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Machiavelli pur. Die Discorsi - 3. Buch

Die handelnden Individuen

Title: Machiavelli pur. Die Discorsi - 3. Buch

Exegesis , 2009 , 86 Pages , Grade: Keine

Autor:in: M.A. Andre Budke (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Mit diesen Seiten erscheint ein weiterer Band der Reihe „Machiavelli pur“. Zu Beginn der
Arbeiten an der Reihe stand das Anliegen, Interessierten einen möglichst unverfälschten und
unkommentierten Blick auf die Gedankenwelt und die politischen Vorstellungen Machiavellis
anzubieten. Natürlich kann man sein Werk auch ausgezeichnet kommentieren und beurteilen,
wenn man denn will. Seine Thesen laden zum Teil geradezu dazu ein, moralische Wertungen
vorzunehmen. Allein, dies würde seinen Ansatz ignorieren, moralische Erwägungen außen
vor zu lassen und sich ganz auf die Regeln des politischen Spiels einzustellen.
Dies widerspricht schließlich nicht dem Anliegen, diese eben jene moralischen Erwägungen
in der eigenen Gegenwart umgesetzt sehen zu wollen. Aber Machiavelli kann uns gerade hier
einen Dienst erweisen, indem er uns kritisch macht gegenüber jenen, die für ihr Handeln
lautstark moralische Begründungen liefern. Eben dies schlägt Machiavelli vor, für
interessengeleitetes Handeln moralische Gründe vorzuschieben. Wenn die aufmerksame
Lektüre des Florentiners uns daher unempfänglicher macht für die Versprechungen heutiger
politischer Personen, hat sich die Lektüre schon gelohnt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Machiavelli pur. Die Discorsi – Drittes Buch.

Die handelnden Individuen

Einleitung:

1. Kapitel: Soll ein Staat oder eine Religion lange bestehen, so muss man sie häufig zu ihrem Ursprung zurückführen

2. Kapitel: Wie weise es ist, sich zu rechter Zeit töricht zu stellen

3. Kapitel: Zur Erhaltung der neu errungenen Freiheit ist es nötig, die Söhne des Brutus zu töten

4. Kapitel: Kein Fürst ist seiner Herrschaft sicher, so lange die am Leben sind, denen sie genommen wurde

5. Kapitel: Wodurch ein König sein ererbtes Reich verliert

6. Kapitel: Von den Verschwörungen

7. Kapitel: Warum der Umschwung von der Freiheit zur Knechtschaft und umgekehrt bisweilen sehr viel, bisweilen gar kein Blut kostet

8. Kapitel: Wer eine Republik stürzen will, muss ihren Zustand in Betracht ziehen

9. Kapitel: Wer immer Glück haben will, muss sein Verfahren je nach den Zeiten ändern

10. Kapitel: Ein Feldherr kann der Schlacht nicht ausweichen, wenn der Gegner durchaus eine Schlacht liefern will

11. Kapitel: Wer mit mehreren Gegnern zu tun hat, trägt, auch wenn er der Schwächere ist, den Sieg davon, wenn er nur den ersten Angriff aushält

12. Kapitel: Ein kluger Feldherr soll seine Soldaten soviel wie möglich in die Notwendigkeit versetzen zu kämpfen, sie dem Feinde aber benehmen

13. Kapitel: Auf wen mehr Verlass ist, auf einen guten Feldherrn mit einem schlechten Heer oder auf ein gutes Heer mit einem schlechten Feldherrn

14. Kapitel: Die Wirkung neuer Erfindungen, die mitten im Kampfe in Erscheinung treten, oder überraschender Ausrufe, die gehört werden

15. Kapitel: Einer, nicht viele müssen an der Spitze eines Heeres stehen; mehrere Befehlshaber sind schädlich

16. Kapitel: Wahres Verdienst sucht man nur in schwierigen Zeiten hervor; in ruhigen Zeiten dagegen werden nicht die Verdienstvollen vorgezogen, sondern die, welche sich auf Reichtum oder Verwandtschaft stützen

17. Kapitel: Man darf einen Mann nicht beleidigen und ihm nachher die Leitung einer wichtigen Sache anvertrauen

18. Kapitel: Nichts bringt einem Feldherrn mehr Ehre, als die Pläne des Feindes zu durchschauen

19. Kapitel: Ob zur Leitung der Menge Milde nötiger ist als Strenge

20. Kapitel: Ein Beweis von Menschlichkeit richtete bei den Faliskern mehr aus als die Waffengewalt der Römer

21. Kapitel: Woher es kam, dass Hannibal bei ganz verschiedener Handlungsweise die gleichen Erfolge in Italien hatte wie Scipio in Spanien

22. Kapitel: Die Härte des Manlius Torquatus und die Milde des Valerius erwarben beiden den gleichen Ruhm

23. Kapitel: Weshalb Camillus aus Rom vertrieben wurde

24. Kapitel: Die Verlängerung des Oberbefehls brachte Rom in Knechtschaft

25. Kapitel: Von der Armut des Cincinnatus und vieler Römer

26. Kapitel: Wie durch Frauen ein Staat zugrunde gerichtet werden kann

27. Kapitel: Wie man in einer Stadt die Eintracht wiederherstellen soll, und dass die Ansicht falsch ist, um sich im Besitz einer Stadt zu behaupten, müsse man sie in Uneinigkeit halten

