Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Theology - Biblical Theology

Der Turmbau zu Babel

Title: Der Turmbau zu Babel

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Konrad Bach (Author)

Theology - Biblical Theology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Geschichte vom Turmbau zu Babel, des wahrscheinlich eindrucksvollsten Bildes menschlicher Hybris, gehört zu den wohl berühmtesten Erzählungen der Bibel und könnte sich vom Bekanntheitsgrad sicherlich mit Adam und Eva im Paradies, ja sogar mit dem berühmt-berüchtigten Weihnachtsmärchen nach Lukas messen. Wie so oft gilt es aber, den tatsächlichen Text von der verbreiteten opinio communis über dessen Deutung zu trennen. So ist weder Nimrod der Erbauer, noch wird der Turm durch göttliche Intervention zerstört!
Diese Arbeit wird, nachdem mit einer vorsichtigen und literarisch eher wertlosen deutschen Übersetzung (1.2.) des hebräischen Textes (1.1.) eine Arbeitsgrundlage geschaffen worden ist, versuchen, folgende Fragen zu beantworten:
1. Wer ist der Verfasser der Turmbauerzählung?
2. Aus welchem Anlass wurde diese geschrieben? oder schärfer formuliert:
Wo stand der Turm zu Babel? und:
3. Welche theologischen Aussagen wohnen ihr inne?
Da der Text auf den ersten, spätestens auf den zweiten, Blick durch gewisse Inkohärenzen auffällt, wird zunächst eine literarkritische Analyse (2.) vorgenommen werden müssen; auf diese Weise wird dann, unter Berücksichtigung der Geschichte Israels und seiner Nachbarn einerseits und archäologischer Funde andererseits, auf den/die Verfasser und ihre Intention(en) geschlossen werde können (3.). Dabei wird auch versucht werden, den Turm zu lokalisieren. Aus mangelnden archäologischen und (ur-)altsprachlichen Kenntnissen, wird dieses äußerst interessante Kapitel, das sich vor allem auf Christoph Uehlingers Untersuchungen stützt, leider nicht in einer ihm gebührenden Ausführlichkeit behandelt werden können. Stattdessen wird die Turmbauerzählung im letzten Teil dieser Arbeit wieder in ihrer Gesamtgestalt und ihrem besonderen Umfeld als Mittlerin zwischen Ur- und Patriarchengeschichte auf die ihr innewohnenden, theologischen Aussagen hin betrachtet und interpretiert. Im Schlussteil (5.) werden die gewonnen Ergebnisse noch einmal zusammengefasst und bewertet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Grundlegendes

1.1. Hebräischer Text

1.2. Deutsche Übersetzung

2. Literarkritik. Der Turm als Stufenbau

3. Assyrischer Exkurs und babylonisches Exil. Von den Stufen des Turmbaus

4. Theologisches, Menschliches

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die biblische Erzählung vom Turmbau zu Babel (Gen 11, 1-9), um deren historische Hintergründe, die Absicht der Verfasser sowie die theologischen Aussagen des Textes zu entschlüsseln. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, ob es sich um einen Mythos oder eine zeithistorische Reaktion auf die Politik assyrischer Großmachtansprüche handelt.

  • Literarkritische Analyse der Schichtung des Textes
  • Historische Einordnung in den Kontext von Sargon II. und Dur-Scharrukin
  • Auseinandersetzung mit der babylonischen Exil-Problematik
  • Ätiologische Untersuchung der menschlichen Hybris und göttlichen Begrenzung
  • Deutung der Erzählung im Spannungsfeld von menschlichem Handeln und göttlichem Erbarmen

Auszug aus dem Buch

3. Assyrischer Exkurs und babylonisches Exil. Von den Stufen des Turmbaus

Eine der interessantesten Fragen im Hinblick auf Gen 11, 1-9 ist, ob die darin erzählte Geschichte historisch zu verstehen ist, ob es also den Turm tatsächlich einmal gegeben haben könnte. Dabei wurde dieser wegen der Verse 2 und 9 sowohl von Theologen als auch von Archäologen in Babylon gesucht – und als Zikkurat von Etemenanki oder Birs Nimrud (!) gefunden. Dass Gen 11, 1-9 allerdings von keinem Heiligtum, welches eine Zikkurat nun mal ist, und welches der biblische Verfasser als solches sicherlich herausstellen würde, sondern von einem , einer befestigten Wehranlage, spricht, müsste dies allein schon widerlegen. Im Übrigen soll hier nicht weiter darauf eingegangen werden, denn die literarkritische Analyse von 2.1. ergab, dass erst die zweite literarische Schicht Babel als Fremdkörper in die Erzählung aufnahm. Es stellt sich daher die Frage, von welchem Turm die Grunderzählung sprach.

