Ökosoziale Marktwirtschaft


Seminararbeit, 2008

26 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Gleichgewicht in der Natur
2.1 Grundgedanken des Umweltschutzes
2.2 Zukunftsfähige Entwicklung des Umweltschutzes

3. Auswirkungen der Globalisierung
3.1 Was ist Globalisierung
3.2 Voraussetzungen für Globalisierung
3.3 Folgen der Globalisierung
3.3.1 Politische und wirtschaftliche Folgen der Globalisierung
3.3.2 Umweltprobleme als Folge der Globalisierung

4. Die ökosoziale Marktwirtschaft
4.1 Zentrale Aussagen der ökosozialen Marktwirtschaft
4.2 Ziele der ökosozialen Marktwirtschaft
4.2.1 Ökonomische Ziele der ökosozialen Marktwirtschaft
4.2.2 Soziale Ziele der ökosozialen Marktwirtschaft
4.2.3 Ökologische Ziele der ökosozialen Marktwirtschaft
4.2.4 Kulturelle Ziele der ökosozialen Marktwirtschaft
4.3 Grundprinzipien einer weltweiten ökosozialen Marktwirtschaft

5. Der Global Marshall Plan
5.1 Grundgedanken des Global Marshall Plans
5.2 Die Global Marshall Plan-Initiative
5.3 Die fünf Eckpfeiler des Global Marshall Plan

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Es wird keine wirkliche Verbesserung der Umweltsituation und keine zukunftsträchtige ökologische Modernisierung geben, solange die gegenwärtig praktizierte bürokratische Umweltpolitik vorherrschend bleibt.[1]

Gerade die aktuelle Umweltkatastrophe in Birma zeigt, dass Probleme und Katastro-phen in weit abgelegenen Regionen der Erde enorme Auswirkungen auf die Politik in der ganzen Welt haben. Durch die heutige globale Vernetzung betrifft eine solche Ka-tastrophe die ganze Welt und nicht nur die betroffene Region.

Eingriffe in das Ökosystem durch die Menschheit und Naturkatastrophen führen zu immer komplexeren Wechselwirkungen.

Durch das vorherrschende Bestreben der heutigen und auch früheren Gesellschaft nach Gewinnmaximierung, Leistungssteigerung und Produktionswachstum, ohne Rücksicht auf Verluste und negative Auswirkungen, liegt heute ein komplexes Wirkungssystem mit immer weiteren Folgeschäden und Abhängigkeiten vor.

„Gier und Spekulation können sich ungehemmt ausleben und die Folgen sind alarmie-rend. Die Welt gerät immer mehr aus dem Gleichgewicht.

Eine der Folgen ist der bereits eingetretene Klimawandel als Folge einer hemmungs-losen Belastung der Atmosphäre. Daraus resultiert ein unerträglich unfairer globaler Wettbewerb mit immer stärkerem Druck auf Arbeitnehmer und die regional gebundenen Unternehmen. Jene Bereiche der Wirtschaft mit den allergrößten Gewinnen (transnatio-nale Konzerne und global agierendes Kapital) können sich der Steuer- und Abgaben-pflicht weitgehend entziehen, was eine der Ursachen für die zunehmende Finanznot in den öffentlichen Haushalten und die Finanzierung der Gemeinwohlleistungen (Sozial- und Gesundheitssysteme, Bildung, Infrastruktur etc.) ist.“[2]

Das bestehende komplexe Gesellschaftssystem muss als Ganzes betrachtet werden.

Es ist schwer geworden, Reaktionen und Verhaltensweisen nur noch auf Einzelkompo-nenten zu beziehen.

Dem versucht die Theorie der ökosozialen Marktwirtschaft entgegen zu wirken, indem Einzelkomponenten wie z.B. Politik, Volkswirtschaft, Verkehrswesen und Umwelt als Gesamtheit betrachtet werden müssen, mit starken gegenseitigen Wechselwirkungen.

