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René Polleschs "Kill Your Darlings!" als Beispiel des Postdramatischen Theaters und der Aspekt der Selbstbezüglichkeit

Title: René Polleschs "Kill Your Darlings!" als Beispiel des Postdramatischen Theaters und der Aspekt der Selbstbezüglichkeit

Bachelor Thesis , 2012 , 52 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Kathleen Rabe (Author)

Theater Studies, Dance
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Summary Excerpt Details

Diese Bachelorarbeit setzt sich mit drei verschiedenen Schwerpunkten auseinander. Hauptgegenstand ist die Inszenierung "Kill Your Darlings! Streets of Berladelphia" (Uraufführung: 18.01.12 Volksbühne Berlin) von René Pollesch.

Zum postdramatischen Theater wird nun schon seit Jahren geforscht. Das Standardwerk für diese Art zeitgenössischen Theaters veröffentlichte Hans-Thies Lehmann im Jahre 1999. Spätestens seitdem herrscht ein weit verbreiteter Diskurs um Sinn und Zweck des darin beschrieben Theaters. Es ist ein Theater nach dem Drama, das sich nicht mehr in erster Linie über einen ihm zugrunde liegenden dramatischen Text definiert und die Struktur der dramatischen Situation, für die Darstellung des Schauspielers negiert. Die Kritiker dieser Entwicklung sind davon überzeugt, dass es sich dabei um eine Modeerscheinung handelt, die früher oder später Drama und Mimesis wieder weichen wird. In dieser Bachelorarbeit soll und kann keine Prognose über die Entwicklung des Theaters in der Zukunft gegeben werden. Vielmehr setzt sie sich mit einem Vertreter der Postdramatik auseinander. Dem Autor-Regisseur René Pollesch. Dessen Inszenierungen werden von der Presse hochgelobt und sind mit dem Segen voll besetzter Zuschauerreihen bedacht. Regelmäßig wird Pollesch mit seinen Stücken zu Festivals eingeladen und dort mit Preisen ausgezeichnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DER GEBRAUCH VON ZEICHEN IM POSTDRAMATISCHEN THEATER IN BEZUG AUF IHRE ÄSTHETISCHE ERFAHRUNG DURCH DEN REZIPIENTEN

Parataxis/ Non-Hierarchie

Simultaneität

Spiel mit der Dichte der Zeichen

Musikalisierung

Szenographie, visuelle Dramaturgie

Wärme und Kälte

Körperlichkeit

Konkretes Theater

Einbruch des Realen

Ereignis/Situation

3. KILL YOUR DARLINGS! ALS WEITERENTWICKLUNG IN DER ÄSTHETIK VON RENÉ POLLESCHS THEATERARBEITEN DURCH DIE VERWENDUNG ANDERER MITTEL UND FORMEN DES POSTDRAMATISCHEN THEATERS IM VERGLEICH ZU ÄLTEREN ARBEITEN

Szenischer Essay

Kinematographisches Theater

Cool Fun

Theater-Soli, Monologien

Chortheater

Fazit

4. KILL YOUR DARLINGS! IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN „DAS WAR NICHT FÜR EUCH. SONDERN FÜR UNS.“ UND DER NEGATION DER VIERTEN WAND

„DAS WAR NICHT FÜR EUCH. SONDERN FÜR UNS“ DER URSPRUNGSGEDANKE DES THEATERS OHNE PUBLIKUM BEI BRECHT

DIE RAMPE IST KEINE GRENZE. THEATER OHNE VIERTE WAND

DER EINFLUSS DER BRECHTSCHEN LEHRSTÜCKTHEORIE AUF DIE THEATERÄSTHETIK POLLESCHS IN KILL YOUR DARLINGS!

5. SCHLUSSBETRACHTUNG

6. QUELLEN UND VERWENDETE LITERATUR

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Inszenierung „Kill your Darlings! Streets of Berladelphia“ von René Pollesch eine ästhetische Weiterentwicklung im Vergleich zu seinem bisherigen Werk darstellt. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie durch den gezielten Einsatz von Monologien und Bewegungschören die Kommunikation zwischen Bühne und Zuschauer – im Sinne des postdramatischen Theaters – radikalisiert und die vierte Wand negiert wird.

  • Analyse postdramatischer Stilmittel (Clips, Chortheater, Kinematographisches Theater)
  • Untersuchung der Selbstbezüglichkeit und Selbstreferentialität von Theaterzeichen
  • Vergleichende Betrachtung der Spielweisen in Bezug auf Brechts Lehrstücktheorie
  • Rolle des Zuschauers als Mitgestalter und Adressat aktiver Wissensproduktion

Auszug aus dem Buch

Die Rampe ist keine Grenze. Theater ohne vierte Wand

Um über das Theater von René Pollesch unter dem Aspekt der Selbstbezüglichkeit zu sprechen, ist es notwendig sich damit auseinanderzusetzen, wie er im Umgang mit der vierten Wand verfährt. Im vorherigen Kapitel erläuterte ich, welche Entwicklung Brechts Idee vom Theater ohne Publikum mit der Zeit nahm. Pollesch arbeitet sich an dieser Theorie ab, seit ihn sein Professor Andrzej Wirth während seines Studiums am Institut für angewandte Theaterwissenschaften in Gießen damit konfrontierte. Er gibt an, dass seine Auseinandersetzung mit Brecht stark auf dessen Theater ohne Publikum basiere. Das ist, ohne Zweifel, eine radikale Idee. Denn was ist ein Theater, ohne die leibliche Kopräsenz, nicht nur der Bühnendarsteller, sondern natürlich auch des Publikums? Die Gleichzeitigkeit von Akteuren und Zuschauern in einem Raum scheint nach wie vor der kleinste gemeinsame Nenner bei der Definition dessen, was Theater ausmacht, zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt den Forschungsgegenstand des postdramatischen Theaters und führt in das Thema der Bachelorarbeit ein, welche die Besonderheiten von René Polleschs „Kill your Darlings!“ untersucht.

