegen die französischen Truppen aufzunehmen. Dieser militärische Kampf der Studenten gegen Frankreich führte zu einer politischen Ideologisierung des organisierten Studententums. Der Wunsch nach einem freien und geeinten „Deutschen Vaterland“ wurde verknüpft, mit der Darstellung Frankreichs als Feindbild.

Keimzelle der ersten Burschenschaft ist das „Lützowsche Freikorps“.[5]

Diese erste derartige Burschenschaft wurde am 12. Juni 1815 in Jena, im deutschen Bundesland Thüringen, gegründet. Die Farben des „Lützowschen Freikorps“ waren schwarz, rot, gold, welche von allen deutschnationalen Burschenschaften übernommen werden.

Eine ihrer primären Forderungen war die Lösung der so genannten „deutschen Frage“, welche ihrer Meinung nach auf dem Wiener Kongress 1815, der Europa nach dem Ende der napoleonischen Kriege neu ordnete, ungelöst geblieben war. Die Burschenschaften gewannen in den ersten Jahren ihrer Entstehung sehr schnell an Anhängerschaft. Vom 18. bis 19. Oktober 1817 trafen sich Studenten aus allen protestantischen Universitäten des Deutschen Bundes zum so genannten Wartburgfest, das als eine Gedenkkundgebung für Martin Luther bzw. die fünf Jahre zurück liegende Völkerschlacht bei Leipzig getarnt war, jedoch in Wirklichkeit eine deutschnationale Kundgebung war. Ein Jahr später, am 18. Oktober 1818, schlossen sich Burschenschafter aus 14 protestantischen Universitäten zur „Allgemeinen Deutschen Burschenschaft“ zusammen und legten in der Denkschrift „Grundsätze und Beschlüsse des 18. Oktobers“ ihre Forderungen nieder. Darin forderten sie die Errichtung eines deutschsprachigen Gesamtstaates, die bereits erwähnten Grundrechte sowie die Umwandlung der absoluten Monarchien, die zu diesem Zeitpunkt auf den Territorien der meisten deutschsprachigen Territorialstaaten vorhanden waren, in parlamentarische.[6]

Die Burschenschaften beließen es jedoch nicht dabei, ihren Forderungen lediglich mit Schriften und Publikationen Nachdruck zu verleihen, sondern wurden in ihrem Wesen ständig radikaler. Diese Radikalität veranlasste die Regierungen der Teilstaaten des auf dem Wiener Kongress gegründeten „Deutschen Bundes“, Maßnahmen gegen die deutschnationalen Studentenbewegungen zu ergreifen. Als am 23. März 1819 der deutsche Dramatiker August von Kotzebue durch den Burschenschafter Karl Ludwig Sand ermordet wurde, wurden die Regierungen auf Betreiben des österreichischen Staatskanzlers Klemens Fürst von Metternich aktiv. Im August 1819 beschlossen sie die Maßnahmen zur Unterdrückung aller „Demagogischen Umtriebe“. Nicht nur die Ermordung Kotzebues, auch die zunehmende Agitation der Deutschnationalen gegen die europäischen Herrscherhäuser und das bereits erwähnte Polemisieren gegen Österreich führten dazu, dass diese so genannte „Demagogenverfolgung“ mit zum Teil sehr radikalen Methoden durchgeführt wurde.

Zum einen wurden die Burschenschaften durch die Geheimpolizei der verschiedenen Teilstaaten infiltriert, zum anderen kam es zu groß angelegten Verhaftungsaktionen. Die Einschränkung der Deutschnationalen führte letztendlich auch zu einer verstärkten Zunahme der Emigration selbiger zumeist in die Vereinigten Staaten.

