Politische und ökonomische Folgen des Klimawandels

Eine Problemanalyse aus Sicht der USA, EU und Russlands


Masterarbeit, 2008

100 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungen

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

1 Einleitung

2 Klimawandel aus wissenschaftlicher Sicht
2.1 Institutionelle Gestaltung des UNO-Weltklimarats IPCC
2.2 Wissenschaftliche Fakten zum Klimawandel
2.2.1 Änderung der Umwelteffekte
2.2.2 Anthropogener Klimawandel
2.3 Prognosen zur Klimaentwicklung im 21. Jahrhundert
2.3.1 Heterogene Möglichkeiten der Weltentwicklung
2.3.2 Der anthropogene Treibhauseffekt als globales Umweltproblem
2.3.2.1 Prognose der zukünftigen Treibhausgasemissionen
2.3.2.2 Globale Erdoberflächenerwärmung
2.3.2.3 Wasserressourcen und Wassergefahren

3 Politische Ansätze zur Begrenzung des Klimawandels
3.1 Europäischer und russischer Klimaschutz
3.1.1 Ausgangspunkt und Fortsetzung der Klima-Rahmenkonvention
3.1.2 Das Kyoto-Protokoll als aktive gemeinsame Klimapolitik
3.1.2.1 Hauptverantwortliche Akteure
3.1.2.2 Zielsetzung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen
3.1.2.3 Prognose der THGE und übernommene Verpflichtungen
3.1.3 Flexible Mechanismen des Kyoto-Protokolls
3.1.3.1 Prinzip der flexiblen Mechanismen
3.1.3.1.1 Finanzielle Belastung durch den Emissionshandel
3.1.3.1.2 Russische Perspektiven durch den Emissionshandel
3.1.3.2 Einheitlicher Technologie-Transfer durch Klimaprojekte
3.1.3.2.1 Gemeinsame Emissionsreduzierung der Vertragsstaaten
3.1.3.2.2 Weltweite kostengünstige Entwicklung klimaverträglicher Technologien
3.2 US-amerikanischer Klimaschutz
3.2.1 Ökologische Technologien als Schlüssel zum Klimaproblem
3.2.1.1 Entwicklung der klimafreundlichen Technologien
3.2.1.2 APP – Politischer Ansatz zum Klimaschutz
3.2.2 Effizienter Klimaschutz aus Sicht der USA
3.2.2.1 US-amerikanische Argumente als Kyoto-Gegner
3.2.2.2 Abwägung von Kosten, Nutzen und Machbarkeit
3.3 Politisches Problem: Fehlendes globales System für den Klimaschutz

4 Ökonomische Folgen des Klimawandels für die USA , die EU und Russland
4.1 Investitionen in den Klimaschutz statt enormer Kosten des Klimawandels
4.1.1 Kostenvergleich zwischen Klimaschutz und Klimaschäden
4.1.2 Globale THGE-Steuer für ökologische Entwicklung
4.1.2.1 Szenarien der Treibhausgasemissionssteuer
4.1.2.2 Steuergelder für die Klimaschutzpolitik
4.1.3 Naturkatastrophenproblematik für die Versicherungsbranche
4.1.3.1 Zunahme der Naturkatastrophen aufgrund des Klimawandels
4.1.3.2 Vergleich der versicherten und unversicherten Naturkatastrophen
4.2 Folgen des Klimawandels für klimarelevante Wirtschaftszweige
4.2.1 Für den Klimawandel hauptverantwortliche volkswirtschaftliche Sektoren
4.2.1.1 Anpassungsmaßnahmen in der Energieversorgung
4.2.1.1.1 US-amerikanische Entwicklung erneuerbarer Energien
4.2.1.1.1.1 Investitionen
4.2.1.1.1.2 US-amerikanisches solare Energieprojekt
4.2.1.1.2 Europäische Implementierung erneuerbarer Energie
4.2.1.1.3 Potential klimaschonender Energien in Russland
4.2.1.2 Verkehrssektor – Mitverursacher des Klimawandels
4.2.2 Vom Klimawandel betroffene Sektoren: Darstellung der Gewinner und Verlierer durch den Klimawandel
4.2.2.1 Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Landwirtschaft
4.2.2.1.1 Klimabedingte Auswirkungen auf die Ernten
4.2.2.1.2 Permafrostböden – russische und amerikanische Gefahren
4.2.2.2 Ökonomische Konsequenzen des Klimawandels für den Tourismussektor
4.2.2.2.1 Weltweite Auswirkung der globalen Erwärmung auf den Tourismus
4.2.2.2.2 Gewinner- und Verlierer-Staaten

5 Fazit

Anhang

Quellenverzeichnis

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zusammenhänge von Emissionsminderung und Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Abbildung 2: Änderungen von Temperatur, Meeresspiegel und nordhemisphärischer Schneebedeckung

