Vielfältige organisatorische Änderungen, u.a. die Prozessorientierung, verlangen Anpassungen der IT, um neuen Herausforderungen, wie unternehmensübergreifende Zusammenarbeit, gewachsen zu sein. Die Organisation gilt dabei als Treiber für die IT und umgekehrt.
Die Globalisierung und Konsolidierung der Märkte und die damit verbundenen Produktivitätssteigerungen der Unternehmen zwingen die IT, sich ständig zu wandeln. Im Gegensatz zu funktionsorientierter Software etablieren die meisten Unternehmen bereits das Prozessdenken. Außerdem sind Unternehmen immer mehr gefordert, flexibel auf Änderungen der Märkte zu reagieren, was ein hohes Maß an Integration, nicht nur im Unternehmen, sondern auch über Unternehmensgrenzen hinweg bedeutet. Mit den Einsatz einer Serviceorientierten Architektur (SOA) scheint dieser Quantensprung durch die Verwendung neuer Informationssysteme, wie ERP II, nun möglich zu sein. Dies wirkt sich auf die Informationsstrategie eines Unternehmens aus und trägt somit zur Weiterentwicklung bei. Die sich hinter einem Hype befindliche Web-Service Technologie beeinflusst den Trend der Service-Orientierung dabei maßgeblich.
Es gilt nun im Rahmen dieser Arbeit herauszustellen, ob es sich bei der Verwendung einer SOA um ein neues Paradigma für die Entwicklung von Standardsoftware (SSW) handelt.
Dazu werden im ersten Teil der Arbeit Begrifflichkeiten im Rahmen von SSW, sowie mögliche Architekturen und verschiedene Standardsoftwarekonzepte näher betrachtet. Im Anschluss daran wird im zweiten Abschnitt das Konzept einer Serviceorientierten Architektur erläutert und am Beispiel von Web Services näher gebracht. Daraufhin wird auf die Bedeutung von SOA in Bezug auf Integrationsmöglichkeiten eingegangen. Bevor die Betrachtung der SOA als Paradigma und der Ausblick für zukünftige Entwicklungen stattfindet, werden die Auswirkungen auf betriebswirtschaftliche SSW, deren Entwicklung in Richtung ERP II sowie die Entwicklung am Beispiel der SAP aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Standardsoftware
2.1 Betriebswirtschaftliche Standardsoftware
2.2 Softwarearchitekturen für SSW
2.2.1 Mainframe – Architektur
2.2.2 Client-Server Architektur
2.3 Historische Entwicklung betriebswirtschaftlicher SSW
2.3.1 Material Requirement Planning (MRP)
2.3.2 Material Resource Planning (MRP II)
2.3.3 Enterprise Resource Planning (ERP)
3 Serviceorientierte Architektur – Ein neues Architekturkonzept
3.1 Bisherige Probleme
3.2 Vision
3.3 SOA- im Detail
3.3.1 Begriffsbestimmung
3.3.2 Aufbau und Kernelemente
3.3.3 Forderungen und Eigenschaften einer SOA
3.4 Umsetzung mit Web Services
3.4.1 Begriffsbestimmung
3.4.2 Kernelemente und Protokolle
3.5 Nutzen und Probleme
4 Integration
4.1 Allgemein
4.2 Enterprise Integration
4.3 Cross-Enterprise-Integration ( B2B & B2C)
5 Auswirkung auf betriebswirtschaftliche SSW
5.1 Web Services als Enabler für ERP II
5.2 Einführung einer SOA am Beispiel der SAP
6 Fazit
6.1 Paradigma
6.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob die Serviceorientierte Architektur (SOA) als neues Paradigma für die Entwicklung betriebswirtschaftlicher Standardsoftware betrachtet werden kann. Dabei wird analysiert, wie SOA und Web Services zur Lösung von Integrationsproblemen in Unternehmen sowie über Unternehmensgrenzen hinweg beitragen und welchen Einfluss dies auf die Entwicklung hin zu ERP II Systemen hat.
- Grundlagen betriebswirtschaftlicher Standardsoftware und historischer Entwicklungsverlauf.
- Konzept und Architektur der SOA sowie deren Implementierung mittels Web Services.
- Herausforderungen und Vorteile der Unternehmensintegration durch lose gekoppelte Services.
- Praxisbeispiel der SOA-Einführung bei SAP (Enterprise Services Architecture).
