Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der intrinsischen Lesemotivation und ihrer Bedeutung in der Schule. Die zentrale Fragestellung dabei ist, inwie-fern die Lesemotivation von Schülerinnen und Schülern gefördert werden kann.
Hierzu erfolgt zunächst eine theoretische Annäherung an die Motivationsfor-schung. Es soll geklärt werden, was intrinsische und extrinsische Motivation ist und was für Motivationsmodelle es gibt. Weitere wichtige Grundlagen sind die Definitionen von „Lesen“, „Lesekompetenz“, „Lesemotivation“ und deren Zu-sammenhänge.
Nachdem kurz die Ergebnisse der PISA-Studie des Jahres 2000 skizziert und mit Blick auf die Lesemotivation analysiert wurden, erfolgt die Einbettung der Theorie in die Richtlinien und Lehrpläne des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Vordergrund steht dabei, Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte abzuleiten, die sowohl einen Bezug zur Theorie haben, als auch innerhalb der institutionel-len Bedingungen realisierbar sind. An dieser Stelle soll exemplarisch das Le-semotivationskonzept CORI kurz vorgestellt werden, das versucht die Motiva-tion der Schülerinnen und Schüler und den Einsatz von Lesestrategien gleich-mäßig zu fördern.
Im Fazit werden die Ergebnisse der Hausarbeit zusammengefasst und proble-matisiert, wodurch sich zeigt, dass der Lesemotivation-Lesekompetenz-Komplex ein umfangreiches Forschungs- und Arbeitsfeld darstellt und, dass trotz einer Vielzahl an Analysen und Studien weiterer Untersuchungsbedarf gegeben ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundannahmen
2.1 Motivation
2.1.1 Intrinsische Motivation
2.1.2 Extrinsische Motivation
2.1.3 Motivationsarten und ihr Grad an Selbstbestimmung
2.2 Lesekompetenz und Lesemotivation
2.2.1 Lesen
2.2.2 Lesekompetenz
2.2.3 Lesemotivation
2.2.4 Zusammenhang zwischen Lesekompetenz und Lesemotivation
3. PISA, Lesekompetenz und Lesemotivation
4. Förderung der Lesemotivation im schulischen Kontext
4.1 Intrinsisch versus extrinsisch
4.2 Flow
4.3 Voraussetzungen intrinsischer Motivation als pädagogisches Arbeitsfeld
4.4 CORI
5. Fazit
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedingungen und Förderungsmöglichkeiten der intrinsischen Lesemotivation von Schülern im schulischen Umfeld, wobei insbesondere die Selbstbestimmungstheorie sowie das Erwartungs-Wert-Modell als theoretische Bezugspunkte dienen.
- Grundlagen der Motivationspsychologie (intrinsische vs. extrinsische Motivation)
- Analyse der Zusammenhänge zwischen Lesemotivation und Lesekompetenz
- Bewertung von PISA-Ergebnissen hinsichtlich motivationaler Aspekte
- Pädagogische Interventionsmöglichkeiten im Unterricht
- Vorstellung des Concept Oriented Reading Instruction (CORI) Programms
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Intrinsische Motivation
Der Begriff der intrinsischen Motivation ist nicht leicht zu fassen. So zeigt Rheinberg gleich fünf verschiedene, im Kern sich jedoch überschneidende, Definitionen des Phänomens auf:
Im Allgemeinen fasst die Motivationspsychologie intrinsische Motivation als ein Verhalten, dass um seiner selbst willen geschieht. Dieses Verhalten um seiner selbst willen kann jedoch unterschiedlich interpretiert werden. Eine Position dabei ist, dass eine Handlung nur intrinsisch motiviert ist, wenn der Fokus lediglich auf der Ausübung der Handlung und nicht auf den Zielen und Folgen der Handlung liegt. Während eine weitere Definition die Ergebnisse der Handlung mit berücksichtigt, sofern sie mit dem Thema der Handlung übereinstimmen.
