Rassismus ist ein relevantes Thema, fast täglich wird besonders in der letzten Zeit in den Medien darüber berichtet. In dieser Arbeit geht es jedoch hauptsächlich um Rassismus in der Pflege sowie der gesundheitlichen Versorgung. Konkret wird sich mit der Frage beschäftigt, ob Rassismus Ursache einer unzureichenden Schmerzbehandlung bei schwarzen Menschen ist und somit Auslöser negativer Health Outcomes darstellt. Es wird auf die Begrifflichkeit von Rassismus eingegangen, geschichtliche Hintergründe aufgezeigt und sich dann vertiefend mit Rassismus in der Pflege auseinandergesetzt. Zum Schluss werden Ansätze zur Bekämpfung von Rassismus in der Gesundheitsversorgung diskutiert. Ein wichtiger Aspekt ist, dass sich diese Arbeit hauptsächlich mit Studien befasst, die in den USA durchgeführt wurden. Die Thematik wird dort offener gehandhabt und auch in der Pflege und Medizin in den letzten Jahren intensiver begutachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Methodik
3 Begriffsbestimmung Rassismus
3.1 Die multidimensionalen Aspekte der Begrifflichkeit
3.2 Rassismus ohne Rassen
4 Rassismus in der Pflege - ein Tabuthema
4.1 Berufsethos- der ICN-Ethikkodex für Pflegende
4.2 Folgen von Rassismus am Beispiel der Schmerzbehandlung
5 Colorblindness in der Gesundheitsversorgung
6 Cultural Competence ist ungenügend
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern Rassismus in der professionellen Pflege und Gesundheitsversorgung als Ursache für eine unzureichende Schmerzbehandlung bei schwarzen Patienten betrachtet werden kann, um daraus negative gesundheitliche Ergebnisse zu erklären und Lösungsansätze zu diskutieren.
- Historische und theoretische Grundlagen des Rassismusbegriffs
- Rassismus als Tabuthema in der professionellen Pflege
- Einfluss von "Colorblindness" auf die Qualität der Gesundheitsversorgung
- Implikationen der Stereotypisierung für das Schmerzmanagement
- Notwendigkeit rassismuskritischer Curricula in der Ausbildung
Auszug aus dem Buch
4.2 Folgen von Rassismus am Beispiel der Schmerzbehandlung
Rassismus erkennen, anerkennen und benennen muss nicht nur explizit in der Praxis, sondern schon in Ausbildung und Studium einer Pflegefachkraft implementiert werden. Fraglich ist warum es aktuell Lehrbücher gibt, die weiterhin ein stereotyping kreieren und behaupten, diese Informationen seien Grundlage, um kulturelle Kompetenzen innerhalb der Pflege zu fördern. 2017 veröffentlichte die BBC (Sini, 2017) dazu einen Artikel, in dem sich der Herausgeber eines Krankenpflegebuches entschuldigt, in Folge mehrerer Beschwerden von Menschen über Social Media weil eindeutig stereotyping durch das Buch legitimiert wird. Das Kapitel über Schmerzen sollte einen konzeptbasierten Lernansatz darstellen, um das pflegerische Schmerzverständnis von Menschen mit unterschiedlichen ethnischen und religiösen Hintergründen zu erweitern.
In dem besagten Buch steht u.a.: "A client's culture influences their response to, and beliefs about pain. Some cultural common differences related to pain are listed here." Dann folgt eine Auflistung von verschiedene Kulturen, u.a. Araber/Muslime, Juden, Schwarze, Hispanics, amerikanische Ureinwohner usw. Nach diesem Buch glaubt z.B. die Kultur der Hispanics, dass Schmerz eine Form der Bestrafung ist und dass Leiden als integraler Bestandteil gesehen wird, um in den Himmel zu kommen. Manche reagieren stoisch, andere ausdruckstark. Die Schmerzempfindung der jüdischen Kultur wird so beschrieben als das diese lautstark ihren Schmerz äußern und Hilfe verlangen, der Schmerz muss mit anderen geteilt und bestätigt werden. Ein weiteres Beispiel ist das stereotyping im Schmerzempfinden von Schwarzen, es wird behauptet das sie Schmerzen viel stärker empfinden als andere Kulturen (Sini, 2017). Nicht nur ist die letzte Behauptung über das Schmerzempfinden falsch, sondern in jeder Hinsicht kontraproduktiv. So beweisen Hollingshead et al. (2016), dass eine Stereotypisierung, unabhängig der Richtung der Typisierung, im Grunde eine wirksame klinische Entscheidung sowie die Behandlung von Schmerzen reduziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieser Abschnitt führt in die Thematik ein und identifiziert Rassismus in der Pflege als kritischen Faktor, der negative gesundheitliche Ergebnisse, insbesondere bei der Schmerzbehandlung, beeinflussen kann.
