Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine Klassenarbeit zum Thema Salze im Fach Chemie in der 8. Klasse. Das Ziel der Klassenarbeit ist zu erfassen, wie gut die Schülerinnen und Schüler den allgemeinen chemischen Aufbau von Salzen auf der Teilchenebene wiedergeben und erklären können. Insbesondere die chemische Struktur von Natriumchlorid steht dabei im Fokus und soll von den Schülerinnen und Schülerbeschrieben werden.
Es soll erfasst werden, ob die Schülerinnen und Schüler anhand eines Lückentextes wiederholen können, woraus Salze bestehen (Teilchenebene). Es soll ermittelt werden, ob die Schülerinnen und Schüler die chemische Zusammensetzung von Natriumchlorid (Teilchenebene) mithilfe von Multiple-Choice-Aufgabe beschreiben können. Es soll gemessen werden, ob die Schülerinnen und Schüler die Sprödigkeit als Eigenschaft von Salzen mithilfe des Ionengitters (Stoffebene/Teilchenebene) begründen können.
Inhaltsverzeichnis
Lernzielauswahl (2 Punkte)
Aufgabenkonstruktion und Auswertung (47 Punkte)
Klassenarbeit, wie Sie sie den Schülerinnen und Schülern vorlegen würden (max. 9 Punkte)
Transparenzpapier (max. 13 Punkte)
Durchführung der Lernerfolgskontrolle (max. 8 Punkte)
Beurteilungsfehler (max. 4 Punkte)
Motivationsförderliche Rückmeldung (max. 10 Punkte)
Abschließende Reflexion und Zielsetzungen
Zielsetzung & Themen
Das vorliegende Portfolio dokumentiert die didaktische Planung, Durchführung und Reflexion einer Lernerfolgskontrolle im Fach Chemie für die 8. Jahrgangsstufe zum Themenkomplex „Von der Saline zum Kochsalz“. Ziel der Arbeit ist es, die Qualität von Aufgabenstellungen unter Berücksichtigung verschiedener Anforderungsbereiche (Reproduktion, Reorganisation, Transfer) zu prüfen und eine professionelle Lehrerhaltung in Bezug auf diagnostische Prozesse und Bewertungsneutralität zu entwickeln.
- Strukturierung von Klassenarbeiten nach Anforderungsbereichen
- Konstruktion und Bewertung von halbgebundenen und gebundenen Aufgaben
- Methoden der lernförderlichen und motivierenden Rückmeldung
- Reflexion über systembedingte Beurteilungsfehler
- Umgang mit auffälligen Lernprozessen im schulischen Alltag
Auszug aus dem Buch
Beurteilungsfehler
Der Beurteilungsfehler „Recency-Effekt“ basiert darauf, dass das Gesamturteil durch ein zuletzt wahrgenommenes Verhalten beziehungsweise eine zuletzt wahrgenommene Leistung verzerrt wird (vgl. Imhof, 2009).
Folgender Vorfall beschreibt den Recency-Effekt: Eine Schülerin hat in der letzten Klassenarbeit in Chemie die Note 1- erzielt. Die Lehrkraft geht nun davon aus, dass die Schülerin eine Begabung für das Fach Chemie hat und die geforderten Kompetenzen schnell erlernen kann. Demzufolge werden ihre Antworten in der jetzigen Chemie-Klassenarbeit als besonders gut angesehen, auch wenn die Antworten möglicherweise eher weniger zufriedenstellend sind (dieses Verhalten der Lehrkraft kann jedoch nur bei freien Aufgaben zu Tage treten, da gebundene Aufgaben kaum Spielraum für Aufgabenvariationen lassen (vgl. Woolfolk, 2008). Die Lehrkraft lässt die vergangene Leistung der Schülerin in ihre Bewertung miteinfließen, und passt die Leistung an die vorherige Leistung an. Aufgrund dieses Verhaltens der Lehrkraft, erhält die Schülerin als Gesamtnote für die jetzige Klassenarbeit eine 2-, auch wenn die Antworten neutral betrachtet eher zu einer 3+ führen würden. Es kommt zu einer Übertreibung der positiven Leistungsaspekte der Schülerin (vgl. Sacher, 2004).
