Das Germanenbild bei Caesar und Tacitus


Examensarbeit, 2005

97 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der antike Barbarenbegriff

3. Das Germanenbild Caesars im De bello Gallico
3.1 C. Iulius Caesar: Leben und Werk
3.2 Inhalt der vorliegenden Quelle: De bello Gallico I, IV und VI
3.3 Der Germanen- und Germanienbegriff Caesars
3.4 Das Bild des „rex Germanorum“ Ariovist
3.5 Germanische Volkseigenschaften
3.5.1 Das Bild eines germanischen Stammes: Die Sueben
3.5.2 Die Germanen als ‚Volk’
3.5.2.1 Vorbemerkungen
3.5.2.2 Religion, Lebensweise und Kleidung
3.5.2.3 Landwirtschaft
3.5.2.4 Wanderungstrieb, Kriegstüchtigkeit und Gefährlichkeit
3.5.2.5 Gefolgschaftswesen und Gastfreundschaft
3.5.2.6 Caesars Vergleich zwischen Galliern und Germanen und der Hercynische Wald als Spiegel des germanischen Geistes

4. Das Germanenbild des Tacitus
4.1 P. Cornelius Tacitus: Leben und Werk
4.2 Inhalt der Quelle: De origine et situ Germanorum liber (Germania)
4.3 Der Germanenbegriff Tacitus’
4.4 Das Bild der Germanen
4.4.1 Die Germania
4.4.1.1 Das äußere Erscheinungsbild der Germanen
4.4.1.2 Landeskunde, Bodenerzeugnisse und Handel
4.4.1.3 Politische Führung und Sozialordnung
4.4.1.4 Religion
4.4.1.5 Thing und Gefolgschaftswesen
4.4.1.6 Siedlungsweise und Wohnstätten
4.4.1.7 Kleidung
4.4.1.8 Ehe, Stellung der Frau und Kindererziehung
4.4.1.9 Fehde und Geselligkeit (Gastfreundschaft, Tagesablauf, Nahrung und Spiele)
4.4.1.10 Totenbestattung
4.4.1.11 Die Sueben und die Nordostgrenzen Germaniens
4.4.1.12 Tacitus’ persönliche Meinung und Intention
4.4.2 Das spätere Germanenbild Tacitus’: Die Historien und Annalen

5. Synthese und Vergleich des caesarischen und taciteischen Germanenbildes

6. Schluss

Bibliographie

1. Einleitung

„Die Germanen – unsere barbarischen Vorfahren“ titelte das Wochenmagazin ‚Der Spiegel’ im Jahr 1996. Tradiert wurde die Legende von blutigen Ritualmorden, archaischen Stammesstrukturen und rückständiger Technik[1]. Es scheint, als habe das antike Bild der Germanen mit ihren ‚wild blickenden blauen Augen, dem rötlichen Haar und den großen Gestalten’[2] bis heute Gültigkeit[3]. Interessant ist es deshalb, das Germanenbild jener antiken Autoren zu untersuchen, die das bis in unsere Zeit nachwirkende Bild lieferten. Besonders relevant sind dabei Caesar und Tacitus, denn ihre Schriften[4] enthalten die wichtigsten erhaltenen ethnographischen Informationen über die Völkerschaften, die rechts des Rheins lebten. Darüber hinaus prägten sie das für Jahrhunderte gültige Germanenbild.

Zur Erarbeitung des caesarischen und taciteischen Germanenbildes ist es erforderlich, zunächst den Begriff ‚Germanen’ abzugrenzen. Erstmals bezeugt ihn Poseidonios von Apamea aus Syrien um das Jahr 80 v.Chr., daher galt er lange als der ‚Entdecker’ der Germanen[5], doch eine endgültige Klärung, welche ethnischen Gruppen zu den Germanen gezählt werden müssen, ist nicht in Sicht, da eine Zuordnung zu einem bestimmten Volk v.a. über die Selbstidentifikation der Betroffenen erfolgen müsste. Zur Bestimmung einer Grenze zwischen verschiedenen Völkerschaften muss zudem die Summe der kulturellen Eigenarten, wie z.B. Schmuck, Tracht und Art der Nahrungszubereitung berücksichtigt werden[6]. Problematisch ist der Begriff ‚Germanen’ v.a. deshalb, weil die Forschung stets auf der Suche nach einem ‚Proto-Germanen’ war und teilweise noch ist. Die Voraussetzung zur Existenz eines solchen prototypischen Germanen wäre einerseits die Kontinuität des Soziums sowie seiner Ethnizität. Durch die desolate Quellenlage[7] entziehen sich alle genannten Kriterien meist der Nachprüfbarkeit, doch kann dies noch nicht an dieser Stelle untersucht werden. Der Germanenbegriff bereitet so große Probleme, dass manche Forscher sogar dafür plädieren, diesen ganz zu vermeiden[8]. Hinzu kommt, dass der heutige Volksbegriff nicht auf prämoderne Kulturen zu übertragen und generell ein ‚Germanenvolk’ nicht zu erwarten ist. Die Archäologie konnte lediglich anonyme Kulturverbände, Kulturen oder Kulturgruppen feststellen[9]. In der Forschung ist die Herkunft des Germanennamens stark umstritten. Letztlich geht es immer um die Frage, ob die Germanen (von den Römern) ‚entdeckt’ oder erfunden wurden, d.h. also, ob das Ethnonym Germani eine sprachliche Manifestation der Selbstidentifikation oder eine Kategorisierung von außen ist[10].

Ein weiterer zu definierender Begriff ist das ‚Bild’, das sich ein Mensch über einen anderen Menschen macht. Es setzt sich aus verschiedenen Vorstellungen zusammen. Sie können durch subjektive Erinnerungen, durch kollektive Einschätzungen von Sachverhalten und durch Phantasien geprägt sein. Das Vorurteil bildet eine Unterkategorie von diesen Vorstellungen. Es ist eine verbindliche Stellungnahme über einen Gegenstand, ohne dass empirische Sachstrukturen objektiv bekannt sind oder berücksichtigt werden. Diesem Objekt werden infolge stereotyper Vorstellungen bestimmte Eigenschaften von vorneherein zugeschrieben, die durch Starrheit und gefühlsmäßige Ladung nur schwer korrigierbar sind. Dies trifft auch dann zu, wenn widersprechende Erfahrungen gesammelt wurden. Häufig wird mangelhaft zwischen einem ‚Bild’ und einem ‚Vorurteil’ unterschieden[11]. Ein Erklärungsansatz zum Problem des Vorurteils versteht dieses Phänomen als soziale Orientierung: Um handeln zu können, muss sich der Mensch eine gewisse Vorstellung vom Anderen machen. Diese kann Stereotype und die daraus resultierenden Vorurteile entwickeln. Schlimmstenfalls entartet sie zur Ideologie[12]. Ein ‚Bild’ setzt sich also aus unterschiedlichen Vorstellungen zusammen, die Vorurteile beinhalten können.

Eine weitere relevante Kategorie für das untersuchte Thema sind die Topoi. Dass die zu untersuchenden Quellen von ihnen übersät seien, ist eine weit verbreitete Forschungsmeinung[13]. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff ‚Topos’ in diesem Zusammenhang als Synonym für ein Klischee ohne Wahrheitsgehalt gebraucht, nachdem sich eine Bedeutungsverschiebung vollzogen hatte. Die lateinische Übersetzung von tópos[14] lautet locus und wurde nach Quintilian im ersten Jahrhundert n. Chr. in der Bedeutung von locus communis gebraucht[15]. Der moderne Toposbegriff wurzelt in der antiken Rhetorik und die ursprünglichen literarischen Wandermotive wurden Klischees, die sich über alle Gebiete des literarisch erfassten Lebens ausbreiteten[16]. Aus der Unschärfe dieses Begriffs heraus muss sparsam und vorsichtig mit ihm gearbeitet werden.

Was auch immer eine korrekte Definition des Begriffs ‚Germane’ – sofern es diese überhaupt geben kann – sei: Das in den Quellen Widergespiegelte ist nicht unbedingt identisch mit der Realität. Die Art der Widerspiegelung aber erklärt sich aus einem Apparat von Voraussetzungen, denen der Autor verhaftet ist. Wesentlich gehören dazu Ziel und Zweck seiner Arbeit, die hier nicht aus den Augen verloren werden dürfen.

Im Zentrum der vorliegenden Untersuchung stehen das erste, vierte und sechste Buch[17] Caesars De bello Gallico sowie Tacitus’ Germania. Um das taciteische Germanenbild zu vervollständigen, werden auch Auszüge aus den Historien und den Annalen untersucht. Hierzu werden die Forschungsliteratur sowie weitere Quellen hinzugezogen.

Da nach antiker Vorstellung ‚der Germane’ den Barbaren schlechthin verkörperte, wird zunächst ein kurzer Überblick zur Entwicklung des Barbarenbegriffs gegeben, der sich sehr früh in der griechischen Antike entwickelte und von den Römern im Zuge ihrer Hellenisierung übernommen wurde. Nach einer knappen Darstellung des Lebens und des Werks Caesars wird sein Germanenbegriff untersucht, um dann sein Germanenbild anhand der oben genannten Stellen unter systematischen Gesichtspunkten zu untersuchen. Im zweiten Teil der Analyse wird nach der Darstellung des Lebens und Werks Tacitus’ sein Germanenbegriff und –bild untersucht, um schließlich einen systematischen Vergleich des caesarischen und taciteischen Germanenbildes anzustellen. Eine unterschiedliche Behandlung der Quellen ist die unvermeidbare Konsequenz zweier verschiedener literarischer Produkte: Ein Kriegsbericht liefert notwendigerweise andere Informationen als eine monographische Ethnographie. Ziel dieser Arbeit ist es nicht primär, die in den Quellen dargestellten Fakten auf ihre Richtigkeit hin zu untersuchen und daraufhin eine These zu ihrem Wahrheitsgehalt aufzustellen, sondern das nachwirkende Bild zu analysieren, dass Caesar und Tacitus von ‚den Germanen’ prägten.