28. Kapitel: Man muss auf die Handlungen der Bürger Acht geben, denn unter einer tugendhaften Haltung verbirgt sich oft der Anfang der Tyrannei

29. Kapitel: Die Sünden der Völker kommen von den Fürsten

30. Kapitel: Ein Bürger, der in einer Republik durch sein Ansehen etwas Gutes ausrichten will, muss erst den Neid überwinden. – Wie man beim Anrücken des Feinde die Verteidigung einer Stadt einzurichten hat

31. Kapitel: Starke Republiken und ausgezeichnete Männer bewahren im Glück und Unglück den gleichen Mut und die gleiche Würde

32. Kapitel: Welche Mittel einige benutzt haben, um den Frieden zu hintertreiben

33. Kapitel: Um eine Schlacht zu gewinnen, muss man dem Heer Vertrauen auf sich selbst und auf den Feldherrn einflößen

34. Kapitel: Welcher Ruf, welche Stimme oder Meinung das Volk bestimmt, seine Gunst einem Bürger zuzuwenden, und ob es die Ämter klüger verteilt als ein Fürst

35. Kapitel: Es ist gefährlich, sich zum Hauptratgeber einer Sache aufzuwerfen, und zwar um so gefährlicher, je außerordentlicher sie ist

36. Kapitel: Warum man von den Franzosen gesagt hat und noch sagt, sie seien zu Beginn der Schlacht mehr als Männer und später weniger als „Weiber“

37. Kapitel: Ob vor einer Schlacht kleine Gefechte nötig sind, und wie man das Heer mit einem neuen Feind bekannt machen soll, wenn man sie vermeiden will

38. Kapitel: Wie ein Feldherr sein muss, wenn sein Heer Vertrauen in ihn setzen soll

39. Kapitel: Ein Feldherr muss Geländekenntnis besitzen

40. Kapitel: Betrug ist im Kriege ruhmvoll

41. Kapitel: Man soll das Vaterland verteidigen, einerlei, ob mit Ruhm oder Schande; es wird immer gut verteidigt

42. Kapitel: Erzwungene Versprechen braucht man nicht zu halten

43. Kapitel: Die Menschen eines Landes bewahren in allen Zeiten fast das gleiche Wesen

44. Kapitel: Mit Ungestüm und Kühnheit erreicht man oft, was man auf gewöhnlichem Wege nicht erreicht hätte

45. Kapitel: Was in der Schlacht besser ist, den Angriff des Feindes auszuhalten und dann zum Gegenstoß zu schreiten oder gleich ungestüm auf ihn loszugehen

46. Kapitel: Wie es kommt, dass ein Geschlecht in einer Stadt lange die gleichen Sitten bewahrt

47. Kapitel: Ein guter Bürger muss aus Vaterlandsliebe persönliche Beleidigungen vergessen

48. Kapitel: Wenn der Feind einen großen Fehler macht, muss man eine Kriegslist dahinter vermuten

49. Kapitel: Um die Freiheit einer Republik zu erhalten, bedarf es täglich neuer Maßnahmen. – Für welche Verdienste Quintus Fabius den Beinahmen Maximus erhielt

Hintergrund: Die politische Lage in Machiavellis Italien

Kleinere Schriften und Berichte

Hintergrund: Sinigaglia aus der Sicht Machiavellis

Wie man das aufständische Chianatal behandeln solle

Über die Pisanische Angelegenheit

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist es, die systematischen politischen Lehren aus Niccolò Machiavellis drittem Buch der "Discorsi" für ein modernes Verständnis der handelnden Individuen in einem Staat zu extrahieren und durch methodische Analysen sowie geschichtliche Beispiele zugänglich zu machen.

  • Analyse der Handlungsstrategien von Individuen innerhalb politischer Machtstrukturen
  • Untersuchung von Erfolgsbedingungen bei Regimewechseln und Verschwörungen
  • Bewertung von Führungsstilen unter Berücksichtigung der "qualità dei tempi"
  • Kritische Betrachtung von Macht, Legitimität und staatlicher Ordnung

Auszug aus dem Buch

1. Kapitel: Soll ein Staat oder eine Religion lange bestehen, so muss man sie häufig zu ihrem Ursprung zurückführen

„Es ist eine ausgemachte Wahrheit, [dass] alle Wesen auf Erden ihre Lebensgrenze haben.“

Machiavelli wählt zu Beginn des dritten Buches einen naturgesetzlichen Einstieg, indem er eingangs feststellt, das alles Leben endlich ist. Dieses Naturgesetz überträgt Machiavelli auch auf politische Körper. Auch diese unterlägen einem Verfallsprozess. Natürliche Folge dieser Annahme ist, dass es eine Aufgabe der politischen Wissenschaften sein muss, zu ergründen, wie sich das Leben politischer Körper verlängern lässt, so wie sich die Medizin darum bemüht, das Leben normaler Lebewesen zu verlängern.