Abbildung 3: Strahlung und Treibhausgase in der Erdatmosphäre

Abbildung 4: Bewertung der Klimaszenarien

Abbildung 5: Weltweite THG-Emissionen für die Jahre 2000, 2030 und 2100

Abbildung 6: Prognosen der Erwärmung an der Erdoberfläche durch globale Atmosphären-Ozean-Zirkulationsmodelle

Abbildung 7: Meeresspiegelanstieg

Abbildung 8: CO 2 – Reduktionsverpflichtungen nach Kyoto-Protokoll und UNFCCC-Prognose

Abbildung 9: Treibhausgasentwicklung und Einnahmen durch Emissionszertifikatehandel

Abbildung 10: Die APP-Staaten

Abbildung 11: Kosten des Nichthandelns und Handels im Klimaschutz bei technologischem Wandel

Abbildung 12: Entwicklung der globalen Treibhausgasemissionen: Basisszenario und Reduktionsszenarien bis 2050 im Vergleich zu einem Stabilisierungsszenario bis 2100

Abbildung 13: Ökonomische Kosten der THGE-Stabilisierung nach Ländergruppen und möglichen sechs Szenarien 50

Abbildung 14: Wetterbedingte Naturkatastrophen in den Jahren 1950-2001

Abbildung 15: Große Naturkatastrophen 1950-2000

Abbildung 16: Veränderung des globalen Energiemix bis 2050 und 2100

Abbildung 17: Wie der Klimawandel den Tourismus beeinflusst

Abbildung 18: Gewinner weniger als Verlierer des Klimawandels (bis 2030)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Treibhausgase und Bevölkerungszahl von USA, EU und Russland

Tabelle 2: Der falsche Weg vs. richtiger Weg aus Sicht der USA

Tabelle 3: Kosten des Klimaschutzes und der Klimaschäden in Milliarden US-Dollar bei

Klimaschutzbeginn in den Jahren 2005 und 2025
Tabelle 4: Szenarienvergleich mit Ausgangsniveau, globale Temperaturänderung, 2000-2050

THGE-Änderungen in Prozenten in Vergleich zu 2000 bis 2050
Tabelle 5: Potential erneuerbarer Energiequellen in Russland (Steinkohleneinheiten in Millionen Tonnen pro Jahr)

Tabelle 6: Erwartete persönliche Transportnutzung nach Regionen bis 2050, im Durchschnitt der Jahreswachstumsrate

Tabelle 7: Weltgetreideernten bei Klimawandel 1990 bis 2080 (Veränderungen in Prozenten)

Kurzfassung

Autorname: Irina Drozdzynski

Titel der Arbeit: Politische und ökonomische Folgen des Klimawandels - Eine Problemanalyse aus Sicht der USA, EU und Russlands -

Erstellungsjahr: 2008

Studienfach: Weltwirtschaftliche Steuerungsstrategien

Das Thema der vorliegenden Arbeit ist hochaktuell und in ständiger Bewegung und Veränderung. Daher kann diese Arbeit nur ein zeitnahes Zwischenergebnis der derzeitigen Situation bezüglich des Klimawandels aufzeigen.

Die Entscheidungsgrundlage ist eine Problemanalyse aus der Perspektive verschiedener Staaten auf politische und ökonomische Folgen des Klimawandels. Verantwortliche Staaten können wesentlich zum Klimaschutz beitragen. Allerdings sind diese Länder unterschiedlich vom Klimawandel betroffen, haben unterschiedliche Einstellungen gegenüber ihrer Verantwortung und verfolgen unterschiedliche Wege zur Klimastabilisierung. Wird unser Planet durch diese Staaten gemeinsam geschützt?

Diese Arbeit ist theoretisch. Als methodische Vorgehensweise wurden die benötigten Informationen zum großen Teil über Webseiten und anderen Teil über Primärliteratur gewonnen.

Abstract

Author: Irina Drozdzynski

Title of the work: Political and economic effects of the climate change - Analysis of problems from the point of view of the USA, EU and Russia -

Year of issue: 2008

Course of studies: World economic control strategies

The theme of the present work is a burning issue and subject to permanent modifications. Therefore this work can present only an intermediate result relevant to the current situation regarding the climate change.

The basis for the decision is an analysis of problems from the point of view of different countries regarding the economic and political effects of the climate change. Some definite responsible countries could make a great contribution to the climate protection. However, these countries are differently affected by the climate change, have different attitudes to their responsibility and follow different ways regarding the climate stabilization. Will our planet be protected by these powerful countries by means of their cooperation?

This work is theoretical. Regarding the methodical approach, due to the time and economic constraints the great part of information was gained from the web sides. A definite part of information is, however, based on the primary literature.