2. Der antike Barbarenbegriff

Zum ursprünglichen Sinn und zur Verwendung des Begriffs barbarós gibt es drei Erklärungsmodelle. Das erste versteht ihn als wertneutralen, erst in klassischer Zeit entstandenen und das zweite als stets abwertend gemeinten Begriff. Der dritte Erklärungsversuch sieht in ihm eine objektive ethnische Bezeichnung für alle Nichtgriechen, die sich erst bei Herodot finde[18].

Homer beschrieb die Karer mit dem Adjektiv barbaróphonos[19], drückte damit die Differenz und Andersartigkeit dieser Gruppe aus und charakterisierte sie somit in Abgrenzung durch ein Merkmal, das sie stigmatisierte. Diese Abgrenzung setzt aber eine Bezugskategorie voraus, z.B. die Existenz des Begriffs Hellenes, das ein Wir-Bewusstsein implizieren würde. Thukydides bezeugt, dass die Griechen vor dem Trojanischen Krieg noch keine Einheit als Hellenen darstellten, wenn er sagt:

„Vor dem Trojanischen Krieg nämlich hat Hellas offensichtlich nichts gemeinsam unternommen; ja ich denke sogar, es hatte noch nicht einmal diesen Namen schon als ein Ganzes[...]“[20].

Ohne ein Zusammengehörigkeitsgefühl (und eine Selbstbewusstheit[21]) aller Griechen kann es den komplementären Gegenbegriff der Barbaren nicht geben. Erst am Ende des 8. Jhds. v. Chr. ist der Begriff Panéllenes als ein solcher Sammelbegriff überliefert[22]. Die bekannte Dichotomie Héllenes vs. Bárbaroi setzt voraus, dass sich die Griechen als ethnische Einheit verstanden[23]. Erst zu diesem Zeitpunkt habe sich dann die restlose Zweiteilung der Menschheit als binäres asymmetrisches und komplementäres Begriffspaar (nämlich als bipolares Gegensatzpaar) entwickelt, so Lund[24]. Gekürzt hieß das demnach für einen Hellenen: Entweder man ist Grieche oder ein Barbar. Die negative Konnotation des Barbarenbegriffs und die damit verbundene Vorstellung der Kulturlosigkeit sei auf den Kulturbegriff der Griechen zurückzuführen[25]. So wurde der Begriff Mixobárbaroi für ‚nicht rassenreine’ Hellenen gebraucht[26] und bringt die Furcht vor Entartung ihrer Kultur zum Ausdruck: Die ‚minderwertige’ Kultur, bzw. die ‚Nicht-Kultur’, siegt in einer Mischung[27]. Dem Gedanken der eigenen ‚ethnischen Reinheit’ liegt die Vorstellung der Griechen zu Grunde, autochthon zu sein[28]. Dieses griechische Überlegenheitsgefühl brachte Herodot zum Ausdruck, als er anführte, auch die Ägypter hätten einen Barbarenbegriff gekannt: „Barbaren aber nennen die Ägypter alle Leute, die nicht die gleiche Sprache sprechen wie sie.”[29] Er setzte eine Analogie zwischen den zivilisierten Ägyptern zu den zivilisierten Griechen, weil beide durch das gemeinsame Abgrenzungskriterium der Sprache alle anderen für Barbaren hielten.

Neben diesem ethnisch-kulturellen Barbarenbegriff existierte ein rein ethischer, dem der geographische Aspekt fehlte. Herakleitos von Ephesos bezeugt dies, wenn er sagt, die Augen und Ohren seien den Menschen ein schlechter Zeuge, weil sie eine barbarische Seele hätten[30]: Mangelnde mentale Fähigkeiten sind demnach ein Zeichen von barbarischer Mentalität[31].

Dauge formuliert die Entwicklung des Begriffs folgendermaßen auf prägnante Weise: „Pour eux [die Griechen], était barbare tout ce qui n’était pas grec et, d’abord, l’oppostion fut surtout ethnique et linguistique. Puis, […] ils prirent l’habitude de se définir face aux Barbares en utilisant des jugements de valeur, et l’opposition devint fondamentale, la bipartition radicale (Ve et IVe siècles). Pendant longtemps, les Grecs eurent conscience de former [...] une communauté de race, de langue, de religion, de droit, de culture et de moeurs supérieure à toute autre, et d’incarner [...] le type parfait de l’homme.”[32]

Das dem Menschen natürliche systematische Denken (bzw. Denken in Kategorien) verband die Zivilisationsunterschiede mit verschiedenen Evolutionsschritten und verwies auf die Peripherie der Oikoumene. In dem räumlich-zeitlichen Gefüge der historisch-ethnographischen Erfahrungswelt kam Griechenland und den Griechen gleichzeitig Ursprung und Zentrum zu[33]. Der griechische Barbarenbegriff war also – ob ethnisch oder ethisch – stets pejorativ besetzt, von Superioritätsgefühl geprägt und strikt exklusiv.

Von den Griechen wurden die Römer dem Barbarentum zugeordnet, anfangs zählten sie sich selbst sogar zu den Barbaren, was allerdings wertneutral gemeint war, wie Plautus bezeugt, der ein griechisches Stück ins Lateinische übersetzt hatte. In seinem Vorwort unterscheidet er zwischen dem Griechischen und dem Nicht-Griechischen, das er „barbare“ nennt[34]. Die Römer hielten sich allerdings später selbst für hellenisiert[35] und empfanden dann die lateinische mit der griechischen Sprache für gleichwertig[36]. Die Römer übernahmen so im Zuge ihrer Hellenisierung auch den griechischen Barbarenbegriff[37].

Hinzukommt aber, dass der orbis Romanus im Zuge der Ausbreitung des Römischen Reiches mit orbis terrarum gleichgesetzt wurde[38]. Spätestens zu Senecas Zeiten seien der Rhein und die Donau im Norden als Grenze zwischen der Zivilisation und der Barbarei betrachtet worden[39]. Somit vollzog sich die Gleichsetzung des Begriffs ‚Barbaren’ mit dem Begriff ‚Germanen’. Die Ausbreitung des Imperiums hatte eine Verkleinerung der barbarischen Gebiete zur Folge. Die geographische Ausbreitung der pax Romana habe Lund zufolge dem Barbarenbegriff auch eine zeitliche Dimension gegeben: Die Barbaren waren in erster Linie alle noch zu zivilisierenden Wilden[40]. Die ‚Wilden’, denen humanitas fehlte, wurden domestiziert[41]. Es herrschte also die Überzeugung, ein Barbar sei zu bezwingen und zu zivilisieren (durch Domestikation), indem man ihm die pax brachte. Dies zieht die Möglichkeit der Inklusivität nach sich.

Allerdings blieben die Barbaren eine Randgruppe, ob nun innerhalb oder außerhalb des Imperiums ansässig. Davon zeugen Ausdrücke wie semibarbari oder barbari humaniores: Besonders die Gallier blieben bei den Römern unbeliebt[42]. Das könnte an einem echten ethnischen Gegensatz, einem politisch-militärischen Feindverhältnis und dem absoluten kulturellen Superioritätsgefühl ihnen gegenüber gelegen haben. Denn die Gallier als Kelten hätten laut Timpe in Rom den Platz des prototypischen Nordbarbaren innegehabt. Hierzu hätten besonders der habitus corporum und das kühlere Klima im Kontext der Vorstellung vom Kulturgefälle beigetragen[43]. Dass ihnen diese prototypische Stelle mit den damit verbundenen Stereotypen bald von den Germanen ‚streitig’ gemacht wurde, wird später zu beweisen sein.

Die Römer übernahmen also nicht nur den griechischen Barbarenbegriff, sondern modifizierten ihn auch. Während er bei den Hellenen auf strikter Exklusivität beruhte, bestand bei den Römern die Möglichkeit der Inklusivität nach vollzogener Zivilisierung. So war ein Barbar, wie Dauge wieder zusammenfasst, nicht ein Lebewesen minderwertigerer Art, sondern eines in einem minderwertigeren Zustand. Der Zugang zur humanitas war stets möglich[44]. Die Modifikation des Begriffes entstand aber auch aus der Ausbreitung des Imperiums. Während bei den Griechen meist nur unmittelbare Nachbarn ein Barbarenproblem stellten, wie Christ festhält, so vollzogen sich bei den Römern die Reibungen zwischen Zivilisierten und ‚Wilden’ in weit größerer Distanz, nämlich parallel zur Ausweitung des Reiches[45].

Nachdem der zum Verständnis der weiteren Ausführungen nötige römische Barbarenbegriff geklärt wurde, soll nun das römische Bild der Germanen anhand von Caesar und Tacitus untersucht werden.

3. Das Germanenbild Caesars im De bello Gallico

3.1 C. Iulius Caesar: Leben und Werk

C. Iulius Caesar wurde am 13.7.100 v. Chr. in Rom als Sohn einer der ältesten Adelsfamilien geboren. Als Prokonsul (58-51 v. Chr.) der gallischen Provinzen unterwarf er alle übrigen gallischen Stämme und setzte auch nach Britannien über. Nach seiner Rückkehr aus Gallien begann der Bürgerkrieg (49-45 v. Chr.). Im Februar 44 v. Chr. wurde er zum Diktator auf Lebenszeit ernannt, weswegen er an den Iden des März desselben Jahres im Senat ermordet wurde[46].

