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Die Evidenz klinischer Versuche. Eine wissenschaftsphilosophische Betrachtung

Título: Die Evidenz klinischer Versuche. Eine wissenschaftsphilosophische Betrachtung

Trabajo de Seminario , 2022 , 35 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Josef Heine (Autor)

Filosofía - Otras
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Verbindliche Regeln für klinische Versuche gibt es erst seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Was war vor dieser Zeit? Wie wurden medizinische Behandlungen vordem validiert? Und gibt es heute auch eine „Alternativmedizin“, die ihre Behandlungsempfehlungen nicht auf klinische Versuche stützt und deren Behandlungsempfehlungen nicht Evidenz-basiert sind?
Es wird anhand einiger Beispiele zunächst auf Behandlungsmethoden in der Zeit vor der Etablierung der Evidenz-basierten Medizin eingegangen. Dabei wird die Validität von Beobachtungsstudien und den Grad der aus ihnen gewonnen Evidenz angesprochen.
Schwerpunkt der Arbeit ist die Evidenz-basierte Medizin. Ihre Grundlage sind klinische Versuche. Der Grad der in Versuchen generierten Evidenz kann erhöht werden durch die Gestaltung der Versuche und die Auswertung der Versuchsergebnisse. Die höchste Evidenz liefern Versuche, die nach formalen Regeln - dem Gold-Standard (Worall, 2010) der Klinischen Versuchen - durchgeführt werden. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Zielstellung

2. Die Entwicklung der Evidenz-basierten Medizin – ein historischer Rückblick

3. Warum überhaupt Versuche in der Medizin?

4. Der Gold Standard Klinischer Versuche

4.1. Der kontrollierte Versuch

4.2. Der randomisierte Versuch

4.3. Der verblindete Versuch

4.4. Der Multizenter-Versuch

5. Metastudien

6. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die wissenschaftsphilosophischen Grundlagen klinischer Versuche innerhalb der evidenzbasierten Medizin. Sie verfolgt das Ziel, den Zusammenhang zwischen dem Versuchsdesign – insbesondere hinsichtlich Kontrollgruppen, Randomisierung, Verblindung und Multizenter-Ansätzen – und dem Grad der generierten Evidenz darzulegen und deren Validität zu hinterfragen.

  • Historische Entwicklung der evidenzbasierten Medizin
  • Methodik des Gold-Standards klinischer Versuche
  • Problematik von Bias-Faktoren und Störgrößen
  • Erkenntnistheoretische Grenzen der Induktion
  • Stellenwert und methodische Kritik an Metastudien

Auszug aus dem Buch

4.3. Der verblindete Versuch

Um systematische Verzerrungen (Bias) bei den Ergebnissen von klinischen Versuchungen zu vermeidenden, fordert die EMA (1998) beides, die Randomisierung der Gruppen und die Verblindung der Gruppen. Während die Randomisierung Selektions-Bias bei der Gruppenzuteilung der Probanden verhindern soll, sodass im RCT eine Vergleichbarkeit der Gruppen bezüglich aller initialen Störgrößen erfolgt, soll die Verblindung neben Selektions-Bias auch Bias eliminieren, die in der Versuchsdurchführung und der Erfassung der Resultate auftreten. Damit sind im randomisierten, verblindeten kontrollierten Versuch mehr Bias ausgeschaltet als im RCT.

Verblindung heißt, dass der Patient nicht weiß, ob er in einem Versuch zur Prüfung der Wirksamkeit und Verträglichkeit eines neuen Medikamentes das Medikament oder nur ein unwirksames Placebo erhält. Eine doppelte Verblindung bedeutet, dass nicht nur der Patient, sondern auch der Arzt und das Klinikpersonal nicht über die Zuordnung der Patienten in die Versuchsgruppen informiert sind. Zusätzlich besteht eine Verblindung bei der Erfassung der Zielgröße. Darüber hinaus ist auch eine Verblindung bei der Zusammenfassung der Ergebnisse und bei deren statistischer Auswertung möglich. Warum ist eine Verblindung notwendig, wie kommt es zur Verhinderung von Bias durch die Verblindung?