1 Einleitung

„The Era of Procrastination, of Half-Measures, of Soothing and Baffling Expedients, of Delays, is coming to its Close. In ist Place We are Entering a Period of Consequences.“

Sir Winston Churchill, 12.11.1936

Der globale Klimawandel ist eine Bedrohung, dessen negative Auswirkungen auf Mensch und Natur bereits heute zu spüren sind. Die vollständige Verhinderung dieser Entwicklung ist nicht mehr gänzlich möglich. Allerdings können durch Zusammenarbeit der Staatengemeinschaft und durch nationale Anstrengungen die CO2-Konzentration stabilisiert und so die schwerwiegendsten Klimaveränderungen verhindert werden. In den nächsten Jahrzehnten wird die Ausgestaltung des internationalen Klimaregimes eine drängende Aufgabe für die Politik bleiben.1 Die Staaten werden aufgrund des Klimawandels prinzipiell zielorientierte Ansätze verfolgen. Diese Ziele lassen sich in zwei Gruppen einteilen: in Emissionsziele und in finanzielle Ziele, die in vorliegender Arbeit beschrieben sind.2

Das zweite Kapitel beschreibt naturwissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel. Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) erfasst den aktuellen Wissensstand zu den unterschiedlichen Aspekten der Klimaproblematik. Diese Organisation schätzt die Folgen des Klimawandels für Umwelt und Gesellschaft und demzufolge realistische Vermeidungs- oder Anpassungsstrategien ab.3 Die dargelegten Beobachtungen und Messungen lassen keinen Zweifel an einem Klimawandel. Der globale Erwärmungsanstieg und der Meeresspiegelanstieg haben sich ebenso beschleunigt wie das Abschmelzen der Gletscher und Eiskappen. Die Folgen des Klimawandels kommen schneller und heftiger, als die Wissenschaft noch vor wenigen Jahren prognostiziert hat.4 Hauptverantwortliche Akteure für die schädlichen Treibhausgasemissionen sind hauptsächlich die USA, die EU und Russland. Diese Staaten haben unterschiedliche Positionen im Hinblick auf das Klimaproblem. Die regelmäßig erstellten Zusammenfassungen der aktuellen Forschungsergebnisse dienen als Unterstützungsmaßnahmen für die Politik bei der Begrenzung des künftigen Klimawandels. Dazu gehören detaillierte Klimamodelle bis zum Jahr 2100.

Das dritte Kapitel behandelt die politischen Maßnahmen und Ansätze für die EU, Russland und die USA. Die Europäische Union und Russland setzen auf das Prinzip des market pull mit festgelegten Zielen zur Emissionsreduzierung. Die USA verfolgt das Prinzip des technology push.1 Das Kyoto-Protokoll beinhaltet politische und ökonomische Aspekte. Es kann zur Entwicklung eines neuen Sektors auf dem globalen Markt beitragen und für einige Länder interessant und perspektivenreich sein. Das Kyoto-Protokoll kann positive Wachstums- und Struktureffekte aus Energieeinsparungen mittels Technologisierungsprogrammen schaffen. Die Emissionen sollen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens stabilisiert werden. Die rechtzeitige Stabilisierung der Emissionen erlaubt es den Ökosystemen, sich auf natürliche Weise dem veränderten Klima anzupassen und verhindert damit eine Gefährdung der Nahrungsmittelproduktion sowie einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung.2 Im Gegensatz zum Kyoto-Protokoll bezweckt Asia-Pacific Partnership on Clean Development and Climate (APP) die Erforschung klimafreundlicher Technologien. Der Einsatz erneuerbarer Energien soll zur Abmilderung des unabwendbaren Klimawandels und zur Emissionsreduktion beitragen.3

Das vierte Kapitel setzt sich mit den ökonomischen Folgen des Klimawandels auseinander. Durch den Klimawandel werden extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen zunehmen, die enorme volkswirtschaftliche Schäden verursachen. Aufgrund der Langlebigkeit der Treibhausgase (THG) in der Atmosphäre müssen die verantwortlichen Staaten möglichst schnell mit einer drastischen Emissionsreduktion beginnen. Die Kosten der unvermeidlichen Treibhausgasreduktionen könnten bei einer optimalen Kooperation der hauptverantwortlichen Staaten wie USA, EU und Russland minimiert werden.1

Das Fazit schießt die Arbeit ab.

2 Klimawandel aus wissenschaftlicher Sicht

2.1 Institutionelle Gestaltung des UNO-Weltklimarats IPCC

Das Intergovernmental Panel on Climate Change wurde 1988 von der World Meteorological Organization (WMO) und dem United Nations Environmental Program (UNEP) eingerichtet. Alle Mitgliedstaaten der United Nations Organization (UNO) und der WMO sind auch Mitglieder des IPCC. Der IPCC begutachtet regelmäßig den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel, um die Politik bei der Begrenzung des zukünftigen Klimawandels zu unterstützen. Der Sitz des IPCC-Sekretariats befindet sich in Genf. Die UN-Versammlung ist im Jahre 1988 zum Schluss gekommen, dass die vom Menschen verursachte Gleichgewichtsstörung im globalen Klimasystem eine der Hauptursachen für existierenden und prognostizierten Klimawandel ist. Die Aufgabe des IPCC besteht darin, die Forschungsergebnisse aus wissenschaftlicher, technischer, sozioökonomischer Sicht in verschiedenen Disziplinen zu den Risiken und Auswirkungen des Klimawandels zusammenzutragen und die Handlungsoptionen aufzuzeigen. Die Organisation betreibt selbst keine Wissenschaft.

