Fallstudie Solarworld AG - Handlungsempfehlung für den institutionellen Investor


Hausarbeit, 2009

24 Seiten, Note: 1,3


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Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Aktuelle Entwicklungen auf dem Photovoltaik- Weltmarkt und Unternehmensumfeld der Solarworl AG

2. Historische Wertentwicklung des Unternehmens
2.1 Kursentwicklung und Performance
2.2 TRS- Dekomposition

3. Aussagen zur gegenwärtigen Unternehmensstrategie
3.1 Wachstum
3.2 Operative Exzellenz
3.3 Finanz- und Vermögensstrukur
3.4 Unternehmensportfolio

4. Growth Target Analyse und Berechnung des Unternehmenswertes auf Basis des DCF Verfahrens

5. Fazit und Handlungsempfehlung

Anhang mit Anhangsverzeichnis

Verzeichnis der Internetquellen

Literaturverzeichnis

Schriftliche Versicherung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: absolute fünf- Jahres- Kursentwicklung

Abb. 2: fünf- Jahres- Performance relativ zum TecDax

Abb. 3: Zusammensetzung TRS für Solarworld

Abb. 4: Umsatzwachstum in den einzelnen Segmenten

Abb.5: Zusammensetzung Marktwert Solarworld

Tabellenverzeichnis

Tab 1: Datengrundlage und Berechnungen TRS

Tab. 2: Growth Target Analyse

1. Aktuelle Entwicklungen auf dem Photovoltaik- Weltmarkt und Unternehmensumfeld der Solarworl AG

Die Photovoltaikmarkt befindet sich an der Schwelle zu einem großen Umbruch. Bisher war der größte Werttreiber die Subventionspolitik der einzelnen Staaten für die Einspeisung von Solarstrom in das reguläre Stromnetz. Doch wenn eigentlich solar-freundliche Staaten wie Spanien plötzlich ankündigen, die sog. Feed-in- Tarife (also die Subventionen für eingespeisten Photovoltaik-Strom) um 35% bis Jahresende zu kürzen und Megawatt- Höchstgrenzen für Neuanlagen einzuführen, dann macht sich eine große Unsicherheit über die Zukunft einer solchen Politik breit.[1] Des Weiteren kann lang­fristig stabiles Wachstum nicht auf Subventionen basieren, sondern muss auf echter Wertsteigerung aus den operativen Tätigkeiten folgen. Bei Feed-in- Tarifen, die z.B. in Deutschland bei über dem doppelten des regulären Endverbraucherstrompreises liegen, muss weiterhin die Nachfragesituation beleuchtet werden.[2] Die Nachfrage ergibt sich hier nicht wie bei einem normalem Markt aus dem Preis des nachgefragten Gutes, sondern aus der indirekten Subvention der PV- Anlagen durch die Feed-in- Tarife. Somit ist auch der Anreiz für die Hersteller im Moment geringer, die Nachfrage durch niedrigere Preise für Module anzukurbeln. Die Motivation, durch Innovation den Produktionsprozess zu verbessern wird dadurch sicher nicht gesteigert.
Aber genau das wird in Zukunft nötig sein. Der Solarmarkt steht vor einem großen Wandel: dem Wechsel vom Nachfrage- zum Angebotsmarkt[3]. Es wird in Zukunft eine stark ansteigende Zahl von Anbietern geben, die um die Nachfrager buhlen und das führt mehr und mehr zu einem Preiswettbewerb. In einem Preiswettbewerb gewinnt man aber durch innovative und vor allem günstige Produktionsverfahren.
Doch die Nachfrage könnte noch weiter gedrückt werden. Durch die EEG-Novelle 2008, die die Subventionen für Solarstrom betrifft, werden die Feed-in- Tarife jährlich um ca. 10% fallen. Dadurch wird sich zwischen 2012 und 2015 ein Break-even- Point ergeben (die sog. grid parity): der Strompreis wird höher sein als die Feed-in- Tarife, was subventionierten Solarstrom unattraktiv macht. Der Werttreiber „Subvention“ wird immer mehr an Bedeutung verlieren.[4]

