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Das XI. Buch der "Confessiones" von Aurelius Augustinus von Hippo - "Was ist Zeit" und warum kann der Mensch nicht einheitlich sein?

Eine Darstellung

Title: Das XI. Buch der "Confessiones" von Aurelius Augustinus von Hippo - "Was ist Zeit" und warum kann der Mensch nicht einheitlich sein?

Term Paper , 2008 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Susanne Zozmann (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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I. Einleitung

Der am 13. November 354 nach Christus in Thagaste geborene Philosoph und Kirchenvater Aurelius Augustinus von Hippo verfasste zwischen 397 und 400 nach Christus sein großes, in die Weltliteratur eingehendes und andere Philosophen, unter anderem Heidegger und Husserl, prägendes, Werk – die Confessiones. Die autobiografische Schrift, die als Darstellung der eigenen Bekehrung verstanden werden will, illustriert auf einzigartige Weise die Hinwendung eines Menschen zu Gott, in der Hoffnung das eigene Selbst zu finden.
Die Selbsterkenntnis spielt auch im XI. Buch der Confessiones eine entscheidende Rolle. Durch das Verfassen der Memoiren zu der Erkenntnis gelangt, dass man sich Selbst als je Anderer erscheint, setzt sich der Philosoph unter dem Titel „Was ist Zeit“ mit den Gründen des nicht-einheitlich-Sein-Könnens des Menschen auseinander. Augustinus weiß um sich, als in der Zeit Lebendes und sieht sich in der Hinwendung zu Gott als etwas von ihm abstammendes Unvollkommenes, was ihn zu der Frage nach der Beziehung zwischen Gott und Mensch oder anders ausgedrückt Ewigkeit und Zeit veranlasst. Obgleich die göttliche Dimension der Ewigkeit verschieden von der menschlichen Dimension der Zeit ist, muss es dennoch, so Augustinus, etwas geben, das die beiden Sphären aneinander bindet, weil der Mensch als ein Geschöpf des ewigen Gottes nicht grundverschieden von diesem sein kann.
Das Verhältnis von Ewigkeit und Zeit zieht sich durch den ganzen Zeittraktat der Bekenntnisse. Die Abhandlung des Sachverhalts wird aber an zahlreichen Stellen unterbrochen, sodass zu Beginn der Betrachtung ein detaillierter Aufriss des gesamten XI. Buches helfen soll, den Gedankengang Augustins zu entwirren. Im Anschluss daran ist zu klären, was die Ewigkeit als Dimension Gottes ausmacht und ob sie (die Ewigkeit) eventuell auch als unendliche Zeit begriffen werden kann. Aus der Darstellung wird sich erhellen, dass es kaum möglich ist, von Ewigkeit zu sprechen, ohne die Zeit nicht schon bereits als dessen Gegenstück antizipiert zu haben, weshalb geklärt werden muss, was Zeit ist, um die Betrachtung vertiefen zu können. Wahrscheinlich ausgehend von der Beschreibung der Zeit in der heiligen Schrift setzt Augustinus in seine Zeitanalyse ein.
„(1) Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: (2) geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; […] (9) Man mühe ..

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

II. 1. Aufbau der Confessiones

II. 2 Was ist Ewigkeit?

II. 2. 1. Ist die Ewigkeit eine unendliche Zeit?

II. 3. Was ist Zeit?

II. 3. 1. Die Zeit als creatum oder als distentio animi?

II. 3. 1. a. Die Zeit als creatum

II. 3. 1. b Die Zeit als distentio animi

II. 3. 2. Die Zeit als Leiden

II. 3. 3. Die Zeit als endliche Ewigkeit?

II. 4. Das Verhältnis von Ewigkeit und Zeit

II. 5. Die Entflüchtigung aus der Zeit und die Bewahrung der Zeit

II. 5. 1. Die Entflüchtigung

II. 5. 2. Die Bewahrung

II. 6. Das aporetische Verhältnis von Ewigkeit und Zeit

III. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Augustinus' Zeitverständnis im XI. Buch der Confessiones, mit dem Ziel, die Beziehung zwischen der zeitlosen Ewigkeit Gottes und der zerrissenen menschlichen Zeitlichkeit zu ergründen und die daraus resultierenden erkenntnistheoretischen Widersprüche aufzuzeigen.

