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Wirkungen von "Soft law" am Beispiel der "Charta der Rechte der Energieverbraucher"

Title: Wirkungen von "Soft law" am Beispiel der "Charta der Rechte der Energieverbraucher"

Seminar Paper , 2008 , 18 Pages , Grade: 12 Punkte

Autor:in: Oliver Voigt (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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„Consumers Come First in the Internal Energy Market“ - mit diesem Titel hielt der EU-Energie-Kommissar Andris Piebalgs am 06. Mai 2008 eine Rede in Brüssel. Ist dieser Titel als Leitlinie für die Energiepolitik der Europäischen Union zu verstehen oder ist er bloß eine inhaltslose Floskel?! Der Entwurf der „Charta der Rechte der Energieverbraucher“ spricht für ersteres.
Doch stellt sich oftmals die Frage, mit welchen Mitteln ein solch hehres Ziel wie der Verbraucherschutz am Besten gewährleistet werden kann. Für die Energieverbrauchercharta hat sich die EU-Kommission entschieden, diese als ersten Entwurf in Gestalt von „Soft law“ zu regeln. Was dieses „Soft law“ darstellt und welche Wirkungen es – generell und in Bezug auf die „Charta der Rechte der Energieverbraucher“ - hat, ist das Thema der vorliegenden Arbeit.
Im Folgenden wird unter (II.) zunächst geklärt, was unter dem Begriff „Soft law“ zu verstehen ist und welche Wirkungen es entfaltet bzw. entfalten kann. Sodann wird unter (III.) der Blick auf die „Charta der Rechte der Energieverbraucher“ gerichtet, wobei ein besonderes Augenmerk auf den Vorschlag zur Regelung des Beschwerdeverfahrens und dessen Wirkung gelegt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Was ist „Soft-law“?

1. Inhaltsbestimmung

2. Wirkungen von „Soft law“

a. Transformation von „Soft law“ in „Hard law“

b. Verleihung eines Rechtscharakters durch Gerichtsurteil

3. Einordnung in die Rechtsquellen der Europäischen Gemeinschaft und deren Wirkmechanismen

III. Die Charta der Rechte der Energieverbraucher

1. Ziele und Instrumente der möglichen Charta der Rechte der Energieverbraucher

2. Das Beschwerdeverfahren in der Charta der Rechte der Energieverbraucher

a. Gegenwärtige Regelung

b. Vorschlag der „Charta der Rechte der Energieverbraucher“

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von "Soft law" am konkreten Beispiel der "Charta der Rechte der Energieverbraucher". Dabei wird analysiert, inwieweit solche rechtlich unverbindlichen Instrumente durch Erwartungshaltungen politischer Akteure faktische Bindungswirkung entfalten und als Steuerungsmittel im europäischen Verbraucherschutzrecht fungieren können.

  • Definition und theoretische Einordnung von "Soft law" im EU-Rechtsgefüge
  • Analyse der Transformationsprozesse von "Soft law" zu "Hard law"
  • Evaluierung der Ziele der Charta der Rechte der Energieverbraucher
  • Kritische Würdigung des Beschwerdeverfahrens und der Rolle von Regulierungsbehörden
  • Diskussion der faktischen vs. rechtlichen Bindungswirkung

Auszug aus dem Buch

1. Inhaltsbestimmung

Es gibt keine allgemeingültige Definition des Begriffes „Soft law“. Wortwörtlich wird man es als „weiches Recht“ übersetzen können, was jedoch selbst von Rechtsenglisch- Wörterbüchern nicht getan wird. Unabhängig von der Wahl des Definitionsbegriffes wird man als charakteristisches Merkmal zunächst festhalten können, dass „Soft law“ eine rechtlich unverbindliche Selbstverpflichtung (meist von Unternehmen) ist. Weiterhin ist zu beachten, dass „Soft law“ nicht zu den normativ festgelegten (klassischen) Handlungsformen der Art. 249 EGV gehört. Dieses Merkmal an sich kann jedoch noch nicht die gesteigerte Bedeutung von „Soft law“ im europäischen Recht erklären, da es die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen innerhalb der Europäischen Union außer Acht lässt.

Seine gesteigerte Bedeutung als Handlungsform verdankt das „Soft Law“ vielmehr dem Umstand, dass es zu Beginn nur eine rechtlich unverbindliche Selbstverpflichtung sein mag, es jedoch eine „politische Verbindlichkeit“ erzeugt, die durch die Erwartungshaltung der verschiedenen Akteure zu einer rechtsverbindlichen Verpflichtung erwachsen kann – mithin ein „faktisches Recht“ entsteht.

Hieraus lässt sich dieser Arbeit zu Grunde liegende Definition destillieren:

„Soft law“ ist ein faktisch wirkendes Recht, welches auf Grund der Erwartungshaltung der beteiligten Akteure aus einer rechtlich unverbindlichen Selbstverpflichtung der Beteiligten heraus entsteht.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Verbraucherschutzes im Energiesektor ein und stellt die Forschungsfrage nach der Wirksamkeit von "Soft law" anhand der Energieverbrauchercharta vor.

II. Was ist „Soft-law“?: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Soft law" und erläutert dessen Wirkweisen sowie die Einordnung in das System der europäischen Rechtsquellen.

1. Inhaltsbestimmung: Hier wird der theoretische Rahmen von "Soft law" als rechtlich unverbindliche Selbstverpflichtung mit faktischem Wirkpotenzial abgesteckt.