Zusammenfassung der Kapitel
Lernzielauswahl (2 Punkte): Definierung der Lernziele für eine 8. Klasse zum Thema Salzaufbau und Eigenschaften von Natriumchlorid.
Aufgabenkonstruktion und Auswertung (47 Punkte): Entwicklung von Aufgaben verschiedener Anforderungsniveaus inklusive Erwartungshorizonten zur Überprüfung von reproduktivem und transferorientiertem Wissen.
Klassenarbeit, wie Sie sie den Schülerinnen und Schülern vorlegen würden (max. 9 Punkte): Praktische Gestaltung des Arbeitsblattes, das den Schülern in der Prüfungssituation vorgelegt wird.
Transparenzpapier (max. 13 Punkte): Erstellung eines Leitfadens für Schüler zur Vorbereitung auf die Lernkontrolle, inklusive Themenübersicht und Bewertungskriterien.
Durchführung der Lernerfolgskontrolle (max. 8 Punkte): Analyse der administrativen und organisatorischen Aspekte zur Sicherung der Durchführungsobjektivität in der Prüfungssituation.
Beurteilungsfehler (max. 4 Punkte): Theoretische und praktische Auseinandersetzung mit dem Recency-Effekt und Strategien zu dessen Vermeidung bei der Leistungsbewertung.
Motivationsförderliche Rückmeldung (max. 10 Punkte): Konkreter Entwurf eines individuellen Feedbackschreibens an eine Schülerin zur Leistungsspiegelung.
Abschließende Reflexion und Zielsetzungen: Selbstkritische Würdigung des Lernweges, des eigenen Rollenverständnisses als Lehrkraft und Umgang mit Lernauffälligkeiten.
Schlüsselwörter
Lernzielauswahl, Aufgabenkonstruktion, Chemie, Natriumchlorid, Teilchenebene, Lernerfolgskontrolle, Transparenzpapier, Durchführungsobjektivität, Beurteilungsfehler, Recency-Effekt, Motivationsförderliche Rückmeldung, Diagnostik, ADHS, Sprödigkeit, Fachsprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Das Portfolio dokumentiert die Entwicklung einer Klassenarbeit für den Chemieunterricht der 8. Klasse sowie die damit verbundenen didaktischen Überlegungen zur Leistungsbewertung und Diagnostik.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen die Konstruktion von Aufgaben, die Erstellung von Transparenzmaterialien für Schüler, die Sicherung der Objektivität bei Prüfungen und die Förderung von Schülern mit Lernauffälligkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die professionelle Planung und Reflexion einer Lernerfolgskontrolle sowie die Schärfung des Bewusstseins für eine objektive und transparente Leistungsbewertung.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es werden Konzepte der pädagogischen Diagnostik nach Ingenkamp & Lissmann verwendet sowie Theorien zu Beurteilungsfehlern nach Sacher und Imhof angewandt.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die konkrete Konstruktion der Klassenarbeit, die Erstellung eines Vorbereitungsblattes, die methodische Reflexion der Prüfungssituation und Analysen zu den Themen Rückmeldung und Evaluation.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Aufgabenkonstruktion, Durchführungsobjektivität, Recency-Effekt, Lernzielebenen und diagnostische Transparenz aus.
Wie geht die Arbeit mit dem Thema ADHS im Unterricht um?
Im Reflexionsteil wird diskutiert, wie durch Aufmerksamkeitsstrategien und individualisierte Zielsetzungen eine Unterstützung für betroffene Kinder geschaffen werden kann, statt ausschließlich die erbrachte Leistung zu fokussieren.
Warum wird so viel Wert auf das "Transparenzpapier" gelegt?
Das Transparenzpapier dient als wichtiges Instrument, um Schülern durch klare Erwartungshorizonte und Vorbereitungshilfen Orientierung zu bieten und somit faire Prüfungsbedingungen zu schaffen.
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- Anna Gäng (Author), 2021, Normale und auffällige Lernprozesse. Diagnostik und Hilfestellung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1253225