Vom 3. Bis 14. Dezember 2007 trafen sich Regierungsvertreter, Vertreter führender Unternehmen und Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) aus 187 Ländern zu einer Weltklimakonferenz auf Bali, Indonesien. Mit der Konferenz waren grosse Hoffnungen verbunden, konkrete Zielsetzungen für die Verhandlungen von 2009 in Kopenhagen über ein neues Klimaschutzabkommen zu verabschieden. Dieses zukünftige Abkommen soll das 1997 in Kyoto ausgehandelte Klimaschutzprotokoll, welches im Jahre 2012 auslaufen wird, ersetzten bzw. ablösen. Die teilweise äusserst zähen und mühevollen Verhandlungen haben sich bis zur letzten Minute hingezogen, obwohl die Konferenz bereits um zwei Tage verlängert wurde.
In der folgenden Arbeit soll zunächst der Kontext, in dem die Balikonferenz steht, erklärt werden. Im Hauptteil werden die Resultate der Konferenz erläutert und Implikationen analysiert. Schliesslich wird zum Abschluss der Arbeit ein Fazit gezogen.
In Anbetracht der Rahmenbedingungen dieser Arbeit wurde als wissenschaftlicher Forschungsansatz „Desk-Research“ gewählt. Grundsätzlich wurden die Primär-Quellen des UNFCCC verwendet. In der Analyse und Meinungsbildung wurde als Ergänzung zu den bilateralen Diskussionen zwischen den Autoren auch auf Regierungskommentare, wissenschaftliche Analysen, aber auch auf Medienberichte zurückgegriffen. Schliesslich haben das Gespräch sowie die Kommentare von Herrn Dr. Luhmann als wertvoller und interessanter Input gedient.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bali im Kontext der Klimapolitik
2.1. Earth Summit und Klimarahmenkonvention
2.2. Vertragsstaatenkonferenz - COP
2.3. Tagung der Vertragsparteien des Kyoto Protokolls - CMP
2.4. Klimajahr 2007
4. Resultate der Konferenz
4.1. Two-Track Approach
4.2. UNFCCC Track
4.2.1 Senkung der Treibhausgasemissionen (Mitigation)
4.2.2 Anpassung (Adaption)
4.2.3 Technologietransfer (Technology development and transfer)
4.2.4 Finanzierung (Financing)
4.3. Kyoto Protokoll Track
4.3.1. Klimaschutz
4.3.2. Anpassung
4.3.3. Überprüfung des Kyoto Protokolls (Artikel 9)
4.3.4. Weitere angesprochene Themen
5. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz 2007 in Bali und ordnet diese in den historischen Kontext der internationalen Klimapolitik ein, um die Weichenstellungen für ein zukünftiges Klimaschutzabkommen nach 2012 zu analysieren.
- Der historische Kontext der internationalen Klimarahmenkonvention (UNFCCC).
- Die Verhandlungsdynamik des sogenannten "Two-Track Approach".
- Struktur und Bedeutung des Bali Action Plans (BAP).
- Die Rollen von Emissionsminderung, Anpassung, Technologietransfer und Finanzierung.
- Die Herausforderungen eines Post-Kyoto-Abkommens mit Blick auf Kopenhagen 2009.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Senkung der Treibhausgasemissionen (Mitigation)
Im Bezug auf diesen Handlungsbereich war vor Bali erwartet worden, dass auf Lösungen hingearbeitet wird, welche die weltweite Erwärmung unterhalb von 2 Grad Celsius begrenzen (Bals, 2008, S. 22). Eine der entscheidenden Fragen dabei war die „Aufgabenverteilung“ zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern. Diesbezüglich konnte in Bali, nach zähen Verhandlungen, ein Durchbruch erreicht werden. Es wurde festgehalten, dass die Vision und das langfristige Emissionsreduktionsziel durch gemeinsame aber differenzierte Verantwortungen und Handlungsfähigkeiten sowie unter Berücksichtigung sozialer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erstrebt werden sollte (BAP, 1a). Eine Differenzierung der Verantwortungen ist für die Entwicklungsländer von entscheidender Bedeutung. Diese Differenzierung widerspiegelt sich in den Artikeln 1bi und 1bii BAP. Die Entwicklungsländer haben sich unter 1bii BAP bereit erklärt, messbare, berichtspflichtige und überprüfbare Reduktionsmassnahmen zu ergreifen. Allerdings sollten solche Massnahmen durch ebenfalls messbare, berichtspflichtige und überprüfbare Technologiekooperationen, Finanzierung und Kapazitätsaufbau seitens der Industrieländer unterstützt und ermöglicht werden (BAP, 1bii).
