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Eros und/oder Agape? Der Platonische und der Augustinische Liebesbegriff im Vergleich

Titel: Eros und/oder Agape? Der Platonische und der Augustinische Liebesbegriff im Vergleich

Examensarbeit , 2019 , 73 Seiten

Autor:in: Joanna Steinborn (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage, ob es sich bei Eros und Agape um zwei gänzlich verschiedene Typen der Liebe handelt, die sich ggf. sogar ausschließen, ist Thema der vorliegenden Arbeit. Dabei gibt es grundsätzlich verschiedene Herangehensweisen, wie man sich der Differenzierung verschiedener Liebesbegriffe nähern kann.

Der Begriff "Liebe" gehört zu den am häufigsten missverstandenen, missbrauchten und trivialisierten Begriffen. Mit dem deutschen Wort Liebe werden unterschiedliche Phänomene bezeichnet, Beispiele sind Zuneigung, Sympathie, Freundschaft, Erotik, Sexualität und Leidenschaft. Diese haben allem Augenschein nach etwas mit dem Begriff Liebe gemein, zugleich gestatten sie einen Eindruck über die Bandbreite der dahinter stehenden Erscheinungen. Einigkeit herrscht darin, dass Liebe ein Begriff ist, der die engsten und stärksten Beziehungen zwischen Menschen definiert. Was genau unter Liebe zu verstehen ist, darüber wird seit Jahrhunderten wenn nicht gar seit Jahrtausenden diskutiert.

Das in der griechischen Mythologie weit verbreitete Liebeskonzept ist das des Eros, das bei Platon seinen Höhepunkt erreicht. Die Liebe in der Ausgestaltung des Eros beruht auf einem grundsätzlichen Mangel, auf nicht erfüllten Bedürfnissen. Entsprechend ereilt sie den Liebenden in Form eines Heimwehs der Seele nach ihrem himmlischen Ursprung, als ihre kühne Flucht hinauf zu der über alles Vergängliche erhabenen Welt, wo all ihr Sehnen und all ihr Begehren ihre volle Befriedigung erreicht, wo ihr Streben für ewig zur Ruhe kommt.

Leseprobe


1. Einleitung

2. Der Liebesbegriff bei Platon

2.1. Zur Person Platons

2.2. Die Dialoge über die Liebe

2.2.1. Die Darstellung des Eros in Platons Phaidros

2.2.1.1. Die Rede des Lysias

2.2.1.2. Die Reden des Sokrates

2.2.2. Die Darstellung des Eros in Platons Symposion

2.2.2.1. Die sieben Reden über Eros

2.2.2.2. Das Wesen und der Nutzen des Eros in Platons Dialogen der Liebe

2.2.3. Phaidros und Symposion

3. Der Liebesbegriff bei Augustinus

3.1. Zur Person des Augustinus

3.2. Ausgewählte Texte und Textstellen zum Augustinischen Liebesbegriff

3.2.1. Confessiones

3.2.2. De Civitate Dei

3.2.3. Fides, spes et caritas

3.3. Der Blick ausgewählter Autoren auf Augustinus´ Agape

4. Platon versus Augustinus: Griechischer und christlicher Liebesbegriff im Vergleich

5. Eros und/ oder Agape? Abschließende Überlegungen zur Eigenart der Liebe aus christlich-theologischer Perspektive

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem antiken griechischen Eros-Konzept und dem christlichen Agape-Verständnis im Werk des Augustinus von Hippo. Das primäre Ziel ist die Analyse, ob der augustinische Liebesbegriff eine theologisch stringente christliche Argumentationslinie verfolgt oder ob er maßgeblich durch platonische Einflüsse geprägt ist, die eine reine Agape-Theorie erschweren.

  • Grundmotive Eros und Agape in der antiken Philosophie und christlichen Dogmatik
  • Methodik des Vergleichs zwischen dem platonischen Mangelwesen und dem christlichen Liebesgebot
  • Augustinus als Brückenbauer zwischen hellenistischer Eroswelt und christlicher Agapewelt
  • Kritische Würdigung der theologiegeschichtlichen Debatte (u.a. Anders Nygren, Konrad Stock)

