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Organtransplantation. Sollte spenden Pflicht sein?

Titel: Organtransplantation. Sollte spenden Pflicht sein?

Facharbeit (Schule) , 2021 , 42 Seiten , Note: 1

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Medizin und Gesundheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Organtransplantation und stellt die Frage, ob spenden Pflicht sein sollte.

Organspende – Die Entscheidung zählt! Diese Aufklärungskampagne der BZgA soll helfen, besser über postmortale Transplantationen innerer Organe aufzuklären. Sie zielt vor allem auf den dringenden Entschluss für oder gegen die Organspende ab. Neben der Entscheidung stellt auch die Frage nach einer Organspendepflicht einen aktuellen, tiefgreifenden Konflikt dar.

Das Verfahren der Organspende ist dabei noch sehr jung: 1883 wurde von dem Schweizer Chirurg Theodor Kocher erstmalig Gewebe transplantiert – ein Meilenstein in der Geschichte der Medizin, und bis heute eine gängige Heilungsmethode. Die Organtransplantation beschreibt das Übertragen der Organe von Verstorbenen oder Lebendspendern auf schwerkranke Patienten, deren Organfunktionen gestört sind.

Diese Thematik verdient besondere Aufmerksamkeit, da sie sowohl die gängigste, als auch die umstrittenste Variante, Leben zu retten, darstellt: Tod kann lebenserhaltend sein. Auch der Kontakt mit der Problematik durch einen Fall innerhalb der Familie führte zur intensiven Auseinandersetzung und näheren Untersuchung von Organtransplantationen. Doch die modernisierte Organspende wirft Fragen auf:

Was spricht dafür, was dagegen?
Greift die postmortale Organentnahme in die Autonomie des Menschen ein?
Ist eine Organspendepflicht aus ethischer Sicht vertretbar?
Wie werden Transplantationen in Deutschland geregelt und wovon hängt die Spendenbereitschaft ab?

Ein Telefoninterview mit Betroffenen sowie eine digitale Umfrage sollen helfen, ebenjenen Fragen auf den Grund zu gehen. Die Umfrageergebnisse, sowie das Interview, werden in den einzelnen Kapiteln analysiert.

Ziel dieser Arbeit ist es, eine mögliche Organspendepflicht kritisch zu hinterfragen und das Für und Wider der Transplantationsmedizin zu diskutieren. Die Frage nach der Angemessenheit des Hirntodkriteriums bleibt hierbei unberücksichtigt, da diese den Rahmen der Arbeit überschreiten würde.

Außerdem dient die schriftliche Ausarbeitung zur Aufklärung und Meinungsbildung des Lesers. Die Schwerpunkte liegen herbei auf den ethischen Grundsteinen der Organspende und den Möglichkeiten zur Regelung einer Organspendepflicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bereitschaft zur Spende

2.1 Zwischenmenschliche Differenzen

2.2 Religiös geleitete Ansichten

2.3 Ethische Aspekte

3. Der Mensch als "Ersatzteillager"?

3.1 Schockierende Erfahrungsberichte

3.2 Von Skandal bis Organhandel

4. Umgang mit der Diagnose

4.1 Alternativen für eine Transplantation

4.2 Psychische Belastungen

5. Organspendepflicht

5.1 Systeme zur Regelung von Organtransplantationen

5.2 Europaweite Spendenbereitschaft

5.3 Situation in Deutschland

5.4 Mögliche Lösungswege

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die aktuelle Transplantationsmedizin in Deutschland mit einem besonderen Fokus auf die ethische Vertretbarkeit einer möglichen Organspendepflicht. Ziel ist es, das Für und Wider der Organspende zu diskutieren, wobei durch qualitative Interviews und quantitative Umfragedaten die subjektiven Wahrnehmungen verschiedener Bevölkerungsgruppen beleuchtet werden, um den bestehenden Organmangel kontextuell einzuordnen.

  • Analyse der Rahmenbedingungen und Regelungssysteme für Organspenden.
  • Untersuchung der psychischen Belastungen von Patienten und Angehörigen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit ethischen Prinzipien wie Autonomie und sozialer Gerechtigkeit.
  • Diskussion von Lösungsansätzen zur Steigerung der Spendenbereitschaft.

Auszug aus dem Buch

2.3 Ethische Aspekte

Besonders wichtig in Bezug auf eine Organspende sind ethische und moralische Ansichten. Ist die Organentnahme, bzw. Organspendepflicht vertretbar, oder widerspricht dieses Verfahren den ethischen Prinzipien der Medizin? An welche Werte ist die Organspende gebunden, und wer trägt Verantwortung für wen?

