Die Bedeutung der Kölner Konföderation vom 19. November 1367 für die Geschichte der Hanse wird seit Jahrzehnten hervorgehoben. In der vorliegenden Hausarbeit zu Erlangung des Ersten Staatsexamen wird versucht, die Bedeutung der wendischen Hansestädte in dieser Zeit genau zu beschreiben. Dabei werden zum einen wirtschaftliche wie auch politische Entwicklungen der Seestädte von Lübeck bis Greifswald untersucht und unterschiedliche Tendenzen aufgezeigt. An ihnen kommt man zu dem Ergebnis, dass der Friede von Stralsund stellt am Ende des Krieges gegen Dänemark den Höhepunkt als auch den Wendepunkt der hansischen Entwicklung dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Fragestellungen, Methodik und Forschungsstand
1.2. Beschreibung der Ausgangssituation im 14. Jahrhundert
1.3. Im Vorfeld der Kölner Konföderation
2. Die wendischen Hansestädte bei der Vertragsgestaltung der Kölner Konföderation am 19. November 1367
3. Verlauf des zweiten Krieges gegen Waldemar IV. Atterdag
3.1. Änderung der Beziehung zwischen dem Herzogtum Mecklenburg und den wendischen Hansestädten
3.2. Verwaltung der besetzten Schlösser und Festen und die dänische Politik nach dem Friedensschluss.
3.3. Frieden von Stralsund 24. Mai 1370
4. Die wirtschaftliche und politische Bedeutung der wendischen Hansestädte zur Zeit der Kölner Konföderation
4.1. Allgemeine Aussagen über die Stellung der Städte in der Hanse
4.2. Lübeck
4.3. Wismar und Rostock
4.4. Stralsund und Greifswald
5. Die Kölner Konföderation in der dänischen und deutschen Geschichtsschreibung im Vergleich
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die wirtschaftspolitische Rolle der wendischen Hansestädte im Zeitraum der Kölner Konföderation (1367–1385). Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Entwicklung der städtischen Autonomie sowie den diplomatischen und militärischen Auseinandersetzungen mit dem dänischen Königshaus unter Waldemar IV. Atterdag.
- Wirtschaftspolitische Bedeutung der wendischen Hansestädte.
- Die Rolle der Kölner Konföderation als machtpolitisches Bündnis.
- Militärischer Verlauf des zweiten dänisch-hansischen Krieges.
- Verwaltung und wirtschaftliche Nutzung der dänischen Pfandschlösser.
- Vergleichende Analyse dänischer und deutscher Geschichtsschreibung.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die Entstehung der Hanse und im Speziellen der Städtehanse im 14. Jahrhundert hängt maßgeblich mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Nord- und Ostseestaaten zusammen. Während im 12. und 13. Jahrhundert die Skandinavier und Slawen die Märkte des Baltikums beherrschten, drängten mit der Gründung der deutschen Städte im Süden der Ostsee immer mehr die niederdeutschen Kaufleute in den Vordergrund. Sie bildeten das verbindende Glied zwischen dem an Rohstoffen reichen Osten und dem städtisch-industriellen Westen, vornehmlich der Textilindustrie in Flandern. Zu dieser Handelslinie, oft wird sie als Linie Brügge – Nowgorod angegeben, kamen bald andere hinzu. So gewann der Skandinavienhandel ebenfalls an entscheidender Bedeutung für die Fernhändler der jungen Städte.
Dieses Handelsnetz expandierte im 14. Jahrhundert in wechselseitiger Beziehung zu den nordeuropäischen Königshäusern, dem aufstrebenden preußischen Ordensstaat und den aufsteigenden holsteinischen und mecklenburgischen Landesherrschaften. Das „politisch verarmte“ Kaisertum konnte und wollte den Städten meist keine Hilfestellung leisten. Als die Grafen und Herzöge nach Einflussmöglichkeiten in Dänemark und Schweden strebten, wurden die Städte in diese Konflikte hineingezogen bzw. mussten als Protagonisten auf Bedrohungen reagieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage nach der wirtschaftspolitischen Rolle der wendischen Hansestädte und beschreibt die Ausgangssituation im 14. Jahrhundert.
2. Die wendischen Hansestädte bei der Vertragsgestaltung der Kölner Konföderation am 19. November 1367: Analysiert das Engagement der Städte bei der Gründung des Bündnisses gegen Dänemark.
3. Verlauf des zweiten Krieges gegen Waldemar IV. Atterdag: Dokumentiert die militärischen und diplomatischen Phasen des Krieges sowie den Weg zum Frieden von Stralsund.
4. Die wirtschaftliche und politische Bedeutung der wendischen Hansestädte zur Zeit der Kölner Konföderation: Untersucht die Rolle der einzelnen Städte und deren Autonomie im Verhältnis zu Landesherren.
5. Die Kölner Konföderation in der dänischen und deutschen Geschichtsschreibung im Vergleich: Vergleicht unterschiedliche nationale Sichtweisen auf das Ereignis.
6. Schlussbemerkung: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der Hanse als politisches Städtebündnis im ausgehenden 14. Jahrhundert.
Schlüsselwörter
Hanse, Kölner Konföderation, wendische Hansestädte, Waldemar IV. Atterdag, Städtehanse, Schonen, Sundschlösser, Frieden von Stralsund, Handelspolitik, Städtische Autonomie, Lübeck, Rostock, Wismar, Stralsund, Greifswald.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die wirtschaftspolitische und machtpolitische Bedeutung der wendischen Hansestädte während der Kölner Konföderation im 14. Jahrhundert.
Welche Städte stehen im Fokus?
Im Zentrum der Untersuchung stehen die "wendischen Hansestädte", konkret Lübeck, Rostock, Wismar, Stralsund und Greifswald.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, die individuelle Rolle dieser Städte bei der Gestaltung der hanseatischen Politik gegenüber Dänemark und dem Adel im Zeitraum von 1367 bis 1385 herauszuarbeiten.
Welche Quellen wurden verwendet?
Die Recherche basiert primär auf Sekundärliteratur zur Hansegeschichte sowie auf zeitgenössischen Hanserezessen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vertragsgestaltung, den Verlauf des zweiten dänisch-hansischen Krieges sowie die spezifische Bedeutung der Städte im Kontext ihrer territorialen Abhängigkeiten.
Welche Bedeutung hatte der Schonenhandel?
Der Schonenhandel war ein zentraler wirtschaftlicher Pfeiler und Grund für die Sicherung von Privilegien durch die Besetzung der dortigen Schlösser.
Wie unterschied sich die Politik Rostocks von der Lübecks?
Rostock lavierte oft stärker zwischen den Interessen als mecklenburgische Stadt und Hansemitglied, während Lübeck als faktisches Haupt der Hanse agierte.
Welche Rolle spielte der Stralsunder Frieden?
Er markierte einen Höhepunkt der hansischen Machtentfaltung und sicherte durch die Verpfändung der Sundschlösser langfristige Handelsvorteile.
- Quote paper
- Matthias Widner (Author), 2006, Die Bedeutung der wendischen Hansestädte zur Zeit der Kölner Konföderation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125158