  • Augustins Konzept des "distentio animi" als subjektive Zeitkonstitution
  • Die Unterscheidung zwischen der göttlichen Ewigkeit und menschlicher Zeit
  • Strategien der Zeitüberwindung: Entflüchtigung und Bewahrung
  • Die aporetische Struktur des Verhältnisses von Ewigkeit und Zeit
  • Die Rolle des Geistes bei der Hervorbringung von Zeitbewusstsein

Auszug aus dem Buch

II. 3. 1. b Die Zeit als distentio animi

Die ausgewiesene Schwierigkeit hebt Augustinus auf, indem er in einem zweiten Schritt die Zeit als distentio animi definiert. Die Umstrukturierung von Zeit, weg von etwas Geschaffenen, hin zu etwas dem Geschöpf schon Gegebenen führt zur Umdeutung der Frage nach dem Verhältnis von Ewigkeit und Zeit, hin zur Frage nach dem Verhältnis von Ewigkeit und Zeitlichkeit.

Der Mensch als Geschöpf ist in der Lage, Zeit aufgrund der Ausdehnung des Geistes (distentio) zu messen. Zeit und Zeitlichkeit sind aber keinesfalls einander identisch, denn Zeitlichkeit meint den Vollzug des Vergegenwärtigens eines im Gedächtnis zurückgeblieben Eindrucks einer Erscheinung. Die Zeit als distentio animi ist selbst nicht Geschöpf, sondern ein dem Menschen innerlich gegebenes Gut, sprich ein Prinzip des Menschen. Als dem Geschöpf gegeben ist die Zeit nicht aus der Ewigkeit hervorgegangen, sondern nur der Träger der Zeitlichkeit - das Geschöpf - geht aus der Ewigkeit hervor.

Zeit als Vollzug gedacht ist im Menschen und muss als die Subjektivität des Menschen begriffen werden. Die Zeit bei Augustinus kann nicht objektiv sein, da sie als Zeitlichkeit an das Subjekt gekettet ist und der Geist nur durch den Vollzug des Vergegenwärtigens ein Bewusstsein von Zeit hervorbringen kann. Sollte man dennoch meinen, Zeit sei gleichwohl als Objektives denkbar, so ist das ausgehend von Augustinus streng zu verneinen, denn dann müsste Zeit als creatum gedacht werden, was bereits als problematischer und von Augustinus verworfener Ansatz vorgestellt wurde. Zeit ist folglich subjektiv und durch den erweiterten Problemansatz schließt der Philosoph, dass Zeitlichkeit als die Subjektivität des Menschen begriffen werden muss.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in Augustinus' Projekt der Confessiones und Darlegung der zentralen Fragestellung nach dem Verhältnis zwischen Ewigkeit und Zeitlichkeit.

II. Hauptteil: Detaillierte Analyse des XI. Buches mit Fokus auf die Konzepte von Ewigkeit, Zeit, Seele und die methodischen Ansätze zur Zeitmessung.

II. 1. Aufbau der Confessiones: Analyse der Struktur des XI. Buches als Einbettung der Zeitproblematik in das autobiografische Gesamtwerk.

II. 2 Was ist Ewigkeit?: Untersuchung der Ewigkeit als charakteristisches, zeitloses Sein Gottes, das dem menschlichen Zeitverständnis vorausgeht.

II. 2. 1. Ist die Ewigkeit eine unendliche Zeit?: Erörterung der Differenz zwischen unendlicher Zeit (Geschichte) und echter Ewigkeit (Sein).

II. 3. Was ist Zeit?: Darstellung der subjektiven Zeitkonstitution im Geist durch den Vollzug der Vergegenwärtigung.

II. 3. 1. Die Zeit als creatum oder als distentio animi?: Gegenüberstellung der zwei augustinischen Ansätze zur Zeitbestimmung als Schöpfungsakt bzw. als geistige Ausdehnung.

II. 3. 1. a. Die Zeit als creatum: Analyse der zeitlichen Bestimmung als notwendiges Schöpfungsprodukt.

II. 3. 1. b Die Zeit als distentio animi: Vertiefung des Zeitverständnisses als innere Ausdehnung und Subjektivität des Menschen.

II. 3. 2. Die Zeit als Leiden: Betrachtung der menschlichen Zeitlichkeit als Zeichen der Zerrissenheit und Entfernung vom göttlichen Sein.