Zwischen Spender und Empfänger entsteht eine komplexe Verbindung. Normalerweise weiß der Patient nicht, von wem das gespendete Organ stammt. Vom Spender geht trotzdem eine Verantwortung aus: Er ist verantwortlich dafür, ein Leben gerettet zu haben, da der Patient ohne neues Organ womöglich verstorben wäre. Diese Verantwortung kann ihre Anerkennung sogar nach dem Tod des Spenders beibehalten, da die "gute Tat" dieses Menschen durch das weiterlebende Organ nicht verfliegt. Doch lässt sich die Aussage auch umkehren? Ist ein Nicht-Spender verantwortlich, dass Menschen auf der Warteliste sterben? Einerseits wählt die Person, welche sich aktiv gegen eine Spende entscheidet, lieber den Tod anderer Personen, anstatt zu Spenden. Doch nicht jeder Nicht-Spender handelt aus Egoismus. Möglicherweise sind religiöse Aspekte, persönliche Erfahrungen, oder Lebensstile der Grund für den Widerspruch. Andererseits hat der Nicht-Spender keine direkte Verbindung zu einem bestimmten Patienten. Folglich wäre jeder nicht spendende Mensch für den Tod aller, und gleichzeitig keiner bestimmten Patienten verantwortlich. An dieser Stelle muss ein allgemeines Problem gelöst werden: Besteht auch vor der Entscheidung für oder gegen die Spende eine Verantwortung des Einzelnen gegenüber fremden Menschen? Alles, was eine Person tut, beeinflusst unbewusst seine Umwelt – agiert jemand aber bewusst unter Kenntnis sowohl der negativen, als auch der positiven Folgen, ist er verantwortlich für die Resultate seines Handelns. Deshalb ist es wichtig, zu betrachten aus welchem Grund Nicht-Spender widersprechen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Organtransplantation ein, erläutert die Relevanz der Diskussion über eine Organspendepflicht und definiert das Ziel sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

2. Bereitschaft zur Spende: Es wird analysiert, welche sozialen und demografischen Faktoren die Einstellung zur Organspende beeinflussen, wobei neben dem Alter auch religiöse Überzeugungen und ethische Grundprinzipien beleuchtet werden.

3. Der Mensch als "Ersatzteillager"?: Dieses Kapitel thematisiert kritische Auswüchse durch Erfahrungsberichte über Organentnahmen und untersucht die Problematik des illegalen Organhandels.

4. Umgang mit der Diagnose: Der Fokus liegt auf der psychischen Belastung von Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, sowie auf der Bedeutung der Lebensqualität im Kontext der medizinischen Behandlung.

5. Organspendepflicht: Es werden verschiedene internationale Regelungsmodelle vergleichend dargestellt und die spezifische Situation in Deutschland sowie mögliche Lösungswege kritisch reflektiert.

6. Schlusswort: Das Fazit fasst die ethischen Abwägungen zusammen und unterstreicht die Bedeutung des informierten, eigenverantwortlichen Handelns gegenüber der Verpflichtung zur Spende.

Schlüsselwörter

Organspende, Organspendepflicht, Transplantationsmedizin, Entscheidungsregelung, Widerspruchslösung, Organhandel, Ethik, Patientenwohl, Autonomie, Spendenbereitschaft, Lebensqualität, Warteliste, Deutschland, Eurotransplant, Hirntodkriterium.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen und gesellschaftlichen Problematik der Organtransplantation und untersucht, ob eine gesetzliche Organspendepflicht in Deutschland eine vertretbare und sinnvolle Strategie gegen den Organmangel darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die ethischen Prinzipien der Medizin, die unterschiedlichen rechtlichen Regelungsmodelle für Organspenden, die psychischen Folgen für Wartende sowie der Einfluss von Religion und persönlichen Erfahrungen auf die Spendenbereitschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die kritische Hinterfragung des aktuellen deutschen Modells im Vergleich zu anderen europäischen Systemen und die Erörterung, wie eine Erhöhung der Spenderzahlen bei gleichzeitiger Wahrung der menschlichen Autonomie und Würde erreicht werden könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer Kombination aus Literaturanalyse zu ethischen und rechtlichen Aspekten sowie empirischen Daten, die durch eine eigene digitale Umfrage und Telefoninterviews mit Betroffenen erhoben wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Beweggründe für die Spendenbereitschaft, eine kritische Auseinandersetzung mit der "Ersatzteillager"-Diskussion, die Darstellung des Umgangs mit der Diagnose durch Patienten sowie einen detaillierten Vergleich globaler Spendenregelsysteme.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Organspendepflicht, Autonomie, Widerspruchslösung, Transplantationsmedizin, Ethik und Patientenwohl.

Wie stehen Religionen zur Organspende?

Die Arbeit stellt fest, dass sich die Einstellungen der großen Weltreligionen im Laufe der Zeit positiv gewandelt haben und die postmortale Organentnahme heute von den meisten religiösen Gemeinschaften grundsätzlich akzeptiert wird.

Welches Fazit zieht die Arbeit zur Widerspruchslösung?

Das Fazit deutet an, dass eine Widerspruchslösung zwar eine effektive Strategie gegen den Organmangel sein könnte, die Pflicht zur inhaltlichen Auseinandersetzung durch das Individuum dabei jedoch wichtiger ist als der Zwang zur Spende selbst.

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Details

Titel
Organtransplantation. Sollte spenden Pflicht sein?
Note
1
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
42
Katalognummer
V1253840
ISBN (PDF)
9783346698933
ISBN (Buch)
9783346698940
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Organspende Transplantation Organtransplantation Organe Komplexe Leistung KOL Organspendepflicht Spende Nierentransplantation Erfahrungsbericht Dialyse postmortale Spende postmortale Organspende Organspende Deutschland Organtransplantation Deutschland Patienten Interview Dialyse Patient Spendepflicht Organspendeausweis Spenderausweis nach dem Tod Körperrecht Entscheidungspflicht Herztransplantation Facharbeit Ethik Moral Körper Selbstbestimmungsrecht Selbstbestimmung Organversagen Patient Operation Risiko Tod Angehörige Unfall Was dann moralisch sterben leben retten
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Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Organtransplantation. Sollte spenden Pflicht sein?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1253840
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Leseprobe aus  42  Seiten
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