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'Vor dem Gesetz' - Jacques Derridas Kafka-Lektüre

Title: 'Vor dem Gesetz' - Jacques Derridas Kafka-Lektüre

Term Paper (Advanced seminar) , 1996 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Thomas Keith (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Am Beispiel Kafka als einem von der Literaturwissenschaft exzessiv beackerten Feld können sich in einer Synopse der vorliegenden Forschungsarbeiten zu einem bestimmten Text besonders deutlich die unterschiedlichen Ansätze und Methoden zeigen, wie sie im Rahmen der die jeweilige Zeit prägenden Paradigmen verortet sind, und ihre Grenzen, die gerade beim Sich-Abmühen an Kafka deutlich werden. "Vor dem Gesetz", ein besonders häufig traktierter Text, kann dazu als Musterbeispiel dienen. An Jaques Derridas Arbeit "Préjugés" zu "Vor dem Gesetz" wird der Paradigmenwechsel von 'Sinnsuche' zu 'Sinnbestreitung' in der literaturtheoretischen Praxis besonders deutlich, sein Text über Kafkas Text ist zu einem Musterbeispiel für so genanntes ′dekonstruktives′ Lesen und Textverständnis und dessen Selbstentwicklung aus einem Primärtext geraten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 Der Text

I Hinführung: Kafka, 'postmodern'

II Derridas Lektüre von "Vor dem Gesetz"

II.1 Die Schrift und die différance

II.2 "Dekonstruktion" – eine Negativitätsästhetik

II.3 Zur Methodik

II.4 Die Kerngedanken – rote Fäden in Derridas Text

II.4.1 Der "axiomatische Konsens" – das 'Gesetz der Literatur'

II.4.2 Allgemeinheit des Gesetzes der Literatur vs. Individualität des literarischen Textes, Allgemeines vs. Besonderes

II.4.3 Gesetz und Narration

II.4.4 Die différance

II.4.5 Die Selbstreferenzialität der Erzählung

II.4.6 Die Rolle des Titels und des Anfangs

II.4.7 "Vor dem Gesetz" als Prototyp von Literatur

III Zur Bewertung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht Jacques Derridas dekonstruktive Lektüre von Franz Kafkas Erzählung "Vor dem Gesetz". Das zentrale Ziel ist es, den Paradigmenwechsel von der klassischen Sinnsuche hin zur poststrukturalistischen Sinnbestreitung zu analysieren und zu erörtern, wie Derrida Begriffe wie "Schrift", "Gesetz" und "différance" einsetzt, um die Unabschließbarkeit und Mehrdeutigkeit literarischer Texte aufzuzeigen.

  • Die theoretischen Grundlagen der Dekonstruktion nach Jacques Derrida.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff des "Gesetzes der Literatur".
  • Die Analyse des Verhältnisses von Titel, Anfang und Selbstreferenzialität in der Erzählung.
  • Die Diskussion zur Unzugänglichkeit von Sinn und Bedeutung in dekonstruktiven Lektüren.
  • Die wissenschaftliche Einordnung und kritische Bewertung der Derrida’schen Methode.

Auszug aus dem Buch

II.4.1 Der "axiomatische Konsens" – das 'Gesetz der Literatur'

Das übergeordnete Ziel, auf das bereits der Titel "Préjugés" hinweist, ist es, die Vorurteile durcheinanderzubringen, die einen literarischen Text zum literarischen Text machen: also zu zeigen, dass es kein 'Gesetz der Literatur' gibt, dass keine exakte Definition von Literarität möglich ist.

Die Überlegungen zu Kafkas Text beginnen damit, dass einige "axiomatische Trivialitäten" aufgezeigt werden, die als Konventionen eines kulturellen Konsenses bestimmen, wie an Texte wie "Vor dem Gesetz" herangegangen wird. Man 'glaubt' im Allgemeinen an ihre Selbstidentität, Singularität und Einheit, nimmt sie als abgeschlossene Gebilde, ihre Grenzen, Anfang und Ende, als eindeutig definiert. Gemeinhin geht man davon aus, dass eine Originalversion existiert, die (über bestimmte Urheberschaft-Schutzrechte) die unantastbare rechtliche Persönlichkeit konstituiert. Dazu wird gewöhnlich dem Text ein Autor oder eine Autorin zugeordnet, der im Gegensatz zu den Personen der Erzählung als nicht fiktiv angesehen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Der Text: Präsentation der Primärquelle "Vor dem Gesetz" von Franz Kafka als Grundlage für die Untersuchung.

I Hinführung: Kafka, 'postmodern': Darstellung der Forschungsgeschichte zu Kafkas Texten, insbesondere des Wandels hin zu poststrukturalistischen Interpretationsansätzen.

II Derridas Lektüre von "Vor dem Gesetz": Einführung in Derridas semiotische Konzepte wie 'Schrift' und 'différance' als Basis für seine Lektüre.

II.1 Die Schrift und die différance: Erläuterung der dekonstruktiven Zeichentheorie, in der Bedeutung durch ständige Differenzialität und Aufschub entsteht.

