Mit Hilfe dieser Studie soll herausgefunden werden, ob das Kreative Schreiben die Schreibmotivation fördern kann. Dazu wird die konkrete Forschungsfrage gestellt: „Kann die Methode ‚Schreibwerkstatt‘ die Schreibmotivation von Schülerinnen und Schülern in der vierten Klasse fördern?“ Dieser Frage wurde in zwei vierten Klassen nachgegangen. Eine Klasse diente hier als Testgruppe, in der die Schülerinnen und Schüler über vierzehn Wochen mit Hilfe einer Schreibwerkstatt eigene, kreative Texte verfassen konnten. Die zweite Klasse diente als Vergleichsgruppe. Alle Schülerinnen und Schüler füllten zwei psychologische Fragebögen zu Beginn und am Ende der Studie aus. Zudem wurden die Schülerinnen und Schüler wöchentlich beobachtet und ihre selbst geschriebenen Texte wurden zur Evaluation der Forschungsfrage herangezogen.
Das Kreative Schreiben: Ein Überbleibsel aus der Reformpädagogik, welches in den USA großen Ruhm genießt, in deutschen Schulen jedoch kaum verwendet wird. Dabei ist das Kreative Schreiben wichtig für die Entwicklung der Kreativität und Fantasie, aber auch für die gesamte kindliche Entwicklung.
Die Schreibmotivation ist ein noch sehr wenig erforschtes psychologisches Gebiet. Daher sollte zunächst weiter eruiert werden, wie Schreibmotivation entsteht, durch welche Faktoren sie beeinflusst wird und vor allem, wie sie gefördert werden kann.
Gliederung
1. Die Relevanz des Schreibens
2. Schreiben in der Grundschule
2.1 Schreibentwicklung von Schülerinnen und Schülern
2.2 Kreatives Schreiben und dessen Bedeutung für die Schreibentwicklung
2.3 Kompetenzerwartungen in den deutschen Bildungsstandards und im Lehrplan des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen im Bereich „Schreiben“
2.4 Heutiger Forschungsstand
3. Die Schreibwerkstatt als Methode des Kreativen Schreibens
4. Schreibmotivation und die kindliche Kreativität
4.1 (Schreib-)Motivation in der Grundschule
4.2 (Kindliche) Kreativität
5. Empirische Analyse der Schreibwerkstatt in der Grundschule
5.1 Studienteilnehmer
5.2 Aufbau und Durchführung der Schreibwerkstatt
5.3 Vorstellung der Evaluationsmethoden
5.4 Auswertung der Fragebögen
5.5 Auswertung der Beobachtungen
5.6 Auswertung der Schülertexte
5.7 Limitationen der Studie
6. Zusammenfassung der Studie
7. Literaturverzeichnis
8. Abbildungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Implementierung einer Schreibwerkstatt als Methode des Kreativen Schreibens die Schreibmotivation von Schülerinnen und Schülern in der vierten Jahrgangsstufe positiv beeinflussen und fördern kann.
- Bedeutung und Relevanz des Schreibens in der Grundschule
- Theoretische Konzepte des Kreativen Schreibens und der Schreibentwicklung
- Förderung der Schreibmotivation durch die Methode der Schreibwerkstatt
- Empirische quantitative Längsschnittstudie an einer Grundschule
Auszug aus dem Buch
3. Die Schreibwerkstatt als Methode des Kreativen Schreibens
In den vorangegangenen Kapiteln wurde die hohe Relevanz des Kreativen Schreibens für die Schreibentwicklung und -motivation gezeigt. Nun stellt sich die Frage: Wie lassen sich die Anforderungen des Kreativen Schreibens in den Regelunterricht eingliedern?
Im folgenden Kapitel soll die Methode der Schreibwerkstatt als eine Umsetzungs-möglichkeit des Kreativen Schreibens im Schulunterricht näher erläutert werden.
„Methoden erschließen Themen und Sachverhalte und helfen Probleme zu lösen. Daher erleichtert [die] Methodenkompetenz Lehrern und Schülern das Unterrichten und Lernen, ja macht dieses konkret“ (Böttcher 2013b: 22).
