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Die Welt in den Augen eines Juden. Giacomo Meyerbeer als Opernkomponist jüdischer Abstammung

Titel: Die Welt in den Augen eines Juden. Giacomo Meyerbeer als Opernkomponist jüdischer Abstammung

Seminararbeit , 2022 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Zhe Yuan Lim (Autor:in)

Musikwissenschaft - Historische Musikwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit befasst sich mit der jüdischen Biografie Meyerbeers, die seine geistige Entfaltung durch die Einflüsse seiner Familie – in Hinsicht auf das Judentum – sowie seiner Ausbildungen, seine Lebenserfahrungen als ein Opernkomponist jüdischer Abstammung und die in seinen Opernwerken zum Ausdruck gebrachten Gedankengänge darstellt.

Im zweiten Kapitel wird zunächst ein Blick auf das Judentum der Beer-Familie und die geistige Erziehung Meyerbeers in der Zeit der deutschen Aufklärung geworfen. Schließlich wird ein kurzer Überblick über seine künstlerische Entwicklung und Karrierelaufbahn gegeben; denn die jüdische Biografie Meyerbeers ist zugleich ein Zweig der Geschichte des Antisemitismus im 19. Jahrhundert, daher sind die Darstellungen seiner antisemitischen Erfahrungen in der damaligen Musikwelt in diesem Kapitel zu erwarten.

Das folgende Kapitel beschäftigt sich zunächst damit, jüdische Thematiken sowie Musikelemente aus den Werken Meyerbeers herauszusuchen. Da seine geistigen Einstellungen in seine Opernwerke eindringen, werden nacheinander zwei seiner Großen Opern (Les Huguenots & Le Prophète) vorgestellt, um eine Analyse seiner Gedankengänge mit Blick auf die dramatische bzw. musikdramaturgische Gestaltung sowie die Darstellung des historischen Sachverhalts durchzuführen.

In dieser Arbeit wird versucht, eine biografische Beschreibung darüber, was Meyerbeer als ein jüdischer Komponist erlebte, wie er die Welt aus der Perspektive eines Juden sah sowie welche Auffassungen er besaß und unter den Einflüssen seiner geistigen Ausbildungen bzw. Lebenserfahrungen entfaltete und in seinen Werken zum Ausdruck bringt, zu geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Beer-Falimie und Meyerbeers Judentum

2.1 Meyerbeers als Opernkomponist und seine Umgebung

3. Meyerbeer und seine Werke

3.1 Auf der Suche nach jüdischer Thematik sowie jüdischen Musikelementen im Schaffen Meyerbeers

3.2 Les Huguenots

3.3 Le Prophète

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die jüdische Biografie des Opernkomponisten Giacomo Meyerbeer unter besonderer Berücksichtigung seines familiären Hintergrunds, seiner Ausbildung und seiner Erfahrungen mit dem Antisemitismus im 19. Jahrhundert sowie deren Reflexion in seinen Musikdramen.

  • Einfluss der jüdischen Herkunft auf Meyerbeers Lebensweg und Identitätsverständnis
  • Analyse der antisemitischen Rezeptionsgeschichte und Kritik an seinem Werk
  • Untersuchung von jüdischen Elementen und Thematiken in seinen Opern
  • Musikdramaturgische Analyse der Werke "Les Huguenots" und "Le Prophète"
  • Meyerbeers Selbstverständnis als "Weltbürger" zwischen jüdischer Identität und Assimilation

Auszug aus dem Buch

Meyerbeer und seine Werke

Bevor auf dieses Thema eingegangen wird, erscheint es notwendig, den Begriff der „jüdischen Musik“ zu definieren. Musik als „jüdisch“ zu bezeichnen erweist sich als ebenso schwierig wie Menschen als Juden zu klassifizieren. Um Menschen als jüdisch zu begreifen, muss zunächst die Frage beantwortet werden, ob es sich um eine religiöse Zugehörigkeit, eine ethnische Klassifikation, eine Kultur oder eine Nationalität handelt. Nach dem jüdischen Gesetz gilt der Sohn einer Jüdin als Jude, dies hat vielmehr einen ethnischen als einen religiösen bzw. kulturellen Sinn; ein Jude – im ethnischen Sinne – könnte christlichen oder sogar muslimischen Glaubens sein. Bei Meyerbeer ist es klar, dass es sich um einen Nachwuchs aus der im deutschsprachigen Raum niederlässigen jüdischen Familie – sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits – handelt, der aber keine orthodoxen bzw. liberalen Rituale des jüdischen Glaubens ständig einhielt, sondern das Judentum als seine ethnische Zugehörigkeit betrachtete, mit der auch entsprechende Lebens- sowie Weltanschauungen in Verbindung stehen.

Zurück zur Definition „jüdischer Musik“: Vor der jüdischen Aufklärung war die jüdische Musikausübung auf die volkstümliche sowie hebräisch-religiöse Ebene beschränkt. Seit der jüdischen Emanzipation und Haskala drangen christliche sowie katholische Musikelemente ins Leben der Juden ein. Es lässt sich im 19. Jahrhundert ebenfalls erkennen, dass einige Juden sich der orthodoxen bzw. reformierten jüdischen (hebräischen) Musikkultur hingaben, während eine Reihe der Komponisten jüdischer Abstammung im Westen in Erscheinung trat und sich der westlichen Kunstmusik widmete, die fast gar nichts mit der jüdischen Musikkultur zu tun hat; Meyerbeer gehört ebenfalls zur letzten Kategorie. Auch die im 19. Jahrhundert entstandenen Kompositionen jüdischer Musik waren von der westlichen Kunstmusikkultur beeinflusst und die westlichen Komponisten nicht-jüdischer Abstammung griffen ebenfalls die jüdischen Musikelemente auf und imitierten sie in ihren Werken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung beleuchtet die familiäre Herkunft Meyerbeers, seine Ausbildung im Kontext der jüdischen Aufklärung (Haskala) und die Zielsetzung der Untersuchung seiner Biografie als Opernkomponist.