Abbildung 1 zeigt die Zusammenhänge des Klimawandels. Als Hauptursache wurden die THG-Emissionen festgestellt, die durch erhöhte Investitionen in Forschung und Entwicklung für erneuerbare Energien verringert werden können

Abbildung 1: Zusammenhänge von Emissionsminderung und Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an IPCC (2001), S. 3; IPCC (2007): Climate Change 2007, S. 26; Germanwatch (2007): China und der globale Klimawandel: die doppelte Herausforderung, S. 3

Der IPCC arbeitet in vier Gruppen. Arbeitsgruppe I (AG I) stellt den aktuellen Kenntnisstand zu den wissenschaftlichen Grundlagen der Klimaveränderung dar. Arbeitsgruppe II (AG II) befasst sich mit der Reduzierung der schlimmsten Auswirkungen und Risiken, mit der Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsstrategien an vermeidbare Klimafolgen. Arbeitsgruppe III (AG III) konzentriert sich auf Optionen zur Minderung des Klimawandels, wie z. B. mögliche Emissionsminderungsoptionen für Treibhausgase unter umweltbezogenen, wissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten. Die vierte Gruppe Task Force entwickelt Methodologien und die Standardisierung von Verfahren beispielsweise bei der Erhebung von Emissionsdaten von Treibhausgasen in den einzelnen Ländern.1 Jede Arbeitsgruppe bringt auch eine Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger heraus.

Der UNO-Klimarat IPCC wurde 2007 gemeinsam mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore, dem wohl bekanntesten Klimaschützer, für ihre Arbeit und seinen Dokumentarfilm „Die unbequeme Wahrheit“ mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Die IPCC-Ausgaben belaufen sich jährlich konstant auf ca. 3 Mio. Euro. Von 1988 bis einschließlich 2005 betrug das kumulierte Budget 51,7 Mio. Euro.1

2.2 Wissenschaftliche Fakten zum Klimawandel

Definition des Begriffs Klimawandel gemäß IPCC: „Eine Zustandsänderung des Klimas, die über Änderungen von Mittelwerten und/oder der Variabilität seiner Eigenschaften identifiziert werden kann (z. B. mittels statistischer Verfahren), und die über einen ausgedehnten Zeitraum bestehen bleibt, typischerweise über Jahrzehnte oder länger. Der Ausdruck bezieht sich auf jegliche Klimaänderung im Verlauf der Zeit, sei es aufgrund natürlicher Schwankungen oder als Folge menschlicher Aktivitäten.“ 2 Nach Empfehlung der Weltmeteorologischen Organisation soll das Klima mindestens 30 Jahre berücksichtigt werden, weitergehend dann Jahrhunderte, Jahrtausende usw. bis hin zu Jahrmilliarden.

2.2.1 Änderung der Umwelteffekte

In den letzten achtzehn Jahren ist die globale Temperatur stark gestiegen

(vgl. Abbildung 2). Seit dem Jahr 1900 zeigt sich ein globaler Temperaturanstieg um 0,6 (+/- 0,2) Grad. Die Erwärmungsrate für die letzten 50 Jahre ist fast doppelt so hoch wie die für die vergangenen 100 Jahre. Die Wissenschaftler prognostizieren die weitere weltweite Erwärmung.

Abbildung 2: Änderungen von Temperatur, Meeresspiegel und nordhemisphärischer Schneebedeckung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 5

Im Einklang mit der Erwärmung steigt der Meeresspiegel. Von 1961 bis 2003 ist der Meeresspiegel durchschnittlich um 1,8 mm jährlich und von 1993 bis 2003 um durchschnittlich etwa 3,1 mm pro Jahr gestiegen. Der beschleunigte Anstieg des Meeresspiegels ist zu etwa 57 Prozent auf die thermische Ausdehnung der Ozeane, zu etwa 28 Prozent auf schmelzende Gletscher und Eiskappen sowie zu 15 Prozent auf den Verlust polarer Eisschilde zurückzuführen.

Seit den 1980er Jahren sind in der Antarktis und Grönland die Temperaturen an der Obergrenze der Permafrostschicht allgemein um bis zu 3 °C gestiegen. Mit der Erwärmung geht auch die Schnee- und Eisbedeckung zurück. Das Antarktische Meereis nimmt nach Beobachtungen seit 1978 2,7 Prozent pro Jahrzehnt ab und im Sommer 2007 beträgt die Abnahme 7,4 Prozent pro Jahrhundert.1 Wenn Grönland und Antarktis schmelzen würden, könnte der Meeresspiegel um 7 Meter steigen. Nur aufgrund von Gletscher- und Eiskappenschwund stieg der Meeresspiegel zwischen 1961 und 2003 um 0,50 mm jährlich und zwischen 1993 und 2003 um 0,77 mm.2

