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St. Brandan: Vergleichende Untersuchung zweier volkssprachlicher Bearbeitungen der "Navigatio Sancti Brandani"

Titel: St. Brandan: Vergleichende Untersuchung zweier volkssprachlicher Bearbeitungen der "Navigatio Sancti Brandani"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 20 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Fabian Hentschel (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit geht es mir darum, zu zeigen, welchen Funktionswandel beide von mir untersuchten volkssprachliche Bearbeitungen der Navigatio Sancti Brandani durchlaufen haben, um einem Publikum mit veränderten Leseerwartungen und Einstellungen gerecht zu werden. Ich möchte darstellen, inwieweit die Verfasser der Texte versuchten, genau diesen neuen Rezipientenkreis zu erreichen, indem sie die lateinische Vorlage in der Weise wandelten, dass sie davon ausgehen konnten, die Publikumserwartungen weitesgehend zu erfüllen. Während in der altfranzösischen Fassung, welche die erste volkssprachliche Bearbeitung darstellt, noch didaktisch - religiöse Züge bestimmend sind, lassen sich in der rund 200 Jahre später entstandenen mitteldeutschen Bearbeitung Merkmale feststellen, die wesentlich auf die Befriedigung der curiositas des Lesepublikums ausgerichtet sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Zielstellung der Arbeit

1.2 Welt –Räume und Raumverständnis im Spätmittelalter

2. Umgang mit Fremdheit

2.1 Die Sankt Brandan Legende

2.1.1 Geschichte der Brandansage

2.1.2 Verbreitung der Brandanlegende

2.2 Die Altfranzösische Version „Le Voyage de Saint Brendan“

2.2.1 Einleitung

2.2.2 Struktur und Inhalt

2.2.3 Zusammenfassung

2.3 Die mitteldeutsche Gedichtfassung

2.3.1 Einleitung

2.3.2 Struktur und Inhalt

2.4 Zum Funktionswandel der Navigatio Bearbeitungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Funktionswandel zweier volkssprachlicher Bearbeitungen der Navigatio Sancti Brandani im Spätmittelalter, um aufzuzeigen, wie die Texte an veränderte Leseerwartungen und gesellschaftliche Bedingungen angepasst wurden. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Transformation von einer religiös-didaktischen Belehrung hin zu einer unterhaltungsorientierten Abenteuererzählung.

  • Funktionswandel mittelalterlicher Stoffe
  • Vergleich altfranzösischer und mitteldeutscher Bearbeitungen
  • Raumverständnis und Topoi im Spätmittelalter
  • Rezeptionsgeschichte und Lesererwartungen
  • Intertextualität und christliche Didaktik

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Struktur und Inhalt

Der Abt Brandan, von königlicher Herkunft und später dem Mönchtum übergetreten, unternimmt mit 17 untergebenen Mönchen eine siebenjährige Meerfahrt, um die Wunder Gottes, die Hölle und das Paradies zu sehen. Diese symbolische Zahl verweist bereits auf biblische Hintergründe: Gott schuf die Erde in sieben Tagen und so wird auch Brandan in sieben Jahren er–fahren, was Gott wundersames geschaffen hat. Am Ende des göttlichen Schaffensprozesses stand ein einzigartiges Werk – am Ende von Brandans Meerfahrt wird dieser gottesergeben und mit dem Wissen, etwas Einmaliges – das Paradies – gesehen zu haben, zurückkehren. Dieses Unterfangen geschieht aber nicht aus bloßem Interesse am Reisen sondern geht auf eine tiefer liegende Motivation zurück. Entgegen der späteren Gedichtfassung, in welcher Brandan extern motiviert ist, nachdem er ein Buch verbrennt, in welchem Gottes Wunder beschrieben sind und daraufhin als Buße die Meerfahrt zu unternehmen aufgefordert wird, ist es hier eine intrinsische Motivation, die den Heiligen zu der Reise bewegt. Er besitzt den inneren Wunsch; ein „großes Verlangen, dass er [Gott, Anm. d. V.] ihm das Paradies zeige“ und „auch die Hölle“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Zielsetzung der Arbeit, den Funktionswandel der Brandan-Legende zu analysieren und legt die theoretischen Grundlagen zum spätmittelalterlichen Raumverständnis dar.

2. Umgang mit Fremdheit: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem die Geschichte und Verbreitung der Legende erläutert, die altfranzösische Version analysiert, die mitteldeutsche Gedichtfassung kontrastiert und schließlich der allgemeine Funktionswandel der Bearbeitungen zusammenfassend bewertet wird.

Schlüsselwörter

Navigatio Sancti Brandani, St. Brandan, Mittelalter, Funktionswandel, Literaturgeschichte, altfranzösische Literatur, mitteldeutsche Literatur, Rezeptionsgeschichte, Didaktik, Curiositas, Raumverständnis, Abenteuerdichtung, Heiligenlegende.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Funktionswandel zweier Bearbeitungen der Navigatio Sancti Brandani vom 12. bis zum 14. Jahrhundert und zeigt, wie sich die Texte an veränderte gesellschaftliche Bedürfnisse anpassten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die literarische Umsetzung von Fremdheit, die Entwicklung von Raumbildern und die Verschiebung von religiös-didaktischen hin zu unterhaltsamen Erzählmustern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie Autoren die lateinische Vorlage modifizierten, um einem neuen Lesepublikum gerecht zu werden, das zunehmend die Befriedigung seiner curiositas suchte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende literaturwissenschaftliche Textanalyse, die sowohl die strukturellen Eigenheiten der Werke untersucht als auch den rezeptions- und wirkungsgeschichtlichen Kontext einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der altfranzösischen Version durch den Mönch Benedeit sowie die Untersuchung der späteren mitteldeutschen Gedichtfassung im Hinblick auf deren Struktur, Inhalt und Intention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Navigatio Sancti Brandani, Funktionswandel, Didaktik, Curiositas und das spätmittelalterliche Raumverständnis.

Inwiefern unterscheidet sich die Motivation des Protagonisten in den beiden Fassungen?

Während Brandan in der altfranzösischen Fassung aus einem intrinsischen religiösen Verlangen nach dem Paradies handelt, wird er in der mitteldeutschen Fassung durch ein eigenes Fehlverhalten – das Verbrennen eines Buches – zu seiner Reise motiviert.

Welche Rolle spielt das Meer in den untersuchten Texten?

In der früheren Fassung dient das Meer vor allem als Jenseitsfahrt ins Paradies und christliche Lebensmetapher, während es in der späteren Version zum Raum des Phantastischen und Gefahrvollen ausgebaut wird.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
St. Brandan: Vergleichende Untersuchung zweier volkssprachlicher Bearbeitungen der "Navigatio Sancti Brandani"
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Imaginierte Räume des Spätmittelalters
Note
2,7
Autor
Fabian Hentschel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
20
Katalognummer
V12534
ISBN (eBook)
9783638183901
ISBN (Buch)
9783638781442
Sprache
Deutsch
Schlagworte
St. Brandan Heiligenlegende Heiligensage Irische Heilige
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Hentschel (Autor:in), 2002, St. Brandan: Vergleichende Untersuchung zweier volkssprachlicher Bearbeitungen der "Navigatio Sancti Brandani", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12534
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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