Die Solarworld AG befindet sich also in einem extrem dynamischen Markt mit einem Momentum, das seines Gleichen sucht. Geographisch vorteilhafte Märkte wie Südeuropa, Australien, Indien, etc. spielen auf dem Solarmarkt bisher kaum eine Rolle. Dafür kann Deutschland, trotz solartechnisch eher zweitklassiger Lage, knapp 41% der neu installierten PV-Leistung im Jahr 2007 für sich beanspruchen.[5] Mittelfristig ist der Markt also von einer großen Unsicherheit geprägt, die große Chancen aber auch große Risiken birgt. Es wird im Laufe der nächsten Jahre zu einer Konsolidierung des Marktes kommen, die Frage ist nur: wer frisst wen? Denn die langfristigen Perspektiven sind für erneuerbare Energien sehr positiv, speziell für die Photovoltaik. So will die EU bis 2020 20% Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, speziell Deutschland sogar 30% bis 2030. In Übersee sieht die Situation ähnlich aus. Die USA wollen nach eigener Aussage die Führungs­rolle bei erneuerbaren Energien übernehmen und Japan will die Stromproduktion aus Photovoltaik bis 2030 vervierzigfachen.[6] Ein langfristiges Investment in die Solarworld AG macht also nur Sinn, wenn davon ausgegangen werden kann, dass die Solarworld AG die Konsolidierungsphase übersteht. In Anbetracht der stürmischen mittelfristigen Perspektive ist vor allem Krisenfestigkeit gefragt. Solarworld ist ein voll integrierter Solarkonzern, kann also sämtliche Segmente des Marktes bedienen. Dadurch wird das Risiko stark diversifiziert, was zu einer stabilen Marktposition führt. Vor allem im Bereich der Waferproduktion zeigt die Solarworld AG Stärke. Sie ist die Nummer 2 weltweit in diesem Segment und generiert ca. 64% des EBIT im Bereich der Wafer­produktion.[7] Es wurden zur Sicherung der Erträge Verträge über Waferabnahmen im Wert von ca. 6 Mrd. Euro abgeschlossen. Weiterhin hat die Solarworld AG laut ihrem Inhaber Frank Asbeck ca. 900 Mio. Euro freie liquide Mittel (cash) in ihrer Bilanz stehen[8]. Um die zukünftige Entwicklung der Solarworld AG ableiten zu können, sollte zunächst einmal die aktuelle Situation beleuchtet werden.

2. Historische Wertentwicklung des Unternehmens

Im Folgenden wird die Kursentwicklung und die relative Performance der Solarworld AG im fünf-Jahres- Verlauf aufgezeigt, anschließend soll mittels einer TRS Analyse im zwei-Jahres-Zeitraum erklärt werden, wie sich die Aktienrendite zusammensetzt.

2.1 Kursentwicklung und Performance

Die SolarWorld AG ist ein börsennotiertes Unternehmen, daher ist die Entwicklung des Börsenwertes für die Firma ein wichtiger Indikator. Dieser spiegelt die externen Erwar­tungen des Kapitalmarktes in Bezug auf die zukünftige Firmenentwicklung wieder. Aus diesem Grund ist es wichtig die Tendenzen bei der Entwicklung des Aktienkurses der Solarworld AG zu untersuchen.

Der Kurs pro Aktie ist im betrachteten Fünfjahreszeitraum ab 2004 –mit einem leichten Einbruch Mitte 2006- bis zum Ende des Jahres 2007 kontinuierlich gestiegen. Der Kurs betrug Anfang 2004 ca. 1 Euro. Am 02.11.2007 verzeichnete die Aktie ihren bisherigen Höchststand von 46,41 Euro.[9] Ende 2007 brach der Kurs dann massiv ein, nach einer kurzen Stagnation verlor er bis zum Ende 2008 wiederum massiv an Wert.[10] Am 21.11.2008 fiel die Aktie auf ihr Jahrestief von 10,83 Euro zurück. Neben der Finanzkrise hat das überraschende Kaufangebot von Solarworld für Opel im November 2008 den Börsenwert des Bonner Unternehmens massiv gemindert, da die Börse den Vorschlag als durchwegs abwegig bezeichnete.[11]

Im Vergleich zum TecDax, an dem die Solarworld AG gelistet ist, performt das Unternehmen jedoch trotz der massiven Einbrüche weit besser als der Marktindex. Von 2004 bis Ende 2007 war der Kurs relativ zum TecDax bei ca. 4500% Performance. Derzeit ist dieser jedoch auf ca. 1500% abgefallen.[12]

