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Das Schneekapitel im "Zauberberg" von Thomas Mann. Der Vergleich des Regierens mit der Hermeneutik und der Traumdeutung

Titel: Das Schneekapitel im "Zauberberg" von Thomas Mann. Der Vergleich des Regierens mit der Hermeneutik und der Traumdeutung

Seminararbeit , 2019 , 20 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Nicolas Mues (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Zentrum dieser Arbeit steht das Schneekapitel aus Thomas Manns berühmten Buch "Der Zauberberg". Der Protagonist Hans Castorp durchläuft während seiner Zeit im Sanatorium eine pädagogische Ausbildung, vorangetrieben durch den Intellektuellen Settembrini. Im Speziellen befasst sich die Arbeit mit dem Phänomen des Regierens. Bei diesem Phänomen steuert der Protagonist des Zauberbergs seine Gedanken ganz gezielt. Der Höhepunkt dieses Regierens fällt mit dem Höhepunkt des gesamten Romans zusammen, dem sogenannten Schneekapitel. Hans Castorp durchläuft hier einen Fiebertraum und erkennt seine eigenen Gedankenprozesse, basierend auf Kindheitserinnerungen und Selbstreflexionen.

Ziel dieser Arbeit ist es, das Regieren und damit die Gedankengänge des Protagonisten des Zauberbergs, besser nachvollziehen zu können. Als literarische Basis wird der "Zauberberg" und im Speziellen das Schneekapitel herangezogen. Theoretisch bedient sich die Arbeit der Traumdeutung und der philologischen Hermeneutik. Es wird sowohl Bezug genommen auf Dilthey und Schleiermacher als auch auf Freud.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Hermeneutik

2.2 Die Traumdeutung nach Freud

3 Die Bedeutung des Schneekapitels im Zauberberg und Thomas Manns Gesamtwerk

4 Das Regieren

4.1 Ein Rückblick auf das Regieren im “Zauberberg”

4.2 Die Ermöglichung des Regierens im Schneekapitel

4.3 Die Konstruktion der Traumwelt

4.4 Der Interpretationsvorgang

4.5 Die Ergebnisse des Regierens

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des "Regierens", wie es der Protagonist Hans Castorp im Schneekapitel von Thomas Manns "Zauberberg" entwickelt, und setzt dieses in Bezug zu den wissenschaftlichen Methoden der philologischen Hermeneutik sowie der Traumdeutung nach Sigmund Freud.

  • Analyse des "Regierens" als zentrale intellektuelle Leistung von Hans Castorp.
  • Anwendung hermeneutischer Ansätze zur Interpretation von Castorps Traumerfahrungen.
  • Untersuchung von Freuds Traumtheorie im Kontext der literarischen Traumwelt.
  • Erörterung der Bedeutung räumlicher Distanz und physischer Grenzerfahrungen für den Erkenntnisprozess.
  • Reflektion über die Stabilität und Tragfähigkeit der im Schneekapitel gewonnenen Erkenntnisse.

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung des Schneekapitels im Zauberberg und Thomas Manns Gesamtwerk

Aus Sicht der Bewohner des Berghofes ist es ein unterdurchschnittlicher Winter. Es mangelt an Sonne, was die Genesung der Patienten verschleppen könnte (vgl. Mann 2012: 706, Z. 11). Daher ersteht der Hofrat einen Apparat, der “künstliche Höhensonne” liefern soll (Mann 2012: 706, Z. 22-23). Dennoch verschlechtert sich die Stimmung im Sanatorium. Statt der erhofften Sonne schneit es ausgiebig (vgl. Mann 2012: 708, Z. 13). Die Örtlichkeit ähnelt einer Märchenwelt, welche Castorp jedoch auch an den Strand erinnert (vgl. Mann 2012: 711, Z. 28). Die Dorfbewohner üben sich im Skifahren und auch Castorp beschließt, einen Ausflug zu wagen (vgl. Mann 2012: 713, Z. 5).