Diese Emigration nahm dann schlagartig zu, als die „Frankfurter Nationalversammlung“ 1848 gescheitert war. Diese hatte unter Vorsitzführung von Erzherzog Johann von Österreich versucht, einen deutschsprachigen Gesamtstaat auf parlamentarischer Ebene zu schaffen. Ein Großteil der bei der „Frankfurter Nationalversammlung“ anwesenden Parlamentarier waren im Übrigen Burschenschafter.[7]

Die Revolutionen des Jahres 1848 sind zwar auch in Österreich vielfach von Studenten getragen, allerdings kommt es erst nach dem Ende dieser Revolution zur Gründung von, nach deutschem Vorbild, organisierten Burschenschaften.[8]

Das Ausscheiden Österreichs aus dem Deutschen Bund nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866 führte nun zu einer Radikalisierung der österreichischen Burschenschaften.[9]

3.1 IDEOLOGIE UND ORGANISATION DER BURSCHENSCHAFTEN

Das Weltbild der Burschenschaften ist bis zum heutigen Tag, insbesondere in Österreich, stark durch die Lehren des erwähnten Friedrich Ludwig Jahn geprägt. Um sie besser verstehen zu können, lohnt es sich, erneut seine Schriften zu zitieren. Jahn bemerkt zum Thema Rasse unter anderem Folgendes:

„Mischlinge von Tieren haben keine echte Fortpflanzungskraft und ebenso wenig Blendlingsvölker ein eigenes volkstümliches Fortleben. Es lässt sich ein Edelauge in den Wildling setzen, ein Edelreis auf einen Wildstamm. Die Geschichte mag mit Beispielen dieses Bild anpassen. Aber das immer wieder Überpfropfen taugt nicht in der Baumschule und in der Völkerzucht noch weit weniger. Wer die Edelvölker der Erde in eine einzige Herde zu bringen trachtet, ist in Gefahr, bald über den verächtlichsten Kehricht des Menschengeschlechts zu herrschen. […]. Je reiner ein Volk, je besser. Je vermischter, je bandenmäßiger [minderwertiger].“[10]

Einher mit dem rassischen Denken geht auch eine Ausländerfeindlichkeit Jahns, die er folgendermaßen formuliert:

„Wer seinen Kindern die französische Sprache lehren lässt, ist ein Irrender. Wer darin beharrt, sündigt gegen den Heiligen Geist. Wenn er aber seinen Töchtern französisch lehren lässt, ist das ebenso gut, als wenn er ihnen Hurerei lehren lässt.“[11]

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, ist diese Ideologie prägend für die deutschnationale Bewegung und wird insbesondere von den österreichischen Burschenschaftern teilweise bis zum heutigen Tag verinnerlicht. Ein weiteres Charakteristikum der österreichischen Burschenschaften ist die so genannte Pflichtmensur, ein Duell, das mit degenähnlichen Hiebwaffen durchgeführt wird, bei dem es zu schweren Verletzungen kommen kann und das bis zum heutigen Tag von den Burschenschaften praktiziert wird.

Hervorgegangen ist diese Mensur aus den bereits erwähnten Trainingseinheiten, die die Studenten bereits Ende des 18. Jahrhunderts als Waffen tragende Zunft untereinander absolvierten. Da sich die Burschenschaften sehr bald als eine verschworene Gemeinschaft sahen, die sich auch aufgrund der Verfolgung durch die „Karlsbader Beschlüsse“ bedroht sahen, führten sie dieses Ritual als eine Art „Gesinnungsprobe“ ein, die überzeugte Mitglieder von „Mitläufern“ trennen sollte. Zur damaligen Zeit war es jedoch auch üblich, dass zwischen den Burschenschaftern Duelle ausgetragen wurden, die dann zumeist einen tödlichen Ausgang hatten.[12]