Erhalten sind Caesars acht Bücher De bello Gallico, in denen er seine Gallienfeldzüge beschrieb und die eine wichtige Informationsquelle über die frühen keltischen und germanischen Stämme darstellen, sowie ein dreibändiges unvollendetes Werk über den Bürgerkrieg (De bello civili). Die Schlichtheit des Stils und Klarheit der Sprache ließen den propagandistischen Zweck geschickt in den Hintergrund treten[47]. Die Darstellung ordne sich Caesars argumentativen Bedürfnissen unter und sei rhetorisch, womit die Glaubwürdigkeit sachlich problematisch werde und sei „angesichts weitgehend fehlender Paralleleüberliefrungen kaum zu entscheiden.“[48]

3.2 Inhalt der vorliegenden Quelle: De bello Gallico I, IV und VI.

Zu Beginn des ersten Buches schildert Caesar den Krieg mit den Helvetiern (I, 1-30). Nach dessen Beendigung fand auf gallische Bitte hin eine Versammlung statt, in der der Haeduer Diviciacus von andauernden Kämpfen mit einfallenden Germanen berichtete und beim Kampf gegen Ariovist um Caesars Unterstützung bat (I, 30-33). Dieser schickte daraufhin Gesandtschaften zu ihm, um einen Termin für Verhandlungen zu vereinbaren, doch da sich Ariovist nicht bereit erklärte, auf Caesars Forderungen einzugehen, rüstete er zum Krieg (I, 34-38). Es folgt die Episode von Vesontio: Die römischen Soldaten fürchteten sich vor den Germanen und verweigerten teilweise den Dienst. Durch eine Rede überzeugte Caesar sie von der Besiegbarkeit Ariovists und brach kurz darauf auf (I, 39-41). Nun schickte der Gegner Gesandte zu Caesar, woraufhin Verhandlungen stattfanden, die aber durch einen Angriff germanischer Reiter abgebrochen wurden (I, 42-46). Zwei Tage später schickte Ariovist wieder Gesandte zu Caesar, der sich seinerseits nun zu keinem Gespräch mehr bereit zeigte, dafür belagerte er das gegnerische Lager und wartete auf die Entscheidungsschlacht, die einige Tage später einsetzte (I, 47-52). In deren Verlauf flohen die Gegner, unter ihnen der Anführer Ariovist. Als diese Nachricht die Sueben rechts des Rheins erreichte, zogen sie wieder in ihre Heimat zurück (I, 53-54).

Das vierte Buch beginnt mit der Rheinüberschreitung durch andauernde Kriege mit den Sueben der Usipeter und Tenkterer (IV, 1, 1-2). Es folgt der sogenannte Suebenexkurs, der in den fortlaufenden Bericht eingeflochten ist. Als gallische Stämme die Neuankömmlinge aufforderten, noch weiter ins Land zu ziehen, beschloss Caesar einen Krieg gegen die Germanen. Eine germanische Gesandtschaft legte dar, sie seien vertrieben worden und zu einem Freundschaftsvertrag mit Rom bereit, worauf Caesar nicht einging. Trotz eines für den betreffenden Tag ausgehandelten Waffenstillstands griffen die Germanen an (IV, 5-12). Gerade als Caesar seine Pläne für den bevorstehenden Krieg mit den Legaten und dem Quaestor besprochen hatte, traf eine germanische Gesandtschaft, bestehend aus ihren Führern und Ältesten, ein. Diese hielt er fest und schickte seine Soldaten zum gegnerischen Lager. Dort gerieten die Germanen in Panik und flüchteten (IV, 13-15). In der Folge entschied sich Caesar für die Rheinüberschreitung und ließ eine Brücke bauen. Nachdem er im sugambrischen Gebiet alle Dörfer in Brand gesteckt hatte, ließ er die Brücke abreißen und kehrte nach Gallien zurück (IV, 16-19). Das Ende des vierten Buches befasst sich mit dem Aufbruch nach Britannien (IV, 20-38).

Im sechsten Buch berichtet Caesar von ständiger Aufhetzung anderer Germanen durch die Treverer, sodass Caesar mit Kriegsvorbereitungen begann (VI, 1-2). Nach Verwüstung des Gebietes der Nervier berief er einen gallischen Landtag ein, zu dem die Senonen, Carnuten und Treverer nicht erschienen, was er als Auftakt eines Aufstandes betrachtete (VI, 3-8). Nach einigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit den betreffenden Stämmen entschloss sich Caesar erneut, den Rhein zu überschreiten, um die Verbündeten der Treverer zu bestrafen. Nachdem er zunächst die Ubier für die Entsendung von Hilfstruppen verantwortlich glaubte, stellte sich heraus, dass es die Sueben waren. Den Auftakt zum Germanenexkurs bildet ein Bericht der Ubier, die Sueben hätten sich inzwischen, als sie von der Präsenz des römischen Heers erfuhren, bis an die äußerste Grenze ihres Gebietes zurückgezogen (VI, 9-10). Zunächst schildert Caesar die gallischen Bräuche (VI, 11-20), um dann die germanischen Gepflogenheiten darzulegen (VI, 21-28). In der Folge berichtet er über den Krieg mit den Germanen, in deren Verlauf er Ambiorix nicht stellen konnte, da dieser sich auf ständiger Flucht befand (VI, 29-43). Das Buch endet mit einer Untersuchung der Verschwörung der Senonen und Carnuten (VI, 44).

3.3 Der Germanen- und Germanienbegriff Caesars

Die erste Bekanntschaft mit ‚den Germanen’ macht der Leser im allerersten Kapitel anlässlich der Informationen zur Topographie Galliens. Im Norden, bei den Belgern, „proximi[…] sunt Germanis, qui trans Rhenum incolunt“[49] und charakterisiert so die Germanen als Bevölkerungsgruppe, die rechts des Rheins lebt, und zwar als Oberbegriff im Gegensatz zu Römern oder Galliern. Sie gelten fortan als Nachbarn der Kelten, die mit diesen gar nichts gemein hätten: „neque enim conferendum esse Gallicum cum Germanorum agro, neque hanc consuetudinem victus cum illa comparandam.“[50] Auch der Satz „Germani multum ab hac consuetudine differunt [von den Galliern]“[51] bestätigt diese Auffassung, die keinen Zweifel zulässt[52]. Zudem begründet er diese Meinung nicht[53]: Caesar postuliert die Existenz einer von den Kelten grundverschiedenen nördlichen Ethnie, der Rhein bildet nach seiner Auffassung die natürliche ethnisch-kulturelle Grenze. Diesem Fluss kommt bei Caesar zweifelsfrei eine große Rolle zu. Das geschlagene Heer Ariovists versucht, über den Rhein zu entkommen[54], im Norden scheidet der Fluss zwischen Galliern und Ubiern[55] und trennt die Treverer „qui proximi flumini Rheno sunt“[56] und Eburonen „quorum pars maxima est inter Mosam ac Rhenum“[57] von den Germanen ab.

Caesar weist so einzelnen Stämmen bei der für ihn klaren Grenze die Zugehörigkeit zum ‚Germanentum’ zu. So ist Ariovist unvermittelt der „rex Germanorum“[58], obwohl er sonst nur als Haupt eines germanischen Stammes, ja sogar Teilstammes, betitelt wird[59]. Diese Bezeichnung verwendet Caesar nur einmal. Der Titel, den der Senat Ariovist verlieh, hieß rex et amicus, ohne Beifügung eines Stammesnamens[60]. Demandt zufolge stehe rex Germanorum nicht im Sinne von ‚der König der Germanen’, sondern für ‚ein Germanenkönig’[61] . Nach Plinius dem Älteren soll jedoch der Historiker Cornelius Nepos von einem rex Sueborum gesprochen haben[62]. Im Jahr 59 v. Chr. verlieh Caesar ihm den Titel rex et amicus populi Romani[63], nennt ihn jedoch ein Jahr später im obigen Kontext einen Germanenkönig[64]. Aber nicht nur Ariovist wird König der Germanen, auch die Kimbern und Teutonen sind nach Caesar diesem ‚Volk’ zugehörig[65], weil sie über den Rhein nach Gallien kamen. Der Germanenbegriff wird erst im Exkurs des sechsten Buches inhaltlich entfaltet. Interessant ist hierbei, dass er im vierten Buch dem angeblichen germanischen Teilstamm der Sueben einen eigenen Exkurs widmet[66].

Verwirrend scheint der caesarische Germanenbegriff deshalb zu sein, weil er auch linksrheinische Germanen kannte. Deutlich wird dies im sechsten Buch. Zur Planung eines Aufstandes gegen Caesar versuchten die Treverer die benachbarten Germanen[67] einzubeziehen. Zwar beteiligten diese sich nicht, allerdings die weiter entfernt Wohnenden schon, sodass die gegnerische Koalition aus Treverern, Nerviern und allen linksrheinischen Germanen[68] bestand. Letztlich versuchen die Treverer, auch noch die transrhenanischen Germanen mit einzubeziehen[69]. Die Eburonen werden so als Germanen begriffen, und um ihre Lokalität zu verdeutlichen, als Cisrhenani beschrieben. Diese Gruppe selbst zählte sich aber zu den Galliern[70] und wurde von Caesar von den Germanen durch den Rhein getrennt[71]. Die Cisrhenani gehörten für Caesar politisch zur Großgruppe der gallischen Stämme, weil sie an der Wehrgenossenschaft der Belger teilnahmen[72]. Die Belger ihrerseits stammten von den Germanen ab, weil sie in der Vergangenheit über den Rhein gekommen waren[73]. Während v. Petrikovits diese Angabe auf die biologische Herkunft der Belger bezieht[74], besteht Lund – in Anbetracht des caesarischen Äußerungskontexts – auf die geographische Herkunft[75]. Die Existenz linksrheinischer Germanen bereite Caesar aber „auf jeden Fall Schwierigkeiten“[76]. Walser hält die ethnische Zuweisung zu den Germani Cisrhenani für schwankend: „Er [Caesar] versteht sie manchmal als gallische Stämme, manchmal als germanische, die statt auf dem rechten auf dem linken Rheinufer sitzen.“[77] Timpe weist hingegen darauf hin, diese „präzis [von Caesar] definierte Gruppe von Namensträgern“ verdanke ihre festen Grenzen und ihre terminologische „Eindeutigkeit“ der militärischen Organisation[78]. Caesar betont also einerseits immer wieder, Germanen siedelten nur östlich des Rheins, um dann von germanischen Stämmen zu sprechen, die westlich davon lebten. Hachmann bietet für diesen offensichtlichen Widerspruch eine Lösung: Er nimmt an, Caesar habe einen festen Germanenbegriff gebildet, bevor ihm die Existenz linksrheinischer Stämme bekannt wurde. Caesar fixierte „die ethnische Gliederung der Bevölkerung am Rhein in Einzelheiten erst […], nachdem er schon vorher den Rhein als Grenzlinie festgelegt hatte“[79]. Caesars Germanenbegriff ist also nicht widerspruchsfrei. Die Annahme, Caesar habe entweder aufgrund falscher Vermutungen bzw. bestimmter Absichten[80] eine klare Zuordnung vorgenommen, sei nicht von der Hand zu weisen, so Günnewig[81].

