In meiner Facharbeit geht es um die Unterstützung von Kindern und Eltern mit Migrationshintergrund bei der Eingewöhnung in der Krippe bzw. dem Kindergarten. Ich werde zunächst einige Statistiken betrachten und wichtige Begriffe im Hinblick auf Migration und Eingewöhnung genauer definieren. Ich werde maßgebende Erkenntnisse von John Bowlby in Bezug auf die Bindungstheorie zusammentragen, das Berliner und Münchener Eingewöhnungsmodell näher betrachten und die Aufgaben der pädagogischen Fachkraft vor, während und nach der Eingewöhnung herausfiltern. Die Inhalte meiner Befragungen von pädagogischen Fachkräften und die Ergebnisse davon werde ich nach den theoretischen Vorbetrachtungen vorstellen. Nachdem ich die wichtigsten Erkenntnisse daraus zusammengetragen habe, werde ich Lösungsansätze präsentieren und Materialien vorstellen, die ich recherchiert habe.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Vorbetrachtungen
2.1 Statistiken
2.2 Definitionen
2.3 Bindungstheorie nach Bowlby
2.4 Eingewöhnungsmodelle
2.4.1 Berliner Eingewöhnungsmodell
2.4.2 Münchener Eingewöhnungsmodell
2.5 Aufgaben der pädagogischen Fachkraft vor, während und nach der Eingewöhnung
3 Erfahrungsberichte aus der Praxis
3.1 Befragung
3.2 Auswertung
3.2.1 Erfahrungsberichte der pädagogischen Fachkräfte
3.2.2 Erfahrungsbericht der stellvertretenden Kita-Leitung
3.2.3 Erfahrungsbericht der Kita-Sozialarbeiterin
4 Zusammenfassende resultierende Erkenntnisse und praktische Lösungsansätze
5 Unterstützungsmaterialien für die pädagogische Praxis
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht, wie pädagogische Fachkräfte Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund während des Eingewöhnungsprozesses in Krippen und Kindergärten bestmöglich unterstützen können, um eine gelungene Integration und Erziehungspartnerschaft zu ermöglichen.
- Analyse theoretischer Grundlagen zur Bindungstheorie und bewährter Eingewöhnungsmodelle
- Erhebung von Praxisberichten durch Experteninterviews mit pädagogischem Personal und Kita-Leitung
- Herausarbeitung spezifischer Herausforderungen durch Sprachbarrieren und kulturelle Differenzen
- Entwicklung praxisnaher Lösungsansätze und Identifikation unterstützender Materialien für den Kita-Alltag
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Berliner Eingewöhnungsmodell
“Das älteste und in Deutschland verbreitetste Konzept ist das durch Laewen, Andres und Hédervári-Heller (2011) vom infans-Institut in den 1980er Jahren entwickelte Berliner Eingewöhnungsmodell.” (Dreyer, 2017, S. 79).
“Das Berliner Eingewöhnungsmodell geht davon aus, dass die Begleitung des Kindes in eine Tagespflege, Krippe oder Kita durch die Eltern oder andere wichtige Bezugspersonen in der ersten Zeit Voraussetzung dafür ist, dass das Kind eine sichere Bindung zu einer ihm bis dahin unbekannten Betreuungsperson aufbauen kann.” (ebd., S. 79).
Das Modell enthält Hinweise auf das Verhalten der Kinder während der ersten Tage in der Einrichtung, die auf eine kürzere oder längere Eingewöhnungszeit hindeuten. Um eine bindungsähnlichen Beziehung zur Fachkraft aufzubauen, benötigen Kinder für gewöhnlich sechs bis vierzehn Tage, in einzelnen Fällen auch bis zu drei Wochen (vgl. ebd., S. 80).
Der feinfühlige Umgang mit den Eltern spielt beim Berliner Eingewöhnungsmodell eine wichtige Rolle. Offene und einfühlsame Gespräche zwischen Eltern und Fachkräften können dabei helfen, Ängste bei den Eltern abzubauen und eine Basis für die Zusammenarbeit aufzubauen. (vgl. ebd., S. 81)
Eine Kooperation aller Beteiligten ist für die erfolgreiche Bewältigung der Eingewöhnung notwendig. Die Eltern kooperieren, indem sie sich genügend Zeit für die Eingewöhnung nehmen, die pädagogische Fachkraft stimmt sich im Team ab, um die Eingewöhnung hinreichend vorbereiten zu können und die Leitung sorgt für geeignete Rahmenbedingungen (z.B. gestaffelte Aufnahme von Kindern). (vgl. Dreyer, 2017, S. 81)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Verfasserin stellt das Thema der Eingewöhnung von Kindern mit Migrationshintergrund vor und formuliert ihre zentrale Forschungsfrage zur Unterstützung der Familien in der pädagogischen Praxis.