Bei den Burschenschaftern bildete sich zudem eine streng hierarchische Struktur aus, die wenig mit dem liberalen Ursprungsgedankengut der Frankfurter Nationalversammlung gemeinsam hatte. Die Burschenschafter teilten ihre Mitglieder in so genannte „Füxe“, „Burschen“ und „Alte Herren“ ein. „Füxe“ waren (und sind) Neumitglieder, die zumeist niedrige Tätigkeiten erfüllen mussten und von höherrangigen Burschen mit diesen Tätigkeiten beauftragt werden konnten. Die „Burschen“ wiederum waren Vollmitglieder, die bereits eine gewisse Anzahl von Mensuren absolviert hatten und zudem eine Anzahl von Aufgabenstellungen und Prüfungen erfolgreich hinter sich bringen konnten. Zudem war ein Burschenschafter verpflichtet, sein Studium innerhalb der kürzestmöglichen Zeit zu absolvieren. Bis zum heutigen Tag sind die „Burschen“ die tragende Säule einer jeden Burschenschaft.

Als „Alte Herren“ versteht man jene Burschenschafter, die ihr Studium erfolgreich abgeschlossen hatten und nicht mehr vollständig in den Aktivbetrieb ihrer Burschenschaft eingebunden waren (bzw. sind).[13]

In ihrer Entstehung waren die Burschenschaften in Österreich, wie der Name schon sagt, ein Männerbund, bei dem Frauen unerwünscht waren.

Letztendlich ist die gesamte Entstehungsgeschichte der deutschnationalen Bewegung und somit auch der Burschenschaften ausschließlich von Männern geprägt gewesen.[14]

Die heute von den Burschenschaftern vorgebrachten Argumente, dass sie auch liberale und demokratische Aspekte in ihrer Ideologie beinhaltet haben, sind insofern nicht ganz richtig, da sich die Burschenschaften in Österreich, wie gesagt, nach der Revolution von 1848 konstituieren.

4 DIE POLITISCHE ENTWICKLUNG DER DEUTSCHNATIONALEN IN ÖSTERREICH BIS 1914

Nach 1866 bzw. 1871 (Gründung des Bismarckreiches) lassen sich in Österreich innerhalb der deutschnationalen Bewegung zwei Strömungen heraus lesen:

Die Alldeutschen:

Diese standen unter der Führung von Georg Ritter von Schönerer. Schönerer, Sohn eines geadelten Ingenieurs, war ein überzeugter Anhänger der Gründung eines deutschsprachigen Gesamtstaates unter Einbeziehung Österreichs. Er wandte sich in seiner Ideologie gezielt gegen die Gleichberechtigung von Ungarn und Slawen innerhalb Österreichs, und war Verfechter eines radikalen Antisemitismus.

Die „Alldeutschen“ wandten sich in ihrer Ideologie grundsätzlich gegen Kapitalismus, Marxismus, Klerikalismus und gegen die Habsburgerdynastie. Am zweiten Juni 1882 gab sich die Alldeutsche Bewegung einen ersten organisatorischen Rahmen. Schönerers Antisemitismus veranlasste jedoch jüdisch stämmige Österreicher, wie Viktor Adler, die Alldeutsche Bewegung zu verlassen und sich politisch zu verselbstständigen.

Anfangs noch populär wurde der Einfluss der Alldeutschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts stetig geringer.

Die Deutsch-Liberalen:

Aufgrund des Umstandes, dass sich Schönerers Alldeutsche immer mehr radikalisierten, kam es zu verschiedenen Parteienspaltungen und Abspaltungen von seiner Bewegung. Unter anderem kam es zur Bildung von liberalen und linken Kräften, die sich in den Deutsch-Liberalen wiederfanden.

Diese versuchten an die ursprüngliche Ideologie der deutschnationalen Bewegung Anfang des 19. Jahrhunderts anzuknüpfen und konnten auch zum Teil beachtliche Erfolge bei Reichsratswahlen verzeichnen.[15] Wie auch innerhalb der Alldeutschen kam es innerhalb der Deutschliberalen zu verschiedensten Spaltungen und Abspaltungen und 1895 kam es letztendlich zu ihrer Auflösung.[16]

