In der Hausarbeit wird das Doppelgängermotiv des Romans "Die Elixiere des Teufels" von E.T.A. Hoffmann herausgearbeitet. Es werden dabei die Paare Medardus -Viktorin; Medardus - Homogen und die weiblichen Doppelgängerkonstellationen betrachtet, sowie deren Funktion beschrieben.
Das Doppelgänger-Motiv zählt in der Romantik zu den beliebtesten Motiven und ist oft Teil der Interpretationsansätze bei Hoffmanns Romanen. Auch in seinem Roman "Die Elixiere des Teufels" taucht es auf, erstmals als zentrales Handlungsmotiv. Das Motiv ist jedoch sehr vielschichtig, genau wie der Roman an sich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Doppelgänger-Motiv
3. Hoffmann und das Doppelgänger-Motiv
4. Elixiere des Teufels - Doppelgänger
4.1. Medardus und Viktorin
4.2. Medardus und Hermogen
4.3. Medardus und weitere Doppelgängerkonstellationen
4.4. Weibliche Doppelgängerkonstellationen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die vielschichtige Struktur und Funktion des Doppelgängermotivs in E.T.A. Hoffmanns Roman "Die Elixiere des Teufels" systematisch zu analysieren und dessen Bedeutung für die Identitätsproblematik der Romanfiguren aufzuzeigen.
- Definition und geschichtliche Entwicklung des Doppelgängermotivs
- Analyse des Doppelgängertums in den Werken von E.T.A. Hoffmann
- Untersuchung zentraler Doppelgängerpaare wie Medardus und Viktorin
- Darstellung geschlechtsspezifischer Doppelgängerkonstellationen im Roman
- Psychologische Aspekte der Identitätsspaltung und des Wahnsinns
Auszug aus dem Buch
4.1.Medardus und Viktorin
Medardus und Viktorin treffen das erste Mal nach Medardus Flucht aus dem Kloster aufeinander. Der Mönch weckt den schlafenden Viktorin, worauf dieser erschrickt und die Felsen herabstürzt. Medardus übernimmt dann als Mörder dessen Rolle. Er geht an Stelle von Viktorin ins Schloss, keinem fällt die Verwechslung auf. Seine Geliebte Euphemie hält ihn für ihren Liebhaber, so ähnlich sehen sich die beiden. Ein Merkmal ihrer äußeren Ähnlichkeit ist die kreuzförmige Narbe am Hals, die beide haben „Man entdeckte auch das bedeutende Kreuzzeichen an der linken Seite des Halses.“
Medardus fängt selbst an zu glauben, dass er jener Graf sei, den er in den Tod geschickt hat: „[…] denn auch wunderbare Weise glaubte ich nun wirklich Viktorin zu sein.“ Als vermeintlicher Viktorin wird er jedoch von Reinhold als Medardus erkannt „Ich baute ganz auf Reinhold, der mich ja als den Pater Medardus kannte […]“ Die Verwechslung bring den Mönch zunehmend durcheinander: „nichts konnte meinen verworrenen Zustand lösen.“ Als Graf Viktorin wird er zum Mörder, denn im Schloss bringt er Euphemie und Hermogen um. Die Doppelidentität führt zunehmend zu einer Identitätsspaltung. Medardus wird sich selbst fremd.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das literarische Werk E.T.A. Hoffmanns ein und erläutert das Ziel der Arbeit, das Motiv des Doppelgängers im Roman "Die Elixiere des Teufels" zu analysieren.
2. Das Doppelgänger-Motiv: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Doppelgängers, beleuchtet dessen historische Entwicklung von der Antike bis zur Romantik und differenziert zwischen verschiedenen Formen wie dem personalen Doppelgänger und der Verkörperung des unbewussten Ichs.
3. Hoffmann und das Doppelgänger-Motiv: Der Abschnitt verdeutlicht die zentrale Stellung des Motivs in Hoffmanns Werk und zeigt auf, wie er das romantische Polaritätsprinzip nutzt, um psychologische Identitätskrisen darzustellen.
4. Elixiere des Teufels - Doppelgänger: Hier wird das komplexe Motivnetz des Romans exploriert, indem die spezifischen Doppelgängerbeziehungen und deren Verbindungen zu Familiengeschichten und dem zentralen Sujet des Wahnsinns untersucht werden.
4.1. Medardus und Viktorin: Der Abschnitt fokussiert auf die primäre Doppelgängerbeziehung zwischen dem Protagonisten und seinem "Double", wobei insbesondere die Identitätsspaltung und die gegenseitige Beeinflussung betrachtet werden.
4.2. Medardus und Hermogen: Die Analyse konzentriert sich auf die Rolle von Hermogen als Spiegelbild Medardus' und seine Funktion als warnende Instanz.
4.3. Medardus und weitere Doppelgängerkonstellationen: Diese Unterkapitel erweitern die Untersuchung um weitere Figurenkonstellationen, wie etwa die Verbindung zwischen Medardus und seinem Vater/Ahnherrn, welche die Wiederholungsstruktur der Familiensünde verdeutlicht.
4.4. Weibliche Doppelgängerkonstellationen: Die Darstellung betrachtet, wie die Familiengeschichte und das Schicksal der Frauen im Roman – wie beispielsweise Aurelie und die Äbtissin – durch ähnliche Leidenswege und Rollenmuster verknüpft sind.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und schlussfolgert, dass Hoffmann durch das Doppelgängermotiv psychologische Grenzbereiche zwischen Realität, Wahnsinn und Schuld meisterhaft auslotet.
Schlüsselwörter
Doppelgänger, E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels, Identitätsspaltung, Romantik, Psychologie, Wahnsinn, Medardus, Viktorin, Schizophrenie, Familiengeschichte, Schauerroman, Literaturanalyse, Narbe, Schuld
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Funktion und die Ausgestaltung des Doppelgängermotivs in dem 1815 erschienenen Roman "Die Elixiere des Teufels" von E.T.A. Hoffmann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die psychologische Identitätskrise, die Verwischung der Grenzen zwischen Realität und Wahn sowie die literarische Darstellung des Unheimlichen durch Doppelgänger-Konstruktionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Doppelgängermotiv als zentrales Handlungsmotiv dazu dient, die psychische Spaltung des Protagonisten Medardus und dessen Verstrickung in eine sündige Familiengeschichte darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung psychoanalytischer Interpretationsansätze und fachspezifischer Begriffsdefinitionen, wie sie etwa bei Frenzel oder Daemmrich zu finden sind.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen des Doppelgängermotivs erläutert als auch eine detaillierte Untersuchung der männlichen und weiblichen Figurenkonstellationen innerhalb des Romans vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Doppelgänger, Identitätsspaltung, Romantik, das Unheimliche, Familiensünde und psychologische Grenzbereiche definiert.
Warum ist das Verhältnis von Medardus und Viktorin so zentral?
Viktorin fungiert als physische Projektion von Medardus' unbewusstem Ich; ihr Kampf versinnbildlicht die innere Zerrissenheit des Mönchs und seine zunehmende Unfähigkeit, zwischen Selbst und Fremd zu unterscheiden.
Welche symbolische Funktion hat das Messer im Roman?
Das Messer dient als verbindendes Artefakt zwischen den Doppelgängern aus der Familiengeschichte und unterstreicht die gewaltsame, fatale Verknüpfung der Protagonisten über mehrere Generationen hinweg.
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- Greta Heine (Author), 2020, Das Doppelgängermotiv im Roman "Die Elixiere des Teufels" von E.T.A. Hoffmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1253754