Die vorliegende Buchrezension beschäftigt sich mit dem Einführungswerk im Bereich der genderorientierten Medienwissenschaft "Gender Media Studies. Eine Einführung" von Margreth Lünenborg und Tanja Maier.
Der Fokus der Forschungsarbeit lag selten auf dem besonderen Verhältnis von Gender und Medien, welches durch Margreth Lünenborg und Tanja Maier in einer anschaulichen Einführung vorgestellt wird. Mit dem englischen Titel „Gender Media Studies“ beabsichtigen die zwei Autorinnen von Anfang an ihre transdisziplinäre Herangehensweise herauszustellen, mit der sie sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven zusammenfuhren. Sie streben danach, die in Deutschland vollzogene und im englisch sprachigen Raum nicht verstandene disziplinäre Trennung von Kommunikations-und Medienwissenschaft zu ignorieren. Ziel der Autorinnen ist es überdies den Studierenden einen Zugang zu dem spannungsreichen Feld der Gender Media Studies zu geben. Da das Buch ein Einführungswerk fur das Forschungsfeld ist, besteht ein hoher Anspruch an die übersichtliche und klare Darstellung, welche einwandfrei gegeben ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorien und Konzepte
2.1 Cultural Studies
2.2 Feministische Filmtheorie
2.3 Konzepte von Privatheit und Öffentlichkeit
3. Geschlecht in der Medienkommunikation
4. Doing Gender Media Studies – Fallbeispiele
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Besprechung und kritische Einordnung des Werkes "Gender Media Studies. Eine Einführung" von Margreth Lünenborg und Tanja Maier. Dabei wird insbesondere untersucht, wie das Werk den interdisziplinären Zugang zu den Spannungsfeldern zwischen Geschlecht, Medien und Gesellschaft vermittelt und welche theoretischen sowie methodischen Ansätze zur Analyse dieser Zusammenhänge bereitgestellt werden.
- Grundlagen der Gender Media Studies und theoretische Rahmenkonzepte
- Die Rolle der Medien bei der Konstruktion von Geschlechteridentitäten
- Methodische Herangehensweisen in der medienwissenschaftlichen Geschlechterforschung
- Analyse gesellschaftlicher Machtverhältnisse und Rollenbilder durch Medien
- Praxisrelevanz des theoretischen Wissens anhand konkreter Fallbeispiele
Auszug aus dem Buch
Doing Gender Media Studies – Fallbeispiele
Wir befinden uns in einer Konsumgesellschaft, Medien schaffen es täglich uns auf fast jedem unserer fünf Basissinne zu erreichen. Die Relevanz der Geschlechterforschung und die damit verbundene Relevanz der Medien- und Konsumgesellschaft ist unübersehbar, da man sich dessen nicht komplett entziehen kann, ohne sich der Gesellschaft zu entziehen. Ein ansprechendes Beispiel haben die Autorinnen mit der ProSieben Castingshow „Germany's Next Topmodel“ angebracht. Heidi Klum erreicht mit dem deutschen Format der internationalen Reihe nunmehr rund 2,6 Millionen Fernsehzuschauer pro Folge (Quotencheck 2017). Besonders der feministische Hintergrund ist hier absehbar, aber steht nicht im Fokus der folgenden Ausführungen. Es geht an diesem Punkt vielmehr die starke Beeinflussung der Öffentlichkeit durch Medien.
Castingshow-Teilnehmerinnen werden typisiert und Konkurrenz wird inszeniert. Unter dem Titel „Klappe halten und hübsch auf den Fotos aussehen“ stellen die Autorinnen im letzten Teil des Buches dar, wie manipulativ das Fernsehen uns zusammengeschnittene Situationen wiedergibt. Die Beeinflussung der Gesellschaft und die damit einhergehende Sozialisation junger Mädchen – junger Zuschauerinnen, die sich mit den gezeigten Teilnehmerinnen identifizieren – nimmt jährlich zu. Stereotype werden erschaffen, weitergegeben und fordern die Gesellschaft besonders beim Thema Gender in eine tradierte und sexistische Richtung zu denken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Untersuchung des Verhältnisses von Geschlecht und Medien ein und erläutert die Zielsetzung der Autorinnen, eine transdisziplinäre Einführung in das Feld zu bieten.
2. Theorien und Konzepte: Dieser Teil widmet sich grundlegenden theoretischen Ansätzen wie Cultural Studies und feministischer Filmtheorie, um das Verständnis von Privatheit und Öffentlichkeit medienwissenschaftlich zu fundieren.
3. Geschlecht in der Medienkommunikation: Der Abschnitt konzentriert sich auf die kommunikationswissenschaftliche Forschungsseite und diskutiert, wie Erkenntnisse aus Studien helfen, mediale Kommunikation und Öffentlichkeit in Bezug auf Gender-Theorien einzuordnen.
4. Doing Gender Media Studies – Fallbeispiele: Hier wird die theoretische Forschung in der Praxis angewandt, indem anhand spezifischer Beispiele, wie TV-Formaten, die Konstruktion von Geschlecht und gesellschaftliche Rollenbilder illustriert werden.
Schlüsselwörter
Gender Media Studies, Geschlechterforschung, Medienkommunikation, Feministische Filmtheorie, Cultural Studies, Sozialisation, Öffentlichkeitsarbeit, Intersektionalität, Konstruktivismus, Stereotypisierung, Medienkritik, Geschlechteridentität, Transdisziplinarität, Machtverhältnisse, Konsumgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Rezension und grundlegende Aufarbeitung des Einführungsbuches "Gender Media Studies" von Margreth Lünenborg und Tanja Maier im Kontext der soziologischen Geschlechterforschung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Verflechtung von Mediennutzung, gesellschaftlicher Sozialisation durch Gender-Stereotype sowie die theoretischen Grundlagen der Gender-Medien-Forschung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die didaktische Eignung und den wissenschaftlichen Beitrag des besprochenen Werkes für Studierende und Fachinteressierte an der Schnittstelle von Soziologie und Medienwissenschaft zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird im Buch verwendet?
Das Buch stützt sich auf eine transdisziplinäre Herangehensweise, die sozialwissenschaftliche mit medienwissenschaftlichen Perspektiven vereint, um die "Doing Gender"-Prozesse in den Medien zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Konzepte, die medienkommunikative Perspektive auf Geschlechterforschung sowie eine praktische Anwendung an konkreten Fallbeispielen wie beispielsweise Reality-TV.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gender Media Studies, Sozialisation, Konstruktivismus, Intersektionalität und Medienkritik definieren.
Warum spielt das Beispiel "Germany's Next Topmodel" eine Rolle?
Es dient als Fallbeispiel, um die manipulative Darstellung von Frauen in Castingshows und deren Einfluss auf die Sozialisation junger Zuschauerinnen zu verdeutlichen.
Wie bewertet die Autorin den transdisziplinären Anspruch des Buches?
Das Buch wird als exzellente Brücke zwischen medienwissenschaftlichen Grundlagen und komplexen Theorien der Gender-Forschung gelobt, die auch für Nicht-Experten verständlich bleibt.
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- Lysann Prescher (Author), 2017, Rezension zu Margreth Lünenborgs und Tanja Maiers "Gender Media Studies. Eine Einführung", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1252510