Die prähistorische Archäologie hat herausgestellt, dass von einem absoluten Trennstrich zwischen keltischen und germanischen Bevölkerungen entlang des Rheins, wie Caesar ihn postuliert, nicht die Rede sein kann[82]. Caesar selbst spricht davon, die Gallier hätten früher Siedler über den Rhein geschickt[83]. Demnach musste er sich darüber im Klaren sein, dass der Rhein zu seinen Zeiten keine ethnische Scheidelinie bildete, was – wie soeben erwähnt – nie der Fall war, hielt aber dennoch an der kulturellen Trennung fest. Er kontrastiert nämlich die gallischen und germanischen Sitten und Lebensweisen und führt die Unterschiede auf die Nähe zur römischen Zivilisation (der einzig möglichen) zurück. Die Germanen befänden sich immer noch im ursprünglichen, niedrigen und kulturlosen Zustand wie in der Urzeit:

„in eadem inopia egestate patientiaque Germani permanent, eodem victu et cultu corporis utuntur, Gallis autem provinciarum propinquitas et transmarinarum rerum notitia multa ad copiam atque usum largitur.“[84]

Die Vorstellung von der Rückständigkeit der Nordvölker war nicht neu. Dieses Motiv findet sich auch sonst schon in der Antike, so z.B. bei Aristoteles[85]. Die einen seien auf Grund des kalten Klimas aggressiv, während die anderen wegen der Hitze feige seien. Deswegen lebten die Nordbarbaren in Freiheit, die Kleinasiaten aber in Despotie. Entscheidend ist hier die Begründung der Rückständigkeit. Sowohl Caesar als auch Aristoteles führen sie auf geographische Gegebenheiten zurück, der erste sieht den Grund in der fehlenden Nähe (und damit dem fehlenden Kontakt) zu Rom, der andere erblickt im Klima die Ursache der Andersartigkeit. Beide Angaben lassen auf die Vorstellung eines Kulturgefälles schließen. Caesars Vorstellungen waren also nicht neu, er fixierte aber den Rhein als die Grenze zwischen Kultur und Barbarei (Ursprünglichkeit), also zwischen Kelten und Germanen.

Der Rhein ist also, wie belegt, ein wichtiges Indiz zur Herausbildung des caesarischen Germanenbegriffs. Da diese Grenze anscheinend nicht der Realität entsprach, muss er ein politisches Motiv für diese Ausführungen gehabt haben. Bevor darauf eingegangen werden kann[86], muss angemerkt werden, dass er zur Unterscheidung zwischen Galliern (also Kelten) und Germanen und somit zur Herausbildung seines Germanenbegriffs nicht nur seine persönlichen Erfahrungen sowie Berichte Reisender heranzog[87], sondern sich auch auf griechische Quellen stützte. Explizit macht er dies z.B. im sechsten Buch, in dem er sagt, der Hercynische Wald sei Eratosthenes „et quibusdam Graecis“ noch nicht bekannt gewesen[88]. In der Forschung wird allgemein davon ausgegangen, dass Caesars Hauptquelle Poseidonios war[89]. Poseidonios galt als ‚Entdecker’ der Germanen[90]. Man bezog sich dabei auf ein Zitat, das bei Athenaios überliefert ist. Dort heißt es:

„Die Germanen essen zum Frühstück gliederweise gebratenes Fleisch und trinken dazu Milch und ungemischten Wein, wie Poseidonios im 30. Buch erzählt.“[91]

Aus diesem Zitat ist weder ersichtlich, ob Poseidonios von den Germanen als Ober- oder Unterbegriff spricht noch welche Selbstidentifikation der dort erwähnten Germanen zutrifft. Griechen jedoch behielten in der Regel auch nach Caesars Germanenbegriff die alte Einteilung der Nordvölker in Kelten und Skythen bei, wie Lund festhält, sodass der Begriff hier vermutlich als Unterbegriff zu verstehen ist[92]. Cassius Dio etwa spricht in seinem Werk nicht von Germanoí, wenn er Germanen meint, sondern von Keltoi. Er hält Germanen anscheinend für Kelten, die in Germanien leben[93].

Caesars Germanenbegriff ist also recht schwer zu fassen. Dies ergibt sich aus der im Text fehlenden exakten Definition, die durch die Widersprüche bzgl. der linksrheinischen Germanen noch verwirrender wird. Timpe hielt fest, dass der Name Germani im antiken Verständnis ein ebensolcher Name einer Großgruppe war wie jener der Iberer, Inder etc, die den Raum zwischen den bekannten Kelten und Skythen im Norden füllte und besteht darauf, dass er deshalb niemals empirisch gewonnen worden sei[94].

Caesar stellt ‚den’ Galliern ‚die’ Germanen gegenüber und bildet damit einen bis dahin unbekannten – sieht man von der singulären Nennung Poseidonios’ einmal ab – neuen Großgruppennamen. Der geographische Begriff Gallia ist, wie Duval nachwies, wahrscheinlich eine caesarische Prägung[95]. Während der Bellum Gallicum mit diesem geographischen Namen beginnt („Gallia est omnis divisa in partes tres“[96]), kannte Caesar zunächst keinen Ortsnamen für die rechtsrheinischen Gebiete. Dies bezeugen Paraphrasen wie „Germanis, qui trans Rhenum incolunt“[97] oder „ortos a Germanis“[98] sowie das völlige Fehlen des Ortsnamen Germaniens in den ersten drei Büchern. Zum ersten Mal findet er sich im vierten Buch, in den folgenden verwendet er ihn immer wieder[99]. Lund folgert aus dieser Tatsache heraus, Caesar habe den geographischen Oberbegriff ‚Germanien’ zwischen der Abfassung des vierten und sechsten Buches konstruiert, um ihn dem Begriff Gallia gegenüberstellen zu können[100]. Für Lunds These spricht die Notwendigkeit eines Ortnamens in Analogie zum Großgruppennamen sowie die Absenz seiner Nennung in den ersten drei Büchern des Bellum Gallicum. Wie oben gezeigt wurde, waren weder Germanen noch Germanien als eigenständige Begriffe vor Caesar gebräuchlich. Nach ihm jedoch gebrauchten die lateinischen Autoren sie stets[101].

So ist es wahrscheinlich, dass Caesar den geographischen Oberbegriff Germania sowie den ethnisch-kulturellen Großgruppennamen Germani prägte. Allerdings bleibt besonders der ‚Volksname’ eine Kategorisierung von außen, und zwar eine Bezeichnung aufgrund der geographischen rechtsrheinischen Herkunft (s.o.). Dies habe einen einfachen Grund, so Timpe. Militärisch begründete Sammelbezeichnungen hätten eine größere Durchsetzungschance besessen als Benennungen gelehrter Ethnographen[102]. Wenn Grimm 1840 zwar die Meinung vertrat, der Germanenbegriff sei schon vor Caesar allgemein gebraucht worden, so findet man doch einen nützlichen Hinweis, der in der modernen Forschung weithin bewiesen worden ist: „die Deutschen [d.h. die Germanen, m.A.] im verkehr[103] mit Römern ließen ihn [d.h. den Germanennamen] sich gefallen.“[104] Nach Caesar teilten die gallischen Remer im Bellum Gallicum vier Stämme den Germanen zu: Condruser, Eburonen, Caeroser und Caemaner[105]. Wie der Quelle zu entnehmen ist, sind diese Namen die jeweiligen Selbstbezeichnungen gewesen. Sie würden aber Caesar zufolge von anderen Germani genannt („qui uno nomine Germani appelantur“[106]), er fungiert also gewissermaßen als Cognomen.

Caesar subsumierte die Sueben den Germanen[107] und erklärte sie gleichzeitig für den größten und repräsentativsten Teil der Germanen: „Sueborum gens est longe maxima et bellicossima Germanorum omnium“[108]. Hieraus geht hervor, dass Caesar die Sueben als eine ethnische Einheit verstand, da gens auf eine Abstammungsgemeinschaft oder Sippe schließen lässt[109]. Er rechnet also mit einem einzigen Stamm der Sueben. Strabon hingegen gab ganz deutlich mehrere Suebenstämme an: „Dort befinden sich der Hercynische Wald und die Stämme der Sueben.“[110] Anlässlich der Beschreibung des Lebens Königs Marbod[111] wird er exakter, denn nach seiner Rückkehr sei Marbod Anführer geworden und habe zu den genannten noch weitere Stämme hinzu gewonnen sowie „von den Sueben selbst einen großen Stamm, die Semnonen. Die Stämme der Sueben indes siedeln […] teils außerhalb des Waldgebirges […]“[112].