Die Entwicklung der deutschnationalen politischen Parteien zeigt, dass sie bereits zu ihrer Entstehung in Österreich von ständiger Instabilität geprägt waren.[17] Diese Instabilität führte letztendlich auch dazu, dass die Deutschnationalen ihre tatsächliche Stärke im Reichsrat nie ausspielen konnten, da sie untereinander, wie gesagt, permanent zerstritten waren.[18]

Geeint waren die Deutschnationalen lediglich in der Frage, wie mit den nicht deutschsprachigen Völkern des Habsburger Reiches umzugehen sei, nämlich dass sie in ihren Rechten möglichst beschnitten werden sollten. Dabei trugen die Deutschnationalen vielfach zu einer Verschärfung des Nationalitätenkonfliktes innerhalb Österreich, Ungarn bei, was letztendlich auch zum Attentat von Sarajevo und zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führte. Die Deutschnationalen begrüßten vielfach den Ausbruch des Krieges, forderten bedingungslose Bündnistreue zum „Bruderstaat“, dem Deutschen Reich und sahen den Krieg als Kampf des „Deutschtums“ gegen die „Slawen“.[19]

5 ANALYSE DER ENTWICKLUNG DER DEUTSCHNATIONALEN BEWEGUNG IN DER HABSBURGER-MONARCHIE

Charakteristisch für die Entstehung der Deutschnationalen innerhalb des alten Österreichs ist, dass der Ursprung ihrer Bewegung nicht in Österreich zu finden ist, er liegt vielmehr im protestantisch geprägten Norden Deutschlands. Die deutschnational gesinnten Studenten und Parteien haben also ein Vorbild imitiert, dieses Vorbild zugleich radikalisiert und versucht, es auf österreichische Verhältnisse „zuzuschneiden“. Burschenschaften, als auch deutschnationale Parteien (wobei es hier natürlich zahlreiche Überschneidungen gab) hatten das gemeinsame Ziel, Österreich in einen deutschsprachigen Gesamtstaat aufgehen zu lassen. Hatten die österreichischen Vertreter in der Frankfurter Nationalversammlung noch dafür plädiert, dass die Habsburger innerhalb dieses neu zu schaffenden Staatsgebildes die Führungsrolle übernehmen sollten, so änderte sich dieser Anspruch nach 1866. Die deutschnationalen Parteien waren in der Habsburger Monarchie zum überwiegenden Teil antihabsburgisch eingestellt und strebten sogar die Abschaffung der Dynastie des Hauses Habsburg an. Wie bereits einleitend erwähnt, verstanden sie Österreich nicht als etwas Positives, etwas zu Verteidigendes. Die Ideologie Friedrich Ludwigs Jahns und anderer preußischer Philosophen bzw. Theoretiker war nicht keinesfalls proösterreichisch und die Deutschnationalen folgten deren Auffassung. Da spielte es keine Rolle, dass die Habsburger Monarchie gemeinsam mit anderen Mächten das napoleonische Frankreich besiegt hatte. Es spielte keine Rolle, dass Österreich-Ungarn international über einen ausgezeichneten Ruf verfügte und es spielte auch keine Rolle, dass sich die überwiegende Mehrheit der deutschsprachigen Bewohner mit diesem Staat identifizieren konnten.

Im österreichischen Kontext bedeutete deutschnational zu sein, das Einnehmen einer de facto staatsfeindlichen Haltung gegenüber Österreich.

Und auch wenn die Vertreter der Frankfurter Nationalversammlung unter dem liberal gesinnten Erzherzog Johann von Österreich sicherlich nicht mit den radikalen Ausformungen Schönerers gleichzusetzen sind – auch sie lehnten den Fortbestand Österreichs als souveränen Staat ab. Die Bildung eines deutschsprachigen Gesamtstaates hätte nämlich nur dann Österreich inkludiert, wenn es auf seine nicht deutschsprachigen Gebiete verzichtet hätte.[20]