2.2.2 Anthropogener Klimawandel

Seit den 1950er Jahren begann Charles Keeling mit kontinuierlichen Messungen der CO2-Konzentration auf dem Mauna Loa in Hawaii. In den Jahren 1957/58 wurde nachgewiesen, dass der Anstieg der CO 2 -Konzentration in der Atmosphäre durch die Nutzung fossiler Brennstoffe verursacht wurde. Fossile Brennstoffe entstehen durch Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas. Die CO2-Konzentration hatte im Jahr 2005 den Rekordwert von 380 ppm (parts per million) erreicht.3 Das Intergovernmental Panel on Climate schätzt im bestmöglichen Fall eine Veränderung der globalen Kohlendioxidkonzentrationen von über 450 ppm mit einer Temperaturänderung von zwei Grad Celsius und im schlechtmöglichen Fall 590-710 ppm Kohlendioxidäquivalenten mit einem Temperaturanstieg von 5,8 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 ab. Heute liegt die globale Kohlendioxidkonzentration bereits bei knapp 400 ppm.4

Die Treibhausgase sorgen für eine durchschnittliche Temperatur von 15 °C auf der Erde. Ohne THG würde auf unserem Planeten eisige Weltraumkälte herrschen. Pflanzen und Tiere atmen Sauerstoff, Bäume ernähren sich von CO2, die dann wieder Sauerstoff produzieren (Photosynthese). Jedoch hat sich die Atmosphäre unnatürlich stark erwärmt. Diese stark erwärmte Atmosphäre erklärt sich durch die Erhöhung der Konzentration der Treibhausgase, vor allem das Kohlendioxid.5

Die Abbildung 3 stellt Ursachen und Folgen des anthropogenen (durch menschlichen Einfluss verursachten) Treibhauseffektes deutlich dar. Klimagase bzw. Treibhausgase entstehen durch vielfältige menschliche Aktivitäten, die sich in vier Sektoren unterteilen lassen: Energie, Transport (Straßen- und internationaler Flugverkehr), Privathaushalte und Industrie (Produktions- und Baugewerbe). Treibhausgase verringern die Wärmeabstrahlung von der Erde, wodurch sich die Erdatmosphäre wie in einem Treibhaus aufheizt. Die vielfältigen Folgen dieser unnatürlichen Erdatmosphäreerwärmung sind die Schmelzung von Gletscher und Polkappen, die Erhöhung des Meeresspiegels, die Ausbreitung von Dürregebieten, eine intensive Wasserverdunstung sowie Wettergeschehen und andere Ereignisse, die als Folgen des Klimawandels genannt werden.

Abbildung 3: Strahlung und Treibhausgase in der Erdatmosphäre

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 16

Neben positiven und negativen Strahlungsantrieben1 sind es die primär vom Menschen verursachten Faktoren, die zu höheren Temperaturen führen. Positive Strahlungen erwärmen die Erde, andere kühlen sie ab. Den wichtigsten anthropogenen Antrieb bilden bestimmte relativ langlebige Treibhausgase in der Atmosphäre (vgl. Anhang, Tabelle 1). Die schwarzen Fehlerbalken zeigen den Grad der Unsicherheit bei einzelnen Antriebsmechanismen an. Neunzig Prozent beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass die Werte innerhalb dieser Balken liegen, da z. B. der Strahlungsantrieb durch die Treibhausgase relativ genau bekannt ist, was bei Aerosoleffekten nicht der Fall ist. Vulkanische Aerosole wurden ausgelassen, weil sie nur gelegentlich auftreten.2

2.3 Prognosen zur Klimaentwicklung im 21. Jahrhundert

Um eine Lösung für die dargestellte Problematik „Klimawandel“ zu finden, hat der IPCC die Special Report on Emission Scenarios (SRES) zur Modellierung einer möglichen zukünftigen Klimaentwicklung ausgearbeitet. Diese Klimaszenarien sind keine Prognosen, sondern konsistente mögliche Entwicklungen, wie z. B. Weltbevölkerung, erreichter Lebensstandard, wie viel Energie verbraucht werden könnte und welche Energieträger dafür in Frage kommen würden. Ein Szenario ist eine auf einer klaren Logik und einer quantifizierten Handlung basierende Vorausplanung potentieller Zukunft. Die SRES-Szenarien beinhalten keine zusätzlichen Klimainitiativen, die ausdrücklich in der Umsetzung des Rahmenübereinkommens über Ozon ist in Bodennähe ein Schadstoff, doch schützt die Ozonschicht in der Stratosphäre das irdische Leben vor UV-Strahlung.

Albedo bezeichnet die Reflektivität einer Oberflächenregion. Sie nimmt mit der Helligkeit zu. Unter Aerosolen versteht man Schwebeteilchen in der Luft. Sie entstehen etwa bei Waldbränden oder auch beim Verfeuern fossiler Brennstoffe.

Kondensstreifen sind künstliche Wolken, die aus den Abgasen von Flugzeugen entstehen. Auch sie können das Klima beeinflussen.

