Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Syphilistherapie in der Frühen Neuzeit

Wie eine Krankheit die Geschichte der Medizin beeinflusst

Titel: Syphilistherapie in der Frühen Neuzeit

Bachelorarbeit , 2022 , 38 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Maurice Janotta (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit stellt eine Untersuchung zur Therapie der Syphilis in der frühen Neuzeit dar. Die Plötzlichkeit und die Ausmaße der als neuartig betrachteten Krankheit waren so groß, dass fieberhaft nach neuen Heilmethoden gesucht werden musste. Nachdem alte Behandlungskonzepte an ihre Grenzen kamen, rückten vor allem das Quecksilber und das aus Amerika neu eingeführte Guajakholz in den Mittelpunkt der Syphilistherapie.

Da es sich hier jedoch um eine Untersuchung aus historischer Perspektive handelt, können medizinische Fragen, wie etwa solche zur tatsächlichen Wirksamkeit oder Schädlichkeit nur umrissen werden. Aus mehreren Gründen, wie etwa ungenauer Maßangaben oder der Schwierigkeit von Reinheitsbestimmungen zu jener Zeit, ist es aus heutiger Sicht per se geradezu unmöglich, belastbare Rückschlüsse auf solche medizinischen Fragen zu ziehen. Auch Quellen, an denen ein langfristiger Heilungserfolg respektive Misserfolg auszumachen wäre, sind sehr selten. Vielmehr ist es Ziel dieser Arbeit, den frühneuzeitlichen medizinischen Diskurs der Syphilistherapie zu analysieren.

Hier sollen besonders die ersten Jahrzehnte nach dem Ausbruch der venerischen Krankheit in der letzten Dekade des fünfzehnten Jahrhunderts im Fokus der Untersuchung stehen. Zum einen soll so deutlich werden, vor welcher Herausforderung zeitgenössische Ärzte in ihrer Suche nach Heilung standen. Zum anderen bietet der untersuchte Zeitraum einen interessanten Einblick in eine Zeit des Wandels innerhalb der Medizingeschichte. Der kürzlich erfundene Buchdruck ermöglichte erstmals einen regelrecht öffentlichen medizinischen Diskurs über eine Krankheit. Die Schwere, mit der die neue Seuche die Alte Welt erfasste, erforderte wiederum gerade diese breite Auseinandersetzung, um auch neuen Gedanken einen Raum geben und neue Behandlungskonzepte entstehen lassen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Quellenauswahl & Forschungsstand

2. Frühneuzeitliche Medizin vor der Syphilis

2.1. Humoralpathologie

2.2. Erklärungsansätze für Seuchen

3. Syphilis – Eine neue Krankheit erreicht Europa?

3.1. Herkunft der Syphilis

3.2. Verbreitung und kulturelle Auswirkung

4. Behandlung der Syphilis

4.1. Behandlung nach altem humoralpathologischem Konzept

4.1.1. Quellenanalyse „Ein hübscher Tractat“ 1496

4.1.2. Kontextualisierung

4.2. Neue Behandlungsansätze

4.2.1. Guajak

4.2.1.1. Quellenanalyse Ulrich von Hutten

4.2.1.2. Kontextualisierung

4.2.2 Quecksilber

4.2.2.1. Quellenanalyse Paracelsus

4.2.2.2. Kontextualisierung

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie sich die Syphilis in der frühen Neuzeit auf die Medizingeschichte auswirkte, wobei der Fokus auf dem Übergang zwischen traditionellen humoralpathologischen Ansätzen und neuen, teilweise experimentellen Behandlungsmethoden in den ersten Jahrzehnten nach Ausbruch der Krankheit liegt.

  • Die medizinhistorische Einordnung der Syphilis in Europa.
  • Analyse zeitgenössischer Quellen zu den Ansätzen von Joseph Grünpeck, Ulrich von Hutten und Paracelsus.
  • Vergleich der Therapieansätze: Humoralpathologie versus Guajak und Quecksilber.
  • Die Entwicklung von scholastischem hin zu rationalem, experimentellem medizinischem Denken.