Eine wichtige Komponente der deutschnationalen Bewegung bildete letztlich auch der erwähnte Rassismus. Zuerst war es ein Rassismus bzw. eine Fremdenfeindlichkeit, die sich gegen das Feindbild der Deutschnationalen, nämlich Frankreich wendete. Frankreich, dass die deutschsprachigen Staaten besiegt hatte, wurde als Unterdrücker des „Deutschen Volkes“ empfunden. Nach der Niederlage Frankreichs und der Bildung eines losen, aber doch funktionstüchtigen Verbandes deutschsprachiger Staaten, war den Deutschnationalen von heute auf morgen das Feindbild „verloren“ gegangen. Also war es nötig, sich ein neues Feindbild zu suchen bzw. es sich zu erschaffen. Dieses Feindbild war in erster Linie Fürst Metternich. Metternich, der auf dem Wiener Kongress Verhandlungsgeschick bewiesen hatte und dessen Aktionen gegen die Burschenschaften aus staatspolitischer Sicht nicht völlig unklug waren, eignete sich natürlich aufgrund der Härte seiner so genannten „Demagogenverfolgung“ ideal als Feindbild. 1848 war auch dieses Feindbild nicht mehr verfügbar. Und so waren insbesondere die Deutschnationalen auf dem Boden Österreichs gezwungen, sich erneut auf die „Suche“ zu machen. Sie fanden dieses Feindbild bzw. die Feindbilder in ihren eigenen Landsleuten, die eben nicht Deutsch, sondern Ungarisch, Tschechisch, Slowakisch, Slowenisch, etc. sprachen oder der jüdischen Religion angehörten.

Zudem fanden sie letztendlich in sich selber Feindbilder und bekämpften sich innerhalb ihrer eigenen politischen Bewegung, was zu ihrer Selbstzerfleischung und Schwächung führte. Die Realpolitik überließ man dabei zumeist den anderen bedeutenden politischen Kräften, vor allem den Sozialdemokraten und den Christlichsozialen. Dies, trotz der erwähnten Stärke, über die die deutschnationalen Parteien im österreichischen Reichsrat verfügten.

Man kann also die Deutschnationalen bereits zum Zeitpunkt ihrer Entstehung in Österreich als eine größtenteils populistische Partei ansehen, einer Partei, der es in erster Linie darum ging, Feindbilder aufzubauen, Ängste zu schüren und aus diesen Ängsten politisches Kapital zu schlagen. Es gelang ihnen dabei selten, anstatt Feindbilder, Probleme zu thematisieren und zur Lösung selbiger beizutragen. Dadurch, dass die Deutschnationalen nicht unwesentlich dazu beitrugen, dass Konflikte zwischen den deutschsprachigen Österreichern und den anderen Völkern des Reiches entstanden, spielten sie letztendlich den Gegnern Österreichs in die Hände. Für all jene, die sich von einer Eskalation der Nationalitätenkonflikte und des Zerfalls Österreich, Ungarns territoriale Zuwächse bzw. eine Machtverschiebung zu ihren Gunsten erhofften, waren die Deutschnationalen (Studenten, Parteien) natürliche Verbündete.

6 DEUTSCHNATIONALISMUS UND ÖSTERREICHPATRIOTISMUS – EIN WIDERSPRUCH ?

Auf den vorhergehenden Seiten ist die Ideologie der Deutschnationalen im Habsburgerreich bereits mehrfach behandelt worden.