Die Troposphäre ist die unterste, rund zwölf Kilometer dicke Schicht der Atmosphäre.

Die Stratosphäre schließt sich an die Troposphäre an und reicht bis in eine Höhe von fünfzig Kilometern.

Emissionszielsetzungen des Kyoto-Protokolls (siehe Punkt 4.1) berücksichtigt wurden.1

2.3.1 Heterogene Möglichkeiten der Weltentwicklung

In internationalen Gremien hat man sich auf vierzig Szenarien geeinigt. Diese Szenarien werden in vier Familien-Szenarien unterteilt und werden durch sechs Standardszenarien repräsentiert (vgl. Abbildung 4). Die dargestellten sechs Szenarien-Gruppen sollten als gleichermaßen stichhaltig betrachtet werden. Jede Handlung stellt verschiedene demographische, soziale, wirtschaftliche, technologische und Umweltentwicklungen dar, die auf zunehmend irreversible Weise auseinandergehen.2 In einfacher Hinsicht sind vier Handlungen in zwei Szenarien-Gruppen von divergierenden Tendenzen kombiniert. Die erste Gruppe lässt sich zwischen starken ökonomischen Werten und starken Umweltwerten und die andere Gruppe zwischen wachsender Globalisierung und wachsender Regionalisierung variieren. Die Handlungen werden wie folgt zusammengefasst.

Abbildung 4: Bewertung der Klimaszenarien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimaänderung 2007, S. 18

Das A1-Szenario beschreibt eine Welt mit sehr raschem Wirtschaftswachstum (vgl. Anhang, Abbildung 1) und schneller Einführung neuer und effizienterer Technologien. Das A1-Szenario teilt sich in drei Gruppen unter Berücksichtigung der technologischen Alternativen von Energiegewinnung auf: Bei der A1F1 (fossil intensive) geht man von der Nutzung der fossilen Brennstoffe (Kohle, Öl, Erdgas) aus, die Gruppe A1T verwendet nicht fossile Energiequellen, und Gruppe A1B wird von einer Mischung aus verschiedenen Energieträgern versorgt. Die Weltbevölkerung erreicht ihr Maximum von 9 Milliarden im Jahr 2050 und geht danach auf 7 Milliarden im Jahr 2100 zurück (vgl. Anhang, Abbildung 2). Die regionalen Unterschiede werden durch Einkommen und Lebensstandard ausgeglichen.

Das A2-Szenario beschreibt eine sehr heterogene Welt mit einem Schwerpunkt auf traditionellen Werten. Das Grundthema ist eine gewisse regionale Autarkie und Bewahrung lokaler Identitäten. Die Weltbevölkerung nimmt kontinuierlich zu (2050: 11,3 Milliarden, 2100: 15 Milliarden).1 Die Entwicklung von Wirtschaft, Einkommen und Lebensstandard unterscheidet sich regional stark, vollzieht sich zweimal langsamer als bei Szenario A1. Der technische Wandel erfolgt überaus langsam.

Das B1-Szenario beschreibt eine konvergente Welt. Die Weltbevölkerung entwickelt sich ähnlich wie im A1-Szenario. Ein relativ starkes Wirtschaftswachstum geht in einer Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft mit der Einführung von sauberen und effizienten Technologien und weniger Materialverbrauch einher. Die Regionen entwickeln sich konvergent. Der Schwerpunkt liegt auf den globalen nachhaltigen Lösungen der ökonomischen, sozialen und Umweltprobleme.

Das B2-Szenario ist eine Welt, in der die Betonung auf lokalen Lösungen für ökonomische, soziale und Umweltnachhaltigkeit mit stetig wachsender Bevölkerung (2050: 9,4 Milliarden 2100: 10,4 Milliarden) und gemeinsamer wirtschaftlicher Entwicklung liegt.1

2.3.2 Der anthropogene Treibhauseffekt als globales Umweltproblem

In der Klimadiskussion ist das wichtigste Thema der „Treibhauseffekt“. Der Treibhauseffekt ist rein atmosphärischer Natur, ohne diesen primären Treibhauseffekt wäre Leben auf der Erde nicht möglich. Allerdings ist das heutige Niveau der THGE deutlich höher als das natürliche Niveau in den letzten 650.000 Jahren.2 Durch Emissionsreduktion lässt sich das Klima stabilisieren.

2.3.2.1 Prognose der zukünftigen Treibhausgasemissionen

Die Wissenschaftler sind sich einig, dass das Klima durch menschliches Handeln bzw. durch den Ausstoß so genannter klimarelevanter Gase beeinflusst wird. Die wichtigsten dieser Klimagase sind Kohlendioxid (CO 2 ), Methan (CH 4 ), Lachgas (N 2 O), Fluorkohlenwasserstoffe (CHF3), perfluorierte Fluorkohlenwasserstoffe (CF4) und Schwefelhexafluorid (SF 6 ). Der Kohlendioxid-Anteil am anthropogenen Klimawandel beläuft sich auf rund 70 Prozent. Seit Beginn der Industrialisierung ist allein die CO2-Konzentration in der Atmosphäre um etwa 28 Prozent angestiegen. Nach dem IPCC-Sonderbericht zu Emissionsszenarien wurden folgende weltweite THG-Emissionen für 2000 sowie für 2030 und 2100 prognostiziert (vgl. Abbildung 5).