Machiavelli sieht die Lösung für die Verlängerung des Lebenszyklus darin, politische Körper „zu ihrem Ursprung“ zurück zu führen. Die Notwendigkeit für diese Rückführung eines Staates zu seinen Wurzeln entstehe aus dem Umstand, dass seine guten Einrichtungen im Lauf der Zeit verdorben werden und der Staat insgesamt dadurch an Substanz verliert. Denn die grundsätzlichen Einrichtungen eines Staates, der einmal erfolgreich gegründet wurde und gewachsen ist, müssen nach Machiavellis Ansicht etwas Gutes enthalten haben. Ist dieser Staat nun durch den natürlichen Verfall seiner Einrichtungen gefährdet, sei es sinnvoll, sich auf seine Ursprünge zu besinnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kapitel: Soll ein Staat oder eine Religion lange bestehen, so muss man sie häufig zu ihrem Ursprung zurückführen: Dieses Kapitel erläutert den natürlichen Verfall politischer Körper und postuliert die Notwendigkeit, einen Staat durch Rückbesinnung auf seine Ursprünge zu erneuern.

6. Kapitel: Von den Verschwörungen: Hier analysiert Machiavelli die Gefahren und Kriterien von politischen Verschwörungen, wobei er betont, dass diese für Herrscher oft bedrohlicher sind als offene Kriege.

9. Kapitel: Wer immer Glück haben will, muss sein Verfahren je nach den Zeiten ändern: Der Autor führt aus, dass Erfolg vom Vermögen abhängt, das eigene Handeln an die sich wandelnden historischen Rahmenbedingungen, die "qualità dei tempi", anzupassen.

21. Kapitel: Woher es kam, dass Hannibal bei ganz verschiedener Handlungsweise die gleichen Erfolge in Italien hatte wie Scipio in Spanien: Dieses Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Führungsstile von Liebe und Furcht und zeigt, dass beide Wege bei entsprechender konsequenter Anwendung zum Ziel führen können.

Schlüsselwörter

Machiavelli, Discorsi, Politische Theorie, Staatskunst, Macht, Herrschaft, Virtù, Qualità dei tempi, Republik, Führungsstil, Historische Methode, Verschwörung, Regimewechsel, Strategie, Politische Ordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Diese Arbeit bietet einen systematischen, unkommentierten Einstieg in das dritte Buch von Machiavellis "Discorsi", welches sich mit den handelnden Individuen in einem Staat befasst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Stabilität von Staaten, den Wandel von Herrschaftsformen, die Rolle von Führungspersonen in Kriegen und die Bedeutung politischer Tugend.

Was ist das primäre Ziel?

Das Ziel ist die Vermittlung von Machiavellis allgemeinen Handlungsanweisungen für politische Akteure, um in einer komplexen Welt die Ordnung und den Erhalt des Staates zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine historische Methode, in der er Machiavellis Thesen anhand antiker und zeitgenössischer geschichtlicher Beispiele belegt, visualisiert durch Tabellen und Schaubilder.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Kapitel, die Themen wie den Umgang mit Verschwörungen, militärische Führungsprinzipien und die Bedeutung der Anpassung an Zeitumstände behandeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Zu den zentralen Begriffen zählen Machiavelli, Politische Theorie, Staatskunst, Virtù, Qualità dei tempi und Republik.

Warum ist das Konzept der "qualità dei tempi" so wichtig?

Es beschreibt die Notwendigkeit, das Handeln an die spezifische, sich wandelnde Situation anzupassen, da ein starrer Führungsstil bei wechselnden Umständen zwangsläufig zum Scheitern führen muss.

Wie bewertet Machiavelli den Einsatz von Betrug?

Machiavelli differenziert zwischen Wortbruch, der niemals ruhmvoll ist, und taktischer Täuschung im Krieg, die als wesentlicher Bestandteil der Kriegskunst und als ruhmvoll betrachtet wird.

Was lehrt Machiavelli über den Umgang mit aufständischen Städten?

Anhand des Beispiels der Römer und Florenz zeigt er auf, dass eine milde Politik gegenüber bereits mehrmals Aufständischen kontraproduktiv ist, da sie den Konflikt nur in die Zukunft verlagert.

Warum ist die Person des Cesare Borgia zentral?

Er dient als historisches Beispiel für das Handeln eines "uomo virtuoso" und machtpolitische Raffinesse, wobei Machiavelli besonders dessen kalte Kalkulation bewundert.

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Details

Title
Machiavelli pur. Die Discorsi - 3. Buch
Subtitle
Die handelnden Individuen
Grade
Keine
Author
M.A. Andre Budke (Author)
Publication Year
2009
Pages
86
Catalog Number
V125313
ISBN (eBook)
9783640308866
ISBN (Book)
9783640306961
Language
German
Tags
Machiavelli Discorsi Politologie Klassiker der Politik Staatskunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Andre Budke (Author), 2009, Machiavelli pur. Die Discorsi - 3. Buch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125313
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