2. DER GEBRAUCH VON ZEICHEN IM POSTDRAMATISCHEN THEATER IN BEZUG AUF IHRE ÄSTHETISCHE ERFAHRUNG DURCH DEN REZIPIENTEN: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der Postdramatik, insbesondere die Enthierarchisierung von Theatermitteln und die veränderte Wahrnehmung des Zuschauers durch selbstreferentielle Zeichen.

3. KILL YOUR DARLINGS! ALS WEITERENTWICKLUNG IN DER ÄSTHETIK VON RENÉ POLLESCHS THEATERARBEITEN DURCH DIE VERWENDUNG ANDERER MITTEL UND FORMEN DES POSTDRAMATISCHEN THEATERS IM VERGLEICH ZU ÄLTEREN ARBEITEN: Hier werden spezifische Stilmittel Polleschs, wie der szenische Essay, Kinematographisches Theater und der Einsatz von Chören, auf ihre Entwicklung hin untersucht.

4. KILL YOUR DARLINGS! IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN „DAS WAR NICHT FÜR EUCH. SONDERN FÜR UNS.“ UND DER NEGATION DER VIERTEN WAND: Das Kapitel verknüpft die Inszenierung mit Brechts Lehrstücktheorie und analysiert die Aufhebung der vierten Wand zugunsten einer direkten Kommunikation mit dem Publikum.

5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Abschlussbetrachtung resümiert, dass Pollesch durch den Verzicht auf klassische Fiktion und die Stärkung des direkten Kontakts zum Zuschauer das Theater als Ereignis im Hier und Jetzt etabliert.

6. QUELLEN UND VERWENDETE LITERATUR: Eine detaillierte Aufzählung aller verwendeten Monografien, Beiträge, Quellen und Medien.

Schlüsselwörter

Postdramatisches Theater, René Pollesch, Kill your Darlings, Vierte Wand, Brecht, Lehrstücktheorie, Selbstreferentialität, Theaterzeichen, Schauspielerkörper, Kommunikation, Chortheater, Monolog, Theaterästhetik, Rezipienten, Aufführungspraxis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Inszenierung „Kill your Darlings! Streets of Berladelphia“ von René Pollesch als ein herausragendes Beispiel des postdramatischen Theaters und untersucht dabei speziell den Aspekt der Selbstbezüglichkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Mittelpunkt stehen der Gebrauch von Theaterzeichen, die Weiterentwicklung der Ästhetik Polleschs durch neue Spielformen wie Monologe und Chortheater sowie die kritische Reflexion des Brechtschen „Theaters ohne Publikum“.

Worin besteht das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Pollesch durch den Verzicht auf konventionelle dramatische Strukturen die Kommunikation mit dem Publikum verändert und welche theoretischen Hintergründe (insbesondere Brecht) diese Praxis prägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse von Theater-Theorien, vor allem basierend auf Hans-Thies Lehmanns Konzepten, im Abgleich mit eigenen Seherfahrungen der Autorin und dem Vergleich mit älteren Inszenierungen Polleschs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung postdramatischer Zeichen, die Analyse spezifischer künstlerischer Mittel wie dem „szenischen Essay“ oder „Cool Fun“ und die theoretische Herleitung der Negation der vierten Wand.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen Postdramatisches Theater, Selbstbezüglichkeit, Vierte Wand, Brechtsches Lehrstück, Kommunikation und Theaterzeichen.

Inwiefern spielt das Konzept des „Netzwerks“ eine Rolle in der Inszenierung?

Pollesch nutzt den abstrakten Begriff des Netzwerks im Stück als Symbol für eine Figur, um eine direkte, wenn auch paradoxe Kommunikation zwischen dem Solisten Fabian Hinrichs und dem Chor zu ermöglichen.

Warum wird in der Arbeit betont, dass die „Rampe keine Grenze“ darstellt?

Das Konzept verdeutlicht, dass Polleschs Theater die Trennung zwischen Spielraum und Zuschauerraum zugunsten einer gemeinsamen, leiblichen Kopräsenz aufhebt, wodurch das Publikum direkt zum Mitgestalter der Situation wird.

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Details

Title
René Polleschs "Kill Your Darlings!" als Beispiel des Postdramatischen Theaters und der Aspekt der Selbstbezüglichkeit
College
University of Music and Theatre "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig
Grade
2,3
Author
Kathleen Rabe (Author)
Publication Year
2012
Pages
52
Catalog Number
V1253468
ISBN (PDF)
9783346695826
ISBN (Book)
9783346695833
Language
German
Tags
Theater Postdramatisch Pollesch Selbstbezüglichkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathleen Rabe (Author), 2012, René Polleschs "Kill Your Darlings!" als Beispiel des Postdramatischen Theaters und der Aspekt der Selbstbezüglichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1253468
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