Abbildung 5: Weltweite THG-Emissionen für die Jahre 2000, 2030 und 2100

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimaänderung 2007, S. 45

Es wurden die Emissionen aus sechs beispielhaften SRES-Szenarien dargestellt. Post-SRES zeigt die höchstwahrscheinliche, mittelwahrscheinliche und niedrigstwahrscheinliche Erreichung der Emissionen anhand von vier Treibhausgasen. Referenzemissionsszenarien weisen unterschiedliche Werte ab 25 bis 135 Giga-Tonnen Kohlendioxid im Jahr bis zum Jahr 2100 aus.1 Es ist wünschenwert, dass die Szenarien B1oder A1T zukünftig verwirklicht werden könnten. Das Vorbildszenario zur Klima-Stabilisierung wurde in B1 dargestellt. Die ökonomisch orientierten Szenarien A2 und A1F1 weisen den größten Ausstoß von Klimagasen auf.

2.3.2.2 Globale Erdoberflächenerwärmung

Langjährige wissenschaftliche Beobachtungen bestätigen die Erwärmung der Erde.2 Die globale Oberflächentemperatur hat sich im 20. Jahrhundert um 0,6 (+/- 0,2) °C erhöht. 1 Das Jahr 2005 war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Anzahl der kalten Tage hat abgenommen und die der heißen Tage zugenommen. Bis zum Jahr 2100 wurde je nach IPCC-Szenarien (vgl. Abbildung 6) eine weltweite Erwärmung von 1,4 bis 5,8 °C prognostiziert.2

Abbildung 6: Prognosen der Erwärmung an der Erdoberfläche durch globale Atmosphären-Ozean-Zirkulationsmodelle 3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 25

Für Regionen wie Kanada, Russland und Skandinavien sind durch die Erdoberflächenerwärmung kaum Risiken zu erwarten, wogegen in anderen Gebieten wie z. B. Süd-Europa, Australien mit steigender Temperatur auch schwerwiegende Risiken auftreten werden. Die zunehmenden Dürren werden insbesondere in Afrika ganze Ernten vernichten und die Hungernot weiter verschärfen. Afrika und Asien müssen mit fortschreitender Wüstenbildung und somit mit dem Verlust der landwirtschaftlichen Fläche rechnen müssen.

Je höher die globale Erdoberflächenerwärmung ausfällt, desto schwerwiegender werden die Auswirkungen auf Wasser, Ökosysteme, Nahrungsmittel, Küsten und Gesundheit sein (vgl. Anhang, Abbildung 3). Mit steigender globaler Temperatur nehmen auch die Naturkatastrophen zu. Die Anzahl von Orkanen der Kategorien 4 und 5 hat sich in den letzten 30 Jahren fast verdoppelt. Der globale Meeresspiegel steigt an, Grönland und die Antarktis könnten im Sommer 2050 eisfrei sein, was zur Folge hätte, dass allen wild lebenden Eisbären die Lebensgrundlage entzogen wäre. Die Küstenbereiche verwüsten weltweit. Hitzewellen werden häufiger und intensiver sein, womit Dürren und Lauffeuer häufiger auftreten. Die steigende Erwärmung hat katastrophale Folgen, wie z. B. in nur 25 Jahren bis zu 300.000 Todesfälle pro Jahr. Mindestens 279 Arten von Pflanzen und Tieren reagieren schon auf die globale Erwärmung, indem sie sich neue, den Polen näher liegende Lebensräume suchen. Aufgrund von Erwärmung sterben Korallen und damit die Fische, die auf Korallen angewiesen sind. Mehr als eine Million Arten weltweit könnten im Jahr 2050 verschwunden sein.1

2.3.2.3 Wasserressourcen und Wassergefahren

Bis 2100 ist allein durch thermische Ausdehnung ein Meeresspiegelanstieg um 0,3 bis 0,8 m zu erwarten (vgl. Abbildung 7). Aber katastrophale Folgen des Klimawandels könnten auftreten, wenn durch erwärmungsbedingt beschleunigtes vollständiges Abschmelzen des Antarktis- und Grönland-Eises die Weltmeere um bis zu sieben Meter ansteigen.2 Nach Expertenmeinungen könnten in den nächsten 50 bis 70 Jahren alle Gletscher verschwinden. Selbst wenn nur die Hälfte des Eises von Grönland und der Antarktis schmilzt, kommt es zu Hochwasser in Regionen wie z. B. Florida, in dicht bewohnten Gebieten von San Francisco, Peking mit 10.000 Menschen, Schanghai mit 40 Mio. Menschen und Calcutta (Indien) mit 16 Mio. Bevölkerung.

