Das vorliegende Buch wurde ursprünglich als Diplomarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Diplom Betriebswirt (FH) an der Fachhochschule Regensburg eingereicht. Da es immer mehr Naturheilpraxen, Heilpraktiker, Heilpraktikeranwärter, Heilpraktikerschulen und Praxisgründer gibt soll diese Arbeit nun allen Interessierten zugänglich sein und dienen.
Das Buch umfasst einen sehr ausführlich recherchierten theoretischen Teil mit vielen Zahlen, Fakten und Umfragen zum Markt für Naturheilkunde und Alternativmedizin der auch für Nicht-Heilpraktiker, die in diesen Märkten aktiv sind oder sich für diese Märkte interessieren (Verbände, Ärzte, Lehrer und Anwender für Techniken im Bereich der Naturheilkunde und Alternativmedizin) wichtige Informationen bietet. Des weiteren vermittelt dieser Teil ein betriebswirtschaftliches Basiswissen für Existenzgründer und legt somit den Grundstein für den praktischen Teil des Buches – ein Fallbeispiel mit Businessplan für Heilpraktiker – der das Buch abrundet.
Inhaltsverzeichnis
A. Grundlagen
0. Einleitung
1. Einführung zum Thema
1.1. Arbeitsschritte
1.2. Historischer Hintergrund zum Beruf des Heilpraktiker
1.3. Aktuelle Umfragen zur Naturheilkunde
1.4. Zahlen und Fakten
1.5. Trends und Entwicklungen
1.6. Erfolgsfaktoren und Problemfelder des Berufsstandes
1.7. Persönliche Anforderungen
2. Rechtliche Erfordernisse
2.1. Rechtliche Grundlage des Heilpraktikerberufs
2.2. Relevante Gesetze und Vorschriften
2.2.1. Heilpraktikergesetz
2.2.2. Gesetzliche Einschränkungen
2.2.3. Wettbewerbsgesetze
2.2.4. Sonstige Vorschriften
2.3. Pflichten des Heilpraktikers
2.3.1. Berufsordnung
2.3.2. Aufklärungspflicht
2.3.3. Sorgfaltspflicht
2.3.4. Schweigepflicht
2.4. Behandlungsvertrag
2.5. Kontrollen
3. Betätigungsfelder
3.1. Haupttätigkeit als Therapeut
3.2. Nebentätigkeiten
3.2.1. Kurse, Vorträge und Seminare
3.2.2. Verband, Arzneimittelkommission, Prüfungsgremium
3.2.3. Veröffentlichungen
3.2.4. Lehrauftrag
3.2.5. Verkaufstätigkeit
4. Die Praxis
4.1. Ausbildung
4.2. Praxisneueröffnung
4.3. Rechtsform
4.4. Räumlichkeiten
4.5. Fortbildung
5. Praxisführung
5.1. Patientenmanagement
5.2. Mitarbeiterführung
5.3. Einkauf und Logistik
5.4. Arbeitsabläufe
5.5. Organisation der Praxis
5.6. Abrechnung
5.7. Netzwerke
6. Marketing
6.1. Marktforschung
6.1.1. Marktanalyse
6.1.2. Standortanalyse
6.2. Marketing-Mix
6.2.1. Die angebotenen Dienstleistungen
6.2.2. Preispolitik
6.2.3. Vertrieb der Dienstleistungen
6.2.4. Kommunikationspolitik
7. Finanzen und Steuern
7.1. Gründungsfinanzplanung
7.1.1. Planteil Investitionen und Abschreibungen
7.1.2. Planteil Fixkosten und variable Kosten
7.1.3. Planteil Markteinführungskosten und Gründungskosten
7.1.4. Planteil Einnahmen/Ausgaben und Gewinn/Verlust
7.1.5. Planteil Finanzierung und Liquidität
7.2. Steuern
7.2.1. Umsatzsteuer
7.2.2. Einkommenssteuer
7.2.3. Gewerbesteuer
7.2.4. Buchführung
7.2.5. Steuerberater
8. Risikomanagement
8.1. Krankenversicherung
8.2. Berufs- / Betriebshaftpflichtversicherung
8.3. Einrichtungs- / Betriebsversicherung
8.4. Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung
8.5. Strafrechtsschutzversicherung
B. Businessplan
1. Zeitpunkt der Gründung
2. Gründerperson
3. Gründungsvorhaben
4. Marktchancen
5. Marketingstrategie
6. Konkurrenz
7. Wettbewerbskonzepte
8. Zukunftsaussichten
9. Standort
10. Kostenplanung
11. Rentabilitätsvorschau
12. Gründungsfinanzplan
13. Rechtsform
14. Rahmenbedingungen
C. Schluss
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist die Erstellung eines schlüssigen und praktikablen Unternehmenskonzepts (Businessplans) für eine Naturheilpraxis auf der Basis eines fundierten, theoretischen Grundsteins, wobei insbesondere betriebswirtschaftliche Anforderungen beleuchtet werden.