2.2 TRS- Dekomposition

Um die historische Wertentwicklung und die im Börsenwert zum Ausdruck kommenden Erwartungen der Anleger besser verstehen zu können, kann die Aktienrendite, im Folgenden Total Return to Shareholders (TRS) genannt, in mehrere Komponenten zerlegt werden:

- Das Delta Financial Markets (DFM) gibt Auskunft über die Entwicklung der Gesamtmarktrendite. Bei der Gesamtmarktrendite handelt es sich um die durchschnittliche Rendite des Marktes bzw. der Branche, dem/der das betrachtete Unternehmen zugeordnet werden kann. Diese Größe ist vom Management nicht beeinflussbar.
- Die Relative Dividendenrendite (DC/I): Diese Komponente verdeutlicht die Dividendenpolitik des Unternehmens. Von den vier angeführten Bausteinen des TRS ist sie am wenigsten relevant, da die Dividende bei den meisten Aktiengesellschaften, im Vergleich zur Kurssteigerung, eher niedrig ausfällt.
- Das Short-Term Delta in Expectations of Economic Performance (ST DEEP) gibt Auskunft über die Veränderung der kurzfristigen Gewinnerwartungen an das Unternehmen. Sie wird grundsätzlich aus der Veränderung des geschätzten Gewinns pro Aktie im Betrachtungszeitraum ermittelt.
- Die vierte Komponente des TRS, das Long-Term Delta in Expectations of Economic Performance (LT DEEP) beschreibt die Veränderung der langfristigen Wachstumserwartungen an das Unternehmen. Sie basiert auf der Veränderung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses, also dem Verhältnis von Aktienkurs zu Gewinn pro Aktie, im Betrachtungszeitraum.[13]

Von den vom Management beeinflussbaren Faktoren haben das ST DEEP und das LT DEEP den größten Einfluss auf die Aktienrendite.[14]

Für die Solarworld AG wurden zur Dekomposition und Berechung des TRS die Kurse zum Zeitpunkt 01.01.2007 und zum 01.01.2009 gewählt, also ein Zeitraum von zwei Jahren betrachtet. Der Aktienkurs wurde zur weiteren Vereinfachung zum Stichtag des 01.01.2007 auf 100% normiert. Dementsprechend erzielte ein Aktionär über den Zeitraum von 2007 bis 2009 – unter Berücksichtigung von Kursänderungen und Dividenden – eine negative Gesamtrendite von 45%, was einer geometrischen Aktienperformance von -37% entspricht. Der Beitrag des DFM zum TRS ermittelt anhand des gegebenen Index (FTSE Europe) beträgt -58% und hat damit den größten Einfluss auf die Aktienrendite. Die relative Dividendenrendite mit ist mit -4% ebenfalls negativ, aber ihre Bedeutung ist für die Entwicklung des TRS eher gering. Einen weiteren maßgeblichen Einfluss auf den Kurs haben wie oben erwähnt die kurzfristigen und langfristigen Erwartungen des Kapitalmarktes (ST- und LT DEEP). Es fällt auf, dass der TRS überwiegend durch kurzfristige Erwartungen von 31% beeinflusst wurde. Das LT DEEP weist dagegen einen negativen Prozentwert von 14 auf.

Es wird deutlich, dass die historische Wertentwicklung der Solarworld AG eher durch ihre operative Leistungsfähigkeit als durch die Zukunftserwartungen der Shareholder getrieben war. Das hohe, vom Unternehmen nicht beeinflussbare negative DFM trägt jedoch dazu bei, dass die Aktienrendite letztendlich für den betrachteten Zeitraum negativ wird. Der (logarithmierte) Returnindex beträgt damit am 31.12.2008 lediglich noch 55%.[15]

3. Aussagen zur gegenwärtigen Unternehmensstrategie

Die Strategie von Solarworld kann man als eine „Solare Vollintegration“ bezeichnen. Das Unternehmen ist vertikal integriert und hat sich seit seiner Gründung nachhaltig im internationalen Solarmarkt positioniert.[16] Im Folgenden werden Aussagen zu den vier zentralen Wertreibern für die Unternehmensstrategie getroffen.