Abbildung 7: Meeresspiegelanstieg

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: WBGU (2003), S. 39

Ein weiteres Problem sind nicht nur häufigere, sondern auch stärkere Niederschläge, weil mit Anstieg der Wassertemperatur auch Windgeschwindigkeit und Luftfeuchtigkeit steigen. Die Forschungsergebnisse weisen auf eine signifikante weitere Zunahme schwerer Regenereignisse in vielen Regionen hin und und somit auf ein erhöhtes Überschwemmungsrisiko. Bis zu 20 Prozent der Weltbevölkerung werden in Gebieten leben, in denen das Potential für Flusshochwasser bis zu den 2080er Jahren zunehmen könnte. Nordamerika, Europa, Russland und andere Regionen in Asien können von Flusshochwasser betroffen sein.1 In Gebieten mit sehr geringen Niederschlägen und Abflussmengen wie z. B. Wüstengebieten ändert sich im Laufe des Jahrhunderts nur wenig.

Aufgrund der Klimaänderung würden das Wasserkraftpotential und die Wasserverfügbarkeit verringert werden und damit negative Auswirkungen auf Sektoren wie Landwirtschaft, Wasserversorgung, Energieerzeugung und Gesundheit haben. 40 Prozent der Menschen erhalten weltweit ihr Trinkwasser aus Flüssen und Quellsystemen, die zu über 50 Prozent von Schmelzwasser des Gletschersystems gespeist werden. Innerhalb von 50 Jahren werden daher diese 40 Prozent der Erdbevölkerung ernsthaft mit extremer Wasserknappheit rechnen müssen. Unter Verringerung der Wasserressourcen werden viele Gebiete wie das Mittelmeerbecken, der Westen der Vereinigten Staaten, das südliche Afrika und Nordbrasilien leiden. Die drohende mangelhafte Versorgung mit Trinkwasser wird zur Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera oder Malaria führen, auch in Nordamerika und in Europa.1

Die dargestellten Szenarien zeigen keine Maßnahmen zum Klimaschutz. Sie enthalten nur die Prognosen zur Emissionsentwicklung und damit zu den Auswirkungen auf Meeresspiegel und Temperatur, wie z. B. die beste Schätzung für ein niedriges Szenario mit einem Meeresspiegelanstieg von 18­38 cm und für ein hohes Szenario von 26-59 cm. Der Meeresspiegelanstieg kann in Bezug auf eine beschleunigte Eisdynamik in polaren Gebieten viel höher sein, die nicht in den Klimamodellen berücksichtigt wurde. 2

[...]


1 Vgl. WBGU (2003), S. 1

2 Vgl. Bardt, H., Selke, J.-W., (2007), S. 30

3 Vgl. Gore, A. (2008)

4 Vgl. IPCC (2007): Climate Change 2007, S. 30 ff.

1 Vgl. Bardt, H., Selke, J.-W., (2007), S. 30

2 Vgl. DGO (2004), S. 3

3 Vgl. Bardt, H., Selke, J.-W., (2007), S. 30

1 Vgl. BMBF (2004), S. 44-45

1 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimaänderung 2007, S. IV

1 Vgl. Gore, A. (2008)

2 S. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 4

1 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 4

2 Vgl. IPCC (2007): Climate Change 2007, Technical Summary, S. 46-48

3 Vgl. Rahmstorf, S. (2007), S. 7-8

4 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 60-61

5 Vgl. BMU: Glossar zum Klimaschutz

1 Unter Strahlungsantrieb eines klimawirksamen Faktors versteht man seine Fähigkeit, die Energiebilanz der Erde zu ändern.

2 Vgl. Collins, W., Colman, R., Haywood, J., Manning, M.R., Mote, P. (2007), S. 73-75

1 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimaänderung 2007, S. 18

2 Vgl. IPCC (2000)

1 Vgl. IPCC (2000)

1 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimaänderung 2007, S. 18

2 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 13

1 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimaänderung 2007, S. 45

2 Vgl. Kemfert, C. (2007): Die ökonomischen Folgen des Klimawandels, S. 14

1 Vgl. IPCC (2001), S. 5 f.

2 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 24

3 Die orange Linie stellt das Resultat des Experiments dar, bei dem die Konzentrationen auf Jahr-2000-Werten konstant gehalten wurden.

1 Vgl. IPCC (2007): Climate Change 2007, S. 30 ff.

2 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 27

1 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 30-32

1 Vgl. IPCC (2007): Climate Change 2007, S. 30 ff.

2 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimaänderung 2007, S. 13

Ende der Leseprobe aus 100 Seiten

Details

Titel
Politische und ökonomische Folgen des Klimawandels
Untertitel
Eine Problemanalyse aus Sicht der USA, EU und Russlands
Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
100
Katalognummer
V125106
ISBN (eBook)
9783640300372
ISBN (Buch)
9783640305209
Dateigröße
2630 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische, Folgen, Klimawandels
Arbeit zitieren
Ira Drozdzynski (Autor), 2008, Politische und ökonomische Folgen des Klimawandels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125106

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