Da der Begriff Elite vielseitig verwendet wird (z.B. Eliteeinheiten beim Militär) und in der Geschichte sowohl positiv als auch negativ gebraucht wurde, wird am Anfang dieser Arbeit der Begriff geklärt und besonders die Bedeutung des Begriffs Elite in Deutschland veranschaulicht, um darauf aufbauend den durch den Faschismus begründeten Sonderweg in der deutschen Eliterekrutierung zu verdeutlichen. Danach werden die zwei Hauptselektionskriterien in der Eliterekrutierung sozialer Habitus und Bildung behandelt, um klar zu machen inwieweit gerade der soziale Habitus auf die Chance als Elite in Deutschland rekrutiert zu werden wirkt. Dazu werden in dieser Arbeit die bereits vorliegenden Forschungsergebnisse von Michael Hartmann auf diese Fragestellung hin untersucht und mit denen von Schubert vertieft, welcher die Forschungsergebnisse Hartmanns mit denen von anderen Forschungsergebnissen vergleicht . Abschließend wird der deutsche Weg mit dem anderer großer Industriestaaten verglichen, um die Eliterekrutierung in Deutschland international einordnen zu können. Resümierend werden dann die Ergebnisse der Arbeit im Schluss einer Betrachtung unterzogen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DIE ENTWICKLUNG DES ELITEBEGRIFFS
2.1 ENSTEHUNG DES ELITEBEGRIFFS
2.2 ELITE UND MASSE – DIE DICHOTOMIE VON MOSCA, PARETO UND MICHELS
2.3 FUNKTIONSELITEN ALS REAKTION AUF DEN FASCHISMUS
3 SOZIALE HERKUNFT ALS SELEKTIONSKRITERIUM IN DER ELITENREKRUTIERUNG IN DEUTSCHLAND
3.1 SELEKTIVITÄT DURCH BILDUNG IM WANDEL
3.2 SOZIALER HABITUS ALS AUSWAHLKRITERIUM
3.3 DIE DEUTSCHE SONDERSTELLUNG IM INTERNATIONALEN VERGLEICH
4 SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Abhängigkeit zwischen der Chance, als Teil der Elite rekrutiert zu werden, und der sozialen Herkunft in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwieweit Bildung und der soziale Habitus als Selektionskriterien fungieren und ob das Leistungsprinzip tatsächlich den primären Faktor für den Aufstieg in Spitzenpositionen darstellt.
- Analyse der historischen Entwicklung des Elitenbegriffs
- Untersuchung der Selektivität des Bildungssystems
- Bedeutung des sozialen Habitus bei der Elitenrekrutierung
- Internationaler Vergleich der Elitenrekrutierung
- Kritische Reflexion der Chancengleichheit in der Wirtschaft
Auszug aus dem Buch
3.2 SOZIALER HABITUS ALS AUSWAHLKRITERIUM
Wie bereits Mosca feststellte, rekrutieren die Eliten sich selbst und haben ein Bedürfnis nach Konservierung. Nun fiel den Eliten der 1960er Jahre dies nicht sehr schwer, schließlich standen damals Bildungsabschluss und soziale Herkunft in unmittelbarer Nähe zueinander. Durch den Wegfall der Bildungsexklusivität ist es jedoch zum einen schwerer eine zu starke Öffnung der Eliten zu verhindern, und zum anderen komplizierter Bewerber zu finden, die sowohl Bildung als auch das Wissen sich in dieses Kreisen zu bewegen, mitbringen.
Dies führt zu einem Wertverlust des Hochschulabschlusses. So lässt Hartmann einen Personalberater in seinem Aufsatz sagen: „Wenn sie jetzt an eher 40-jährige denken, so sind die aus einer Zeit, wo sie sich fast nur noch durch Selbstmord einem Studium entziehen konnten, und dann ist das überhaupt kein Kriterium mehr.“
Gleichzeitig führt dies zum einen zur Wertsteigerung der Promotion und zum anderen zur Notwendigkeit weiterer Auswahlkriterien. Da es also bei den Bewerbern an Bildung nicht mangelt, rücken Sekundärkriterien in den Vordergrund, welche darauf hindeuten, dass die Bewerber sich als Elite zu verhalten wissen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Kernfrage der Arbeit nach der Abhängigkeit von der sozialen Herkunft bei der Eliterekrutierung in Deutschland vor dem Hintergrund bildungspolitischer Debatten.
2 DIE ENTWICKLUNG DES ELITEBEGRIFFS: Dieses Kapitel erläutert die historische Herleitung des Elitenbegriffs und die klassische Dichotomie von Elite und Masse sowie die reaktionären Ansätze nach dem Faschismus.
3 SOZIALE HERKUNFT ALS SELEKTIONSKRITERIUM IN DER ELITENREKRUTIERUNG IN DEUTSCHLAND: Hier wird untersucht, wie soziale Herkunft durch Faktoren wie Bildung und Habitus den Zugang zur Wirtschaftselite beeinflusst und wie Deutschland international abschneidet.
4 SCHLUSS: Das Fazit fasst zusammen, dass eine starke Abhängigkeit zwischen sozialer Herkunft und dem Aufstieg in die Elite besteht, die über Bildung und Habitus vermittelt wird.
Schlüsselwörter
Eliterekrutierung, Soziale Herkunft, Wirtschaftselite, Bildungsreform, Habitus, Leistungselite, Selektionskriterien, Chancengleichheit, Bildungsabschluss, Promotion, Deutschland, Internationaler Vergleich, Aufstiegschancen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, wie stark die Chance, in Deutschland als Elite rekrutiert zu werden, von der sozialen Herkunft der Person abhängt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des Elitenbegriffs, der Einfluss des Bildungssystems und die Bedeutung des sozialen Habitus als Selektionskriterium.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Hypothese zu überprüfen, ob das Leistungsprinzip allein für den Aufstieg in die Elite verantwortlich ist, oder ob die soziale Herkunft weiterhin eine entscheidende Rolle spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse soziologischer Forschungsergebnisse, insbesondere basierend auf Studien von Michael Hartmann, ergänzt durch statistische Daten und Vergleiche mit anderen Industriestaaten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Selektivität des Bildungssystems, der Wert von Bildungsabschlüssen und die zunehmende Bedeutung des sozialen Habitus in Auswahlprozessen für Führungspositionen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Eliterekrutierung, soziale Herkunft, Habitus, Bildungsexklusivität und Leistungselite.
Warum spielt der "soziale Habitus" eine so große Rolle für die aktuelle Eliterekrutierung?
Da Bildungsabschlüsse durch die breitere Hochschulbildung an Exklusivität verloren haben, dient der Habitus – wie Auftreten, Kleidung und kulturelles Verständnis – als zusätzliches Unterscheidungsmerkmal für die Eliten.
Wie unterscheidet sich die deutsche Eliterekrutierung von der in Frankreich oder den USA?
Im Gegensatz zu den Elite-Hochschulsystemen in Frankreich, England oder den USA, die eine organisierte Vorauswahl begünstigen, ist die deutsche Eliterekrutierung im internationalen Vergleich liberaler, da sie stärker auf individuellen Karrierewegen in Unternehmen basiert.
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- Michael Arend (Author), 2008, Operationalisierung des Begriffs Eliten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125246