2. Die Beer-Falimie und Meyerbeers Judentum: Das Kapitel analysiert das jüdische Milieu des Berliner Elternhauses und wie dieses die Identitätsbildung Meyerbeers sowie seinen späteren Umgang mit dem Reformjudentum prägte.

2.1 Meyerbeers als Opernkomponist und seine Umgebung: Hier wird die künstlerische Entwicklung Meyerbeers von seinen frühen Erfolgen in Deutschland und Italien bis zu seinem Wirken in Paris unter dem Einfluss antisemitischer Anfeindungen beschrieben.

3. Meyerbeer und seine Werke: Dieser Abschnitt widmet sich einer musikwissenschaftlichen Definition von "jüdischer Musik" und untersucht, inwiefern Meyerbeers jüdische Identität Eingang in sein Schaffen fand.

3.1 Auf der Suche nach jüdischer Thematik sowie jüdischen Musikelementen im Schaffen Meyerbeers: Das Kapitel analysiert die implizite Verarbeitung jüdischer Musikelemente und Trauergebet-Strukturen in seinen Kompositionen.

3.2 Les Huguenots: Die Analyse dieses Werkes zeigt, wie der historische Stoff zum Ausdruck religiöser Intoleranz und des Konflikts zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften genutzt wird.

3.3 Le Prophète: Der Fokus liegt auf der Darstellung religiöser Radikalisierung und Massenbewegung als Spiegelbild der persönlichen Pogromangst des Komponisten.

4. Zusammenfassung: Das Fazit fasst Meyerbeers Leben als freidenkender Jude zusammen und würdigt ihn als einen kosmopolitischen Künstler, dessen Werk zeitlebens unter dem Druck antisemitischer Vorurteile stand.

Schlüsselwörter

Giacomo Meyerbeer, Judentum, Antisemitismus, Grand opéra, Assimilation, Musikdramaturgie, Les Huguenots, Le Prophète, Haskala, jüdische Identität, Musikgeschichte, religiöser Fanatismus, Eugen Scribe, Reformjudentum, europäische Musik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Leben und Wirken des jüdischen Opernkomponisten Giacomo Meyerbeer und analysiert die Wechselwirkung zwischen seiner jüdischen Identität und den antisemitischen gesellschaftlichen Bedingungen des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören die jüdische Identität des Komponisten, der Einfluss seines Berliner Elternhauses, die Professionalität in der Zeit der Grand opéra in Paris sowie der Umgang mit antisemitischer Kritik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Meyerbeer als Jude die Welt wahrnahm und wie er diese Perspektive sowie seine Erfahrungen in seine musikalische Arbeit und Operndramaturgie einfließen ließ.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine biographisch-analytische Arbeit, welche historische Dokumente, Korrespondenzen und musikwissenschaftliche Analysen spezifischer Opernwerke miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem familiären Kontext der Familie Beer, Meyerbeers künstlerischer Ausbildung, der Analyse der Werke "Les Huguenots" und "Le Prophète" sowie der Auseinandersetzung mit Zeitgenossen wie Wagner oder Schumann.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Typische Schlüsselbegriffe sind Meyerbeer, jüdische Emanzipation, Grand opéra, Antisemitismus im 19. Jahrhundert, Assimilation und Musikdramaturgie.

Wie verhielt sich Meyerbeer gegenüber seiner jüdischen Identität?

Meyerbeer blieb seinem Judentum zeitlebens als ethnische Identität treu, auch wenn er keine orthodoxen religiösen Praktiken ausübte, was ihn in einen schwierigen Spannungsfeld zwischen der Integration in die Gesellschaft und dem Schutz vor Judenhass hielt.

Welche Bedeutung hatte der Antisemitismus für seine Karriere?

Der Antisemitismus im 19. Jahrhundert beeinträchtigte seine Rezeption in den deutschsprachigen Ländern massiv und führte zu einer kritischen, oft persönlich motivierten Ablehnung seiner Werke, ungeachtet seiner hohen künstlerischen Reputation in Frankreich.

Warum wird im Buch auf Heinrich Heine eingegangen?

Heinrich Heine wird als Beispiel angeführt, um Meyerbeers Persönlichkeit zu charakterisieren – insbesondere sein sensibles, reflektiertes Wesen und seine Ambivalenz gegenüber der dauerhaften Stabilität jüdischer Emanzipation in Europa.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Welt in den Augen eines Juden. Giacomo Meyerbeer als Opernkomponist jüdischer Abstammung
Hochschule
Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
Veranstaltung
Einführung in die Geschichte jüdischer Musik
Note
1,0
Autor
Zhe Yuan Lim (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
26
Katalognummer
V1251404
ISBN (PDF)
9783346686626
ISBN (Buch)
9783346686633
Sprache
Deutsch
Schlagworte
welt augen juden giacomo meyerbeer opernkomponist abstammung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Zhe Yuan Lim (Autor:in), 2022, Die Welt in den Augen eines Juden. Giacomo Meyerbeer als Opernkomponist jüdischer Abstammung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1251404
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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