Weitere Versuche den Begriff der intrinsischen Motivation zu fassen, zielen auf eine Betrachtung des Antriebs einer Aktion ab. Diese psychologischen Ansätze variieren nochmals untereinander. Ein Standpunkt sieht als Vorraussetzung für die Entstehung von intrinsischer Motivation vor, dass der Mensch innerlich einen Mangelzustand verspürt, den er versucht mit der Ausübung einer, dann intrinsisch motivierten, Handlung wieder auszugleichen.
Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation von Deci und Ryan sieht letztlich drei Indikatoren für die Entstehung intrinsisch motivierten Verhaltens vor. Danach muss eine Person sich selbst als autonom, kompetent und sozial eingebunden empfinden, um intrinsische Motivation zu entwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung zur Förderung der Lesemotivation von Schülern und erläutert den theoretischen sowie methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Theoretische Grundannahmen: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen der Motivation sowie die Begriffe Lesen, Lesekompetenz und Lesemotivation und setzt sie in einen theoretischen Kontext.
3. PISA, Lesekompetenz und Lesemotivation: Hier werden die Ergebnisse der PISA-Studie aus dem Jahr 2000 analysiert, insbesondere im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen Lesemotivation und Lesekompetenz.
4. Förderung der Lesemotivation im schulischen Kontext: Dieses Kapitel diskutiert pädagogische Ansätze, darunter die Differenzierung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation, das Konzept des Flow und das Programm CORI.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont die Notwendigkeit, das reziproke Verhältnis von Lesemotivation und Lesekompetenz in der pädagogischen Forschung weiter zu untersuchen.
6. Literatur: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Lesemotivation, Lesekompetenz, Selbstbestimmungstheorie, Erwartungs-Wert-Modell, PISA-Studie, Flow-Erlebnis, CORI, Lesestrategien, Pädagogik, Lernmotivation, Leseverständnis, Bildung, Unterrichtsgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der intrinsischen Lesemotivation bei Schülern und erforscht Möglichkeiten, wie diese innerhalb des schulischen Rahmens gezielt gefördert werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit bearbeitet?
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen der Motivationspsychologie, die Analyse der Wechselwirkung zwischen Lesemotivation und Lesekompetenz sowie die Ableitung praktischer pädagogischer Handlungsstrategien.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das primäre Ziel besteht darin, theoretisch fundierte Möglichkeiten zu identifizieren, durch die Lehrkräfte die Lesemotivation ihrer Schüler stärken können, um so die Lesekompetenz positiv zu beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden als Grundlage verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan sowie auf das Erwartungs-Wert-Modell der Motivation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Motivationsbegriffe, die Auswertung der PISA-Daten zur Lesekompetenz und eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Förderkonzepten, wie dem Flow-Erleben und dem CORI-Programm.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind intrinsische Motivation, Lesekompetenz, schulische Leseförderung, Selbstbestimmungstheorie und das Konzept der Concept Oriented Reading Instruction (CORI).
Inwiefern spielt das Konzept des "Flow" bei der Lesemotivation eine Rolle?
Der Autor diskutiert, dass das Flow-Erleben zwar eine starke Form intrinsischer Motivation darstellt, aber für den schulischen Kontext kritisch zu hinterfragen ist, da es der notwendigen reflexiven Distanz zum Text entgegenstehen könnte.
Wie bewertet der Autor das CORI-Programm?
Das CORI-Programm wird als grundsätzlich gewinnbringende Verknüpfung von Strategielernen und Motivationsförderung eingeschätzt, wobei der Autor darauf hinweist, dass das Programm in der Praxis weiter verfeinert werden muss.
- Quote paper
- Daniel Hitzing (Author), 2008, Die Bedingungen intrinsischer Lesemotivation und ihre Förderung im schulischen Kontext unter besonderer Berücksichtigung der Selbstbestimmungstheorie und dem Erwartungs-Wert-Modell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125331