Ökonomie und Ökologie müssen interagieren, um Lösungsansätze zur Verhinderung von Katastrophen zu finden. Den Unternehmen muss bewusst werden, dass, wenn sie sich an der Natur bedienen, sie auch Rechnung für die entstehenden Folgeschäden tra-gen müssen.

Um auch zukünftig entstehende ökologische Probleme zu bewältigen, ist die ökosoziale Marktwirtschaft, welche Thema dieser Seminararbeit ist, ein interessanter Lösungsan-satz, welcher sich an dem bestehenden Gesellschaftsmodell der sozialen Marktwirt-schaft orientiert und in diese integriert werden soll.[3]

Im ersten Kapitel dieser Seminararbeit befasse ich mich mit dem Gleichgewicht in der Natur und welche Auswirkungen das Eingreifen und Ausbeuten der Menschheit für den Kreislauf der Natur hat. Wie muss die zukünftige Entwicklung des Umweltschutzes aussehen, um eine Katastrophe zu verhindern.

Im zweiten Kapitel gebe ich einen Überblick über die Voraussetzungen, Auswirkungen und Folgen von Globalisierung.

Das dritte Kapitel widmet sich dem Hauptthema dieser Seminararbeit, der ökosozialen Marktwirtschaft, ihren Grundgedanken und Zielsetzungen.

Kapitel vier ist die Beschreibung der Grundprinzipien einer weltweiten ökosozialen Marktwirtschaft.

Kapitel fünf gibt einen Überblick über die Umsetzung der ökosozialen Marktwirtschaft im Rahmen des Global Marshall Plan.

Im Fazit fasse ich in kurzen Worten noch einmal zusammen, um was es in diesem Modell geht und welche Schwierigkeiten in der praktischen Durchführung dieses Lösungsansatzes entstehen können.

2. Das Gleichgewicht in der Natur

Dieses Kapitel soll Aufschluss darüber geben, welche immensen Schäden die Menschheit verursacht und somit das Gleichgewicht der Natur aus den Fugen gerät.

„Sozialer Fortschritt und wirtschaftlicher Wohlstand rühren oft von Tätigkeiten her, bei denen der Mensch zu wenig an die natürlichen Lebensgrundlagen denkt und seine Umwelt belastet. Bislang konnte die Natur aufgrund ihrer Regenerationsfähigkeit diesen Belastungen standhalten. In den vergangenen 20 Jahren sind allerdings eine steigende Zahl von Naturkatastrophen, ein Fortschreiten des Waldsterbens sowie die Verknappung natürlicher Ressourcen zu beobachten. Daher setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass die Leistungsfähigkeit des Ökosystems begrenzt ist. Soziales und wirtschaftliches Handeln muss deshalb in Zukunft so organisiert werden, dass die natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde erhalten bleiben.“[4]

2.1 Grundgedanken des Umweltschutzes

Unsere Welt bringt seit Milliarden von Jahren immer neue Lebensformen hervor. Die Natur kennt dabei keine Rohstoffprobleme.

Das Geheimnis dieses Langzeiterfolgs liegt in zwei Prinzipien.

Erstens:

Die Sonne als zentraler Energiespender versorgt die Erde beständig mit Licht- und Ultraviolettstrahlen. Solange die Sonne scheint, ist Leben auf der Erde möglich. Die Erde wird mindestens noch 3 Milliarden Jahre lang von der Sonne mit Energie versorgt werden.

Zweitens:

Die grünen Pflanzen bauen mit Hilfe des Sonnenlichtes aus energiearmen Stoffen

(Wasser, Kohlendioxid, Nährsalze) energiereiche Stoffe (Zucker, Stärke, Proteine, Fette und vor allem Sauerstoff) auf.

Menschen und Tiere entnehmen den grünen Pflanzen die Nahrungs- und Sauerstoffenergie und verwenden diese zum Leben.