Caesar dehnte so den Germanenbegriff auf die Sueben aus, ähnlich, wie er es bei den Kimbern und Teutonen tat, nämlich in Folge ihrer rechtsrheinischen und somit germanischen Herkunft. Wäre Caesars Hauptinteresse die germanische Abgrenzung zu den Kelten gewesen, wie es scheint (s.o.), so habe durch die Repräsentativität laut Timpe der Oberbegriff Suebi lauten müssen, Germani aber als rheinische Untergruppe fungieren müssen. Er sieht – ganz anders als z.B. Lund oder Walser – in diesem Namenssatz weder einen Tiefsinn, noch eine politische Motivation, sondern schlichte Sorglosigkeit[113]. Lund geht in diesem Kontext von einer Mehrfachethinizität aus. Untereinander hätten die Sueben ihre Teilnamen gebraucht. Gegenüber anderen germanischen Stämmen könnten sich suebische Teilstämme als Sueben identifiziert haben. Schließlich könnten sich germanische Stämme – da sie nun so genannt wurden – insgesamt den Römern gegenüber als Germanen bezeichnet haben[114].

Wenn also die Rheingrenze imaginär war und ‚die’ Germanen artifiziell von Caesar geschaffen wurden, so muss ihn doch mehr als „Sorglosigkeit“[115] zu den oben dargelegten Äußerungen getrieben haben. In der Forschung wird durchgehend ein politisches Motiv angenommen. Trzaska-Richter geht davon aus, Caesar habe die ethnisch-kulturelle Rheingrenze politisch benötigt, um die durch seinen Vorstoß geschaffene künstliche Grenze zu legitimieren. Dies habe sich günstig angeboten, da in der antiken Tradition zumeist Flüsse Grenzen darstellten[116]. Unterstützt wird sie von Wolters, der in der Betonung der angeblich natürlichen Rheingrenze eine implizite Begründung für den Umfang der caesarischen Eroberungen sieht[117]. Auch Walser geht von politischen Gründen aus. Allerdings sieht er darin keine Legitimation des Umfangs, sondern des Stoppens der Expeditionen: Caesar habe an dieser strikten Unterteilung in Kelten und Germanen am Rhein deshalb festgehalten, weil er sein politisches Ziel, Gallien zu erobern, nun erreicht habe und sich auf kein weiteres ‚Abenteuer’ einlassen wollte[118]. Er unterstützt damit Norden. Dieser ging davon aus, Caesar habe am Rhein Halt gemacht, weil L. Crassus im selben Jahr den Euphrat überschritten und damit ein nationales Unglück heraufbeschworen habe[119]. Aus Vorsicht habe Caesar deshalb also jene Grenze postuliert, so Walser und Norden. So ist es einleuchtend, weshalb er so vehement für eine Zweiteilung der nordischen Bevölkerung eintrat und jedes weitere Vorgehen gegen die Germanen als Vorsichtsmaßnahme für die neuen Provinzen darstellte[120].

Der caesarische Germanenbegriff wird nun fassbar. Vermutlich prägte er den später in der Antike gebräuchlichen Begriff und verwendete ihn zum einen als Beinamen für linksrheinische Stämme und zum anderen als Benennung für die gesamte Bevölkerung Germaniens. Er bezeichnet also verschiedene ethnische Einheiten als Germani, nämlich weil sie eines gemeinsam haben: Irgendwann kamen sie aus transrhenanischen Gebieten. Somit ist er rein geographisch-kulturell konzipiert, weil er alle rechtsrheinischen Barbaren umfasst. Es wurde so eine Kategorisierung einer Großgruppe aufgrund eines übereinstimmenden Merkmals (hier die geographische Herkunft) vorgenommen[121]. Weder kann man ihm entnehmen, die Betroffenen hätten sich als einheitliche Gruppe verstanden, noch ob sie eine gemeinsame germanische Sprache hatten. Der antike, von Caesar geprägte Germanenbegriff sei demnach nicht mit dem modernen gleichzusetzen, da dieser v.a. auf linguistischen Gesichtspunkten beruhe, so Günnewig[122].

Nachdem nun geklärt wurde, wen oder was Caesar unter Germani bzw. Germania verstand, werden nacheinander drei Stellen des Bellum Gallicum auf das Bild hin untersucht, das er von den dort zur Diskussion stehenden Germanen lieferte.

3.4 Das Bild des „rex Germanorum“ Ariovist

Im vorigen Abschnitt wurde bereits geklärt, inwiefern Caesar Ariovist als Germanen verstand. Im Vordergrund steht deshalb nun das Bild, das er von diesem Stammesanführer eben als Germanen lieferte. Mit in diese Darstellung hinein spielen seine direkte Feindesrolle sowie die Personalunion Caesars als Feldherren und Autoren.

Den Auftakt zur Charakterisierung Ariovists bildet die Klage des Haeduers Diviciacus[123] über die andauernden germanischen Einfälle nach Gallien und die Grausamkeit des Germanen. Diviciacus sei deshalb aus seinem Stammesgebiet geflohen, weil die Haeduer von den Germanen besiegt worden seien[124]. Er fährt fort, den siegreichen Sequanern sei jedoch noch Schlimmeres zugestoßen als den besiegten Haeduern, denn Ariovist, („rex Germanorum“, m.H.) habe sich in ihrem Land niedergelassen und ein Drittel des Gebietes besetzt. Nachdem er jedoch einmal die Gallier in der Schlacht bei Magetobriga geschlagen habe, regiere er selbstherrlich und grausam („superbe et crudeliter“), fordere die Kinder des höchsten Adels als Geiseln und strafe und folterte sie auf jede Weise, wenn etwas nicht nach seinem Willen geschehe. Er sei ein jähzorniger und unberechenbarer Barbar („hominem esse barbarum, iracundum, temerarium“, m.H.), sie könnten die Art seiner Herrschaft nicht länger ertragen[125].

Caesar stellt Ariovist durch sein Sprachrohr Diviciacus als einen Räuber, Unterdrücker der Verbündeten und grausam dar. Doch nicht nur das: Er sei ein jähzorniger und unberechenbarer Barbar, der übermütig regiere. Es wird hier ein Bild des Schreckens von Ariovist geliefert, einem Barbar, der keine humanitas kennt, da er ja crudelitas besitzt. Es kommt hinzu, dass er aller Fürsten Kinder zu Geiseln nähme und an ihnen Grausamkeiten verübe. All diese ihm zugeschriebenen negativen Eigenschaften vermitteln den Eindruck eines Tyrannen, zumal Diviciacus angibt, man könne seine Herrschaft nicht länger ertragen. Dies, in Verbindung mit dem Wort „rex“, musste dem römischen Leser Ariovist sogleich suspekt machen, denn ein Königtum schlug leicht in Tyrannis um[126]. In der Person Ariovists verbinden sich nun diese beiden Begriffe „rex“ und tyrannus, die mit Ungerechtigkeit, wie sie von Diviciacus erwähnt wird[127], sehr eng verknüpft sind[128]. Der Vorwurf, Ariovist sei „superbe“, ist in der römischen Historiographie geläufig. Alle Gegner Roms galten als hochmütig. Livius zufolge waren Pyrrhus, Hannibal und Philipp beispielsweise grausam und hochmütig[129]. Caesar sollte die Gallier nun beschützen, da nur seine Autorität, der Name des römischen Volkes sowie seine jüngsten Siege die Germanen abschrecken könnten[130]. Es musste einen römischen Leser mit Stolz erfüllen, diese Worte aus einem gallischen Mund zu hören und garantierte eine größere ‚Objektivität’, wie auch Trzaska-Richter feststellt[131]. Die Technik des wiedergebenden Diskurses befreie Caesar hier vom Odium der direkten Lüge, so Walser.[132] Gleichzeitig bereitet Caesar die Rechtfertigung für den Krieg mit Ariovist vor: Der Rechtsstaat Rom, der sich durch humanitas auszeichnete, konnte nicht anders als seine Verbündeten aus den Händen des Tyrannen befreien. Er stellt die Lage der Gallier so dar, als lebten sie nun „in servitute“ und „in dicione“[133]. Freilich dramatisiert Caesar die Szene. Alle Gallier weinen[134], aber die Sequaner sind stumm und schauen mit gesenktem Haupt traurig zu Boden[135]. Wegen der Grausamkeit Ariovists trauten sie sich nicht einmal, sich in seiner Abwesenheit über ihn zu beklagen[136]. Hier lässt sich eine Steigerung ins Negative des gezeichneten Bildes feststellen. Während zunächst die Grundhaltung und das Wesen Ariovists beschrieben werden, befinden sich auf der nächsten Stufe die vermuteten Grausamkeiten, die er mit aller Wahrscheinlichkeit an den Geiseln verüben werde, um dann in der Furcht vor dem abwesenden Ariovist zu gipfeln. Koutroubas sieht in dieser Dramatisierung einen psychologischen Trick Caesars, mit dem er über seine schwache Argumentation hinwegzutäuschen sucht. Weiterhin merkt er an, die gesenkten Köpfe der Sequaner seien ein Ausdruck der Unfreiheit und Sklaverei[137]. Er unterstützt damit Köstermann, der die Rede des Galliers für rhetorisch wirkungsvoll und nach der psychologischen Seite hin ausgebaut versteht[138]. Walser wies nach, dass es Caesar auf eine möglichst große Bedeutung des häduisch-sequanischen Konfliktes mit den Germanen ankam, diese Auseinandersetzung sich aber in Wirklichkeit am Rande der keltischen Welt abspielte und die Interessen Gesamtgalliens nur peripher tangierte[139]. Köstermann bewies, gerade die Sequaner hätten sich unter Ariovist weitgehender „Handlungsfreiheit“ erfreut[140]. Der Versuch, von Anfang an Antipathie gegen Ariovist hervorzurufen, ist sehr deutlich. Der bisherige amicus verwandelte sich so zu einer menschenähnlichen Bestie und entsprach so genau dem geläufigen Barbarenbild. Caesar präsentiert diese neue Erkenntnis als gallische Informationen. Die Gallier waren nach römischer Vorstellung die Inkarnation des Nordbarbaren[141]. Je weiter nach Norden vorgestoßen wurde, desto wilder und ursprünglicher die Bewohner[142]. Nannte solch ein gallischer Barbar wie Diviciacus einen noch weiter nördlicheren Menschen einen grausamen Barbaren, musste das von Caesar vermittelte Bild notwendigerweise im Kontext der Vorstellung vom Kulturgefälle verstärkt werden.

