In dieser Hausarbeit wird als erstes definiert was das Wort „Schönheitswahn“ bedeutet. Danach wird der zeitliche Wandel von Schönheitsidealen thematisiert, da diese bis heute der Auslöser und die Richtwerte eines Schönheitswahns bestimmen.
Das Sprichwort „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ (Heimsoeth, 2018) wird in dem Abschnitt deutlich, in dem das Selbst- und Fremdbild thematisiert wird. Dazu wird eine Kampagne des Beautyprodukte-Herstellers Dove beschrieben. Zudem ist es wichtig zu wissen, wie die Werbung und Schönheitsikonen die Menschen in unserer Gesellschaft beeinflussen.
Um einem Schönheitsideal zu entsprechen, lassen sich einige Menschen sogar operieren. Um die Dimensionen von Schönheitsoperationen zu verdeutlichen wird in dem Abschnitt eine Statistik verwendet. Menschen, die sich einer Operation aus gesundheitlichen Gründen unterziehen, werden in dieser Hausarbeit nicht thematisiert, da diese nicht aus dem Schönheitswahn heraus handeln.
Es lassen sich jedoch nicht alle Menschen, die unter einem Schönheitswahn leiden operieren. Einige leiden auch unter einer Essstörung, die verschiedene Varianten hat. Drei dieser Varianten, die Magersucht, die Bulimie und die Binge-Eating-Störung, werden in dieser Hausarbeit thematisiert.
Der Schönheitswahn und die damit verbundenen Maßnahmen können jedoch sehr gefährlich sein und sogar zum Tod führen. Um die Auswirkungen zu verdeutlichen wird das Leben und der Tod von dem Model Isabelle Caro als Fallbeispiel verwendet.
Die Body-Positivity-Bewegung, die gegen den Schönheitswahn wirkt, ist derzeit in den sozialen Netzwerken sehr verbreitet. Diese kann neben den positiven Aspekten auch einen negativen Einfluss auf Frauen haben. Das wird in dieser Hausarbeit thematisiert, um einen anderen Blickwinkel auf diese Bewegung zu bekommen.
Der Schönheitswahn ist ein sehr aktuelles Thema, welches die Gesellschaft auch noch in der Zukunft zunehmend beschäftigen wird.
In dieser Hausarbeit wird hauptsächlich der Schönheitswahn bei Frauen thematisiert, da diese als „schönes Geschlecht“ mehr davon betroffen sind als Männer. Hierbei ist zu erwähnen, dass auch Männer unter einem Schönheitswahn leiden können und auch männliche Schönheitsikonen das Ideal vorgeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Zeitlicher Wandel
3.1 Vor dem 20. Jahrhundert
3.2 Im 20. Jahrhundert
3.3 Heute
4. Ursachen
4.1 Selbst- und Fremdbild
4.2 Werbung
4.3 Schönheitsikonen
5. Schönheitsoperationen
6. Essstörungen
6.1 Magersucht
6.2 Bulimie
6.3 Binge-Eating-Störung
7. Gefahren
8. Fallbeispiel – Isabelle Caro
9. Body Positivity
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Schönheitswahns in der modernen Gesellschaft und dessen Auswirkungen auf das Individuum, insbesondere auf Frauen. Die Forschungsfrage leitet sich aus der Problematik ab, wie gesellschaftlich konstruierte Schönheitsideale durch Medien und Werbung dazu führen, dass unrealistische Anforderungen an den eigenen Körper gestellt werden, was wiederum psychische Belastungen und ernsthafte körperliche Krankheiten wie Essstörungen oder eine Abhängigkeit von Schönheitsoperationen provozieren kann.
- Der Einfluss von Medien, Werbung und Schönheitsikonen auf die Selbstwahrnehmung.
- Die psychologischen Ursachen des Schönheitswahns unter Berücksichtigung von Selbst- und Fremdbild.
- Die körperlichen und gesundheitlichen Gefahren durch Essstörungen (Magersucht, Bulimie, Binge-Eating) und operative Eingriffe.
- Die Analyse der Fallgeschichte von Isabelle Caro als abschreckendes Beispiel für die Folgen extremer Körperideale.
- Die kritische Auseinandersetzung mit der Body-Positivity-Bewegung als Gegenentwurf zum Schönheitsideal.
Auszug aus dem Buch
8. Fallbeispiel – Isabelle Caro
Isabell Caro war ein französisches Model. Sie war bekannt wegen ihres dünnen, ausgehungerten Körpers, ihrer Magersucht. Im Jahr 2010 ist sie an den Folgen ihrer Magersucht gestorben.
Zu der Zeit, als die 25-jährige von dem „Spiegel“-Magazin besucht wurde, war sie 1,65 m groß und wog nur noch 32 Kilo. Sie trug eine schwarze Bluse mit einem tiefen Dekolleté und einer schwarzen Hose, die „an den Beckenknochen hängt wie an einem Bügel“ (Rosenkranz, 2007).
Das bekannteste Bild von Isabelle Caro ist vom 65-jährigen italienischen Fotografen Oliviero Toscani (siehe Abbildung 2). Er zahlte ihr 700 Euro für das Foto, auf dem sie nackt posierte. „Die Brüste hängen schlaff herunter, am Gesäß blättert die Haut in schorfige Krusten ab. Hände und Füße wirken viel zu groß an grausam dünnen Armen und Beinen. Und dann sind da noch diese Augen, riesig in tiefen Höhlen“ (Rosenkranz, 2007).