Ursprung dieser Ideologie war, wie gesagt, Preußen. Die Deutschnationalen fühlten sich den Preußen unterlegen und versuchten, diese angebliche Unterlegenheit auch den übrigen Österreichern zu vermitteln. Gleichzeitig verstanden sich die Deutschnationalen aber als Patrioten.[21] Es gab sehr wohl auch bei Deutschnationalen den Wunsch, produktiv am Gemeinwesen mitzuarbeiten und sich in Selbiges einzubringen. Gleichzeitig gab es aber auch diese erwähnte ständige Ambivalenz gegenüber Österreich. Die Deutschnationalen haderten mit dem Land, in dem sie lebten und mit seinen gesellschaftlichen und politischen Strukturen. Nur ging es ihnen dabei nicht um Reformen, es ging ihnen um Revolution. Wobei es sich hier nicht um eine Revolution im Sinne einer tief greifenden Veränderung handelte. Ihr Ziel war es, Österreich auszulöschen. Nach ihrer Vorstellung hätte das Land auf zwei Arten aufgehört, zu existieren. Entweder wäre es ein dominanter Teilstaat innerhalb eines „Deutschen Reiches“ geworden, aber eben nur ein Teilstaat. Dieser Teilstaat hätte keinerlei Souveränität besessen. Er hätte nicht über sein eigenes Schicksal entscheiden können, sondern dieses Schicksal wäre von anderen bestimmt worden. Ein österreichischer Teilstaat innerhalb eines deutschsprachigen Gesamtstaates hätte alle (oder so gut wie alle) nicht deutschsprachigen Gebiete wahrscheinlich in die Unabhängigkeit entlassen müssen. Und auch wenn die Habsburger in diesem Staat die Führungsrolle übernommen hätten, sie hätten letztendlich in dieser föderalen Struktur ebenfalls an Macht verloren.

Innerhalb des Habsburgerreiches waren die Deutsch sprechenden Österreicher die stärkste Bevölkerungsgruppe, innerhalb eines deutschen Reiches wären sie gegenüber den Preußen sehr bald in der Minderheit gewesen.

Die zweite Möglichkeit, auf welche Art und Weise Österreich laut Vorstellung der Deutschnationalen zum Existieren aufgehört hätte, wäre die gewesen, dass das Land überhaupt keinerlei besondere Stellung innerhalb des deutschsprachigen Staatengebildes gehabt hätte. Denn dann wären auch die Habsburger nicht mehr das dominierende Herrschergeschlecht gewesen. Das heißt, dass Österreich also nicht nur fremdbestimmt, sondern ohnmächtig gewesen wäre, da das politische, aber auch demographische Zentrum des neuen Staates dann weit außerhalb seiner Grenzen gelegen wäre.

Diese zweite Variante ist nicht zuletzt auch Ausdruck Jahnscher Ideologie, wie sie von den deutschnationalen Österreichern interpretiert wurde. Der den Preußen“ unterlegene Österreicher“ gibt sich den „überlegenen starken Preußen hin“ und verzichtet freiwillig auf sämtliche Privilegien, ja eigentlich auf fast alle Formen der Selbst- und Mitbestimmung.

Österreich wäre dann nur noch ein Name gewesen und 1938 waren die Deutschnationalen bereit, sogar auf diesen zu verzichten.

Wenn man nun Patriotismus wertfrei als eine positive Einstellung gegenüber dem eigenen Land verstehen will, zu dessen Geschichte, Identität und Gesetzen man sich bekennt, so kann man die Einstellung, die die deutschnationalen Studentenbewegungen und Parteien ihrem eigenen Land entgegen brachten, sicherlich nicht als „patriotisch“ definieren. Ein Patriot kann ein Revolutionär sein. Er kann die Abschaffung einer Herrschaftsform fordern. Er kann für tief greifende umfassende Reformen im Staatswesen eintreten. Nur eines kann ein Patriot, zumindest nach Meinung des Autors nicht, nämlich den Wunsch zu hegen, den Staat, zu dem er sich angeblich patriotisch bekennt, abzuschaffen.

Die Frage, die sich abschließend stellt, warum hatten und haben vielfach bis heute die Deutschnationalen diese Einstellung – dass sie sich einerseits für Patrioten halten und andererseits aber einen souveränen, österreichischen Staatsgedanken ablehnen.

Einige Antworten auf diese Frage liegen außerhalb der Politikwissenschaft und nach Meinung des Autors innerhalb der Psychologie.