Ein von den Entwicklungsländern als fair empfundener Ansatz bezüglich der Verpflichtungen im Bereich der Emissionsverminderung ist im Hinblick auf ein Post-Kyoto Abkommen im Jahre 2009 von entscheidender Bedeutung. Insbesondere das Thema Konvergenz des Pro-Kopf-Ausstosses bis zum Jahr 2050 wird in späteren Verhandlungen eine zentrale Rolle spielen (Bals, 2008, S. 24). Grundsätzlich zeichnet sich immer deutlicher ab, dass es nur zu einem wegweisenden Abkommen kommen wird, wenn die Industrieländer in ganz neuen Dimensionen im Bezug auf finanzielle und technologische Unterstützung denken (Bals, 2008, S. 24).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt den Rahmen der UN-Klimakonferenz 2007 auf Bali und erläutert die gewählte Methodik des Desk-Research zur Analyse der Konferenzergebnisse.
2. Bali im Kontext der Klimapolitik: Dieses Kapitel verankert die Konferenz historisch in der Entwicklung der Klimarahmenkonvention sowie der Strukturen von COP und CMP.
4. Resultate der Konferenz: Hier werden die Ergebnisse der Konferenz unterteilt in den UNFCCC- und den Kyoto-Protokoll-Track detailliert analysiert und die zentralen Säulen des Bali Action Plans beleuchtet.
5. Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel bewertet die Bedeutung des Bali Action Plans als Startschuss für die Verhandlungen bis Kopenhagen 2009 und betont die Notwendigkeit globaler Kooperation.
Schlüsselwörter
Klimakonferenz, Bali, UNFCCC, Kyoto-Protokoll, Bali Action Plan, Emissionsreduktion, Anpassung, Technologietransfer, Finanzierung, Klimaschutz, Two-Track Approach, Post-Kyoto, Nachhaltigkeit, Treibhausgase, Kopenhagen 2009
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ergebnisse und die politische Bedeutung der UN-Klimakonferenz, die im Dezember 2007 in Bali, Indonesien, stattfand.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die Verhandlungsstränge des "Two-Track Approach", die Struktur des Bali Action Plans sowie die Handlungsbereiche Mitigation, Adaption, Technologietransfer und Finanzierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Rolle der Bali-Konferenz als Ausgangspunkt für die Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll zu klären.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Autorin oder der Autor wählte den Ansatz des "Desk-Research" unter Auswertung primärer UNFCCC-Dokumente, ergänzt durch Fachanalysen und Medienberichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des klimapolitischen Kontexts sowie eine detaillierte Erläuterung der Konferenzergebnisse des UNFCCC- und des Kyoto-Tracks.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Die zentralen Begriffe sind Bali Action Plan, Klimakonferenz, UNFCCC, Emissionsreduktion und der "Two-Track Approach".
Warum war der "Two-Track Approach" für die Verhandlungen in Bali so maßgeblich?
Er ermöglichte es, sowohl die Staaten unter dem Kyoto-Protokoll als auch die allgemeine Konvention (inklusive der USA) in den Verhandlungsprozess für ein zukünftiges Abkommen einzubinden.
Welche Rolle spielt der Anpassungsfonds, der in Bali beschlossen wurde?
Der Anpassungsfonds ist ein wichtiges Instrument zur Unterstützung besonders betroffener Länder und zeichnet sich durch eine neuartige Finanzierung über eine CDM-Abgabe aus.
- Citation du texte
- Simon Lussi (Auteur), 2008, Klimakonferenz 2007 in Bali, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125398