Die Tatsache, dass er nun diesen Ungerechtigkeiten ein Ende setzen möchte[143], zeigt, dass er die Klagen der Gallier für berechtigt und somit Ariovist für einen grausamen Barbaren hält. Caesar stellt sich als neutralen Richter dar. Sein Urteil ist schnell gefällt. Zum einen musste er die „fratres consanguineosque“[144] (die Haeduer) beschützen, die Gefahr für das römische Volk vor einer weiteren und zukünftigen germanischen Invasion abwenden[145] und den Hochmut und die Anmaßung Ariovists bestrafen[146]. Florus bemerkte unterstützend den ungeheuren Stolz Ariovists[147]. Caesar wirft Ariovist allerdings den Hochmut vor, noch ehe er überhaupt mit ihm in Verhandlung trat. Die angeblich bevorstehende Gefahr einer großen Invasion wird intensiviert durch Caesars Vermutung, diese wilden und barbarischen Menschen hielte nichts ab, auch nach Italien einzufallen, so, wie es die Kimbern und Teutonen taten[148]. Die Germanen sind Caesar zufolge also deswegen so gefährlich, weil sie sich durch ihre Wildheit und Barbarei nicht zurückhalten können. Durch das in Kapitel 2 vorgestellte römische Barbarenbild war es für die Leser sicher nicht schwer, sich das Ausmaß der Roheit dieses Barbaren vorzustellen[149]. Callies bewies, dass die Nennung von Kimbern und Teutonen eine „extraordinäre[…] Bedrohung“ unterstrich. Die an diese beiden Völker verknüpften Schreckensvorstellungen hätten sich leicht auf andere Barbaren übertragen lassen[150]. Da Caesar sowohl Ariovist als auch die Kimbern und Teutonen als Germanen identifizierte, liegt die Ziehung einer Parallele zwischen dem erlebten Germanensturm und dem bevorstehenden nahe. In römischen Quellen findet sich schon zu der Zeit die Vorstellung, die Germanen ergössen sich wie Wasserwogen über die Alpen nach Gallien und Italien[151]. Konsequenterweise macht Timpe Caesar in diesem Zusammenhang für die Vorstellung germanischer Invasionslust verantwortlich[152]. Caesar schildert den bevorstehenden Kampf also nicht nur als defensive Schutzmaßnahme, sondern mehr noch als einen Kampf zwischen Zivilisation und Barbarei, zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Demzufolge ist der Krieg ein bellum iustum, so, wie es die römische Tradition verlangt[153]. Livius z.B. behauptet, die römischen Kriege hätten oft deshalb einen guten Ausgang, weil sie gerecht seien[154]. Auch er rechtfertigt Kriege mit dem Schutz der Verbündeten[155]. Diodor meint, Römer führten gerechte Kriege und hielten stets Verträge und Eide, weswegen die Götter ihnen helfen würden[156]. Das Motiv von Verteidigung oder Schutz sieht Timpe aber während des gallischen Krieges nichts. Caesars Handeln reagiere nicht von Fall zu Fall und tue nicht nur das Nötigste aus aktuellem Anlass, sondern werde von einem neuen Herrschaftsanspruch getragen: dem Imperialismus[157]. Auch wenn der Begriff an sich nicht sonderlich geschickt erscheint, so ist der These jedoch zuzustimmen, wie die obige Auseinandersetzung mit Caesars Rheingrenze zeigte.

[...]


[1] Vgl. ‚Der Spiegel’ 44 (1996).

[2] Vgl.Tac.Germ.4: „truces et caeruli oculi, rutilae comae, magna corpora“

[3] Dies stellt auch H. Wolfram fest. Vgl. H. Wolfram: Das Reich und die Germanen. Zwischen Antike und Mittelalter. Berlin 1990. S. 17.

[4] Caesar beschrieb die Germanen erstmals in der römischen Literatur. Die Kimbern und Teutonen wurden bekanntlich erst von ihm als Germanen eingestuft, während die in einem Fragment des Poseidonios erhaltene Erwähnung der Germanen ethnisch nicht eindeutig zuzuordnen ist. Vgl. Poseid.frg.22 (=Ath. 4,39,135 e).

[5] Vgl. Poseid.frg.22 (=Ath.4,39,135e). Die Triumphalfasten zum Jahr 222 v. Chr. verzeichnen den Sieg des M. Claudius Marcellus bei Clastidium „de Galleis Insubribus et Germ[an(eis)]“ und bieten somit die wahrscheinlich älteste Bezeugung des Germanennamens. Es ist deshalb damit zu rechnen, dass er im Zusammenhang der römischen Kriege des 3. Jahrhunderts v. Chr. gegen die cisalpinischen Gallier auftauchte, ohne dass dadurch eine historische Erklärung des Namens gegeben wäre. Vgl. dazu D. Timpe: s.v. Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Die Germanen. Studienausgabe. Hrsg. von H. Beck. Berlin/New York 1998. S.1-65. Hier S. 2. Allerdings hält A.A. Lund: Die ersten Germanen. Ethnizität und Ethnogenese. Heidelberg 1998. S. 41 diese Inschrift für gefälscht und den dortigen Gebrauch des Germanennamens für eine anachronistische Rückprojektion.

[6] Vgl. W. Mühlmann: Ethnogonie und Ethnogenese. Theoretisch-ethnologische und ideologiekritische Studie. In: Studien zur Ethnogenese. Opladen 1985. Abhandlungen der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. 72. S. 9-27. Vgl. auch D. Timpe: s.v. Germanen. A.a.O. S. 13: „die Frage der germ. Ethnogenese ist (…) nicht zu beantworten.“ (m.H.)

[7] Die Quellen, auf die Caesar und Tacitus zurückgreifen konnten, waren vielfältig. Im 104. Buch der „Ab urbe condita libri“ hatte Livius sich z.B. ausgiebig mit den Germanen befasst. Plinius d.Ä. verfasste die „XX libri bellorum Germaniae“. Doch ausgerechnet diese beiden Quellen sind nicht erhalten. So finden sich fast nur noch vereinzelte Bemerkungen zu den Germanen.

[8] Vgl. hierzu L. E. v. Padberg: Die Christianisierung Europas im Mittelalter. Stuttgart 1998. S. 27-28.

[9] Vgl. zu dieser allgemeinen Problematik A.A. Lund: Germanen. A.a.O. S. 25-33.

[10] Vgl. hierzu z.B. A.A. Lund: Germanen. A.a.O. V.a. S. 11-35 und H. Wolfram: Das Reich. A.a.O. S. 16-24; und für die spätantiken Germanen ebd. S.52-64.

[11] Vgl. B. Fülgraff: s.v. Vorurteile. In: Handlexikon zur Politikwissenschaft. Hrsg. von A. Görlitz. München 1972. S. 484-490. Hier S. 486. Zur mangelnden Unterscheidung zwischen dem Bild und dem Vorurteil zitiert Fülgraff ein aktuelles Beispiel: Eine Befragung von Schülern in Deutschland ergab z.B., dass 90% persönlich nichts gegen Juden hatten, aber fast alle dieser Gruppe besondere Merkmale und Eigenschaften zuordneten. Die außerpersönliche Stellungnahme sei hier über ein Bild erfolgt, das dem Vorurteil vorausginge.

[12] Vgl. ebd. S. 489. Um bei dem Beispiel der in Anm.11 genannten Juden zu bleiben: ‚Der reiche Jude’ (Stereotyp) entwickelt sich leicht zur Aussage ‚Alle Juden sind reich’ (Vorurteil) und entartet eventuell zum ‚Die Juden beuten uns aus, daher sind sie unser Unglück’ (Ideologie).

[13] Vgl. zu dieser Problematik K. Bringmann: Topoi in der taciteischen Germania. In: Beiträge zum Verständnis der Germania des Tacitus. Hrsg. von H. Jankuhn/D.Timpe. Göttingen 1989. S. 59-78.

[14] Griechische Wörter werden nun kursiv als Fremdwort markiert und zur Absetzung vom Lateinischen unterstrichen.

[15] Vgl. Quint. 2,4,22; 5,10,20.

[16] Vgl. E.R. Curtius: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter. Bern 19613. S. 78-79.

[17] Caes. BG I: Charakterisierung Ariovists; BG IV: Suebenexkurs; BG VI: Germanenexkurs.

[18] Vgl. A.A. Lund: Zum Germanenbild der Römer. Eine Einführung in die antike Ethnographie. Heidelberg 1990. S. 3.

[19] Homer, Illias. 2,867: „Nastes führte die barbarisch (eigentlich: raustimmig, unverständlich) sprechenden Karer.“

[20] Thuky. 1,3,1.

[21] Der eher unübliche Begriff ‚Selbstbewusstheit’ wird an dieser Stelle verwendet, um den Sachverhalt von dem psychoanalytisch geprägten ‚Selbstbewusstsein’ abzugrenzen.

[22] Vgl. H. E. Stier: Die geschichtliche Bedeutung des Hellenennamens (Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. Geisteswissenschaften. Heft 159). Köln/Opladen 1970. S. 18.

[23] Herodot spricht von der Bluts- und Sprachgemeinschaft der Athener mit anderen Hellenen und u.a. von der einheitlichen Lebensweise. Vgl. Her. 8, 144,2.

[24] Vgl. A.A. Lund: Germanenbild. A.a.O. S. 9.

[25] Vgl. ebd.

[26] Vgl. Plat. Menex. 245 d.

[27] Dieses rassistische Vorurteil (‘Präpotenz-Lehre’) tauche bis heute immer wieder auf, so M. Büttner: Über Rasse und Rassismus. Anmerkungen aus biologischer Sicht. In: Das Vorurteil als Bildungsbarriere. Hrsg. von W. Strzlewicz. Göttingen 1972. S. 214-257.

[28] Vgl. hierzu den Artikel von V. J. Rosivach: Autochthony and the Athenians. In: Classical Quarterly 37 (1987). S. 294-306.