Bakterien und Pilze führen tote Stoffe wieder zurück in ihre Ursprungsmaterialien (Prinzip der Kompostierung).

Pflanzen nennt man in der Biologie Produzenten, weil sie energiereiche Stoffe erzeugen. Menschen und Tiere nennt man Konsumenten, weil sie die produzierten Stoffe verbrauchen. Bakterien und Pilze nennt man Reduzenten, weil sie nicht mehr benötigte Stoffe in ihre Grundsubstanzen zurückführen.

Dieses System bildet einen Kreislauf der Stoffe.

Daher kann es theoretisch so lange funktionieren, wie die Sonne Energie liefert.

Energie kann nicht wieder verwendet werden, sie muss ständig geliefert werden.

Die Menschen drohen nun dieses System zu zerstören, indem sie die Methode des Kreislaufs verlassen.

Überdies erzeugt unsere Zivilisation Stoffe, die in der Natur nicht mehr natürlich abgebaut werden können. Durch die Zerstörung des Kreislaufsystems zerstören wir uns selbst unsere immens wichtige Lebensgrundlage. Dies muss den Menschen endlich bewusst werden.

Aus ökonomischer Sicht hat die Umwelt im Wesentlichen zwei Funktionen.

Einerseits stellt sie erneuerbare und nicht erneuerbare Ressourcen bereit, die in Produktions- und Konsumtionsprozesse eingehen.

Andererseits dient sie als Aufnahmemedium für Rückstände und Reststoffe aus diesen Prozessen. Sie umfasst beide Funktionen Ökonomie und Ökologie. Umweltschutz umfasst alle Maßnahmen zur Aufrechterhaltung dieser Funktionalität der Umwelt. Im Hinblick auf die Grenzen der Ressourcenverfügbarkeit und der Assimilationsfähigkeit des ökologischen Systems wird die Weiterentwicklung, z.B. der Abfallwirtschaft, als entscheidender Schritt zur nachhaltigen Sicherung der Umweltfunktion gesehen.[5]

2.2 Zukunftsfähige Entwicklung des Umweltschutzes

„Zukunftsfähige Entwicklung ist ein Prozeß der Veränderung, in dem die Nutzung der Ressourcen, die Struktur der Investitionen, die Art des technischen Fortschritts und die institutionellen Strukturen in Übereinstimmung gebracht werden müssen mit den zukünftigen und mit den gegenwärtigen Bedürfnissen.“[6]

Zukunftsfähigkeit und Umweltschutz sind keine leicht zu definierenden Zustände der Harmonie zwischen Ökonomie und Ökologie, sondern vielmehr ein komplizierter Prozess des politischen und institutionellen Wandels, in dem bestimmte Positionen aufgegeben und erworbene Privilegien abgebaut werden müssen.

Umweltschutz heißt also, unsere Lebensweise so zu ändern, dass sie dem System der Natur möglichst nahe kommt. Dies bedeutet nicht einen Rückfall in die Steinzeit, sondern ganz im Gegenteil eine gewaltige Herausforderung an uns alle.

Es erfordert den Einsatz aller geistiger Mittel um unsere Zivilisation, insbesondere aber unserer Industrie, wieder Natur näher (sparsamer Umgang mit Energie, Wiederverwertung von Abfällen, keine Produktion hochgiftiger Stoffe etc.) zu gestalten.

Ansonsten manövriert sich die Menschheit selbst sehr schnell ins Abseits.

Angesichts der wachsenden Umweltproblematik kann eine rein ökonomische Steuerung von Angebot und Nachfrage nicht genügen.

Es stellt sich die Frage nach der Weiterentwicklung der marktorientierten Wirtschaftsordnung. Nach der sozialen gilt es, auch die ökologische Dimension in das Konzept der Marktwirtschaft zu integrieren. Umweltqualität als Element der individuellen und gesellschaftlichen Wohlfahrt sollte mehr ins Zentrum ökonomischer Mechanismen treten.