II. 3. 3. Die Zeit als endliche Ewigkeit?: Prüfung der Möglichkeit einer vermittelnden Zeitdeutung, die jedoch letztlich verworfen wird.

II. 4. Das Verhältnis von Ewigkeit und Zeit: Analyse der Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen der göttlichen Ordnung und der menschlichen Zeit.

II. 5. Die Entflüchtigung aus der Zeit und die Bewahrung der Zeit: Untersuchung zweier Lösungsansätze zur Überwindung der Zeitlichkeit durch Tod oder religiöse Bewährung.

II. 5. 1. Die Entflüchtigung: Erörterung der Idee, durch den Tod als Endpunkt aus der Zeit zu treten.

II. 5. 2. Die Bewahrung: Analyse des christlichen Ansatzes der Bewährung durch die Verbindung zu Gott als Mittler.

II. 6. Das aporetische Verhältnis von Ewigkeit und Zeit: Zusammenfassung der resultierenden Aporie als höchsten Erkenntnisstand Augustins.

III. Schluss: Resümee über Augustinus' Position als Skeptiker und die Unauflösbarkeit der grundlegenden metaphysischen Widersprüche.

Schlüsselwörter

Augustinus, Confessiones, Zeit, Ewigkeit, distentio animi, Zeitlichkeit, Subjektivität, Geist, Aporie, Schöpfung, Gott, Gedächtnis, Vergegenwärtigung, Entflüchtigung, Bewahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Zeitphilosophie des Augustinus im XI. Buch seiner Confessiones und untersucht, wie er das Spannungsverhältnis zwischen göttlicher Ewigkeit und menschlicher Zeitlichkeit theoretisch zu fassen versucht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Begriffe "distentio animi", die Rolle des Geistes bei der Konstruktion von Zeitbewusstsein, das Verhältnis von Schöpfung und Zeit sowie die Frage nach einer möglichen Erlösung durch Entflüchtigung aus oder Bewahrung in der Zeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Gedankengang Augustins im XI. Buch nachzuvollziehen und aufzuzeigen, warum seine Analyse letztlich in eine Aporie führt, die er als höchste Form der philosophischen Erkenntnis akzeptiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-hermeneutische Textanalyse, die eng am Text der Confessiones und der relevanten Sekundärliteratur arbeitet, um die logischen Brüche und metaphysischen Schlussfolgerungen des Autors freizulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung von Augustins Zeitverständnis, von der Definition der Ewigkeit über die Analyse der Zeit als Tätigkeit des Geistes bis hin zu den Lösungsansätzen durch das Konzept des Todes oder die christliche Vermittlung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der Zeit und Ewigkeit vor allem "distentio animi", die Subjektivität des Zeitbewusstseins, das "Ganzseinkönnen" und der Begriff der Aporie, der das Scheitern einer abschließenden Systematik beschreibt.

Inwiefern spielt der Begriff "distentio animi" eine Schlüsselrolle für Augustinus?

Augustinus nutzt diesen Begriff, um zu erklären, dass Zeit keine objektive äußere Gegebenheit ist, sondern eine Ausdehnung des menschlichen Geistes, der durch Erinnerung, Anschauung und Erwartung Zeit erst hervorbringt.

Warum kommt Augustinus zu dem Schluss, dass seine Betrachtung in einer Aporie endet?

Augustinus erkennt, dass er als zeitliches Wesen zwar über die Ewigkeit nachdenken kann, aber keine objektive Gewissheit über das Verhältnis beider erlangen kann, ohne in logische Widersprüche zu geraten, was er als intellektuelle Grenzen des Menschen akzeptiert.

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Details

Title
Das XI. Buch der "Confessiones" von Aurelius Augustinus von Hippo - "Was ist Zeit" und warum kann der Mensch nicht einheitlich sein?
Subtitle
Eine Darstellung
College
http://www.uni-jena.de/  (Philosophisches Institut)
Course
Was ist Zeit
Grade
1,3
Author
Susanne Zozmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
31
Catalog Number
V125024
ISBN (eBook)
9783640299980
ISBN (Book)
9783640304844
Language
German
Tags
Buch Confessiones Aurelius Augustinus Hippo Zeit Mensch Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Zozmann (Author), 2008, Das XI. Buch der "Confessiones" von Aurelius Augustinus von Hippo - "Was ist Zeit" und warum kann der Mensch nicht einheitlich sein?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125024
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