Auf diese Weise definiert Böttcher eine unterrichtliche Methode und betont, dass es vielfältige Methoden für das Planen, Formulieren und Überarbeiten von Texten benötigt (vgl. Böttcher 2013b: 22). Schreibmethoden fördern und stärken die Schreibmotivation und können manchen SuS beim Verfassen eigener Texte die sog. „Angst vor dem leeren Blatt“ nehmen (vgl. Böttcher 2013b: 22). Dabei lassen sich fast alle Methoden, welche sich für das Kreative Schreiben eignen, für jedes Schreiberalter verwenden, sodass sie oft universell einsetzbar sind (vgl. Böttcher 2013b: 22). Diese Methoden sollen durch ihre Ungewöhnlichkeit, Faszination, Fantasie und Stimulation eine erwartungsvolle und neugierige Schreibhaltung bei den SuS hervorrufen (vgl. Böttcher 2013b: 22). So sollen möglichst ganzheitliche, sinnhafte und individuelle Lernerfahrungen geboten werden, sodass ein Abtauchen in andere Wirklichkeiten und Perspektiven ermöglicht wird (vgl. Böttcher 2013b: 22). Schreibmethoden unterstützen das kooperative Lernen und begünstigen ein positives Lernklima (vgl. Böttcher 2013b: 23). Die Methoden bieten ideale Lernchancen für alle SuS, da jeder auf seinem Fähigkeitslevel schreiben kann und alle geschriebenen Texte gleich viel wert sind, egal von wem sie geschrieben wurden. Jeder Schüler und jede Schülerin kann den eigenen Schreibprozess und das Schreibprodukt individuell bestimmen, sodass eine innere Differenzierung möglich wird (vgl. Böttcher 2013b: 23).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Relevanz des Schreibens: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Bedeutung der Schrift für das persönliche und berufliche Leben und beleuchtet die aktuelle Problematik sinkender Schreibmotivation bei Schülerinnen und Schülern.
2. Schreiben in der Grundschule: Es werden Grundlagen der Schreibkompetenz, der Schriftspracherwerb sowie spezifische Schreibentwicklungsmodelle (u.a. von Bereiter, Böttcher und Becker-Mrotzek) vorgestellt.
3. Die Schreibwerkstatt als Methode des Kreativen Schreibens: Das Kapitel definiert die Schreibwerkstatt als pädagogisches Konzept, das den Schreibprozess, die individuelle Förderung und die Schreibfreude ins Zentrum stellt.
4. Schreibmotivation und die kindliche Kreativität: Theoretische Hintergründe zur Motivation, insbesondere im Hinblick auf intrinsische Faktoren, werden mit Aspekten der Kreativitätsentwicklung verknüpft.
5. Empirische Analyse der Schreibwerkstatt in der Grundschule: Dieses zentrale Kapitel dokumentiert die durchgeführte Längsschnittstudie, deren Evaluationsmethoden (Fragebögen, Beobachtungen, Auswertung der Schülertexte) sowie die erzielten Ergebnisse.
6. Zusammenfassung der Studie: Die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung werden zusammengeführt und mit den theoretischen Ausgangspunkten der Arbeit reflektiert.
Schlüsselwörter
Schreibmotivation, Kreatives Schreiben, Schreibwerkstatt, Grundschule, Schreibentwicklung, Schreibkompetenz, Intrinsische Motivation, Kreativität, Schülerorientierung, Schreibprozess, Quantitative Studie, Schreibanlässe, Methodenkompetenz, Schreibfreude, Längsschnittstudie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung der Schreibmotivation von Grundschulkindern in der vierten Klasse durch den Einsatz der Schreibwerkstatt als Methode des Kreativen Schreibens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind Schreibentwicklung im Grundschulalter, die didaktische Einordnung von Kreativem Schreiben sowie die empirische Untersuchung von Motivationsfaktoren beim Schreiben.
Was ist das Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es zu ergründen, ob durch eine gezielt aufgebaute Schreibwerkstatt die Schreibmotivation der Kinder der vierten Jahrgangsstufe gesteigert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Längsschnittstudie, die Daten durch strukturierte Fragebögen (Vorher-Nachher-Vergleich), wöchentliche Beobachtungen und die Analyse von Schülertexten erhebt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Schreibkompetenz und Schreibwerkstätten, die Darstellung der Motivationstheorie sowie die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten aus zwei vierten Klassen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Schreibmotivation, Kreatives Schreiben, Schreibwerkstatt, Schreibentwicklung und empirische Grundschulforschung definieren.
Wie unterscheidet sich die Schreibwerkstatt vom regulären Unterricht?
Im Gegensatz zum Frontalunterricht ermöglicht die Schreibwerkstatt den Kindern selbstbestimmtes, zeitlich flexibles Arbeiten an eigenen Geschichten, wobei der Fokus auf dem Schreibprozess und nicht auf der Bewertung des Produkts liegt.
Welche Rolle spielt die COVID-19 Pandemie für die Studie?
Die Pandemie stellte eine Limitation dar, da sie durch Schulschließungen, Abstandsregeln und Unterrichtsausfälle die Zeitressourcen für die Schreibwerkstatt und die Möglichkeiten des kooperativen Schreibens signifikant einschränkte.
Welches Ergebnis zeigte die Analyse der Schülertexte?
Es konnte festgestellt werden, dass sich die extrinsische Motivation zu Beginn der Studie (z.B. durch Materialverbrauch) mit zunehmender Dauer in eine intrinsische Schreibmotivation wandelte, was sich in längeren und inhaltlich eigenständigeren Texten manifestierte.
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- Annabel Münker (Author), 2021, Förderung der Schreibmotivation durch Schreibwerkstätten in der vierten Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1252766