Gleich bei der Zuteilung eines Pateinten in die Behandlungs- oder Kontrollgruppe besteht ohne Verblindung ein Bias Risiko. Der Arzt, der die Zuteilung entscheidet, beachtet bewusst oder unbewusst die Empfänglichkeit des Patienten für die Behandlung. Der Patient möchte keine unwirksame Placebo-Behandlung erhalten. Wenn er der Kontrollgruppe zugeordnet wird, ist seine Compliance geringer und ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Versuch, ein drop out, ist eher wahrscheinlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Zielstellung: Diese Einführung begründet die Notwendigkeit der evidenzbasierten Medizin und führt in die Thematik der Validität klinischer Versuche ein.

2. Die Entwicklung der Evidenz-basierten Medizin – ein historischer Rückblick: Dieses Kapitel zeichnet den Wandel der medizinischen Methodik von dogmatischen oder empirischen Ansätzen der Antike bis hin zur heutigen evidenzbasierten Forschung nach.

3. Warum überhaupt Versuche in der Medizin?: Hier wird erörtert, warum klinische Versuche trotz der ethischen Notwendigkeit der individuellen Patientenbehandlung existenzielle Wissensbausteine für den medizinischen Fortschritt darstellen.

4. Der Gold Standard Klinischer Versuche: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Komponenten des Gold-Standards: Kontrolle, Randomisierung, Verblindung und multizentrische Durchführung.

5. Metastudien: Die Metastudien werden als Instrument zur Zusammenfassung von Primärdaten beleuchtet, wobei deren theoretischer Status und methodische Limitationen kritisch diskutiert werden.

6. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert die Bedeutung klinischer Versuche für die evidenzbasierte Medizin und betont die Notwendigkeit qualitativer Verbesserungen für die zukünftige Validität.

Schlüsselwörter

Evidenz-basierte Medizin, Klinische Versuche, Gold-Standard, Randomisierung, Kontrollgruppe, Verblindung, Multizenter-Studie, Bias, Validität, Metastudien, Induktion, Arzneimittel, Placebo-Effekt, medizinische Forschung, Erkenntnistheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftstheoretischen Einordnung und der methodischen Durchführung klinischer Versuche als zentralem Pfeiler der evidenzbasierten Medizin.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Der Schwerpunkt liegt auf den Voraussetzungen für klinische Versuche, der statistischen Absicherung, der Vermeidung von Bias-Faktoren und der Bewertung von Metastudien als höchster Stufe der Evidenz-Hierarchie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen dem Versuchsdesign und der Qualität der gewonnenen empirischen Evidenz aufzuzeigen sowie die Grenzen dieser wissenschaftlichen Praxis kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine wissenschaftsphilosophische Betrachtungsweise, um aktuelle Guidelines (insbesondere der EMA) und medizinische Studienstrukturen analytisch zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Komponenten des „Gold-Standards“ – kontrollierte, randomisierte, verblindete und multizentrische Versuche – detailliert analysiert und deren Problematik hinsichtlich interner und externer Validität diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Validität, Bias-Risiko, Randomisierung, Induktion, Evidenz, klinische Versuche und Metastudien.

Warum ist die Verblindung in einer Studie so entscheidend?

Verblindung ist notwendig, um sowohl beim Patienten (Erwartungshaltung) als auch beim behandelnden Personal (bewusste oder unbewusste Beeinflussung) Bias-Effekte zu eliminieren, die das Ergebnis verfälschen könnten.

Welche Rolle spielt die Bayesianische Statistik in dieser Betrachtung?

Sie wird als alternative statistische Methode zur frequentistischen Statistik angeführt, da sie eine kontinuierliche Aktualisierung der Wahrscheinlichkeiten während eines laufenden Versuchs erlaubt und so fundierte Zwischenentscheidungen ermöglicht.

Warum ist die Randomisierung aus erkenntnistheoretischer Sicht problematisch?

Die Randomisierung setzt voraus, dass Forscher bereits im Vorfeld wissen, welche Faktoren als Störgrößen relevant sein könnten; zudem kann sie keine unbekannten Bias-Faktoren vollständig ausgleichen.

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Detalles

Título
Die Evidenz klinischer Versuche. Eine wissenschaftsphilosophische Betrachtung
Universidad
University of Cologne
Calificación
1,7
Autor
Josef Heine (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
35
No. de catálogo
V1253812
ISBN (PDF)
9783346689733
ISBN (Libro)
9783346689740
Idioma
Alemán
Etiqueta
Klinischer Versuch Evidenz basierte medizin Gold Standard
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Josef Heine (Autor), 2022, Die Evidenz klinischer Versuche. Eine wissenschaftsphilosophische Betrachtung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1253812
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