Dieses Bild wurde auf riesigen Plakattafeln gezeigt, sowohl als Botschaft „No Anorexia“, was soviel bedeutet wie „keine Magersucht“, als auch zu Werbezwecke für das venezianische Mode-Label „Nolita“. Den Fotografen erinnerte sein Werk einerseits an das Gemälde „Der Schrei“ von Edvard Munch und andererseits war er erschrocken, dass sie so beliebt in den Medien sei. Sein Ziel war es die Menschen „wachzurütteln“ und aufzuzeigen, dass Magersucht eine weit verbreitete Krankheit in der Gesellschaft ist. (Rosenkranz, 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Schönheitswahn ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung des gesellschaftlichen Drucks auf das Frauenbild sowie die Wahl der thematisierten Essstörungen und Fallbeispiele.
2. Definition: Das Kapitel leitet aus den Begriffen „Schönheit“ und „Wahn“ eine eigene Definition für den „Schönheitswahn“ ab, die den zwanghaften Vergleich mit Schönheitsidealen beschreibt.
3. Zeitlicher Wandel: Hier wird die historische Veränderung von Schönheitsidealen von der Antike über das Mittelalter und das 20. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit darstellt.
4. Ursachen: Dieses Kapitel beleuchtet psychologische und mediale Auslöser wie das Selbst- und Fremdbild, Werbung sowie den prägenden Einfluss von Schönheitsikonen.
5. Schönheitsoperationen: Statistiken und gesellschaftliche Trends verdeutlichen, wie operative Eingriffe zunehmend zur Normalität werden, um unrealistische Schönheitsideale zu erreichen.
6. Essstörungen: Es werden die Krankheitsbilder Magersucht, Bulimie und Binge-Eating-Störung detailliert beschrieben, einschließlich deren Ursachen, Symptomatik und therapeutischer Behandlungsansätze.
7. Gefahren: Dieses Kapitel zeigt die lebensbedrohlichen Risiken auf, die mit dem Streben nach einem Schönheitsideal einhergehen, insbesondere im Zusammenhang mit Essstörungen und riskanten Eingriffen.
8. Fallbeispiel – Isabelle Caro: Anhand des Lebenslaufs des verstorbenen Models Isabelle Caro wird die zerstörerische Kraft der Magersucht und der Einfluss des Schönheitswahns illustriert.
9. Body Positivity: Eine kritische Betrachtung der Body-Positivity-Bewegung, die zwar die Akzeptanz des Körpers fördern will, jedoch auch neue psychische Belastungen durch permanenten Fokus auf den Körper erzeugen kann.
10. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass ein gesunder Körper Vorrang vor gesellschaftlichen Idealen haben sollte und plädiert für einen individuellen Umgang mit dem eigenen Körperbild.
Schlüsselwörter
Schönheitswahn, Schönheitsideal, Essstörung, Magersucht, Bulimie, Binge-Eating-Störung, Körperbild, Selbstbild, Fremdbild, Schönheitsoperationen, Body Positivity, Isabelle Caro, Medien Einfluss, Schönheitsikonen, Gesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem „Schönheitswahn“, definiert diesen als psychisches Phänomen und untersucht, wie unrealistische gesellschaftliche Ideale den Druck auf Individuen, insbesondere Frauen, erhöhen.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Das Spektrum reicht von der historischen Entwicklung von Schönheitsidealen über die psychologischen Mechanismen der Körperwahrnehmung bis hin zu den medizinischen Gefahren von Essstörungen und Schönheitsoperationen.
Was ist die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach den Ursachen des Schönheitswahns, dem Einfluss medialer Vorbilder und den daraus resultierenden gesundheitlichen Konsequenzen für die Betroffenen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Analyse aktueller Statistiken zu Schönheitsoperationen und einer explorativen Fallstudie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ursachen (Werbung, Selbstbild), die verschiedenen Formen von Essstörungen, die Risiken operativer Eingriffe, sowie die ambivalente Rolle der modernen Body-Positivity-Bewegung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die zentralen Begriffe sind Schönheitswahn, Schönheitsideal, Essstörungen, Körperbild, Selbstwahrnehmung und Body Positivity.
Warum ist das Fallbeispiel Isabelle Caro so bedeutend für die Argumentation?
Isabelle Caro dient als drastisches Beispiel, um darzustellen, wie die Kombination aus Kindheitstraumata, gesellschaftlichem Druck und dem Wunsch, einem extremen Ideal zu entsprechen, tödlich enden kann.
Wird die Body-Positivity-Bewegung als rein positiv bewertet?
Nein, die Autorin hinterfragt die Bewegung kritisch: Während sie Akzeptanz fördern kann, führt sie paradoxerweise dazu, dass Betroffene sich noch stärker auf vermeintliche „Fehler“ an ihrem Körper konzentrieren, anstatt sich von äußeren Schönheitsidealen zu lösen.
- Arbeit zitieren
- Saskia Höhne (Autor:in), 2021, Schönheitswahn. Ursachen, Schönheitsoperationen, Essstörungen, Gefahren, Body Positivity, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1252735