[29] Her. 2, 158,5.

[30] Vgl. Herakleitos. 22 B 101 (D.-K.).

[31] Vgl. diese Interpretation mit A.A. Lund: Germanenbild. A.a.O. S.11.

[32] Vgl. Y. A. Dauge: Le Barbare. Recherches sur la conception romaine de la barbarie et de la civilisation (Collection Latomus. Volume 176). Bruxelles 1981. S. 10-11. Kursiv gesetzte Passagen sind im Text solchermaßen gekennzeichnet.

[33] Vgl. D. Timpe: Rom und die Barbaren des Nordens. In: Die Begegnung mit Fremden. Wertungen und Wirkungen in Hochkulturen vom Altertum bis zur Gegenwart. Hrsg. von M. Schuster. Stuttgart/Leipzig 1996. S. 34-50. Hier S. 36.

[34] Plaut. Asin. Prol. 11: „Demophilus scripsit, Maccus vortit barbare.“ Hier steht „barbare“ für „Latine“ und ist somit wertneutral.

[35] Vgl. z.B. Hor. epist. 2,1,156: “Graecia capta ferum victorem cepit et artis/ intulit agresti Latino...”

[36] Vgl. hierzu einführend B. Wiele: Der Aspektwandel des Barbarenbegriffs bei den Römern als Ausdruck der wachsenden Wertschätzung des patrius sermos. In: Sitzungsberichte des Plenums und der Klassen der Akademie der Wissenschaften der DDR. Nr. 2. Berlin 1973. S. 106-115.

[37] Vgl. D. Timpe: Rom. A.a.O. S. 37.

[38] Vgl. Ov. Fast. 2, 683.

[39] Vgl. dazu A. Alfödi: Die ethische Grenzscheide am römischen Limes. In: E.S.H.G. 8 (1950). 37-50.

[40] Vgl. A.A.Lund: Germanenbild. A.a.O. S. 17.

[41] Vgl. z.B. Vitr. 2,1,6: „ex agresti immanique vita exculti ad humanitatem et mitigati sumus“; Cic. Marc. 8: “domuisti gentes immanitate barbaras”.

[42] Vgl. Suet. Iul. 76,5: “quosdam e semibarbaris Gallorum recepit (Caesar, m.A.) in curiam.”; Sen. Dial. 11,18,9: “cogita (...) quam non facile Latina ei homini verba succurrant, quem barbarorum inconditus et barbaris quoque humanioribus gravis fremitus circumsonat.”

[43] Vgl. D. Timpe: Rom. A.a.O. S. 37.

[44] Vgl. Y.A. Dauge: Barbare. A.a.O. S.19-20. Timpe betont nachdrücklich, dass sich die Römer weder mit dieser Barbarenkategorie ethnische oder politische Wirklichkeiten erschlossen, noch dass diese der Schlüssel zum Verhältnis zwischen Rom und dem Barbaricum gewesen sei. Vgl. D. Timpe: Rom. A.a.O. S. 37.

[45] Vgl. K. Christ: Römer und Barbaren in der hohen Kaiserzeit. In: Saeculum 10 (1959). S. 273-288. Hier S. 278.

[46] Vgl. W. Will: s.v. Caesar. I. Historisch. In: DNP Bd. 2. Stuttgart 1997. Sp.908-916.

[47] Vgl. W. Buchenwald/ A. Hohlweg/ O. Prinz: s.v. Caesar. In: Tusculum-Lexikon griechischer und lateinischer Autoren des Altertums und des Mittelalters. Darmstadt 1982. S. 141.

[48] J. Rüpke: s.v. Caesar. II. Literarisch. In: DNP Bd. 2. Stuttgart 1997. Sp. 916-920, hier Sp. 920.

[49] Caes. BG. I,1,3: „Zudem leben sie in unmittelbarer Nähe der Germanen, die das Gebiet rechts des Rheins bewohnen“. Soweit nicht anders vermerkt, wurden die direkten Übersetzungen von M. Deissmann übernommen.

[50] Ebd. I,31,11: „Das Land der Germanen sei nämlich mit dem der Gallier überhaupt nicht zu vergleichen, ebenso wenig wie die gallische Lebensweise mit der germanischen.“

[51] Ebd. VI,21,1.

[52] Vgl. K. E. Müller: Geschichte der antiken Ethnographie und ethnologischen Theoriebildung. Von den Anfängen bis auf die byzantinischen Historiographen. Teil II (Studien zur Kulturkunde. 52. Band. Hrsg. von E. Haberland). Wiesbaden 1980. S. 74.

[53] Vgl. D. Timpe: s.v. Germanen. A.a.O. S. 9.

[54] Caes. BG., I,53,1: „ita proelium restitutum est atque omnes hostes terga verterunt nec prius fugere destiterunt quam ad flumen Rhenum […] pervenerunt.“ / „So setzte die Schlacht erneut ein. Da wandten sich die Feinde in ihrer Gesamtheit den Rücken und hielten in ihrer Flucht nicht eher ein, als bis sie zum Rhein gelangt waren…“

[55] Ebd. IV,3,3: „sunt […] humaniores, propterea quod Rhenum attingunt“ / „sie sind etwas zivilisierter, weil ihr Gebiet an den Rhein stößt“.

[56] Ebd. III,11,1: „die in unmittelbarer Nähe des Rheins leben“.

[57] Ebd. V,24,4: „deren Hauptgebiet zwischen Maas und Rhein liegt“.

[58] Ebd. I,31,10.

[59] Anlässlich des bevorstehenden Krieges mit Ariovist äußert Caesar in BG I,37,4: „quibus Caesar vehementer commotus maturandum sibi existimavit, ne si nova manus Sueborum cum veteribus copiis Ariovisti sese coniunxisset, minus facile resisti posset.“ (m.H.). Es handelt sich demnach bei Ariovists Gruppe nur um einen Teilstamm der Sueben.

[60] Vgl. Dio 38,34,3; Plut. Caes. 19; Flor.I,45,8,11 und Oros. VI,7,6: Die Hintergründe dieser Titelverleihung sind unklar, er soll aber im Kontext der personellen Verbindungen stehen, mit denen Caesar sein Prokonsulat in Gallien vorbereitete. Appian zufolge in Kelt.16 hing er mit Ariovists Rückzug aus dem Häduergebiet zusammen. Flor.I,45,8,11 und Oros. VI,7,6

[61] Vgl. A. Demandt: Besprechung von Gerhard Perl: Tacitus’ Germania. In: Praehistorische Zeitschrift 66 (1991). S. 255-256. Hier S. 255.

[62] Vgl. Plin.d.Ä. nat. 2,170.

[63] Vgl. Caes. BG. I,43,4.

[64] Vgl. ebd. I,31,10.

[65] Vgl. ebd. I,40,5.

[66] Zur Bedeutung dieses Sachverhalts siehe Kap. 3.5.1 ff.

[67] Caes. BG. VI,2,1: „illi finitimos Germanos sollicitare“.

[68] Ebd. 2,3: „adiunctis Cisrhenanis omnibus Germanis“.

[69] Ebd.: „a Treveris Germanos crebris legationibus sollicitari“.

[70] Dies verdeutlicht der Verschwörer Ambiorix selbst in Caes. BG. V,27,5: „sed esse Galliae commune consilium…“ (m.H.)

[71] Vgl. Anm. 54 und 55.

[72] Vgl. Caes. BG. II,4,1-10.

[73] Vgl. ebd. 4,2: „plerosque Belgas esse ortos a Germanis Rhenumque antiquitis traductos...”

[74] Vgl. H. v. Petrikovits: Germani Cisrhenani. In: Germanenprobleme in heutiger Sicht. Hrsg. von H. Beck. Berlin/New York 1986. S. 88 – 106. Hier bes. S. 103, wo er seine Überzeugung komprimiert ausdrückt: „Die G.C. waren eine ethnische (und damit soziologische) Gruppe.“

[75] Vgl. A.A. Lund: Germanenbild. A.a.O. S. 87.

[76] Vgl. A.A. Lund: Germanen. A.a.O. S. 43.

[77] G. Walser: Caesar und die Germanen. Studien zur politischen Tendenz römischer Feldzugsberichte. Wiesbaden 1956. S. 39.

[78] Vgl. D. Timpe: s.v. Germanen. A.a.O. S. 4.

[79] Vgl. R. Hachmann: Die Germanen. München 1978. S. 45.

[80] S.u.

[81] B. Günnewig: Das Bild der Germanen und Britannier. Untersuchungen zur Sichtweise von fremden Völkern in antiker Literatur und moderner wissenschaftlicher Forschung (Europäische Hochschulschriften. Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften. Bd. 792.). Berlin/Frankfurt a.M./Bern/New York/Paris/Wien 1998. S. 45.

[82] Vgl. H. Ament: Der Rhein und die Ethnogenese der Germanen. In: Prähistorische Zeitschrift 59 (1984). S. 37-47.

[83] Vgl. Caes. BG. VI,24,1.

[84] Caes. BG. VI,24,4-5: „..die Germanen leben unter denselben dürftigen, ärmlichen und entbehrungsreichen Verhältnissen wie damals, ist auch ihre Nahrung und ihre übrige Lebensweise noch die gleiche. Den Galliern aber hat die Nähe der römischen Provinzen und die Kenntnis überseeischer Verhältnisse viel an Reichtum und Verfeinerung der Lebensweise gebracht…“

[85] Arist.polit. 7,7 1327b. Er unterschied zwischen den rückständigen Barbaren des Nordens und denen des Südostens. Die Völker in den kalten Gegenden und in Europa seien zwar voller Mut, aber dafür weniger mit Denkvermögen und Kunstfertigkeit begabt. Daher würden sie zwar leichter ihre Freiheit behaupten, seien aber zur Bildung stattlicher Verbände untüchtig und ihre Nachbarn zu beherrschen unfähig. Die asiatischen Völker dagegen seien mit Denkvermögen und Kunstfertigkeit begabt, ihnen fehle aber der Mut. Deshalb lebten sie in Unterwürfigkeit und Sklaverei.

[86] S.u.

[87] Vgl. v.a. Caes. BG. IV,20,2-4; I,39,1 und II,15,3-4.

[88] Vgl. ebd. 24,1: „…Hercyniam silvam, quam Eratostheni et quibusdam Graecis fama notam esse video…“.

[89] Vgl. z.B. K.E. Müller: Ethnographie. A.a.O. S. 68 und W. Hering: Das Germanenbild im Rom des 1.Jh.v.u.Z. In: Rom und Germanien. Dem Wirken Werner Hartkes gewidmet (Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften der DDR. Gesellschaftswissenschaften. Nr. 15). Berlin 1983. S. 24-27. Hier S. 26.

[90] Vgl. W. Capelle: Poseidonius, der Entdecker der „nordischen“ Völker. In: Geistige Arbeit 11 (1937). S. 7-9 und E. Norden: Die germanische Urgeschichte in Tacitus’ Germania. Leipzig 1920. S. 69-78.

[91] Poseid.frg.22 (=Ath. 4,39,135 e).

[92] Vgl. A.A. Lund: Germanen. A.a.O. S. 40.

[93] Vgl. Dio 53,12,6.

[94] Vgl. D. Timpe: Ethnologische Begriffsbildung in der Antike. In: Germanenprobleme in heutiger Sicht. Hrsg. von H. Beck (Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Hrsg. von H. Beck u.a.). Bd. 1. Berlin/New York 1986. S. 22-40. Hier S. 37.

[95] Vgl. P.-M. Duval: Les noms de la Gaule. In: Caesarodunum 9 (1974). S. 407-416. Hier S. 412.

[96] Caes. BG. I,1,1.

[97] Ebd. I,1,3.

[98] Ebd. II,4,1.

[99] Vgl. ebd. IV,4,1; V,13,6; VI,11,1; VI,24,2; VI,31,5; VII,65,4; VIII,25,2.

[100] Vgl. A.A. Lund: Germanen. A.a.O. S. 45.

[101] Vgl. z.B. Plut.Caes. 19 (Ariovist als Germane); Flor. I,45,9-15 (auch er redet pauschal von Ariovist als Germanen); Vell.Pat. II,12 (hier versteht er die Kimbern und Teutonen als Germanen).

[102] Vgl. D. Timpe: Begriffsbildung. A.a.O. S. 33.

[103] Rechtschreibung so im Text.

[104] J. Grimm: Excurs über Germanisch und Deutsch. In: Der Volksname Deutsch. Hrsg. von H. Eggers (Wege der Forschung. Bd. 156). Darmstadt 1970. S. 1-16. Hier S. 1.

[105] Vgl. Caes. BG. II,4,10.

[106] Vgl. ebd.

[107] Vgl. ebd. I,31,10: Ariovist ist ein „rex Germanorum“.

[108] Vgl. ebd. IV,1,3.

[109] Gens und gentes wurde ihm Unterschied zu populus als biologisches Merkmal verstanden, vgl. hierzu die Ausführung von P.J. Geary: The Myth of Nations. The Mediaval Origins of Europe. Princeton/Oxford 2002. S. 49-52.

[110] Strab.geogr. 7,1,3.

[111] Markomannenkönig, der in der Germanienpolitik nach der Varus-Schlacht eine Rolle spielte. Vgl. V. Losemann: s.v. Maroboduus. In: DNP Bd.7. 1999. Sp. 941-942.

[112] Strab.geogr. 7,1,3.

[113] Vgl. D. Timpe: Begriffsbildung. A.a.O. S. 39-40.

[114] Vgl. A.A. Lund: Germanenbild. A.a.O. S.99.

[115] Wie Anm. 113.

[116] Vgl. Ch. Trzaska-Richter: Furor teutonicus. Das römische Germanenbild in Politik und Propaganda von den Anfängen bis zum 2. Jahrhundert n. Chr. Trier 1991. S. 88.

[117] Vgl. R. Wolters: „Tam diu Germania vincitur“. Römische Germanensiege und Germanensieg-Propaganda bis zum Ende des 1. Jahrhunderts n.Chr. (Kleine Hefte der Münzsammlung an der Ruhr-Universität Bochum. Hrsg. von Th. Fischer. Nr. 10/11). Bochum 1989. S. 10.

[118] Vgl. G. Walser: Caesar. A.a.O. S. 44.

[119] Vgl. E. Norden: Urgeschichte. A.a.O. S. 94.

[120] Vgl. G. Walser: Caesar. A.a.O. S. 44.

[121] So Ch. Trzaska-Richter: Furor. A.a.O. S. 89 und D. Timpe: Begriffsbildung. A.a.O. S. 38.

[122] Vgl. B. Günewig: Bild. A.a.O. S. 28.

[123] Cic. De divi. I,90 bezeugt Diviciacus’ Aufenthalt in Rom im Jahr 61 v.Chr. in politischem Auftrag, wo er bei Cicero selbst Hausgast war.

[124] Vgl. Caes. BG. I,31,3-9.

[125] Caes. BG. I,31,10; 31,12-13.

[126] Vgl. V. Pöschl: Römischer Staat und griechisches Staatsdenken bei Cicero. De re publica. Darmstadt 1969. S. 81.

[127] Vgl. Caes. BG. I,31,16: „Ariovisti iniuria“.

[128] Vgl. Cic.rep. 2,48.

[129] Vgl. Liv.23,7,5: “Pyrrhi superbam dominationem”; 29,18,6:”superbissimus rex – Pyrrhus –...”; 29,8,6:”Ita superbe et crudeliter habiti Locrenses ab Carthaginiensibus”; Vgl auch 37,25,12; 40,4,14.

[130] Vgl. Caes. BG.I,31,16: „Caesarem vel auctoritate sua atque exercitus vel recenti victoria vel nomine populi Romani deterrere posse, ne maior multitudo Germanorum Rhenum traducatur, Galliamque omnem ab Ariovisti inuiuria posse defendere.”

[131] Vgl. Ch. Trzaska-Richter: Furor. A.a.O. S.91.

[132] Vgl. G. Walser: Caesar. A.a.O. S.23.

[133] Caes. BG. I,33,2.

[134] Ebd. 32,1: „Hac oratione ab Diviciaco habita omnes qui aderant magno fletu auxilium a Caesare petere coeperunt“.

[135] Ebd. 32,2;3: „animadverit Caesar unos ex omnibus Sequanos nihil earum rerum facere quas ceteri facerent, sed tristes capite demisso terram intueri.“ und „nihil Sequani respondere, sed in eadem tristitia taciti permanere“.

[136] Vgl. Caes. BG. I,32,4: „absentisque Ariovisti crudelitatem velut si coram adesset horrerent”.

[137] Vgl. D.E. Koutroubas: Die Darstellung der Gegner in Caesars „Bellum Gallicum“. Diss. Heidelberg 1972. S. 21.

[138] Vgl. E. Köstermann: Caesar und Ariovist. In: Klio 33 (1940). S. 308-334. Hier S. 318. Zwar ist bei diesem Artikel durch ideologische Verzerrung insgesamt Vorsicht geboten, doch es finden sich auch neutrale Forschungsergebnisse.

[139] Vgl. G. Walser: Caesar. A.a.O. S. 10.

[140] Vgl. E. Köstermann: Caesar. A.a.O. S. 325.

[141] Vgl. Anm. 45.

[142] Vgl. Caes. BG.VI,24,4-5.

[143] Vgl. ebd. I,33,1: „magnam se habere spem et beneficio suo et auctoritate adductum finem iniuriis facturum“ (m.H.)

[144] Ebd. 33,2.

[145] Ebd. 33,3: „paulatim autem Germanos consuescere Rhenum transire et in Galliam magnam eorum multitudinem venire populo Romano periculosum videbat“.

[146] Caes. BG. I,33,5: „ipse autem Ariovistus tantos sibi spiritus, tantam arrogantiam sumpserat, ut ferendus non videretur”. So auch in I,46,4.

[147] Vgl. Flor. I,45,10.

[148] Caes. BG. I,33,4: „neque sibi homines feros ac barbaros temperaturos existimabat, quin cum omnem Galliam occupavissent, ut ante Cimbri Teutonique fecisent, […] inde in Italiam contenderent“.

[149] Bis hierhin nannte Caesar ihn zweimal einen Barbaren, s.o.

[150] Vgl. H. Callies: Zur Vorstellung von den Cimbern und Teutonen seit dem Ausgang der Republik. Ein Beitrag zur Behandlung außenpolitischer Ideologie in Rom. In: Chiron 1(1971). S. 341-350. Hier S. 345.

[151] So z.B. bei Cic.prov. 32; Pomp.Trog.Iust. 38,4; Sen.dial. 3,11,2.

[152] Vgl. D. Timpe: Rom. In: A.a.O. S. 40.

[153] Vgl. G. Schiemann: s.v. Kriegsrecht. In: DNP Bd. 6. Stuttgart 2001. Sp. 846-847. Hier Sp. 847.

[154] Vgl. Liv. 45,22,5.

[155] Vgl. ebd. 31,11,9; 34,22,7; 45,31,6.

[156] Vgl. Diod. 28,3.

[157] Vgl. D. Timpe: Caesars gallischer Krieg und das Problem des römischen Imperialismus. In: Historia 14 (1965) S. 189-214. Hier S. 212.

Ende der Leseprobe aus 97 Seiten

Details

Titel
Das Germanenbild bei Caesar und Tacitus
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
97
Katalognummer
V125190
ISBN (eBook)
9783640300457
ISBN (Buch)
9783640305285
Dateigröße
880 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Germanenbild, Caesar, Tacitus, Topos, Klischee, Vorurteile
Arbeit zitieren
Esther Maier (Autor), 2005, Das Germanenbild bei Caesar und Tacitus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125190

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