Zum anderen darf nicht völlig vergessen werden, dass auch preußischer- bzw. deutscherseits Interesse bestanden hat, das politische Geschehen in Österreich zu beeinflussen.[22] Die Deutschnationalen hatten daher mit hoher Wahrscheinlichkeit Unterstützer und Gönner innerhalb Preußens und dort auch innerhalb des Hohenzollern Geschlechts. Daher muss in diesem Zusammenhang auch eine außenpolitische Komponente berücksichtigt werden.

Fazit: Wer deutschnational fühlt, kann nicht österreichpatriotisch denken.

7 EXKURS ZUM BEGRIFF LIBERAL

Da beim vorangegangenen Kapitel auch von „Deutschliberalen“ die Rede war bzw. das liberale Element innerhalb der deutschnationalen Ideologie eine Rolle spielt, soll nun in diesem Exkurs der Begriff „liberal“ näher erörtert werden.

Grundsätzlich lässt sich der „Liberalismus“ in zwei Strömungen einteilen: Zum einen existierte mit der britischen Strömung ein sehr stark wirtschaftsorientierter Liberalismus, der eine sehr starke kapitalistische Note beinhaltete. Der Fleißige und Tüchtige sollte dabei alle Möglichkeiten eröffnet bekommen, durch harte Arbeit möglichst viel Profit zu machen. Zentrum dieser Strömung war das englische Manchester („Manchesterkapitalismus“).

Die französische Strömung des Liberalismus war hingegen wesentlich mehr gesellschaftspolitisch orientiert. Ihr Ziel waren die privaten Freiheiten des Menschen gegenüber dem Staat, wie Redefreiheit, Pressefreiheit, etc. Diese liberale Strömung hatte, nicht zuletzt auch durch die französische Revolution, einen größeren Einfluss auf die deutschnationale Bewegung als ihr britisches Gegenstück. Diese grundsätzlich radikalere Ausformung des Liberalismus war antiklerikal geprägt und führte in Frankreich letztendlich zu einer Terrorherrschaft.[23]

8 LITERATURLISTE

Rolf-Joachim Baum (Hg.): „Wir wollen Männer, wir wollen Taten!)“ Deutsche Corpsstudenten 1848 bis heute; Berlin 1998.

Johannes Berchtold/Fritz Simhandl (Hg.): Österreichische Parteiprogramme 1869 bis 1966; Wien 1967.

Julius Braunthal: Victor und Friedrich Adler. Zwei Generationen Arbeiterbewegung; Wien 1965. [Hinweis: Mit Arbeiterbewegung ist die sozialistische Partei und nicht die Bewegung der Arbeiter gemeint].

Oskar Dolch: Geschichte des Deutschen Studententums; von der Gründung der deutschen Universitäten bis zu den deutschen Freiheitskriegen.

Dieter Grillmayer: National und liberal. Die Geschichte der Dritten Kraft in Österreich; Wien 2006.

Friedrich Heer: Der Kampf um die österreichische Identität; Wien 2001.

Georg Heer: Geschichte der Deutschen Burschenschaft. 2. Band: Die Demagogenzeit. Von den Karlsbader Beschlüssen bis zum Frankfurter Wachensturm. (1820 bis 1833); Heidelberg 1965.

Rolf Reichart: Das Blut der Freiheit. Französische Revolution und demokratische Kultur; Frankfurt a. Mai 2002.

Rainer Hering: Konstruierte Nation. Der Alldeutsche Verband 1890 bis 1933; Hamburg 2004.

Lucian O. Meysels: Victor Adler; Wien 1997.

Photomechanischer Nachdruck der Ausgabe Brockhaus Leipzig 1858; Graz 1968.

Eberhard Weiß: Der Durchbruch des Bürgertums. 1789 bis 1847; München 2003.

Eduard Winter: Frühliberalismus in der Donaumonarchie. Religiöse, nationale und wissenschaftliche Strömungen von 1790 bis 1868; Berlin 1968.

[...]


[1] Microsoft Encarta 2008/Napoleonische Kriege/Französische Revolution; USA 2007.

[2] Ebda.

[3] Beispielsweise Johann Gottlieb Fichte, Friedrich von Schiller.