2 Theoretische Vorbetrachtungen: Dieses Kapitel liefert die statistische Relevanz, definiert zentrale Fachbegriffe und erläutert relevante bindungstheoretische Ansätze sowie klassische Eingewöhnungsmethoden.
3 Erfahrungsberichte aus der Praxis: Hier werden die Ergebnisse leitfadengestützter Interviews mit Fachkräften und der Kita-Leitung zur aktuellen Situation und den täglichen Herausforderungen bei der Arbeit mit Familien mit Migrationshintergrund dargelegt.
4 Zusammenfassende resultierende Erkenntnisse und praktische Lösungsansätze: Das Kapitel bündelt die zentralen Problemfelder und leitet daraus konkrete Strategien zur Verbesserung der Zusammenarbeit und Kommunikation ab.
5 Unterstützungsmaterialien für die pädagogische Praxis: Es erfolgt eine Vorstellung von Materialien und Medien, die Fachkräfte zur Bewältigung von Sprachbarrieren und zur Vermittlung von Kita-Abläufen an Eltern nutzen können.
6 Fazit: Die Autorin reflektiert die Ergebnisse ihrer Recherche, beantwortet ihre Eingangsfrage und zeigt ihre persönliche Entwicklung hinsichtlich der Kompetenzen für den Berufseinstieg auf.
Schlüsselwörter
Eingewöhnung, Migration, Migrationshintergrund, Bindungstheorie, Berliner Eingewöhnungsmodell, Münchener Eingewöhnungsmodell, Sprachbarriere, Erziehungspartnerschaft, Kita-Alltag, Interkulturelle Kompetenz, Sprachmittlung, Elternarbeit, Integration, Kindertageseinrichtung, Transitionsforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit prinzipiell?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Herausforderungen und Unterstützungsmöglichkeiten bei der Eingewöhnung von Kindern mit Migrationshintergrund in Kindertageseinrichtungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Bindungstheorie, verschiedene wissenschaftliche Eingewöhnungsmodelle, interkulturelle Aspekte der Elternarbeit sowie Barrieren durch Sprache und kulturelle Unterschiede.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte ihre Arbeit so gestalten können, dass Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund bestmöglich in den Kita-Alltag integriert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Datenerhebung verwendet?
Die Verfasserin hat Leitfrageninterviews mit pädagogischen Fachkräften in Krippen, einer stellvertretenden Kita-Leiterin und einer Kita-Sozialarbeiterin geführt.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung explizit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Situation durch Praxisberichte, identifiziert kommunikative Hürden beim Erstkontakt und im Alltag und entwickelt daraus praktische Lösungsstrategien.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Eingewöhnungsmodell, Sprachbarriere, interkulturelle Erziehung, Bindungsaufbau und Elternkooperation geprägt.
Inwiefern beeinflusst das Berliner Eingewöhnungsmodell die Ausführungen der Autorin?
Das Berliner Modell dient als theoretische Basis zur Erläuterung der Abläufe und als Vergleichsgröße für die in der Praxis erlebte Eingewöhnung der Kinder.
Welche Rolle spielt die Sprachmittlung in den untersuchten Kitas?
Die Sprachmittlung wird als essenzieller, aber noch ausbaufähiger Faktor identifiziert, um die Bürokratie zu bewältigen und den Eltern die pädagogischen Konzepte der Einrichtung näherzubringen.
Warum betont die Autorin die Notwendigkeit von Bildmaterial und digitalen Medien?
Da sprachliche Barrieren die Kommunikation erschweren, dienen Bildkarten, Bildbücher und Tablets als visuelle Hilfsmittel, um den Eltern Abläufe verständlich zu machen und Vertrauen aufzubauen.
- Arbeit zitieren
- Ulrike Dittrich (Autor:in), 2022, Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund in Krippe und Kindergarten. Eingewöhnungsmodelle und die Bindungstheorie von John Bowlby, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254122