3.1 Wachstum

Betrachtet man das historische Wachstum in der jüngsten Vergangenheit,[17] so fällt auf, dass die Solarworld AG in den vergangenen fünf Jahren ein starkes Volumenwachstum verzeichnen konnte. Allein in diesen fünf Jahren stieg der Umsatz um den Faktor sieben (absolut von 98,5 Mio. in 2003 auf ca. 690 Mio. in 2007). Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Volumenwachstum von 50%. Dabei ist zu beachten, dass die Solarworld AG nach einer Aussage von Finanzvorstand Koecke in 2004 „immer mit dem Markt, teilweise stärker wachsen wird."[18] Da damals im Solarmarkt mit einem weltweiten Wachstum von 25% gerechnet wurde, wird die Aussage des Finanz­vorstandes aus heutiger Sicht im Hinblick auf die historischen Daten mehr als bestätigt.[19] Die wichtigsten Geschäftssegmente der Solarworld AG umfassen Module, Zellen und Wafer. Wie der Trendlinienverlauf in Abb. 4 zeigt, wächst nicht nur das Gesamtvolumen sehr stark, sondern auch der Umsatz im Segment Module: hier ist der Umsatz von 2003 bis 2007 sogar um den Faktor 11 gestiegen, ebenso machen die Modulumsätze den größten Anteil am Gesamtvolumen aus, womit man diese als wichtigsten Umsatztreiber bezeichnen kann. Im Geschäftssegment Wafer wächst der Umsatz im Vergleich zu den Modulen weniger stark. Nichtsdestotrotz hat sich der Waferumsatz im Betrachtungszeitraum beinahe verdreifacht (Anstieg um den Faktor 2,7). Ebenso fällt auf, dass im Jahr 2003 der Anteil der Wafer am Gesamtvolumen noch größer war als der Anteil der Module. Den geringsten Teil am Gesamtumsatz machen die Zellen aus. Doch auch der mit diesem Geschäftssegment erwirtschaftete Umsatz ist in den fünf Betrachtungsjahren stark gestiegen (von 1,8 Mio. in 2003 auf 26,8 Mio. in 2007). Jedoch war das Wachstum hier nicht konstant sondern wies auch Schwankungen im Sinne von Umsatzrückgängen – wie in 2005– auf. Insgesamt ist in der Vergangen­heit sowohl beim Gesamtvolumen als auch bei den drei wichtigsten Geschäfts­segmenten ein äußerst positiver Zusammenhang im Bezug auf das Wachstum festzustellen.

[...]


[1] Vgl. STRYI-HIPP, G. (2008) S. 3.

[2] Vgl. o. V. (2009), S. 10.

[3] Vgl. STRYI-HIPP, G. (2008), S. 3.

[4] Vgl. STRYI-HIPP, G. (2008), S. 10.

[5] Vgl. STRYI-HIPP, G.(2008) Folie 6

[6] Vgl. STRYI-HIPP, G.(2008) Folie 4

[7] Vgl. DEUTSCHE BANK AG (2008) Seite 34

[8] Vgl. DEUTSCHE BANK AG (2008) Seite 34

[9] Vgl. im Internet: FOKUS MONEY ONLINE.

[10] Vgl. Anhang I, Abb. 1.

[11] Vgl. im Internet: BOERSE ARD.

[12] Vgl. Anhang I, Abb. 2.

[13] Vgl. SALFELD, R. (2008), S. 18 ff.; vgl. WEBER, I./ HOFBAUER, A./ERATH, K.(2006): S.6.

[14] Vgl. SALFELD, R. (2008), S. 18 ff.

[15] Für die Ausgangsdaten vgl. Anhang II, Tab. 1; zur Zusammensetzung des TRS vgl. Anhang II, Tab. 2.

[16] Vgl. im Internet: SOLARWORLD.

[17] Vgl. Anhang III, Abb.4.

[18] Vgl. SOLARWORLD AG (2004), S.22.

[19] Vgl. SOLARWORLD AG (2004), S.22.

24 von 24 Seiten

Details

Titel
Fallstudie Solarworld AG - Handlungsempfehlung für den institutionellen Investor
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Accounting&Controlling)
Veranstaltung
Wertorientierte Unternehmensführung
Note
1,3
Autoren
Jahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V125386
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Gruppenhausarbeit
Schlagworte
Unternehmensbewertung, Unternehmensanalyse, Total Return to Shareholders, Discounted Cashflow, Solarbranche, Solarworld
Arbeit zitieren
Daniel Regnet (Autor)Daniel Föhr (Autor)Andreas Beirer (Autor)Ekaterina Angelova (Autor), 2009, Fallstudie Solarworld AG - Handlungsempfehlung für den institutionellen Investor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125386

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