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Quellenanalyse „Ein hübscher Tractat“ 1496

Das Augsburger Syphilistraktat des Humanisten, Mediziners, Astrologen und Historiographen Joseph Grünpeck von Burghausen aus dem Jahr 1496 ist die erste gedruckte Abhandlung über die Syphilis und ist darüber hinaus die bekannteste im fünfzehnten Jahrhundert. Grünpeck selbst befindet sich im Jahr 1498 in Rom und kann sich so durch direkten Kontakt zu Soldaten der Invasion Italiens ein Bild von der Syphilis aus erster Hand machen, bevor er später als privater Sekretär des Kaisers Maximilian I selbst an der Seuche erkrankt. Zahlreiche Übersetzungen ins Lateinische und in andere Sprachen machen das Traktat in den Folgejahren zu einem großen Erfolg. Die Wahl der deutschen Sprache der ersten Fassung begründet der Autor damit, „daz vil mer lebend lateinischer sprach vnwissenhafft dann wissenhafft, die mit dieser erschrockenlichen kranckeyt jne selbs zů erledigung nit hilflich noch rätlich sein mügen“. Grünpeck richtet sich demnach direkt an die deutsche lesende Bevölkerung, die mit Hilfe seiner Abhandlung selbst die Syphilis behandeln können soll. Dies zeigt einerseits die bereits weit fortgeschrittene Verbreitung der Seuche, kann zusätzlich aber auch als Hinweis auf die Unfähigkeit der Ärzte gelesen werden, die durch die Ermöglichung einer Selbstbehandlung umgangen werden können sollen.

Die besonders kurze Zeitspanne zwischen dem Auftreten der Syphilis und dem Erscheinen dieses Traktates ermöglicht einen Einblick in den Umgang mit der Krankheit, bevor viele therapeutische Experimente und Erfahrungen gemacht werden konnten. Diesem Umstand ist es wohl geschuldet, dass, obwohl der Titelzusatz „Auch ein regiment wie man sich regiren soll in dieser zeyt“ klar eine Handlungsanweisung im Umgang mit der Syphilis vermuten lässt, wirkliche Ratschläge nur in zwei der zehn Kapitel zu finden sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Forschungsziel dar, den frühneuzeitlichen medizinischen Diskurs zur Syphilistherapie unter Berücksichtigung des Wandels dieser Epoche zu analysieren.

2. Frühneuzeitliche Medizin vor der Syphilis: Umreißt die dominierende Rolle der Humoralpathologie und andere Seuchenerklärungsmodelle im Mittelalter und der frühen Neuzeit.

3. Syphilis – Eine neue Krankheit erreicht Europa?: Befasst sich mit der Herkunft und den kulturellen Auswirkungen der als neuartig wahrgenommenen Geschlechtskrankheit.

4. Behandlung der Syphilis: Analysiert detailliert die therapeutischen Ansätze von Grünpeck, von Hutten und Paracelsus und deren Verhältnis zur traditionellen und neuen Medizin.

5. Zusammenfassung und Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Syphilis maßgeblich zur Trennung von scholastischem und humanistisch-rationalem Denken beitrug.

Schlüsselwörter

Syphilis, Frühe Neuzeit, Medizingeschichte, Humoralpathologie, Quecksilbertherapie, Guajakholz, Joseph Grünpeck, Ulrich von Hutten, Paracelsus, Kontagienlehre, Miasmentheorie, Medizingeschichte, Vier-Säfte-Lehre, Therapie, Seuche.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Es geht um die medizinhistorische Untersuchung der Therapie der Syphilis im Europa der frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet den historischen Diskurs zur Syphilis, den Wandel von der Humoralpathologie hin zu neuen Behandlungsmethoden wie Quecksilber und Guajak.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Wie wirkte sich das Auftreten der Syphilis auf die Medizingeschichte aus?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische historische Analyse von medizinischen Schriften aus dem Zeitraum zwischen 1496 und 1530 durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Therapiekonzepte (humoralpathologisch vs. neue Ansätze) anhand der Quellen von Grünpeck, von Hutten und Paracelsus gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Syphilis, Medizingeschichte, Humoralpathologie, Guajakholz, Quecksilber, sowie die Namen der analysierten Autoren.

Warum spielt Joseph Grünpeck eine wichtige Rolle?

Grünpeck verfasste 1496 das erste gedruckte Syphilistraktat, das exemplarisch die Hilflosigkeit der Ärzteschaft gegenüber der unbekannten Krankheit und das Vertrauen auf alte Lehren zeigt.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Paracelsus von seinen Zeitgenossen?

Paracelsus lehnt die traditionelle Humoralpathologie weitgehend ab, setzt stattdessen auf experimentelle Methoden und legt damit Grundsteine für die chemische Medizin.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Syphilistherapie in der Frühen Neuzeit
Untertitel
Wie eine Krankheit die Geschichte der Medizin beeinflusst
Hochschule
Universität Münster
Note
1,3
Autor
Maurice Janotta (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
38
Katalognummer
V1252620
ISBN (PDF)
9783346686404
ISBN (Buch)
9783346686411
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Syphilis Mittelalter Neuzeit Pandemie Paracelsus Quecksilber Guajak
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maurice Janotta (Autor:in), 2022, Syphilistherapie in der Frühen Neuzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1252620
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  38  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum