Die folgende Arbeit setzt sich mit dem Störungsbild ADHS und meiner pädagogischen Begleitung in der Schule mit dem neunjährigen Max auseinander. Diese Thematik von ADHS begleitet meine pädagogische Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin seit Anfang des letzten Schuljahres. Ich wurde in einem neuen Bereich als Integrationshelferin in der Schule eingesetzt.
Max ist neun Jahre alt und geht in die dritte Klasse einer Grundschule. Bei ihm wurde bereits im Vorschulalter das Störungsbild ADHS diagnostiziert. Den Angaben seiner Mutter und der Lehrerin zufolge kann Max sich schwer über einen längeren Zeitraum konzentrieren, ist demotiviert und hat ein niedriges Selbstvertrauen, wenn neue Aufgaben im Unterricht behandelt werden. Außerdem erfuhr ich durch sie, dass Max sich leicht durch äußere Reize ablenken lässt, sehr impulsiv und überaktiv ist und große Schwierigkeiten im Mathematikunterricht hat. Max wird in Mathe nach Klassenstufe 2 unterrichtet und erhält einen Nachteilsausgleich. Daraufhin setzte ich mich vermehrt mit diesem Thema auseinander, da mich diese neue Erfahrung sehr interessiert und dieses Thema für meine sozialpädagogische Arbeit und Begleitung in der Schule mit Max von wesentlicher Bedeutung ist.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, welche Interventionsmöglichkeiten, Strategien und Hilfsmittel in meiner pädagogischen Begleitung mit Max für sein Störungsbild ADHS von Vorteil sind und welche ihm im Schulalltag helfen und ihn unterstützen. Diese werde ich anhand theoretischer Bezüge und meinen praktischen Erfahrungen gegenüberstellen. Dann werde ich darauf eingehen, was ich in meiner pädagogischen Arbeit verbessern und/oder verändern kann. Die zentrale Fragestellung, die ich in dieser Facharbeit behandeln werde, lautet: Welche Interventionsmöglichkeiten, Strategien und Hilfsmittel sind für Max und sein Störungsbild ADHS von Vorteil und was kann ich in meiner pädagogischen Begleitung verändern?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 ADHS
2.1 Hauptsymptome und Stärken von ADHS betroffenen Kindern
2.1.1 Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität
2.1.2 Stärken von ADHS betroffenen Kindern
2.2 Ursachen
2.2.1 Genetik und ADHS
2.2.2 Psychosoziale Faktoren
2.2.3 Umwelteinflüsse
2.3 Folgeerscheinungen im Schulalltag
2.3.1 Oppositionelle und aggressive Verhaltensauffälligkeiten
2.3.2 Leistungsprobleme
2.3.3 Unsicherheit und mangelndes Selbstvertrauen
2.3.4 Ablehnung durch Peers
2.4 Diagnosesysteme und Subtypen (Untergruppen)
2.4.1 Diagnosesysteme
2.4.2 ADHS-Subtypen (Untergruppen) nach dem DSM und der ICD
3 ADHS und Schule
3.1 Schulrechtliche Rahmenbedingungen
3.2 Strukturierungsmaßnahmen für den Unterricht
3.3 Interventionsmöglichkeiten und Hilfsmittel für den Unterricht
3.4 Wenn-Dann-Pläne
4 Meine pädagogische Begleitung in der Schule
5 Fazit
6 Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, effektive Interventionsmöglichkeiten, Strategien und Hilfsmittel für die pädagogische Begleitung eines neunjährigen Kindes mit der Diagnose ADHS zu identifizieren, diese mit theoretischen Ansätzen zu vergleichen und die eigene berufliche Praxis kritisch zu reflektieren, um die Unterstützung im Schulalltag zu optimieren.
- Theoretische Grundlagen des Störungsbildes ADHS (Symptomatik, Ursachen, Subtypen)
- Folgeerscheinungen von ADHS im schulischen Kontext und in sozialen Interaktionen
- Schulrechtliche Rahmenbedingungen für die Förderung von Kindern mit ADHS
- Praktische Interventionsstrategien zur Strukturierung von Unterricht und Arbeitsabläufen
- Anwendung von Förderinstrumenten wie Verstärkerplänen und Wenn-Dann-Plänen
Auszug aus dem Buch
3.4 Wenn-Dann-Pläne
„Planen ist effektiv zu Unterstützung der Selbstregulation – Wenn-Dann-Pläne scheinen diesbezüglich besonders erfolgreich zu sein. Durch ihr Format sind Wenn-Dann-Pläne von Zielintentionen zu unterscheiden. Eine Zielintention hat das Format „Ich möchte Z erreichen“. Ein Wenn-Dann-Plan hat das Format „Und immer wenn die Situation X eintritt, dann führe ich Handlung Y durch“ – die Handlung Y ist eine zielführende Handlung, d.h. sie führt zum Ziel Z.