Auszug aus dem Buch
3.3.3 Forderungen und Eigenschaften einer SOA
Diese Abbildung, das SOA-Haus oder der SOA-Tempel von der Stencil Group zusammen mit den Stufenbezeichnungen von Mario Jeckle, zeigt auf einem Blick alle wichtigen Forderungen bzw. Eigenschaften einer SOA. Die Basis für diese Architektur stellen dabei die säulentragenden Stufen dar. Die erste Stufe, welche mit Akzeptanz beschriftet ist, macht deutlich, dass eine Technologie wie SOA, egal wie gut und genial sie sein mag, nur verwendet wird, wenn sie von den Experten und schließlich auch den Anwendern akzeptiert wird. Eine Architektur ohne Akzeptanz hat keinen Erfolg. Jedoch kann durch die gute Umsetzung der durch die Säulen geforderten Eigenschaften die Akzeptanz wesentlich beeinflusst werden. Die darauf aufbauende Stufe Sicherheit setzt voraus, dass bei einer Realisierung alle Sicherheitsbelange sowie Berechtigungen berücksichtigt werden müssen. Die dritte Stufe des Fundaments ist die Einfachheit.
Dies bedeutet, dass eine SOA, zum einem vom Konzept her, einfach sein soll, somit schnell verstanden werden kann und zum anderen trotzdem einfach anwendbar ist. Die auf diesem Fundament aufbauenden Säulen, welche die Eigenschaften Verteilung, lose Kopplung, Standards und Prozessorientierung verdeutlichen, tragen letztendlich das Dach der damit entstehenden SOA. Unter Verteilung wird die Verteilung der Architektur verstanden. D.h. das Elemente wie der Consumer, der Provider und das Directory über ein Netzwerk verteilt sein können und nicht zusammen in einer Anwendung implementiert sein müssen. Somit müssen die Schnittstellen der Services dynamisch über ein Netzwerk ansprechbar und plattformunabhängig sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der IT-Anforderungen durch Prozessorientierung und Globalisierung und definiert das Ziel der Arbeit, die SOA als neues Paradigma für Standardsoftware zu prüfen.
2 Standardsoftware: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware sowie deren architektonische Evolution von Mainframe-Systemen über Client-Server bis hin zu ERP-Systemen.
3 Serviceorientierte Architektur – Ein neues Architekturkonzept: Das Kapitel führt in das Konzept der SOA ein, beschreibt deren Aufbau, Kernelemente und Eigenschaften sowie die Umsetzung mittels Web-Service-Standards.
4 Integration: Hier wird die Bedeutung der SOA für die interne und überbetriebliche Integration (B2B/B2C) analysiert, insbesondere im Kontext von Middleware und der Kapselung von Altsystemen.
5 Auswirkung auf betriebswirtschaftliche SSW: Das Kapitel untersucht den Einfluss von Web Services auf die Weiterentwicklung zu ERP II Systemen und zeigt die konkrete Strategie der SAP zur Einführung der Enterprise Services Architecture auf.
6 Fazit: Das Fazit bewertet die SOA als evolutionäre Weiterentwicklung bestehender Konzepte, während der serviceorientierte Ansatz als solcher durchaus einen Paradigmenwechsel für die Anwendungsentwicklung darstellt.
Schlüsselwörter
Serviceorientierte Architektur, SOA, Web Services, Standardsoftware, Enterprise Resource Planning, ERP II, Integration, Enterprise Application Integration, EAI, Middleware, Business-to-Business, B2B, SAP, Enterprise Services Architecture, ESA
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob die Serviceorientierte Architektur (SOA) ein neues Paradigma für die Entwicklung von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen Softwarearchitekturen, Integrationsmethoden (intern sowie B2B/B2C), die Rolle von Web Services und die Weiterentwicklung klassischer ERP-Systeme zu ERP II.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, den Nutzen und die Herausforderungen einer SOA kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, inwiefern sie sich von früheren Architekturkonzepten wie der Client-Server-Technologie abhebt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Konzepte und Architekturen sowie der Untersuchung aktueller IT-Strategien namhafter Anbieter wie SAP.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung von Standardsoftware, das Konzept der SOA mit ihren Kernelementen, die technologische Umsetzung durch Web Services sowie die Auswirkungen auf Unternehmensanwendungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie SOA, Web Services, ERP II, Integration, Middleware, Unternehmensanwendungen und Service-orientierung geprägt.
Was genau versteht SAP unter der Enterprise Services Architecture?
SAP nutzt ESA als eine Schicht von Komponenten, die Daten und Funktionen von Anwendungen in wiederverwendbaren Modulen verschmelzen, um die Flexibilität zu erhöhen und existierende monolithische Anwendungen aufzubrechen.
Ist die SOA eine revolutionäre Neuerung gegenüber dem Client-Server-Modell?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es sich technisch gesehen um eine evolutionäre Weiterentwicklung handelt, während die zugrundeliegende serviceorientierte Anschauung für viele Unternehmen einen deutlichen Paradigmenwechsel darstellt.
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- Dipl. Wirtschaftsinformatiker (BA) Stefan Bauert (Author), 2004, Serviceorientierte Architekturen (SOA), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124978