2. Wirkungen von „Soft law“: Dieser Abschnitt analysiert, wie sich unverbindliche Regelungen durch Transformation oder gerichtliche Auslegung in rechtlich verbindliche Normen wandeln können.

a. Transformation von „Soft law“ in „Hard law“: Dieser Teil beschreibt anhand von Fallbeispielen, wie die Kommission unverbindliche Entwürfe in verbindliche Entscheidungen überführen kann.

b. Verleihung eines Rechtscharakters durch Gerichtsurteil: Hier wird untersucht, wie der EuGH "Soft law" als Auslegungshilfe oder Lückenschlussinstrument nutzen kann, um faktische Wirkung zu entfalten.

3. Einordnung in die Rechtsquellen der Europäischen Gemeinschaft und deren Wirkmechanismen: Das Kapitel verortet "Soft law" im hierarchischen System des Gemeinschaftsrechts und vergleicht es mit klassischen Rechtsinstrumenten wie Verordnungen und Richtlinien.

III. Die Charta der Rechte der Energieverbraucher: Dieser Hauptteil widmet sich den konkreten Zielen der EU-Kommission bei der Einführung der Energieverbrauchercharta.

1. Ziele und Instrumente der möglichen Charta der Rechte der Energieverbraucher: Hier werden die vier Hauptziele sowie die neun Handlungsfelder der Charta detailliert aufgelistet.

2. Das Beschwerdeverfahren in der Charta der Rechte der Energieverbraucher: Dieser Abschnitt beleuchtet die Defizite der bestehenden Regelungen für Beschwerden im Energiesektor.

a. Gegenwärtige Regelung: Es wird kritisiert, dass der deutsche Gesetzgeber die Vorgaben zur Streitbeilegung im EnWG nur unzureichend für den Verbraucher umgesetzt hat.

b. Vorschlag der „Charta der Rechte der Energieverbraucher“: Dieser Teil stellt die Lösungsansätze der Charta zur Optimierung der außergerichtlichen Streitbeilegung vor.

IV. Fazit: Das Fazit resümiert, dass "Soft law" trotz seiner Unverbindlichkeit ein erhebliches Potenzial besitzt, den Verbraucherschutz durch politischen Erwartungsdruck maßgeblich zu verbessern.

Schlüsselwörter

Soft law, Energieverbrauchercharta, Europäisches Recht, Verbraucherschutz, Hard law, Gemeinschaftsrecht, Streitbeilegung, EnWG, Regulierungsbehörde, EU-Kommission, Selbstverpflichtung, Rechtsquellen, Faktisches Recht, Politische Verbindlichkeit, Energiepolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die rechtliche und politische Natur von "Soft law" und dessen praktische Anwendung im europäischen Verbraucherschutz, insbesondere im Kontext der Energieversorgung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Definition von "Soft law", die Transformation von unverbindlichen in verbindliche Regelungen sowie die Analyse der "Charta der Rechte der Energieverbraucher".

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob und wie "Soft law" als Instrument der EU-Kommission eine faktische Bindungswirkung entfalten kann, um Verbraucherrechte trotz fehlender gesetzlicher Zwingendheit zu stärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse von Primär- und Sekundärquellen, kombiniert mit einer Untersuchung der politischen Mechanismen hinter europäischen Regelungsinstrumenten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen von "Soft law", dessen Einordnung in das EU-Recht sowie die konkrete Ausgestaltung und Kritik der Energieverbrauchercharta, speziell hinsichtlich der Beschwerdemechanismen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Soft law, Energieverbrauchercharta, Verbraucherschutz, faktisches Recht, Transformation, EU-Recht und Streitbeilegung.

Warum kritisiert der Autor die Umsetzung des EnWG in Deutschland?

Der Autor bemängelt, dass der deutsche Gesetzgeber die Anforderungen an eine zügige und kostengünstige Streitbeilegung aus der entsprechenden EU-Richtlinie nicht ausreichend umgesetzt hat, was den Zugang für Verbraucher erschwert.

Welche Rolle spielt die "politische Erwartungshaltung" bei Soft law?

Die Erwartungshaltung der verschiedenen Akteure (Mitgliedstaaten, Unternehmen, Öffentlichkeit) erzeugt laut Autor einen Druck, der dazu führen kann, dass aus einer eigentlich freiwilligen Selbstverpflichtung ein faktisch wirksames, quasi-bindendes Recht wird.

Warum sieht der Autor von einer sofortigen "Hard law"-Lösung ab?

Der Autor argumentiert, dass eine harte gesetzliche Regelung (z.B. per Verordnung) politisch kontraproduktiv sein könnte, da sie den Vorwurf der demokratischen Legitimationsdefizite verstärken würde.

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Details

Title
Wirkungen von "Soft law" am Beispiel der "Charta der Rechte der Energieverbraucher"
College
University of Hannover
Grade
12 Punkte
Author
Oliver Voigt (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V125180
ISBN (eBook)
9783640308521
ISBN (Book)
9783640306633
Language
German
Tags
Soft law Energierecht Europarecht Verbraucherrecht Charta der Rechte der Energieverbraucher Energieverbrauchercharta
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Voigt (Author), 2008, Wirkungen von "Soft law" am Beispiel der "Charta der Rechte der Energieverbraucher", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125180
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