Die Komplexität der ökologischen Herausforderung für die Marktwirtschaft erfordert eine gründliche Ursachenforschung, um ganzheitliche Lösungen zu entwickeln.

Nur durch die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen in Theorie und Praxis kann eine ökologische Gestaltung der Marktwirtschaft zufrieden stellend gelingen.[7]

Unser Interesse muss sich auf die Veränderungen des Ökosystems zu unseren und ganz besonders zu Gunsten der Umwelt richten.

Um dies zu erreichen, ist das Konzept der ökosozialen Marktwirtschaft einer von vielen Lösungsansätzen.

3. Auswirkungen der Globalisierung

In diesem Kapitel wird zunächst der Begriff Globalisierung erläutert und die Auswirkungen der Globalisierung auf die Umwelt beschrieben.

3.1 Was ist Globalisierung

Globalisierung ist kein Ist-Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess.

Allgemein kann man sagen, es handelt sich bei Globalisierung um die Zunahme und Verdichtung grenzüberschreitender Aktivitäten.

Die Märkte für Waren, Geld und Arbeitskräfte sind weltweit zugänglich. Es kommt zu einer Verzahnung und Abhängigkeit von Märkten und Produktion in verschiedenen Ländern. Von 1985 – 1995 hat sich z.B. die Weltproduktion verdoppelt und der Welthandel um das Zweieinhalbfache zugenommen.

Globalisierung hat aber nicht nur ökonomische Folgen für die Wirtschaft, sondern auch für Kultur, Wissenschaft, Sicherheit und ganz besonders die Umwelt.

Ähnlich wie in der ind. Revolution des 19. Jh. kommt es zu einer Umwälzung der menschlichen Lebensverhältnisse.

3.2 Voraussetzungen für Globalisierung

Wichtigste Eckpunkte sind die Liberalisierung des Außenhandels und die Deregulierung (Abbau staatl. Vorschriften) im Inneren.

Weitere Voraussetzungen sind Innovationen in der Kommunikationstechnologie wie das Internet, Satelliten etc. und der Übergang von rohstoffbasierten Industrien zu know-how-basierten Industrien.

Ohne Vereinheitlichungen von technischen Normen und Standards und auch der Verständigungsmittel (Englisch, Wirtschaftsrecht…) wäre Globalisierung nicht zu realisieren gewesen.

Beschleunigt wurde der Prozess der Globalisierung durch das Ende des Ost-West-Konfliktes.

3.3 Folgen der Globalisierung

In Folge der Globalisierung kommt es mehr und mehr zu zwischenstaatlicher Konkurrenz um die Verbesserung von Standortbedingungen (Sozialstandards, Steuerlast, Arbeitsrecht und ökologische Auflagen).

[...]


[1] Huber J., Unternehmen Umwelt, 1991, S.13.

[2] Vgl. Riegler J., KAB-Kongress, 2006, S.3, http://files.globalmarshallplan.org/nitra.pdf, abgerufen am 20.05.2008.

[3] Vgl. Hölzel Ed., Was ist ökosoziale Marktwirtschaft, 2005, www.hoelzel.at, abgerufen am 19.05.2008.

[4] Eichhorn P., Ökologie und Marktwirtschaft, 1996, S.5.

[5] Vgl. Ihde G. u. Eckart D., Kreislaufwirtschaft, 1996, S.123.

[6] Van Hauff M., Schmid U., Ökonomie und Ökologie, 1992, S. 294.

[7] Vgl. Eichhorn P., Ökologie und Marktwirtschaft, 1996, S. 5.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Ökosoziale Marktwirtschaft
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Hauptseminal Spezielle VWL
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
26
Katalognummer
V125260
ISBN (eBook)
9783640300549
ISBN (Buch)
9783640305377
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marktwirtschaft, Hauptseminal, Spezielle
Arbeit zitieren
Andreas Berndt (Autor), 2008, Ökosoziale Marktwirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125260

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