Betrachtet man also die Grundschicht der Erzählung für sich, so geben die ersten Verse fünf wichtige Informationen über die Menschen, von denen die Rede ist: Sie waren (oder verstanden sich als) „die ganze Erde“, hatten „eine Lippe/usw.“, bauten eine Stadt, einen himmelhohen Turm und wollten sich (so?) einen Namen machen.

Da das Motiv der einen Sprache mit fünf (in der Grundschicht vier) Nennungen die Erzählung dominiert, soll dieses zuerst untersucht werden. Dabei fällt auf, dass der Erzähler nicht das weitaus üblichere Wort für Sprache, nämlich (Zunge), sondern die eher ungewöhnliche (Lippe) wählt. Falls sich also die Erzählung auf einen konkreten Turm oder eine konkrete Stadt bezog, so wird sich die Einwohnerschaft derselbigen wahrscheinlich durch eine besondere Redeweise ausgezeichnet haben.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Untersuchung ab, stellt die zentralen Fragen zur Autorenschaft und Entstehungsgeschichte des Textes und führt in die methodische Vorgehensweise ein.

1. Grundlegendes: Dieses Kapitel präsentiert die Arbeitsgrundlage in Form des hebräischen Grundtextes sowie einer präzisen deutschen Übersetzung.

2. Literarkritik. Der Turm als Stufenbau: Durch die Analyse erzählerischer Inkohärenzen wird der Text als ein mehrschichtiges Werk identifiziert, das aus einer Grunderzählung und späteren Überarbeitungen besteht.

3. Assyrischer Exkurs und babylonisches Exil. Von den Stufen des Turmbaus: Der Autor argumentiert, dass die ursprüngliche Erzählung auf die imperiale Politik Sargon II. im assyrischen Reich anspielt und erst später mit dem babylonischen Exil verknüpft wurde.

4. Theologisches, Menschliches: Dieser Abschnitt interpretiert die Erzählung als ätiologischen Mythos, der das Verhältnis zwischen menschlicher Allmachtsfantasie und göttlicher Souveränität beleuchtet.

5. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Turmbauerzählung als ein Zeugnis jahwistischer Theologie über das menschliche Dilemma zwischen gutem Willen und sündiger Tat.

Schlüsselwörter

Turmbau zu Babel, Genesis, Literarkritik, Jahwist, Sargon II., Dur-Scharrukin, Babylonisches Exil, Ätiologie, Menschliche Hybris, Biblische Urgeschichte, Theologie, Gottes Erbarmen, Sprachverwirrung, Weltherrschaftsanspruch, Mythos

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die biblische Erzählung vom Turmbau zu Babel (Gen 11, 1-9) und hinterfragt deren historische sowie theologische Wurzeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die literarkritische Schichtung des Textes, die historische Einordnung in den assyrischen Kontext und die ätiologische Deutung der menschlichen Natur im Vergleich zur Paradiesesgeschichte.

Welches ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, die Turmbauerzählung als politische Spottgeschichte auf assyrische Machtansprüche zu entlarven und ihre spätere Einbettung in die biblische Urgeschichte zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Der Autor verwendet primär die literarkritische Methode, um Schichten des Textes zu trennen, sowie eine historisch-theologische Analyse, um den Text in sein politisches Umfeld einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die literarkritische Zerlegung, den Exkurs zu Assyrien und Babylon sowie die tiefgehende theologische Interpretation der menschlichen Sünde und des göttlichen Handelns.

Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Turmbau zu Babel, Literarkritik, Jahwist, Sargon II., Ätiologie und theologische Urgeschichte.

Warum wird der Turm zu Babel nicht als Zikkurat interpretiert?

Der Autor argumentiert, dass der biblische Text von einem befestigten Wehrbau spricht, nicht von einem religiösen Tempelturm, und dass eine solche Zikkurat im mesopotamischen Kontext als gottgefällig und nicht als Frevel gegolten hätte.

Wie deutet der Autor das „Namenmachen“ der Menschen?

Das „Namenmachen“ wird als Ausdruck der menschlichen Emanzipationsbestrebungen interpretiert, wobei der Text aufzeigt, dass ein Handeln ohne Gott – selbst bei nicht primär böser Absicht – als „Sünde“ gewertet wird.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Der Turmbau zu Babel
College
Free University of Berlin  (Judaistik)
Course
Tora und erste Propheten
Grade
1,0
Author
Konrad Bach (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V125080
ISBN (eBook)
9783640300297
ISBN (Book)
9783640305124
Language
German
Tags
Religion Theologie Altes Testament Exegese Babel Turmbau Assyrien Sargon II
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Konrad Bach (Author), 2005, Der Turmbau zu Babel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125080
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint