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Der Panegyrikos des Isokrates

Title: Der Panegyrikos des Isokrates

Term Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Kretschmer (Author)

World History - Early and Ancient History
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Griechenland im zweiten Jahrzehnt des vierten Jahrhunderts v. Chr. – Athen und Sparta befinden sich seit über fünfzig Jahren in einer Situation, immer wieder aufkeimender, kriegerischer Auseinandersetzungen um die Vormachtstellung in der Ägäis. Diese sollten nun im Jahr 486 endgültig beendet werden. Unter der Vermittlung und dem Einfluss des persischen Königs kam es zum Friedensschluss (sog. Königs- oder Antalkidasfrieden) zwischen den beiden Parteien und ihrer Bündnispartner in ganz Griechenland. Die griechischen Städte Kleinasiens wurden dem persischen Reich überlassen und alle Poleis erhielten weitgehende Autonomie, über deren Einhaltung Sparta wachen sollte. So konnten sich die Perser an der Küste Kleinasiens behaupten und die Spartaner eine Art Vormachtstellung in Griechenland zurückerlangen, in Einvernehmen mit den Persern.
Unter dem Eindruck dieser Ereignisse hat der athenische Rhetoriker Isokrates seine Festrede – Panegyrikos in den Jahren 387 - 380 v. Chr. verfasst. Aus der Sicht der Athener beschreibt er die Ereignisse und kritisiert die Folgen als auch die Bedingungen des Friedens zwischen Sparta und Athen. Er macht in den Persern den gemeinsamen Feind aller Griechen aus und will zu einem Feldzug an der Seite der Spartaner aufrufen.
Gegenstand dieser Ausarbeitung soll es einmal sein, den Panegyrikos des Isokrates genauer zu untersuchen und vor allem die Position Isokrates’ zu den Barbaren, in diesem Falle die Perser eingehend zu analysieren. Dazu bedarf es zunächst einer kurzen Darstellung der Person des Isokrates. Im Anschluss daran wird die Rede selbst und ihr historischer Hintergrund genauer vorgestellt. Im darauf folgenden Abschnitt sollen dann die Aussagen Isokrates’ in Bezug auf Sparta und besonders auch hinsichtlich der Perser im Zentrum der Untersuchung stehen. Abschließend bleibt dann darzustellen, inwieweit Isokrates’ Aussagen die Auffassung der Athener und Griechen insgesamt widerspiegeln und wie sein Werk dahingehend einzuschätzen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Person des Isokrates

3. Der Panegyrikos

4. Der „Barbarenbegriff“ des Isokrates

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den "Panegyrikos" des athenischen Rhetorikers Isokrates, wobei der Fokus insbesondere auf dessen Positionierung gegenüber den Barbaren (Persern) und den historischen Hintergründen der damaligen Zeit liegt.

  • Historische Analyse des Königsfriedens von 386 v. Chr.
  • Biografische Einordnung des Rhetors Isokrates
  • Untersuchung der rhetorischen Strategien im Panegyrikos
  • Kritische Dekonstruktion des Barbarenbildes bei Isokrates
  • Verhältnis zwischen Athen und Sparta im 4. Jahrhundert v. Chr.

Auszug aus dem Buch

4. Der „Barbarenbegriff“ des Isokrates

Isokrates Einstellung zu den Barbaren, in diesem Sinne vor allem auch zu den feindlichen Persern lässt sich an vielen Stellen des Panegyrikos sehr deutlich nachvollziehen. Aus diesen Passagen kann man ein klares Barbarenbild zeichnen, das vor allem auf der Überzeugung basiert, die Griechen und vor allem die Athener seien in allen kulturellen und sozialen Belangen von Natur aus den Barbaren überlegen.

Diese Überzeugung wird bereits im ersten Abschnitt seiner Rede deutlich, in der er vor allem Gründe für die Erneuerung der Hegemonie Athens anführt. So betont er Athens Verdienst im Rahmen der Gründung von Kolonien im achten bis sechsten Jahrhundert.

Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Tatsache, dass die Kolonisation zu dieser Zeit unter anderem notwendig wurde, da die Barbaren das meiste Land besaßen : „Zu jener Zeit [vor der Kolonisation] aber musste Athen folgende Beobachtung machen : Während die Barbaren das meiste Land besaßen, waren die Griechen auf ein kleines Gebiet beschränkt und verhielten sich in Folge ihrer Landnot recht aggressiv zueinander [...] ein Teil der Bevölkerung kam durch Mangel am Notdürftigsten für das tägliche Leben um, ein Teil starb durch Krieg“. Die Parallelität zur Gegenwart scheint dabei unverkennbar. Es ist also erneut unumgänglich, die Perser unter der Führung Athens zurückzudrängen und so Not und Mangel des griechischen Volkes zu beseitigen. Auch die Wahrung und Ausdehnung des griechischen Kulturkreises steht dabei ein weiteres Mal im Vordergrund.

Um die Leistungen Athens im Kampf gegen die Barbaren zu verdeutlichen, verweist Isokrates auf Vorgänge, die ebenfalls in Vergangenheit liegen oder sogar alten Mythen entstammen. Er geht dabei auf Auseinandersetzungen mit den Skythen, Thrakern und natürlich Persern ein: „Es ist nun zwar so, dass die Skythen, Thraker und Perser von allen Volksstämmen am herrschsüchtigsten sind [...] doch unsere Polis nahm gegen sie den Kampf auf. Denn als Griechenland noch eine unbedeutende Macht war, kamen die Thraker in unser Land, unter der Führung des Eumolpos, des Sohnes des Poseidon. Es kamen die Skythen unter der Führung der Amazonen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die politische Situation Griechenlands nach dem Königsfrieden und stellt das Ziel der Arbeit vor, die Haltung des Isokrates gegenüber den Persern zu analysieren.

2. Zur Person des Isokrates: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg des Rhetors nach und beschreibt seine Ausbildung sowie seinen Wandel vom Gerichtsredenschreiber zum Lehrer der Rhetorik.

3. Der Panegyrikos: Hier wird der historische Kontext der Rede sowie deren inhaltlicher Aufbau, unterteilt in epideiktische und panhellenische Argumentation, näher beleuchtet.

4. Der „Barbarenbegriff“ des Isokrates: Dieser Abschnitt untersucht, wie Isokrates ein negatives Feindbild der Barbaren konstruiert, um die griechische Überlegenheit kulturell und politisch zu rechtfertigen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet das Barbarenbild des Isokrates in den Wandel des griechischen Selbstverständnisses im 4. Jahrhundert v. Chr. ein.

Schlüsselwörter

Isokrates, Panegyrikos, Athen, Sparta, Barbaren, Perser, Königsfrieden, Rhetorik, Antike, Griechenland, Hegemonie, Kultur, Politik, griechische Geschichte, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Festrede "Panegyrikos" von Isokrates und untersucht dessen politische Rhetorik im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Griechen und Barbaren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die griechische Machtpolitik, der Königsfrieden von 386 v. Chr., das Wirken des Rhetors Isokrates und die Konstruktion eines kulturellen Feindbildes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifische Position des Isokrates zu den Persern zu analysieren und aufzuzeigen, wie er diese nutzt, um eine panhellenische Einheit unter athenischer Führung zu fordern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische und textanalytische Untersuchung, die auf zeitgenössischen Quellen und wissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie des Autors, die historische Einbettung des Panegyrikos und eine detaillierte Analyse der Argumentationsstruktur zum Barbarenbegriff.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rhetorik, antike politische Theorie, Perserkriege und griechische Identität charakterisieren.

Wie bewertet Isokrates die Rolle der Spartaner?

Isokrates kritisiert die Spartaner scharf für deren Bündnis mit dem persischen Großkönig, da dies in seinen Augen einen Verrat an den griechischen Idealen darstellt.

Warum ist das "Barbarenbild" für Isokrates so wichtig?

Isokrates instrumentalisiert die vermeintliche Unterlegenheit der Barbaren, um die Griechen zu einen und sie durch den gemeinsamen Feind zu politischem und militärischem Handeln zu motivieren.

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Details

Title
Der Panegyrikos des Isokrates
College
http://www.uni-jena.de/  (Historisches Institut)
Course
Griechen, Römer und Barbaren
Grade
1,0
Author
Thomas Kretschmer (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V124989
ISBN (eBook)
9783640299805
ISBN (Book)
9783640304684
Language
German
Tags
Isokrates Griechen Römer Barbaren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Kretschmer (Author), 2006, Der Panegyrikos des Isokrates, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124989
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