II.2 "Dekonstruktion" – eine Negativitätsästhetik: Beschreibung der Dekonstruktion als Verfahren zur Destabilisierung traditioneller metaphysischer Sinnfixierungen.

II.3 Zur Methodik: Analyse von Derridas essayistischem, sprunghaftem und fragmentarischem Schreibstil sowie dessen Funktion innerhalb der Negativitätsästhetik.

II.4 Die Kerngedanken – rote Fäden in Derridas Text: Systematische Darstellung der zentralen Motive, die Derrida zur Dekonstruktion des literarischen Textes nutzt.

II.4.1 Der "axiomatische Konsens" – das 'Gesetz der Literatur': Infragestellung der Annahme, es gäbe ein festes, definierbares Gesetz, das Literarität konstituiert.

II.4.2 Allgemeinheit des Gesetzes der Literatur vs. Individualität des literarischen Textes, Allgemeines vs. Besonderes: Diskussion des Spannungsfeldes zwischen der Singularität eines Textes und den universellen Erwartungen an Literatur.

II.4.3 Gesetz und Narration: Untersuchung der Unzugänglichkeit des Gesetzes und der Verbindung von Fiktion und moralischem Anspruch.

II.4.4 Die différance: Analyse der Macht des Türhüters als Metapher für den Aufschub und die Verzögerung, die das Gesetz unzugänglich machen.

II.4.5 Die Selbstreferenzialität der Erzählung: Aufzeigen der Pointe, dass die Erzählung primär ihre eigene Unlesbarkeit und Struktur thematisiert.

II.4.6 Die Rolle des Titels und des Anfangs: Untersuchung der Funktion des Titels als Grenzmarkierung, die selbst in ein Spiel der Bedeutung einbezogen wird.

II.4.7 "Vor dem Gesetz" als Prototyp von Literatur: Fazit zu Derridas Verständnis von Literatur als Spiel der Rahmung und paradoxen Logik der Grenzen.

III Zur Bewertung: Kritische Reflexion der Derrida’schen Arbeit im Kontext der bestehenden Kafka-Forschung und hermeneutischer Gegenpositionen.

Schlüsselwörter

Dekonstruktion, Jacques Derrida, Franz Kafka, Vor dem Gesetz, Literaturtheorie, différance, Schrift, Axiomatischer Konsens, Selbstreferenzialität, Negativitätsästhetik, Interpretation, Sinnsuche, Gesetz, Literarität, Poststrukturalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die dekonstruktive Herangehensweise von Jacques Derrida an Franz Kafkas Erzählung "Vor dem Gesetz" und beleuchtet, wie traditionelle Konzepte von Literatur und Sinn hinterfragt werden.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Philosophie der Schrift, die Funktionsweise der 'différance', das Verhältnis von Gesetz und Literatur sowie die Problematik der Interpretation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Derrida durch seine dekonstruktive Lesart die Unabschließbarkeit und Ambivalenz des Kafkaschen Textes freilegt und den Begriff der Literarität neu verhandelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird hierbei verwendet?

Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche, philosophisch orientierte Analysemethode, die den dekonstruktiven Ansatz des Autors untersucht, ohne diesen selbst als starre Methode an den Text heranzutragen.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Derridas Begrifflichkeiten, die Untersuchung von "Gesetz der Literatur", "Narration" und "Selbstreferenzialität" sowie die spezifische Bedeutung von Titel und Anfang des Textes.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben 'Dekonstruktion' und 'différance' prägen Begriffe wie 'Axiomatischer Konsens', 'Unlesbarkeit' und 'Negativitätsästhetik' die theoretische Ausrichtung der Arbeit.

Wie bewertet der Autor das Missverständnis eines "Sinnvakuums" bei Derrida?

Der Autor argumentiert, dass Derrida keineswegs ein leeres Sinnvakuum anstrebt, sondern durch die Dissemination eine Vielfalt an Bedeutungen ermöglicht, die den Text lebendig hält.

In welchem Verhältnis stehen das "Gesetz" bei Kafka und die Literatur?

Derrida postuliert eine Analogie, bei der jedes literarische Werk sein eigenes Gesetz entwirft, welches zugleich im Konflikt mit einer universellen Allgemeinheit steht.

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Details

Title
'Vor dem Gesetz' - Jacques Derridas Kafka-Lektüre
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für deutsche Literatur)
Course
Hauptseminar: "Kafka"
Grade
1,3
Author
Thomas Keith (Author)
Publication Year
1996
Pages
22
Catalog Number
V125138
ISBN (eBook)
9783640308293
ISBN (Book)
9783656448044
Language
German
Tags
Gesetz Kafka-Lektüre Kafka Derrida différance Differenz Poststrukturalismus Postmoderne neue Literaturtheorien Vor dem Gesetz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Keith (Author), 1996, 'Vor dem Gesetz' - Jacques Derridas Kafka-Lektüre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125138
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