- Marktanalyse und aktuelle Trends in der Naturheilkunde
- Rechtliche Rahmenbedingungen für die Gründung und Praxisführung
- Betriebswirtschaftliche Planung (Finanzen, Marketing, Kostenstruktur)
- Praxismanagement und Risikomanagement für Heilpraktiker
- Erstellung eines beispielhaften Businessplans für eine Praxisneugründung
Auszug aus dem Buch
1.2. Historischer Hintergrund
Die Gewerbeordnung von 1869 gab Bürgern im Deutschen Reich, die sich berufen fühlten, Krankheiten zu erkennen und zu heilen, die Möglichkeit, ein Schild an der Tür anzubringen und Kranke mit Schlangengift, Heilerde oder sonstigen, beliebigen Heilmitteln zu behandeln. Einzig das Ausüben der Heiltätigkeit im Umherziehen war verboten. Auf verschiedenen Jahrmärkten Heilelixiere anzubieten und Kranke zu behandeln, wie vormals üblich, war durch die Gewerbeordnung strafbar geworden. Unter dem nationalsozialistischen Regime wurde im Jahre 1939 ein Gesetz erlassen, das es für Heilkundige, die keine Ärzte waren, erforderlich machte eine Erlaubnis zu besitzen. Zugleich wurde den Heilern verboten, Ausbildungsstätten einzurichten. Somit war der Berufsstand auf Eis gelegt.
Nur wenigen Ausnahmetalenten gelang es, durch ein Gutachtergremium zum Arzt für Naturheilkunde ernannt zu werden. Nach dem Krieg organisierten sich die Heilpraktiker und zogen vor Gericht. 1957 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass nach rechtsstaatlichen Grundsätzen jeder Bewerber einen Anspruch auf Erteilung der Berufserlaubnis besitzt [vgl. Mehler 1986, 121].
Zusammenfassung der Kapitel
Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund des Heilpraktikerberufs, einschließlich seiner Geschichte, aktueller Marktdaten, Trends sowie notwendiger persönlicher Voraussetzungen für Gründer.
Rechtliche Erfordernisse: Hier werden die maßgeblichen gesetzlichen Grundlagen für den Betrieb einer Naturheilpraxis, wie das Heilpraktikergesetz, Berufsordnungen sowie Pflichten zur Aufklärung und Schweigepflicht, detailliert dargestellt.
Betätigungsfelder: Dieses Kapitel beschreibt das Spektrum der heilpraktischen Tätigkeit, sowohl als Therapeut als auch im Rahmen von Nebentätigkeiten wie Dozententätigkeiten oder Veröffentlichungen.
Die Praxis: Dieser Abschnitt behandelt die Voraussetzungen zur Gründung einer Praxis, von der Ausbildung über die Wahl der Rechtsform bis hin zur Raumgestaltung.
Praxisführung: Hier stehen organisatorische Aspekte wie Patientenmanagement, Mitarbeiterführung, Einkauf, Logistik sowie die Abrechnungsmodalitäten im Fokus.
Marketing: Dieses Kapitel widmet sich dem Marketingkonzept für Naturheilpraxen, insbesondere der Marktforschung, der Standortanalyse und dem zielgerichteten Einsatz des Marketing-Mix.
Finanzen und Steuern: Dieser Teil vermittelt betriebswirtschaftliches Basiswissen zur Finanzplanung, steuerlichen Behandlung und zur notwendigen Buchführung für die Praxis.
Risikomanagement: Hier werden notwendige Versicherungen und Strategien zur Absicherung von beruflichen und privaten Risiken dargelegt.
Businessplan: Der praktische Teil der Arbeit präsentiert ein konkretes Businessplan-Fallbeispiel für die Gründung einer Naturheilpraxis in "Musterstadt".
Schlüsselwörter
Heilpraktiker, Praxisgründung, Businessplan, Naturheilkunde, Betriebswirtschaft, Existenzgründung, Patientenmanagement, Marketing, Kostenplanung, Risikomanagement, Heilpraktikergesetz, Finanzplanung, Umsatzsteuer, Abrechnung, Honorarkalkulation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der betriebswirtschaftlichen Planung und Gründung einer Naturheilpraxis und bietet angehenden Heilpraktikern eine fundierte Anleitung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Praxisführung, das Marketing, die Finanzplanung sowie die strategische Absicherung des Existenzgründers.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erstellung eines schlüssigen Unternehmenskonzepts (Businessplans) als praxisorientierter Leitfaden für angehende Heilpraktiker.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine Synthese aus wissenschaftlichen Studien, Statistiken und Umfragen sowie die Übertragung theoretischer betriebswirtschaftlicher Grundlagen auf ein konkretes Fallbeispiel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, betriebswirtschaftliche Praxisführung, Marketingstrategien, Finanzplanung und ein detailliertes Businessplan-Beispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Heilpraktiker, Praxisgründung, Businessplan, Naturheilkunde, Betriebswirtschaft, Existenzgründung und Praxismanagement.
Welche Rolle spielt der Businessplan konkret für den Gründer?
Der Businessplan dient als schriftliches Dokument, um Investoren oder Banken von der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Gründungsvorhabens zu überzeugen.
Warum wird im Beispiel ein Stundenhonorar von 66 EUR angesetzt?
Dieser Stundensatz wird im Anhang kalkuliert, um die Betriebsausgaben sowie die privaten Lebenshaltungskosten des Gründers im dritten Jahr bei einer Auslastung von 50 % zu decken.
- Quote paper
- Diplom Betriebswirt (FH) Ulrich Andrös (Author), 2008, Die Gründung einer Naturheilpraxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125314