[4] Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes: Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus. Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe ; Wien 1994. S. 300.

[5] Gisela Kniese/Arndt Kniese: Die Entstehung der deutschen Burschenschaft; Wartburgradion 2002.

[6] Microsoft Corporation: Microsoft Encarta 2008/Burschenschaften; USA 2007. Gisela Kniese/Arndt Kniese: Die Entstehung der deutschen Burschenschaft; Wartburgradio 2002.

[7] Ebda.

[8] Beispielsweise die Burschenschaft Olympia, die am 10. November 1859 gegründet wurde und somit zu den ältesten in Österreich zählt.

[9] Die gängige historische Bezeichnung „Deutscher Krieg“ für die Auseinandersetzung zwischen Österreich mit seinen Verbündeten und Preußen wird vom Autor aufgrund von Ungenauigkeit abgelehnt.

[10] Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes: Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus. Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe; Wien 1994. S. 302.

[11] Ebda S. 304.

[12] Beispielsweise existierte während des Wartburgfestes ein „Duellverbot“ für alle Teilnehmer.

[13] Gisela Kniese/Arndt Kniese: Die Entstehung der Deutschen Burschenschaft; Wartburgradio 2002. Der Autor hat mit Angehörigen der Burschenschaft Olympia und der sudetendeutschen Damengilde „Edda“ im Zuge eines Entstehungsprozesses einer Proseminararbeit aus dem Jahr 2003 diverse Interviews geführt und ist über deren Riten und Struktur dadurch informiert.

[14] Erst Mitte des 20. Jahrhunderts werden eigene deutschnationale Damenverbindungen gegründet.

[15] 1891 wurden die Liberalen nach den Wahlen mit 100 Reichsratsitzen stärkste Kraft.

[16] Alfred Gerstl: Die Entstehung und Entwicklung des liberalen Forums (LiF) 1993/94. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Grund- und Integrativwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien; S. 58/59.

[17] Auch andere politische Parteien waren in der Habsburger-Monarchie deutschnational eingestellt. Allerdings bildete dieser Deutschnationalismus kein derart zentrales ideologisches Fundament, wie bei Alldeutschen oder Deutschliberalen.

[18] Gerhard Steininger: Steininger: Das Dritte Lager. Aufstieg nach dem Fall? Wien 2007. S. 14.

[19] Dies führte unweigerlich zur Schwächung des österreichischen Heeres, da innerhalb der Streitkräfte der Habsburger Monarchie die Deutschnationalen die Minderheit bildeten.

[20] Dies war der Hauptgrund für den intensiven Streit zwischen „Großdeutschen“ und „Kleindeutschen“ bei der Frankfurter Nationalversammlung.

[22] Beispielsweise lehnte der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer noch 1955 den österreichischen Staatsvertrag mit der Begründung ab, dass Deutschland dann in Österreich „an Einfluss verlieren würde“.

[23] Alfred Gerstl: Die Entstehung und Entwicklung des liberalen Forums (LiF 1993/1994). Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Grund- und Integrativwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien; Wien 1998. S. 6/7. Zur britischen Form des Liberalismus ist noch zu bemerken, dass hier sicherlich auch das protestantische Denken eine Rolle spielt, das insbesondere im Kalvinismus anzutreffen ist. Der Fleißige und Tüchtige wird auch von Gott begünstigt.

22 von 22 Seiten

Details

Titel
Die Entstehung der deutsch-nationalen Bewegung
Hochschule
Universität Wien
Veranstaltung
Seminar: Politisches System der Habsburger-Monarchie
Note
Sehr Gut
Autor
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V124954
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine kritische Analyse der Entstehung und Entwicklung der deutschnationalen Bewegung in Österreich.
Schlagworte
Entstehung, Bewegung, Seminar, Politisches, System, Habsburger-Monarchie
Arbeit zitieren
Philipp Depisch (Autor), 2008, Die Entstehung der deutsch-nationalen Bewegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124954

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