2 Methodik: Es wird eine Literaturrecherche beschrieben, die mittels Datenbanken und Schlagworten 153 Texte generierte, welche für die Arbeit auf 43 Quellen eingegrenzt wurden.
3 Begriffsbestimmung Rassismus: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung und die multidimensionale Komplexität des Rassismusbegriffs sowie dessen Wandel in der Bedeutung.
4 Rassismus in der Pflege - ein Tabuthema: Es wird die historische Beteiligung der Pflege an rassistischen Programmen kritisch aufgearbeitet und die Diskrepanz zwischen dem ethischen Idealbild der professionellen Pflege und der Praxis thematisiert.
5 Colorblindness in der Gesundheitsversorgung: Untersucht wird, wie die vermeintliche "Farbenblindheit" in der US-amerikanischen Medizin strukturelle Probleme verschleiert und zu Ungleichbehandlungen führt.
6 Cultural Competence ist ungenügend: Dieses Kapitel kritisiert bestehende Konzepte der kulturellen Kompetenz als häufig oberflächlich und plädiert für tiefgreifende Selbstreflektion und rassismuskritische Ansätze.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Forderung nach einer aktiven Auseinandersetzung mit Rassismus, der kontinuierlichen Anpassung von Curricula und der Implementierung von Konzepten, die Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung bekämpfen.
Schlüsselwörter
Rassismus, Gesundheitsversorgung, Pflege, Schmerzbehandlung, Stereotyping, Colorblindness, Ethik, Diskriminierung, Patientenbehandlung, kulturelle Kompetenz, Gesundheitsdisparitäten, Selbstreflektion, Ausbildung, berufsethisches Verständnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Problematik von Rassismus im Gesundheitswesen, insbesondere mit Fokus auf die professionelle Pflege und die Auswirkungen von rassistischen Vorurteilen auf die Qualität der gesundheitlichen Betreuung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Begriffsdefinition von Rassismus, die historische Rolle der Pflege, die Auswirkungen des Konzeptes der "Farbenblindheit" (Colorblindness) und die Defizite aktueller Ansätze zur Förderung kultureller Kompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist zu klären, ob Rassismus eine Ursache für eine unzureichende Schmerzbehandlung bei schwarzen Patienten darstellt, und Lösungsstrategien für die Pflegepraxis und Ausbildung zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in medizinischen und pflegewissenschaftlichen Datenbanken (wie PubMed und Cochrane Library) durchgeführt, um den aktuellen Wissensstand zu systematisieren.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die geschichtliche Aufarbeitung, die Bedeutung des ICN-Ethikkodex, die negativen Folgen von Stereotypisierungen beim Schmerzmanagement und die Bedeutung der Diversität im Gesundheitssystem.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?
Kritische Begriffe sind unter anderem Rassismus, Pflege, Schmerzbehandlung, Colorblindness, Stereotypisierung und gesundheitliche Disparitäten.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von herkömmlichen Ansätzen der kulturellen Kompetenz?
Die Autorin argumentiert, dass bestehende Programme oft zu oberflächlich sind und dazu neigen, den Fokus auf "die Anderen" zu legen, statt eine notwendige, tiefgreifende kritische Selbstreflektion der Fachkräfte zu fördern.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin für die pflegerische Ausbildung?
Die Autorin fordert explizit die Einführung rassismuskritischer Curricula und eine stärkere Auseinandersetzung mit den eigenen ethischen Leitlinien, um eine professionelle und gerechte Versorgung aller Patienten zu garantieren.
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- Claudia Snow (Autor), 2020, Rassismus in der Gesundheitsversorgung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1253032