Auszug aus dem Buch

2. Der Liebesbegriff bei Platon

Der platonische Liebesbegriff „Eros“ wird häufig als „die leidenschaftliche, rauschhafte Liebe, die der Grieche als verklärte Erotik auch im orgiastischen Kult sucht, aber ebenso als ein(en) Wegweiser zum göttlichen Schönen und wahrhaft Seienden [...] (verstanden)“ (Brandscheidt, 2018, 12). Allein schon diese Weite des „Eros-Begriffs“ belegt die Notwendigkeit, sich zunächst umfassend mit dem Eros auseinanderzusetzen. Entsprechend erfolgt in diesem Kapitel eine Analyse des Liebesbegriffs nach Platon. Um diesen in den (historischen) Kontext einordnen zu können, wird zunächst die Person Platons diskutiert. Aufbauend auf diesem Hintergrund werden die „Dialoge“ über die Liebe „Phaidros“, im Folgenden mit „Phdr.“ abgekürzt, und „Symposion“, im Folgenden mit „Symp.“ abgekürzt, dargestellt, die die grundsätzlichen Erörterungen und Bestimmungen des Eros im Sinne Platons beinhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Begriffs Liebe und Vorstellung der Forschungsaufgabe zur Beziehung von Eros und Agape.

2. Der Liebesbegriff bei Platon: Analyse des platonischen Eros-Konzeptes unter Einbeziehung der zentralen Dialoge Phaidros und Symposion.

3. Der Liebesbegriff bei Augustinus: Untersuchung der augustinischen Liebestheorie basierend auf Schlüsselwerken wie Bekenntnisse und De Civitate Dei.

4. Platon versus Augustinus: Griechischer und christlicher Liebesbegriff im Vergleich: Systematischer Vergleich der beiden Liebeskonzeptionen hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und fundamentalen Unterschiede.

5. Eros und/ oder Agape? Abschließende Überlegungen zur Eigenart der Liebe aus christlich-theologischer Perspektive: Kritische Reflexion der theologischen Stringenz von Augustinus' Argumentationsketten.

6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Vereinbarkeit oder Unvereinbarkeit von Eros und Agape im christlichen Denken.

Schlüsselwörter

Eros, Agape, Platon, Augustinus, Liebe, Mangel, Gottesliebe, Nächstenliebe, Christentum, Theologie, Antike, Selbstliebe, Philia, Triebbefriedigung, Heilslehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit widmet sich der Untersuchung, wie sich der antike platonische Eros-Begriff und der christliche Agape-Begriff zueinander verhalten und wie Augustinus diese Motive in seiner Theologie verknüpft hat.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Im Zentrum stehen die griechische Philosophie (Platon), die christliche Dogmatik (Augustinus) sowie die theologiegeschichtliche Auseinandersetzung mit dem Wesen der Liebe.

Was ist das zentrale Forschungsziel?

Es soll geklärt werden, ob Augustinus eine rein christliche Agape-Lehre vertritt oder ob seine Theorie durch platonisches Gedankengut so stark beeinflusst ist, dass Eros und Agape in einer Weise verschmelzen, die aus Sicht strenger Theologen als problematisch gilt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Verfasserin analysiert die Originalschriften (Phaidros, Symposion, Confessiones, etc.) und stellt diese auf Basis zeitgenössischer Sekundärliteratur in einen vergleichenden theologischen Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der platonischen Eros-Lehre, eine ebenso gründliche Erarbeitung des augustinischen Liebesbegriffs sowie einen direkten Vergleich beider Motive.

Was charakterisiert die betrachteten Liebesbegriffe primär?

Eros wird primär als begehrende Liebe aus einem Mangel heraus definiert, während Agape als göttliche, selbstlose und schenkende Liebe verstanden wird.

Welche Rolle spielt der Begriff des Mangels bei Platon?

Für Platon bedeutet Eros ein ständiges Streben nach dem Schönen und Guten, da der Liebende erkennt, dass er dieses nicht besitzt – Eros ist somit ein "Mangelwesen".

Warum wird Augustinus für seine Theorie kritisiert?

Kritiker wie Anders Nygren werfen Augustinus vor, biblische Inhalte unzulässig mit platonischer Erotik vermischt zu haben, was die Reinheit des christlichen Agape-Gedankens gefährde.

Ende der Leseprobe aus 73 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eros und/oder Agape? Der Platonische und der Augustinische Liebesbegriff im Vergleich
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Autor
Joanna Steinborn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
73
Katalognummer
V1253452
ISBN (PDF)
9783346688439
ISBN (Buch)
9783346688446
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eros agape platonische augustinische liebesbegriff vergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Joanna Steinborn (Autor:in), 2019, Eros und/oder Agape? Der Platonische und der Augustinische Liebesbegriff im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1253452
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  73  Seiten
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