Ziel: Ich möchte nicht mehr dazwischenreden.
Wenn-Dann-Plan: Und immer, wenn ich dazwischenreden will, dann sage ich mir STOP.
In einer Metaanalyse wurde festgestellt, dass Wenn-Dann-Pläne äußerst effektiv sind.“
In einer Studie haben Gawrilow, Guderjahn und Gold untersucht, ob Kinder mit ADHS im Unterricht von Wenn-Dann-Plänen profitieren können. An dieser Studie nahmen Schüler des Privaten Gymnasiums Esslingen, eine Schule, die sich auf das Unterrichten von Kindern mit ADHS spezialisiert hat teil. Zu Beginn bekamen die Lehrkräfte eine kurze Schulung zur Unterstützung der Selbstkontrolle durch Ziele und Pläne. Dann führten die Lehrer ihre Intervention selbständig in ihren Klassen durch. Die Ziele und Wenn-Dann-Pläne waren auf Selbstkontrollprobleme von Kindern mit ADHS im Unterricht zugeschnitten (z.B. Ziel: „Ich möchte im Unterricht leiser sein!“ , Wenn-Dann-Plan: „Und immer, wenn ich Lärm mache, mache ich die Augen zu, spanne meine Fäuste fest an und zähle bis fünf.“). Um die Wirkung von Wenn-Dann-Plänen mit der einfachen Zielintention zu vergleichen, wurden die Kinder in zwei Bedingungen eingeteilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Störungsbild ADHS und die Zielsetzung der Arbeit anhand eines konkreten Fallbeispiels eines neunjährigen Schülers dar.
2 ADHS: Dieses Kapitel erläutert die klinischen Symptome, Ursachen und Diagnosesysteme von ADHS sowie die spezifischen Auswirkungen auf den Schulalltag.
3 ADHS und Schule: Hier werden schulrechtliche Grundlagen und effektive Strukturierungsmaßnahmen sowie Interventionsmethoden für den Klassenraum thematisiert.
4 Meine pädagogische Begleitung in der Schule: Die Autorin reflektiert ihre praktischen Erfahrungen, angewandten Strategien und die Interaktion mit dem betroffenen Kind.
5 Fazit: Das Fazit zieht ein Resümee über die Wirksamkeit der eingesetzten Methoden und gibt einen Ausblick auf die zukünftige pädagogische Arbeit.
6 Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Fachliteratur und Online-Quellen zur Untermauerung der Facharbeit.
Schlüsselwörter
ADHS, Pädagogische Begleitung, Grundschule, Integrationshilfe, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Impulsivität, Förderstrategien, Unterrichtsstrukturierung, Klassenebene, Selbstregulation, Wenn-Dann-Pläne, Verstärkerpläne, Nachteilsausgleich, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der pädagogischen Begleitung eines neunjährigen Kindes mit der Diagnose ADHS im Grundschulalltag.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Neben den medizinisch-psychologischen Grundlagen von ADHS liegt der Schwerpunkt auf praktischen Interventionsmöglichkeiten, Strukturierungshilfen und der Förderung sozialer sowie schulischer Kompetenzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu analysieren, welche spezifischen Strategien und Hilfsmittel die pädagogische Betreuung von Kindern mit ADHS sinnvoll unterstützen und wie diese verbessert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Reflexion eigener pädagogischer Handlungsweisen anhand eines konkreten Falles.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Aspekte von ADHS, schulrechtliche Voraussetzungen, konkrete Interventionsmaßnahmen im Unterricht sowie die Darstellung und kritische Auseinandersetzung mit der eigenen pädagogischen Arbeit.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
ADHS, Inklusion, pädagogische Förderung, Classroom-Management, Selbstkontrolle und Schulalltag.
Warum ist die Arbeit speziell für Integrationshelfer wichtig?
Sie liefert praxisnahe Beispiele und konkrete Strategien wie "Wenn-Dann-Pläne" oder "Verstärkerpläne", die direkt auf die Arbeit mit Kindern mit ADHS im schulischen Alltag übertragbar sind.
Welche Rolle spielt die Bindung im Kontext der ADHS-Begleitung?
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine vertrauensvolle sowie empathische Beziehung zwischen der pädagogischen Fachkraft und dem Kind die grundlegende Basis für den Erfolg aller weiteren Fördermaßnahmen bildet.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2022, ADHS bei Kindern. Erklärung des Störungsbildes und Praxisbericht einer pädagogischen Begleitung in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1253132