Zwei Wünsche drängen ihn dazu. Zum einen möchte er alleine “regieren” und zum anderen will er das Gebirge erfahren. Castorp missachtet das Verbot zur sportlichen Betätigung, besorgt sich Skier, lernt für einige Zeit auf diesen zu fahren und begibt sich dann, nachdem Settembrini ihm noch eine Warnung zuruft, in die Berge (vgl. Mann 2012: 716, Z. 8). Auf seinem Ausflug, der ihn wiederholt in die Irre führt, erreicht Castorp schließlich die gewünschte Ruhe und Stille (vgl. Mann 2012: 719, Z. 6). Nicht nur führt seine Skifahrt ihn auf Distanz vom Berghof, auch entfernt er sich gedanklich von Settembrini und Naphta (vgl. Mann 2012: 719, Z. 27-34). Ebenso erkennt Castorp in der Regelmäßigkeit eine tödliche Gefahr (vgl. Mann 2012: 723, Z. 19) und begreift, dass einige Maßnahmen des Hofrats einzig darauf abzielen, die Kranken noch länger im Sanatorium festzuhalten (vgl. Mann 2012: 730, Z. 24). Der Sturm wird stärker und Castorps Orientierungslosigkeit nimmt zu. Da erspäht er eine Hütte, unter deren Dach Castorp Schutz findet (vgl. Mann 2012: 734, Z. 20). Hier bemerkt Castorp auch, dass viel weniger Zeit vergangen ist, als er vermutet hat (vgl. Mann 2012: 735, Z. 26). Unter Einfluss des Schneetreibens und des Portweins, den er zu sich nimmt, beginnt Castorp zu träumen (vgl. Mann 2012: 738, Z. 21).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des "Zauberberg" als Bildungsroman ein und definiert das "Regieren" als Hans Castorps zentralen, selbst entwickelten Lernprozess.

2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die methodischen Werkzeuge, insbesondere die philosophische Hermeneutik im Sinne Gadamers und Schleiermachers sowie die Grundlagen der Freud'schen Traumdeutung.

3 Die Bedeutung des Schneekapitels im Zauberberg und Thomas Manns Gesamtwerk: Hier wird die Szenerie des Schneekapitels als in sich geschlossener Raum des Abenteuers und des intellektuellen Ausbruchs aus der Sanatoriumswelt beschrieben.

4 Das Regieren: Dieser Abschnitt analysiert detailliert, wie Castorp sein "Regieren" durch körperliche Distanzierung, hermeneutische Praxis und die Deutung seiner Träume im Schneekapitel etabliert.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Schneekapitel zwar einen intellektuellen Höhepunkt darstellt, die dort gewonnenen Erkenntnisse jedoch im Alltag des Berghofes wieder zu verblassen drohen.

Schlüsselwörter

Zauberberg, Hans Castorp, Regieren, Schneekapitel, Hermeneutik, Traumdeutung, Sigmund Freud, Bildungsroman, Thomas Mann, Horizontverschmelzung, Psychoanalyse, Traumsequenz, Gedankenbeschäftigung, Subjektivität, Bewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das intellektuelle Konzept des "Regierens" bei Hans Castorp innerhalb von Thomas Manns Roman "Der Zauberberg" und verknüpft dieses mit Methoden der Hermeneutik und Psychoanalyse.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themenfelder sind der Prozess des bildenden Lernens, die Interpretation von Traumsymbolen und der philosophische Konflikt zwischen Humanismus und Todesnähe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll herausgearbeitet werden, warum das Schneekapitel als Wendepunkt der Romanentwicklung gilt und wie Castorps "Regieren" methodisch als Form der Selbstdeutung verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die insbesondere Elemente der philologischen Hermeneutik und der Freud’schen Traumtheorie kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine Einbettung des Schneekapitels in das Gesamtwerk und eine detaillierte Untersuchung der Konstruktion und Interpretation von Castorps Traumszenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen "Regieren", "Schneekapitel", "Hermeneutik", "Traumdeutung", "Bildungsroman" und "Horizontverschmelzung".

Welche Rolle spielt die räumliche Distanz?

Die räumliche Entfernung vom Berghof in das Gebirge wird als essenzielle Voraussetzung für Castorps gesteigerte Reflexionsfähigkeit und den Erfolg seines "Regierens" dargestellt.

Ist das "Regieren" eine dauerhafte Errungenschaft von Castorp?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die im Schneekapitel gewonnenen Erkenntnisse brüchig sind, da sie bei der Rückkehr in das Sanatorium teilweise wieder vergessen werden.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Schneekapitel im "Zauberberg" von Thomas Mann. Der Vergleich des Regierens mit der Hermeneutik und der Traumdeutung
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,7
Autor
Nicolas Mues (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
20
Katalognummer
V1253106
ISBN (PDF)
9783346688187
ISBN (Buch)
9783346688194
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thomas Mann Literatur Zauberberg Hermeneutik Literaturwissenschaften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nicolas Mues (Autor:in), 2019, Das Schneekapitel im "Zauberberg" von Thomas Mann. Der Vergleich des Regierens mit der Hermeneutik und der Traumdeutung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1253106
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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